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Bio-Lebensmittel als Beitrag für eine nachhaltige Ernährung?

Titel: Bio-Lebensmittel als Beitrag für eine nachhaltige Ernährung?

Fachbuch , 2013 , 56 Seiten

Autor:in: Niels Schirrmeister (Autor:in)

Gesundheit - Ernährungswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details


Das Ernährungsverhalten der Menschen in den Industrieländern hat sich gewandelt. Ging es noch vor 50 Jahren in vielen Industrieländern um die bloße Ernährungssicherung, so besteht heutzutage ein breites Angebot an Lebensmitteln, das in dieser Vielfalt nie zuvor da gewesen ist. Ermöglicht wird dies durch eine hoch effiziente Landwirtschaft und einer modernen Lebensmittelindustrie. Doch der gestiegene Bedarf an Lebensmitteln kann fast ausschließlich durch Massenproduktion gedeckt werden. Dies hat unkalkulierbare Auswirkungen auf die Natur und den Menschen. Bodenerosion, Trinkwasserbelastung, Pflanzenschutz- und Arzneimittelrückstände, Massentierhaltung, Zentralisierung und Konzentrierung von Betrieben sowie schlechte Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern sind nur einige Folgen der Massenproduktion von Lebensmitteln. Aufgrund der nur schwer abzuschätzenden Langzeitfolgen und der Gefahr, dass zukünftige Generationen diesen Wohlstand nicht mehr ausschöpfen können und des gegenwärtigen Raubbaus an der Natur hat sich das Leitbild einer nachhaltigen Ernährung entwickelt. Dieses Leitbild wird durch verschiedene Modelle erklärt beziehungsweise ergänzt, in dem die positiven Auswirkungen einer nachhaltigen Ernährungsweise beziehungsweise die negativen Folgen der Produktion auf Masse in den verschiedenen Bereichen wie, der Gesellschaft, Natur, Wirtschaft, Politik und des einzelnen Menschen analysiert werden kann.

Spätestens seit der ersten Öko-Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 im Jahre 1991 sind Bio-Lebensmittel fest im europäischen Markt integriert. Dies hat zu zahlreichen wissenschaftlichen Aktivitäten geführt, um die Frage zu beantworten, wodurch sich Bio-Lebensmittel von konventionell hergestellten Lebensmitteln unterscheiden. (Mayer-Miebach, 2010)

Ob Bio-Lebensmittel ernährungsphysiologisch wertvoller sind oder im Sinne des Leitbildes einer nachhaltigen Ernährung ökonomisch, soziale und/oder ökologische Auswirkungen haben, soll in dieser Arbeit anhand eines ausgewählten Modells näher recherchiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen von Bio-Lebensmitteln

