Einkommensverteilung und deren Auswirkungen auf die Mittelschicht


Facharbeit (Schule), 2013

35 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Einkommen / Die Einkommensverteilung
2.1. Realeinkommen und Nominaleinkommen
2.2. Erwerbseinkommen und Grundeinkommen

3. Die Mittelschicht
3.1. Definition Unterschicht
3.2. Definition Oberschicht
3.3. Die drei Schichten in Bezug auf die Gesellschaftsmodelle

4. Interview

5. Auswirkungen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Bildverzeichnis

1. Einleitung

In der folgenden Facharbeit wird das Thema „Der Aspekt der Einkommensverteilung und deren Auswirkungen auf die Mittelschicht“ bearbeitet.

Dies ist eine wissenschaftliche Arbeit, was voraussetzt, dass eine Literatur verwendet wird, die ebenso wissenschaftlich als auch korrekt ist.

Das Thema beschäftigt sich mit der aktuellen Lage in Deutschland. Damit verbunden sind stets die Auswirkungen und somit negative Folgen, die in der Gesellschaft auftreten bzw. weitere noch auftreten können. Deshalb ist es wichtig, diese zu kennen, um sich auf das was kommt vorbereiten zu können. Das Thema ist aufgrund dieser Auswirkungen so aktuell und informativ, da große Teile der Gesellschaft betroffen sind. Daher wird deutlich, dass die ganze Gesellschaft sich mit diesem Thema auseinandersetzen muss, um sich vor Gefahren und Risiken zu schützen.

In dieser Facharbeit wird wie schon oben genannt wissenschaftlich gearbeitet, was die Selbstständigkeit fördert und das Verantwortungsbewusstsein steigert. Dabei ist es wichtig, sich auf das Thema explizit zu beziehen, aber auch Parallelen zu finden und herzustellen. Literatur und eigene Quellen müssen angemessen zitiert und überprüft werden, um kein verfälschtes Ergebnis zu erhalten.

Bei der Bearbeitung des Themas wird eine These oder gegebenenfalls eine Fragestellung als Leitfaden der Facharbeit dienen. Diese wäre festzuhalten wie z.B.: „Wird die Mittelschicht jemals wieder vollständig sein und werden Existenzängste zu verhindern sein?“ Diese These oder auch Fragestellung soll beantwortet werden bzw. Prognosen aufweisen oder aufzählen, welche auch begründet werden sollen. Daher ist die „Leitfrage“ nicht außer Acht zu lassen.

Um gewissenhaft und wissenschaftlich arbeiten zu können, ist eine Methode unverzichtbar. Dabei ist es wichtig eine komplementäre Gliederung zu erstellen, um einzelne passende Aspekte zu dem Facharbeitsthema abarbeiten zu können. Zu beachten ist, nicht von einem Aspekt zum anderen zu „springen“ sondern Überleitungen und somit Parallelen zu finden. Jeder Aspekt muss kritisch und vollständig bearbeitet werden, um daraus ein vollendetes Fazit ziehen zu können. Auch die zuvor gekommene „Leitfrage“ muss immer wieder zu angemessener „Stelle“ auftauchen und auf das Thema bezogen werden, mit allen negativen als auch positiven Aspekten. Außerdem werden voraussichtlich offene Fragen gestellt, um das Interesse des Lesers zu wecken und um auf andere Aspekte hinzuweisen.

Um letztendlich zu zeigen, dass es sich um eine Facharbeit aus wissenschaftlichen Quellen handelt, müssen diese überprüft und zitiert werden und selbst Statistiken erstellt werden. Es ist somit wichtig, selbsterarbeitete Statistiken o.Ä. auszuwerten und diese auch mit schon vorhandenen zu vergleichen, um Bezüge herstellen zu können. Für die Bearbeitung werden Fachliteraturen und verschiedene Medien benutzt.

Um strukturiert arbeiten zu können ist es wichtig sich einen Überblick zu verschaffen in Form einer Gliederung. Dabei gibt es „Überthemen“ die eine besondere Vielfalt enthalten und deshalb in weitere „Unternehmen“ gegliedert werden.

Die „Überthemen“ sind die Mittelschicht und die Einkommensverteilung, worauf sich Auswirkungen und somit auch (mögliche) Folgen beziehen sollen.

