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Vergleich der Jugendkultur HipHop in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR

Title: Vergleich der Jugendkultur HipHop in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR

Examination Thesis , 2011 , 61 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Steffi Joetze (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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1. Einleitung
Breakdance-Battles in Frankreich, Graffiti-Contests in China, Jams in Rio de Janeiro, Rap in Tansania – HipHop entwickelte sich innerhalb der letzten 40 Jahre zur weltweit größten Jugendkultur aller Zeiten und spielt in der heutigen Lebenswelt von Jugendlichen eine bedeutende Rolle.
Das Phänomen HipHop, das vor allem durch die vier Ausdrucksformen Breakdance, Graffiti, DJing und Rap gekennzeichnet ist, entstand in den Ghettos der New Yorker Bronx und erhielt Anfang der 1980er Jahre Einzug in das damals geteilte Deutschland – sowohl in die Bundesrepublik Deutschland als auch in die Deutsche Demokratische Republik.
Während des in den 1980er Jahren andauernden Kalten Krieges war die
Bundesrepublik Deutschland von einer deutlichen Bindung an den Westen,
einer Antihaltung gegenüber dem Kommunismus und einer pluralistischen
Öffentlichkeit geprägt (vgl. Wehler 2008, S. 399-406). Auf Seiten der DDR
hingegen durchzogen staatliche Kontrollmaßnahmen sowie ein ausgeprägtes
Misstrauen gegenüber Einflüssen aus der westlichen Welt alle Lebensbereiche
der Bürger (ebd., S. 414-419).
Vor diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende Arbeit im Kern mit der
Frage, inwieweit die amerikanische Jugendkultur HipHop in beiden Systemen
unterschiedlich verbreitet, adaptiert und weiterentwickelt wurde und ob sich,
trotz der verschiedenartigen Bedingungen, auch gemeinsame Entwicklungen
vollziehen konnten.
Zunächst werden die Begriffe Jugend und Kultur eingeführt. Anschließend
erfolgt deren Verbindung zum Terminus Jugendkultur und es werden gegenwärtige
Merkmale dieser Bewegung erläutert.
Im darauffolgenden Abschnitt werden die afroamerikanischen Wurzeln, insbesondere
die Kulturtechniken des HipHop betrachtet, um einen Eindruck von
der Entstehung und Charakteristik dieser Jugendkultur zu erhalten.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE BEGRIFFE JUGEND, KULTUR UND JUGENDKULTUR

2.1 Jugend

2.2 Kultur

2.3 Jugendkultur: Merkmale und historische Entwicklung in Deutschland

3. DIE JUGENDKULTUR HIPHOP

3.1 Entstehungsgeschichte und gesellschaftlicher Hintergrund

3.2 Die Kulturtechniken im HipHop

3.2.1 DJing

3.2.2 Rap

3.2.3 Breakdance

3.2.4 Graffiti

3.3 Performativität

3.3.1 Selbstinszenierung und der eigene Style

3.3.2 Der Kleidungsstil im HipHop

3.4 Ausbreitung und globale Ausdehnung der Kultur

4. HIPHOP IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

4.1 Verbreitung und Motivation

4.2 Migranten als Motor der Bewegung

4.2.1 HipHop als Sinn stiftende Lebensart jugendlicher Migranten

4.2.2 Wahrnehmung in der Öffentlickeit und Aufeinandertreffen mit "Mittelstandsdeutschen"

4.3 Die Kulturtechniken

4.3.1 Breakdance

4.3.2 Rap

4.3.3 DJing

4.3.4 Graffiti

4.4 Repräsentation: Treffpunkte, Auftritte und Veranstaltungen

4.5 Der eigene Style

4.6 HipHop-Mode und jugendliche Selbstinszenierung

5. HIPHOP IN DER DDR

5.1 Verbreitung und Motivation

5.2 HipHop als Werkzeug der Machtausübung?

5.2.1 Beat Street – Ein Film als Wendepunkt

5.2.2 Strategien des DDR-Regimes im Umgang mit HipHop

5.2.3 Ein Stück Freiheit – Ausbruch und Utopien

5.3 Die Kulturtechniken

5.3.1 Breakdance

5.3.2 Rap

5.3.3 DJing

5.3.4 Graffiti

5.4 Repräsentation: Treffpunkte, Auftritte und Veranstaltungen

5.5 Der eigene Style

5.6 HipHop-Mode und jugendliche Selbstinszenierung

6. ZUSAMMENFASSENDER VERGLEICH DER JUGENDKULTUR HIPHOP IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND UND DER DDR

7. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die US-amerikanische Jugendkultur HipHop in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR in den 1980er Jahren aufgenommen, adaptiert und weiterentwickelt wurde, wobei insbesondere die unterschiedlichen politischen Systeme und deren jeweiliger Einfluss auf die Entstehung und Etablierung der Szene analysiert werden.

  • Vergleich der Entstehungsgeschichten von HipHop in BRD und DDR
  • Analyse der Rolle von Migranten als treibende Kraft in der Bundesrepublik
  • Untersuchung staatlicher Strategien und Kontrollmaßnahmen in der DDR
  • Gegenüberstellung von Aneignungsformen, Kulturtechniken und Medienzugang
  • Evaluation des HipHop als Mittel zur Identitätsbildung und Schaffung von Freiräumen

Auszug aus dem Buch

3.1 Entstehungsgeschichte und gesellschaftlicher Hintergrund

In den 1960er Jahren veränderten sich die urbanen Strukturen in den USA nachhaltig: Während viele Weiße in die Vororte der Städte zogen, lebte der Großteil der Afroamerikaner in den Ghettos von Großstädten wie New York. Ihr Leben war geprägt von Arbeitslosigkeit sowie damit einhergehender Armut (vgl. Kage 2004, S. 30) und Verelendung. Dies förderte das Aufkommen schwarzer Jugendbanden (Thiele & Taylor 1998, S. 133), die sich fern von jeglicher Aussicht auf eine Veränderung ihrer Lage erbitterte Straßenkämpfe lieferten (vgl. Farin 1998, S. 45 f). Es war Afrika Bambaataa, ursprünglich Mitglied der legendären New Yorker Straßengang Black Spade, der sich nach dem Mord an seinem besten Freund entschloss, seine Gang zu verlassen. In der Folge entwicklete er sich zur Integrationsfigur, da es ihm gelang, die blutigen Bandenkriege in einen gewaltfreien, popkulturellen Wettkampf zu überführen, der sich über Musik, Tanz und Wortgefechte definierte (vgl. Krekow et al. 1999, S. 29; Niemczyk 2001, S. 210).

Bambaataa gründete die Zulu Nation, einen Zusammenschluss von HipHop-Akteuren, die sich für Gewaltlosigkeit, Drogenfreiheit und gegenseitigen Respekt einsetzten und zu einer Alternative zu den Gangs wurde. Konflikte wurden fortan immer häufiger in Form von HipHop-Battles bewältigt: So trugen die Kontrahenten drohende Schlägereien auf Freiluft-Parties, den sogenannten Block-Parties, in Rap-, Breakdance- oder später in Graffiti-Duellen aus (vgl. Verlan & Loh 2002, S. 132; Toop 1992, S. 22; 69-73). Die aus Armut, Entbehrung und Verlangen schöpfende Kreativität, Produktivität und Ausdrucksstärke schwarzer Kultur schafft ein Gefühl der Zusammenhörigkeit (vgl. Winter 2004, S. 217 nach Rose 1997, S. 142), aus dem heraus sich eine eigene kulturelle Gemeinschaft entwickeln konnte. „HipHop ist seitdem nicht nur eine Musikform, HipHop ist auch eine Kultur des Zusammenlebens“ (Verlan & Loh 2002, S. 133). Weinfeld (2000) bezeichnet die Jugendkultur HipHop auch als „Kultur von unten“ bzw. „Kultur der Ausgestoßenen“ und verweist somit darauf, dass die HipHop-Bewegung am Rande der Gesellschaft entstanden ist und ihre Vertreter aus dieser Marginalität geholt hat (Weinfeld 2000, S. 255; 261).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die globale Bedeutung des HipHop und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Entwicklung in den zwei deutschen Systemen der 1980er Jahre.