2.1 Rechtliche Grundlagen

2.2 Das gesetzliche Bio-Siegel/Logo

2.3 Kontrolle und Zertifizierung

2.4 Die Öko-Anbauverbände

2.5 Ökologischer/biologischer Landbau

2.6 Bio-Lebensmittel verarbeitende Betriebe

3 Zum Verständnis des Konzepts der Nachhaltigkeit

3.1 Internationales Konzept der Nachhaltigkeit

3.2 Gesellschaftliche Leitbilder zur Nachhaltigkeit auf nationaler und regionaler Ebene

4 Nachhaltige Ernährung und Ernährungsökologie

5 Das Modell der vier Dimensionen nachhaltiger Ernährung

6 Bio-Lebensmittel unter Betrachtung der vier Dimensionen nachhaltiger Ernährung

6.1 Ökonomische Dimension

6.1.1 Marktanteile ökologischer Betriebe

6.1.2 Preisgestaltung und -entwicklung von Lebensmitteln

6.1.3 Warum sind Bio-Lebensmittel teurer als konventionelle Lebensmittel?

6.1.4 Regionale/Lokale Vermarktungsnetze für Bio-Lebensmittel

6.1.5 Gute ökologische Herstellungspraxis

6.2 Gesundheitliche Dimension

6.2.1 Ernährungsphysiologische Qualität von Bio-Lebensmitteln

6.2.2 Nitratgehalt

6.2.3 Mykotoxingehalt

6.2.4 Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln

6.2.5 Mikrobiologische Qualität von Fleischerzeugnissen

6.2.6 Rückstände von Tierarzneimitteln

6.3 Ökologische Dimension

6.3.1 Beispiele für nachhaltiges Handeln im ökologischen Landbau

6.3.1.1 Viren als Pflanzenschutzmittel

6.3.1.1.1 Baculoviren

6.3.1.1.2 Apfelwicklergranulovirus (CpGV)

6.3.1.2 Weitere biologische Pflanzenschutzmittel

6.3.1.3 Bodenfruchtbarkeit und Düngung

6.3.1.4 Fruchtfolge und mechanische Unkrautregulierung

6.3.1.5 Biodiversität und Agrobiodiversität

6.3.2 Ökologische/biologische Tierhaltung

6.3.3 Emissions-, Ressourcen- und Energieverbrauch

6.4 Soziale Dimension

6.4.1 Einfluss der Politik auf die Bio-Wirtschaft

6.4.2 Genetisch veränderte Organismen (GVO)

6.4.3 Fairer Handel

6.4.4 Innovative Bio-Betriebe

6.4.4.1 Schulbauernhöfe

6.4.4.2 Soziale Landwirtschaft (Social Farming)

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Bio-Lebensmittel unter Berücksichtigung des Modells der vier Dimensionen (ökonomisch, gesundheitlich, ökologisch und sozial) einen Beitrag zu einer nachhaltigen Ernährung leisten können.

  • Gesetzliche Rahmenbedingungen und Kontrollsysteme für Bio-Produkte
  • Analyse des Beitrags von Bio-Lebensmitteln zur Nachhaltigkeit in den vier Dimensionen
  • Bewertung der ernährungsphysiologischen Qualität und Schadstoffbelastung
  • Bedeutung des Fairen Handels als Ergänzung zum Öko-Landbau
  • Innovative Ansätze wie Schulbauernhöfe und soziale Landwirtschaft

Auszug aus dem Buch

6.3.1.1.1 Baculoviren

Bei den sogenannten Baculoviren handelt es sich um gefährliche Krankheitserreger, die Insekten befallen, für den Menschen jedoch unbedenklich sind. Somit gelten Baculoviren aufgrund ihrer extremen Wirtsspezifität als eines der umweltfreundlichsten Pflanzenschutzmittel, sie werden vor allem gegen Schafinsekten in der Landwirtschaft eingesetzt. Da diese Viren jedoch nur gegen einzelne Schädlinge beziehungsweise Insektenarten eingesetzt werden können, stellt dies einen ökonomischen Nachteil für den Landwirt dar. Die Behandlung ist zumeist nur in Kombination mit anderen Methoden erfolgreich und ist folglich sehr kostenintensiv. (Jehle & Eberle, 2010)

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat den Einsatz von Baculoviren und von überwiegend im konventionellen Landbau angewandten genetisch veränderten Baculoviren gemäß § 5 Absatz 1 GenTSV einer Risikobewertung unterzogen. Dabei wurde festgestellt, dass sowohl Baculoviren als auch genetisch veränderte Baculoviren von Humanzellen und tierischen Zellen aufgenommen werden. (BVL, I, 2007) Baculoviren können im Darm von Vögeln bis zu einen Monat verweilen und dabei biologisch aktiv bleiben, in tierischem Kot können sie sich verbreiten. (Schütte, 2001) Jedoch sind weder schädliche Auswirkungen auf Tiere, mit Ausnahme der Lepidoptera-Larve, oder auf den Menschen festgestellt worden, somit gelten Baculoviren nach dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit als Viren ohne Gefährdungspotenzial. (BVL, I, 2007) Tabelle 2 zeigt weitere Beispiele für Baculovirusprodukte mit dem jeweiligen Einsatzgebiet beziehungsweise der jeweils eingesetzten Kultur und den kommerziell gehandelten Produktnamen. Das Produkt Litovir (Spodoptera littoralis Salat), besonders geeignet für Tomaten und Kartoffeln, befindet sich noch im Registrierungsprozess. (Jehle & Eberle, 2010)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des Ernährungsverhaltens hin zur Massenproduktion und die damit verbundenen negativen ökologischen und sozialen Folgen, die das Leitbild der nachhaltigen Ernährung notwendig machten.