Dabei lässt sich auf den sozialen Wandel und auf die sozialen Ungleichheiten zurückgreifen, da diese beispielsweise Veränderungen der Gesellschaft zeigen. Somit sind auch die einzelnen Schichten nochmals zusammenzufassen auch in Bezug auf die Schichtenmodelle. Herauszustellen ist dabei die Schere zwischen armen und reichen Menschen. Am Ende sollen Thesen und offene Frage nochmals hervorgerufen werden um ein Fazit abschließen zu können.

2. Das Einkommen / Die Einkommensverteilung

Das Einkommen in der heutigen Gesellschaft spielt eine überragende Rolle. Im Laufe der Jahre wird die ungleiche Verteilung immer deutlicher. Demnach ist es wichtig, ein Einkommen zu erlangen, egal wie. Dieses geschieht meist in Form einer Erwerbstätigkeit, welche ein Mensch ausübt, um ein Einkommen im privaten Haushalt zu erhalten. Das Einkommen ist also von dem Beruf des Einzelnen abhängig. Ziel ist es, den eigenen Wohlstand zu sichern und in Zukunft auch zu vergrößern. Ohne privates Einkommen kann der Mensch in Deutschland schlecht leben, aber trotzdem überleben, da er sich in einem Sozialstaat befindet. Dieser leistet beispielsweise bei einer Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosengeld 2 oder Hartz IV[1]. So könnte man sagen „Ohne Moos nichts los“, da kein Mensch ohne Geld leben kann. Da die meisten allerdings erwerbstätig sind, erlangen sie dadurch ihr privates Einkommen, wobei ein Fehler deutlich wird. „Wir halten nur Erwerbsarbeit für Arbeit. Das ist der allergröbste Unfug“[2]. Dies sagt aus, dass beispielsweise auch Hausarbeit, Arbeit ist, die allerdings kein eigenes Einkommen in den privaten Haushalt einfließen lässt. Darüber hinaus fällt für eine Hausfrau auch Soziales, in Form von Erziehung, Pflege, soziales Engagement etc. an[3]. Für den Durchschnitt des Einkommens sind das Bruttoinlandsprodukt, das Bruttonationalprodukt oder das Volkseinkommen zuständig. Eins davon wird innerhalb eines Jahres durch die Bevölkerungszahl geteilt. Das Durchschnittseinkommen bezeichnet das Einkommen Pro-Kopf in der Gesellschaft. Es wird jährlich durch die Rechtsverordnung entsprechend der Entwicklung der Bruttolöhne- und Gehälter je Arbeitnehmer von der Bundesregierung bestimmt.[4] Durch die jeweilige jährliche Berechnung entsteht ein Entwicklungsverlauf, der für z.B. Wirtschaftsökonomen interessant ist, um die Entwicklung und somit Veränderungen von Jahrzehnten zu vergleichen. Das Einkommen ist unterteilt in verschiedene Kategorien, die im weiteren Verlauf erläutert werden.

2.1. Realeinkommen und Nominaleinkommen

Das Einkommen beschäftigt uns Menschen ein Leben lang. Deshalb ist es wichtig sein eigenes Einkommen zu kennen und zu wissen, wie man damit umgeht. Als Selbstversorger lebt man buchstäblich von den Früchten seiner Arbeit, wobei man etwas produziert und dieses für den eigenen Haushalt nutzt und nichts davon verkauft[5]. Im Gegensatz dazu, gibt es die Fremdversorgung, wobei man etwas Bestimmtes produziert und es dann verkauft, um Umsatz zu machen. „Nominaleinkommen erwirtschaftet man also in der Fremdversorgung ausschließlich über Leistungen für andere, das Realeinkommen – das, was man tatsächlich verbraucht - bezieht man ausschließlich von anderen“[6]. Dies zeigt, dass Angebot und Nachfrage, welches zwei wichtige Faktoren der Wirtschaft und so auch des Einkommens sind, aufeinandertreffen sollen bzw. müssen, da jeder Einzelne nicht mit der Selbstversorgung auskommt, was folgendes Zitat beweist: „Faktisch bin ich völlig von den Leistungen anderer Menschen abhängig!“[7]. Jedes Unternehmen lässt Produkte herstellen und verkauft sie an andere Firmen im Inland oder Ausland weiter. Dabei wird deutlich, dass Angebot und Nachfrage nicht nur in den inländischen Grenzen vollzogen werden, sondern auch auf dem Weltmarkt ständig zusammentreffen. Dies zeigt den Bedarf an „Vernetzung“ und somit an Globalisierung. Heutzutage gibt es keinen „Tauschhandel“ mehr sondern man kauft oder verkauft Produkte die man braucht. Somit ist Geld eine nominelle Größe, welches immer noch ideologisch wie ein Realeinkommen behandelt wird.[8]