2. DIE BEGRIFFE JUGEND, KULTUR UND JUGENDKULTUR: Theoretische Definition und historische Kontextualisierung der Begriffe Jugend und Kultur sowie Erläuterung des Konzepts der Jugendkultur.

3. DIE JUGENDKULTUR HIPHOP: Betrachtung der US-amerikanischen Wurzeln, der vier zentralen Kulturtechniken und der Konzepte von Performativität und Globalisierung im HipHop.

4. HIPHOP IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND: Analyse der lokalen Verbreitung, der besonderen Rolle von Migranten bei der Etablierung und der Entwicklung einer eigenständigen Szene.

5. HIPHOP IN DER DDR: Untersuchung des Umgangs des SED-Regimes mit dem westlichen Phänomen sowie der Möglichkeiten für Jugendliche, innerhalb staatlicher Restriktionen Freiräume zu schaffen.

6. ZUSAMMENFASSENDER VERGLEICH DER JUGENDKULTUR HIPHOP IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND UND DER DDR: Synthese der Erkenntnisse und direkte Gegenüberstellung der Bedingungen, Strategien und Entwicklungen in beiden deutschen Staaten.

7. FAZIT: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Ausblick auf die weitere Forschung zum Zusammentreffen der Szenen nach der Wiedervereinigung.

Schlüsselwörter

HipHop, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Jugendkultur, Breakdance, Rap, DJing, Graffiti, Migration, Identitätsbildung, Jugendzentren, Kulturtechniken, sozialistischer Staat, Subkultur, 1980er Jahre

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rezeption und Entwicklung der Jugendkultur HipHop in beiden Teilen Deutschlands während der 1980er Jahre und vergleicht die Einflüsse der jeweiligen politischen Systeme.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Entstehung der HipHop-Kultur in den USA, deren Verbreitung in der BRD und DDR, die Rolle von Migranten, staatliche Repression und Förderung, sowie die Bedeutung als Ausdrucksform jugendlicher Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, inwieweit HipHop in den beiden unterschiedlichen deutschen Systemen adaptiert wurde, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede existierten und wie sich Jugendliche durch HipHop Freiräume erschlossen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und nutzt Zeitzeugenberichte, journalistische Quellen und soziologische Studien zur Jugendkultur, um einen komparativen Überblick zu erstellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die Darstellung der US-Wurzeln, die detaillierte Analyse der HipHop-Szenen in der Bundesrepublik und der DDR sowie den abschließenden systematischen Vergleich beider Kulturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

HipHop, DDR, Bundesrepublik, Jugendkultur, Breakdance, Rap, Migration, Identität, staatliche Kontrolle und Freiräume.

Wie unterscheidet sich die Situation von Migranten in der BRD von der Situation der Jugendlichen in der DDR?

In der BRD fungierten Migranten als Motor der HipHop-Szene zur Identitätsfindung und Integration, während Jugendliche in der DDR HipHop primär zur Abgrenzung vom sozialistischen System und zur Nischenbildung nutzten.

Welche Rolle spielte der Film „Beat Street“ für die Entwicklung in beiden deutschen Staaten?

Der Film diente in beiden Teilen Deutschlands als Initialzündung und „Bedienungsanleitung“, weckte das Interesse an den vier Elementen des HipHop und prägte maßgeblich die frühen modischen und künstlerischen Ausdrucksformen.

Warum war der Umgang des DDR-Regimes mit HipHop ambivalent?

Einerseits fürchtete das SED-Regime den westlichen Einfluss, andererseits konnte es Rap und Breakdance teilweise als antikapitalistischen Protest deuten, was zu einer Mischung aus staatlicher Förderung in offiziellen Bahnen und Verfolgung im Untergrund führte.

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Details

Title
Vergleich der Jugendkultur HipHop in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR
College
University of Cologne
Course
Pädagogik / Erziehungswissenschaften / Sozialwissenschaften
Grade
1,0
Author
Steffi Joetze (Author)
Publication Year
2011
Pages
61
Catalog Number
V212594
ISBN (eBook)
9783656523383
ISBN (Book)
9783656537137
Language
German
Tags
vergleich jugendkultur hiphop bundesrepublik deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffi Joetze (Author), 2011, Vergleich der Jugendkultur HipHop in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212594
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