2 Grundlagen von Bio-Lebensmitteln: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Definitionen, Kontrollmechanismen, Anbauverbände sowie die Prinzipien des ökologischen Landbaus und der Lebensmittelverarbeitung.

3 Zum Verständnis des Konzepts der Nachhaltigkeit: Es werden die internationalen Ursprünge des Nachhaltigkeitsbegriffs sowie verschiedene gesellschaftliche Leitbilder auf nationaler und regionaler Ebene dargelegt.

4 Nachhaltige Ernährung und Ernährungsökologie: Dieses Kapitel führt in das Fachgebiet der Ernährungsökologie ein, das die Grundlage für eine ganzheitliche Betrachtung nachhaltiger Ernährungssysteme bildet.

5 Das Modell der vier Dimensionen nachhaltiger Ernährung: Hier wird das zentrale theoretische Modell vorgestellt, welches gesundheitliche, ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen gleichwertig miteinander verknüpft.

6 Bio-Lebensmittel unter Betrachtung der vier Dimensionen nachhaltiger Ernährung: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die Auswirkungen von Bio-Lebensmitteln auf die vier Dimensionen anhand aktueller Daten, Studien und technologischer Ansätze.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Bio-Lebensmittel trotz hoher Produktionskosten und nur geringfügig besserer ernährungsphysiologischer Werte einen wertvollen, ganzheitlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Schlüsselwörter

Bio-Lebensmittel, Nachhaltige Ernährung, Ernährungsökologie, Ökologischer Landbau, EU-Öko-Verordnung, Agribusiness, Nachhaltigkeit, Lebensmittelqualität, Pestizidbelastung, Gentechnik, Fairer Handel, Soziale Landwirtschaft, Betriebskreislauf, Umweltschutz, Verbraucherschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, inwiefern Bio-Lebensmittel einen Beitrag zu einer nachhaltigen Ernährungsweise leisten, basierend auf dem Modell der vier Dimensionen der Ernährungsökologie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen Situation der Bio-Betriebe, der gesundheitlichen Bewertung von Bio-Lebensmitteln im Vergleich zu konventionellen, ökologischen Anbaumethoden und dem Einfluss der sozialen Dimension.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, wissenschaftlich fundiert zu prüfen, ob und in welchem Umfang der Konsum von Bio-Lebensmitteln als Strategie für einen nachhaltigeren Ernährungsstil dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturrecherche und der Anwendung des ernährungsökologischen Modells der vier Dimensionen als analytischem Rahmen.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich nach den vier Dimensionen: Er beleuchtet ökonomische Marktanteile, gesundheitliche Aspekte wie Schadstoffrückstände, ökologische Methoden wie den Verzicht auf Gentechnik sowie soziale Aspekte wie den Fairen Handel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den Kernbegriffen zählen Bio-Lebensmittel, Nachhaltigkeit, Ernährungsökologie, Ökologischer Landbau und die vier Dimensionen der Ernährung.

Welche Bedeutung hat das Verbot von Gentechnik für die Bio-Branche?

Das Verbot von GVO ist ein zentraler Eckpfeiler, da Gentechnik im Widerspruch zum Prinzip des ganzheitlichen Betriebskreislaufs steht und unkalkulierbare ökologische sowie gesundheitliche Risiken birgt.

Inwiefern spielt der Faire Handel eine Rolle?

Der Faire Handel ergänzt die ökologische Ausrichtung von Bio-Lebensmitteln um eine wichtige soziale Komponente, insbesondere auf globaler Ebene, um faire Arbeitsbedingungen und Existenzsicherung für Produzenten zu garantieren.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bio-Lebensmittel als Beitrag für eine nachhaltige Ernährung?
Veranstaltung
Ernährungsökologie
Autor
Niels Schirrmeister (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
56
Katalognummer
V212629
ISBN (eBook)
9783656410256
ISBN (Buch)
9783656412816
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bio-lebensmittel beitrag ernährung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niels Schirrmeister (Autor:in), 2013, Bio-Lebensmittel als Beitrag für eine nachhaltige Ernährung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212629
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  56  Seiten
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