2.2. Erwerbseinkommen und Grundeinkommen

Um die Einkommensverteilung und ihren Verlauf zu verstehen, sind weitere Begriffe des Einkommens notwendig. Man unterscheidet zwischen dem noch nicht vorhandenen bedingungslosem Grundeinkommen und dem Erwerbseinkommen. Das Erwerbseinkommen ist das Einkommen, was wirklich jemand verdient. Darunter gibt es das Brutto- und Nettoeinkommen, wobei das Nettoeinkommen das ist, was am Ende wirklich rauskommt. Von dem Bruttoeinkommen gehen Sozialabgaben ab wie z.B. Versicherungen, wie Arbeitslosenversicherung, Renten-, Kranken-, und Pflegeversicherung, sowie der Solidaritätszuschlag und Mehrwertsteuern. Das Erwerbseinkommen ist also ein Oberbegriff für Arbeitsentgeld oder Arbeitseinkommen. Es kann beispielsweise Auswirkungen auf Rentenanspruch oder Rentenhöhe haben.[9] Das bedingungslose Grundrundeinkommen (BGE) bezeichnet im Grunde eine festgelegte Menge an Geldversorgung, die ein Bürger unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage vom Staat ausgezahlt bekommen soll. Dabei muss dieser keine Gegenleistung also Transferleistungen erbringen.[10] Außerdem behandelt das bedingungslose Grundeinkommen vier Kriterien, die da wären: „Existenzsichernd, individueller Rechtsanspruch, keine Bedürftigskeitsprüfung und kein Zwang zur Arbeit.“[11] Dabei ist es wichtig, dass das Grundeinkommen „hoch“ sein soll und gesellschaftliche Teilhabe garantiert, unabhängig von Unterhaltsverpflichtungen des Ehemanns oder der Abhängigkeit zwischen Eltern und erwachsenen Kindern.[12] Bezugnehmend auf das Kriterium „Existenzsichernd“ lässt sich sagen, dass es um die Höhe des Grundeinkommens geht, da die gemeinschaftlichen Zahlen von der Finanzierung abhängen.[13] Deshalb ist vorzusehen, dass beispielsweise Versicherungen, wie z.B. Renten- und Arbeitslosenversicherung abgeschafft werden, da das Grundeinkommen die Existenz der Gesellschaft schon alleine absichern würde. Der individuelle Rechtsanspruch ist darauf abgesehen, jedem das Grundeinkommen zu ermöglichen. Als Beispiel dient der Wandel der Familie und somit auch der Wandel der Geschlechter, also der Frau und des Mannes, was sich unter dem Begriff sozialer Wandel zusammenfassen lässt.[14] Das klassische Bild einer Familie besteht darin, dass der Vater als Alleinverdiener die Familie versorgt, indem er erwerbstätig ist. Somit finanziert er seine Kinder, als auch seine Frau, die somit von ihrem Ehegatten abhängig ist und auch unter Existenzängsten leiden kann. Durch den sozialen Wandel hat sich dies allerdings schon teilweise geändert, da immer häufiger auch Frauen erwerbstätig sind und die Familie ernähren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Entwicklung der Gesellschaft sich immer mehr verändert hat und sich auch weiterhin verändern wird. Dies geschieht aufgrund der Arbeitswelt und dem technischen Fortschritt, der die Menschheit ein Leben lang begleitet. Deshalb ist der Mann also auch immer häufiger im Haushalt vertreten, wobei dies auch eine Tätigkeit ist, die aber gesetzlich festgelegt, nicht bezahlt wird. Somit entsteht der individuelle Rechtsanspruch, da: „Jeder und jede über sein oder ihr eigenes Grundeinkommen verfügen soll, unabhängig davon, mit wem er oder sie das Leben teilt.“[15] Darauf sollte man in Zukunft auch wirklich zurückgreifen, da es mittlerweile immer mehr Scheidungen und niedrigere Geburtenraten gibt, wovor Politiker schon warnen.[16] Einige Ehen halten im Durchschnitt nur noch fünf Jahre, was darauf hinweist, dass jede „Lebensgemeinschaft“ im Prinzip zeitlich begrenzt ist.