An den Polizeibeamten sind viele Anforderungen gestellt, mit denen er jeden Tag von Neuem konfrontiert wird. Diese täglichen Konfrontationen stellen nicht selten für den eingesetzten Beamten extreme Stresssituationen dar. Der Polizist ist gezwungen, mit diesen Situationen umgehen zu können, um handlungsfähig zu bleiben. Sollte er jedoch in die Situation kommen, dieser Idealvorstellung nicht gerecht zu werden, so kann sich ein traumatisierendes Erlebnis zu einer posttraumatischen Belastungsstörung entwickeln. Diese Erkrankung kann dann den gesamten Charakter insbesondere in Hinblick auf die Leistungsfähigkeit, beeinflussen.
In dieser Hausarbeit soll aus psychologischer Sicht untersucht werden, welche Außenwirkung diese Veränderung des Charakters eines erkrankten Polizisten auf die restlichen Kollegen der Dienstgruppe haben kann. Die zentrale Forschungsmethode soll daher ein Interview mit einem PTBS-erkrankten Polizisten sein. Dieses Interview zeigt ein Beispiel für die Belastung eines Polizisten und verdeutlicht, welchen Problemen dieser im täglichen Dienst in der Dienstgruppe ausgesetzt ist. Anhand dieses Interviews wird zunächst herausgearbeitet, welche typischen Symptome die interviewte Person aufweist. Anschließend soll dann analysiert werden, wie diese Symptome dieses Beamten auf die Dienstgruppe wirken können. Abschließend wird anhand der gewonnenen Erkenntnisse dargestellt wie der schonende Umgang mit erkrankten Personen erfolgen sollte.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung:
B. Posttraumatische Belastungsstörung – eine kurze Definition
C. Interview mit Johannes – Die Leidensgeschichte eines an PTBS erkrankten Polizeibeamten
1. Auslöser
2. Symptome
a. Flashbacks
b. Schlafstörungen und Alpträume
c. Vertrauensverlust
3. Umgang mit PTBS in der Dienstgruppe
a. Nachbereitung
b. Männlichkeitsbild
D. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht aus psychologischer Perspektive, welche Auswirkungen eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bei einem Polizeibeamten auf dessen soziale Interaktionen und die Arbeitsdynamik innerhalb seiner Dienstgruppe hat.
- Analyse des Störungsbildes PTBS und dessen Entstehung.
- Untersuchung typischer Symptome wie Flashbacks, Schlafstörungen und Vertrauensverlust.
- Erforschung der Außenwirkung erkrankter Beamter auf die Dienstgruppe.
- Diskussion der Bedeutung von Nachbereitung und polizeilichen Männlichkeitsbildern.
- Darstellung der sozialen Isolation durch mangelndes Verständnis im beruflichen Umfeld.
Auszug aus dem Buch
C. Interview mit Johannes – Die Leidensgeschichte eines an PTBS erkrankten Polizeibeamten
An dieser Stelle soll das Krankheitsbild des Polizeikommissars Johannes aus Offenbach analysiert werden.
In diesem Fall handelt es sich um ein nicht abschließend bearbeitetes Erlebnis, in dem eine Frau tödlich verunfallt ist. Johannes und sein Streifenpartner sind als Ersthelfer vor Ort und müssen das Opfer sterben sehen. Die junge Tochter befindet sich auch am Unfallort.
Der Interviewte erzählt von seinen Emotionen und den weiteren Umgang mit diesem Erlebnis.
Hier ist natürlich anzumerken, dass es sich um einen individuellen Krankheitsverlauf handelt. Daher sollte man berücksichtigen, dass selbstverständlich nicht bei jeder erkrankten Person die gleiche Symptomatik auftritt. Die Analyse des Interviews soll zum Einen den Zweck haben, einen kleinen Einblick in die Gefühlswelt des Erkrankten zu ermöglichen und zum Anderen erklären, welche Außenwirkung typische Symptome auf andere Kollegen in der Dienstgruppe haben können.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung stellt die hohe Prävalenz von PTBS bei Polizeibeamten dar und definiert das Ziel der Arbeit, die Außenwirkung der Erkrankung anhand eines narrativen Interviews zu untersuchen.
B. Posttraumatische Belastungsstörung – eine kurze Definition: Dieses Kapitel erläutert das Phänomen der PTBS auf psychologischer und medizinischer Basis und grenzt es von normalen Anpassungsstörungen ab.
C. Interview mit Johannes – Die Leidensgeschichte eines an PTBS erkrankten Polizeibeamten: In diesem Hauptteil wird das Interview mit einem betroffenen Polizeibeamten analysiert, wobei die neurologischen Auslöser, die Symptomatik und die Auswirkungen auf die Dienstgruppe sowie das dort vorherrschende Männlichkeitsbild beleuchtet werden.
D. Ausblick: Der Ausblick resümiert die drohende soziale Isolation und die langfristigen gesundheitlichen Folgen für den Betroffenen durch mangelnde Akzeptanz und fehlende professionelle Nachbereitung.
Schlüsselwörter
PTBS, Polizeibeamte, Trauma, Dienstgruppe, Flashbacks, Schlafstörungen, Vertrauensverlust, Einsatznachbereitung, Männlichkeitsbild, soziale Isolation, Stresssituation, Psychologie, Traumafolgestörung, Arbeitsdynamik, Stresshormone
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer PTBS bei Polizeibeamten auf die Zusammenarbeit und das soziale Gefüge innerhalb einer Dienstgruppe.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen der Traumatisierung, die Symptomatik (Flashbacks, Schlafstörungen) und die institutionelle Kultur innerhalb der Polizei.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein erkrankter Polizist durch die Dienstgruppe wahrgenommen wird und welche sozialen Folgen die Erkrankung für den Betroffenen im Dienstalltag hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das narrative Interview nach Mayring als qualitative Forschungsmethode, um tiefere Einblicke in die subjektive Erlebniswelt des Betroffenen zu erhalten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert ein konkretes Fallbeispiel anhand der Krankengeschichte des Beamten Johannes, inklusive der neurologischen Prozesse und der spezifischen beruflichen Belastungsfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind PTBS, Polizeidienst, Trauma, soziale Isolation, Dienstgruppenkultur und Einsatznachbereitung.
Welche Rolle spielt das "Männlichkeitsbild" in der Untersuchung?
Das Männlichkeitsbild innerhalb der Polizei wird als Barriere identifiziert, die es Betroffenen erschwert, ihre psychische Erkrankung offen zu thematisieren, da Gefühle häufig als Schwäche ausgelegt werden.
Warum leidet der betroffene Polizist im Fallbeispiel besonders unter seinen Kollegen?
Der Beamte leidet unter mangelndem Verständnis, Vorwürfen der Faulheit und sozialem Ausschluss, da die Kollegen seine Symptome (wie Zittern oder Unkonzentriertheit) falsch interpretieren und nicht als Folge des Traumas erkennen.
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- Christian Demir (Author), 2013, Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) bei der Polizei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212638