[17] Deshalb wird pro Kopf ein eigenes Grundeinkommen benötigt, welches man auch bekommen sollte. Kurz zusammengefasst, jeder sollte ein eigenes Grundeinkommen verdienen, wobei das auch kritisch gesehen werden muss, welches sich im weiteren Verlauf zeigt. Das dritte Kriterium besagt auch, dass alle Individuen gleich behandelt werden sollen. Es handelt sich dabei um staatliche Eingriffe, die nicht die Bedürftigkeit der Menschen in der Gesellschaft prüfen sollen, da diese, die auf Hilfe angewiesen sind, den Schritt beispielsweise zum Sozialamt selbst machen müssen. Als „bedürftig“ gilt also jemand, der seinen eigenen Lebensunterhalt nicht oder nicht ausreichend aus eigener Kraft bestreiten kann.[18] Selbst eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung von 2006 beweist, dass bedürftige Menschen keine Sozialleistungen in Anspruch nehmen wollen, da sie von Stolz und Scham betroffen sind.[19] Sich einzugestehen bedürftig zu sein und den Schritt zu gehen, dies zuzugeben, ist für viele Menschen demütigend. Deshalb verzichten sie lieber auf eine Sozialhilfe aufgrund ihres Nicht-Wohlbefindens. Im Gegensatz dazu bezieht sich die Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens auch auf Menschen, die nicht bedürftig sind. Das bedeutet, dass beispielsweise auch Millionäre ein Grundeinkommen erhalten sollen. Dabei ist zu kritisieren, dass dies Geldverschwendung sei, aufgrund staatlicher Unterstützung, die Millionäre bekämen. Allerdings ist dies auch zu widerlegen, da Reiche sowieso schon von staatlichen Subventionen profitieren, wie z.B. die Befreiung von der Kerosinsteuer, wo arme Menschen weniger fliegen als reiche.[20] Dabei ist zu beachten, dass durch eine angemessene Besteuerung höherer Einkommen das Grundeinkommen mit der Steuerschuld verrechnet werden würde, sodass denen, die viel Geld besitzen, auch das Geld ausbezahlt wird, jedoch als Steuer wieder zurückfließen würde.[21] Dieser Vergleich bzw. Gegensatz zeigt, dass die oben genannte These ihre Richtigkeit besitzt, da auch bei diesem Kriterium Gerechtigkeit herrschen soll. Das vierte und letzte Kriterium umfasst das Thema „Kein Zwang zur Arbeit“. Dabei handelt es von dem bedingungslosen Grundeinkommen, welches nicht nur ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden soll, sondern auch keinen Zwang zur Arbeitsleistung verschaffen soll.[22] Allerdings würde dies die Gesellschaft beunruhigen, wenn man ohne Arbeit Geld bekommen würde, was sich beim ersten Betrachten nach einem großen Profit anhört. Demnach könnte es passieren, wenn immer weniger Menschen arbeiten würden, sich ihr Sozialverhalten verändert. Das könnte fatale Auswirkungen auf die Gesellschaft und somit auch auf die Wirtschaft haben. Es würde dann z.B. niemanden mehr geben, der Bedürftige oder kranke Menschen versorgt, was allerdings zwingend notwendig ist. Deshalb entsteht ein eindeutiger Zwang zur Arbeit, da die Gesellschaft ohne Erwerbstätigkeiten der Menschen nicht „überleben“ würde. Allerdings verspricht sich das BIEN-Netzwerk von der Befreiung des Zwangs zur Arbeit eine neue notwendige Vielfalt von nebeneinander existierenden Arbeits- und Tätigkeitsformen.[23] Dabei ist nämlich die Freiheit ein besonderer Aspekt der Gesellschaft, da jeder die Möglichkeit haben sollte, zwischen unterschiedlichen Sphären des Lebens wählen zu können; zwischen beispielsweise bezahlter Arbeit, Beziehungsarbeit, beruflicher Neuorientierung oder Erweiterung.[24] In Bezug auf die Wirtschaft muss man feststellen, dass immer mehr Waren produziert werden, allerdings nicht mehr ausgehend von Arbeitern, sondern durch die neu entwickelten Technologien und somit Maschinen, die die Handarbeit ersetzen. Erwerbstätige werden voraussichtlich weniger gebraucht. Nach der Logik der Arbeitergesellschaft wäre dies eine Katastrophe, für den gesunden Menschverstand, eher Glück und Freude.[25] Der Zwang zur Arbeit schränkt immer mehr die Gesellschaft ein, vor allem diejenigen, die erwerbstätig sind, da sie besonders unter dem Leistungsdruck leiden. „ Sollte die Erlösung vom Arbeitszwang, vom biblischen Fluch, nicht logischerweise dazu führen, die eigene Lebenszeit freier einteilen, freier durchatmen zu können, sich lebendig zu fühlen, ohne herumkommandiert, ausgebeutet und in Abhängigkeit gehalten zu werden?“[26] Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort, sondern nur eigene Meinungen. Betrachtet man das Gesellschaftbild, so würde jeder normale Bürger die Frage damit beantworten, dass jeder in seinem Berufsfeld Freiheit genießen möchte, um eigene Interessen etc. auszuführen. Zusammenfassend ist zu dem Themenbereich „bedingungsloses Grundeinkommen“ zu sagen, dass es die Existenz sichern und die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen soll. Weiterhin soll es einen individuellen Rechtsanspruch geben und das Grundeinkommen soll ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden, was keinen Zwang zur Arbeit bedeuten soll.[27] Da das Grundeinkommen in unserer Gesellschaft nicht vorhanden, es aber erwünscht ist, wurde bzw. wird es immer noch kritisiert. Das Kriterium „Existenzsichernd“ ist daher zu kritisieren, da sich die Frage stellt, wie man das Grundeinkommen finanzieren soll, da Sozialkassen heute schon überlastet sind.[28] Der individuelle Rechtsanspruch basiert auf der Umverteilung von Geld und Macht. So fürchten besonders Männer den Machtverlust, wenn deren Frau plötzlich über ihr eigenes Einkommen verfügt.[29] Das wiederum bedeutet, wenn alle Beteiligten alleine überleben könnten, entwickelt sich so eine kritische Auffassung der Lebensgemeinschaften mit oder ohne Kinder. Dabei würden sich wahrscheinlich die Verhältnisse der Geschlechter ändern, wobei die Frau positiv gegenüber des Grundeinkommens steht und der Mann eher negativ, aufgrund des Machtverlustes. Allerdings ist nicht nur das Familienbild im Zwiespalt, sondern auch manche Aspekte in der „Arbeits-„ und „Versicherungswelt“. Beispielsweise könnte der Kündigungsschutz eine ganz andere Bedeutung bekommen, da jeder Mensch in der Gesellschaft ein Grundeinkommen besitzen würde und so seine Existenz gesichert wäre.[30] Generell würden lebenslange Beschäftigungsverhältnisse und Rechte in Frage gestellt werden, wie z.B. die Verbeamtung, da diese sowieso schon unter besonderem Schutz des Staates stehen.[31] Eine wegfallende Bedürftigkeitsprüfung wird ebenso kritisch gesehen, da die Menschen der Meinung sind, sie seien nicht alle gleich. Die Ungerechtigkeit macht sich schon in der Schullaufbahn kenntlich, indem man davon ausgehen würde, dass Schüler ab einem bestimmten Alter auch ein Grundeinkommen erhalten. Somit würden Schüler auf Haupt- und Gesamtschule dasselbe Einkommen erhalten wie Realschüler und Gymnasiasten. Dabei könnte man vermuten, dass manche Schüler absichtlich auf eine „niedrigere“ Schule wechseln, da sie ja sowieso ein Grundeinkommen erhalten. Genauso könnten Rentner und Rentnerinnen klagen, da sie natürlich in der Zeit ihrer Erwerbstätigkeit in die Rentenkasse eingezahlt haben und somit einen höheren Anspruch stellen könnten. Wenn es jedoch nun ein Grundeinkommen gäbe, so war die Arbeit im Prinzip umsonst bzw. vielleicht in der Vielfalt nicht notwendig.[32] Deutlich wird, dass das Grundeinkommen in jeglicher Hinsicht zu kritisieren ist, allerdings auch helfen kann. Der Wegfall jeglichen Arbeitszwangs bringt viele Menschen zu dem Glauben, dass sich die Mehrheit in der Bevölkerung auf die „faule Haut legt“ und nur noch eine Minderheit der Arbeit nachgeht.[33] Wenn dies geschehen würde, würde das ganze Wirtschaftsystem einbrechen, aufgrund von ausbleibender Arbeitsleitsung. Allerdings kann es auch komplett andersherum verlaufen. Wenn jeder ein Grundeinkommen besitzt, so ist vielleicht der Ansporn nach mehr Einkommen noch größer, sodass man sich auch mehr leisten kann. Wenn beispielsweise das Grundeinkommen plötzlich erteilt werden würde, so würden auch Erwerbstätige im Monat mehr Geld zur Verfügung haben und ihren Job aufgrund des schon verfügbaren Einkommens nicht aufgeben, um sich z.B. im Monat mehr leisten zu können.

[...]


[1] ( vgl. Götz W. Werner, Einkommen für alle, S.64 )

[2] ( Zitat: ebd., Einkommen für alle, S.64 )

[3] ( vgl. ebd., Einkommen für alle, S.64 )

[4] ( http://haetten-sie-gewusst.blogspot.de/2012/09/durchschnitts-einkommen-in-deutschland.html )

[5] ( vgl. ebd., Einkommen für alle, S. 53 )

[6] ( Zitat: ebd., Einkommen für alle, S.53/54 )

[7] ( vgl. ebd., Einkommen für alle, S.54 )

[8] ( vgl. ebd., Einkommen für alle, S. 54/559 )

[9] ( vgl. http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/ 5_Services/01_kontakt_und_beratung/ 02_beratung/07_lexikon/Functions/Lexikon.html?lv2=243478&lv3=241560/ http://www.cecu.de/lexikon/grv/2132-erwerbseinkommen.htm )

[10] ( vgl. http://www.archiv-grundeinkommen.de/pelzer/Transfergrenzen-Modell-Abstract-V-2.pdf )

[11] ( vgl. Götz Werner und Adrienne Goehler, 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S.37-44 )

[12] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S.38 )

[13] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S.38 )

[14] ( vgl. Die moderne Gesellschaft in Deutschland, Familie im Wandel, Unterrichtsarbeitsblatt, S.38/41, Unterricht )

[15] ( Zitat: ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen,S.39/40 )

[16] ( vgl. Die moderne Gesellschaft in Deutschland, Familie im Wandel, Unterrichtsarbeitsblatt, S.38/41, Unterricht )

[17] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S. 41)

[18] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S.41)

[19] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S.42 )

[20] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S.42 )

[21] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S.42 )

[22] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S.43 )

[23] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S.43/44 )

[24] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S. 44 )

[25] ( vgl. http://hinter-den-schlagzeilen.de/2012/01/13/leben-ohne-existenzangst-arbeit-ohne-zwang/,„Erlösung vom Arbeitszwang“ )

[26] ( Zitat: Viviane Forrester, „Der Terror der Ökonomie“, http://hinter-den-schlagzeilen.de/2012/01/13/leben-ohne- existenzangst-arbeit-ohne-zwang/ )

[27] ( vgl. Götz Werner und Adrienne Goehler, 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S. 43/44 )

[28] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S. 45 )

[29] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S. 45 )

[30] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S. 45 )

[31] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S. 46 )

[32] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S. 46 )

[33] ( vgl. ebd., 1000€ für jeden, Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen, S. 46/47 )

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Einkommensverteilung und deren Auswirkungen auf die Mittelschicht
Autor
Jahr
2013
Seiten
35
Katalognummer
V212665
ISBN (eBook)
9783656414131
ISBN (Buch)
9783656414490
Dateigröße
785 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einkommensverteilung, auswirkungen, mittelschicht
Arbeit zitieren
Melanie Baumgart (Autor), 2013, Einkommensverteilung und deren Auswirkungen auf die Mittelschicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212665

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