Die Einflüsse der Kubakrise auf die Politik der Sowjetunion sowie die der Vereinigten Staaten von Amerika ab Oktober 1962


Essay, 2012
6 Seiten, Note: 15 Punkte
Lars Knieber (Autor)

Leseprobe

Über die Einflüsse der Kubakrise auf die Politik der Sowjetunion sowie die der Vereinigten Staaten von Amerika ab Oktober 1962

Erläuterung der angewandten Methodik, sowie die Stellung der Leitfrage

Nachfolgend möchte ich mittels Analyse politischer Wandlungen sowie exemplarischer Anführungen von Zitaten, Handlungen und Reformen folgender Fragestellung auf den Grund gehen:

„Inwiefern beeinflusste die Kubakrise die Politik der beiden Supermächte der Sowjetunion sowie die Politik der Vereinigten Staaten von Amerika? Und des Weiteren: Inwieweit wurde Kuba durch diese Krise geprägt? “

Dabei werde ich zunächst auf die elementare Historie der Krise eingehen, um schließlich die Leitfrage beantworten zu können.

Grundlegendes zur Krise

Mit der Kubakrise erreichte der Kalte Krieg eine neue Dimension. Erstmals wurden Bürgerinnen und Bürger mit der direkten, reellen Gefahr eines drohenden Atomkrieges konfrontiert. „Die Krise [war] mit Sicherheit die gefährlichste Konfrontation in der Geschichte des Ost-West-Konflikts und die Welt [stand] im Oktober 1962 so dicht wie nie wieder am nuklearen Abgrund“1

Die Vereinigten Staaten und die UdSSR lieferten sich ein Wettrüsten, das in den 50er-Jahren begann. Dabei positionierten die USA in Italien und der Türkei im Jahre 1959 atomare Mittel- und Langstreckenraketen, die auf die Sowjetunion ausgerichtet waren. In dem Jahr, in dem sich die Kubakriese ereignete - 1962 - wurden die ersten Thor- und Jupiter- Atomraketen zum Abschuss bereitgestellt und bedrohten die UdSSR mit einem atomaren Erstschlag.

Als Reaktion darauf wurden nuklear besetzte, sowjetische Raketen auf Kuba stationiert. Die Reichweite dieser Raketen umfasste die Vereinigten Staaten und stellte somit erstmals eine direkte Bedrohung für die Vereinigten Staaten von Amerika dar.

Die Operation „Anadyr“ umfasste sowohl die Stationierung besagter Mittelstreckenraketen vom Typ R-12 und R-14, als auch die Stationierung von rund vierzigtausend sowjetischer Soldaten auf Kuba. Der Transport erfolgte unter strengster Geheimhaltung, mit Schiffen von insgesamt acht Marinestützpunkten ausgehend. Zur Verteidigung wurden auf Kuba BodenLuft-Raketen, Boden-Boden-Raketen sowie ein Jagdgeschwader - die bekannten MiGAbwehrjäger - aufgestellt. All dies erfolgte im Juni 1962.

Mit der Entdeckung von Raketenbasen auf Kuba durch ein US-amerikanisches U2 Spionage-Flugzeug wurden die Aktivitäten auf Kuba am 14. Oktober 1962 aufgedeckt. Die Sowjetunion entdeckte das Flugzeug und für alle Parteien die US-amerikanische unter der Führung Kennedys, die kubanische unter Fidel Castro, sowie die sowjetische unter Nikita Chruschtschow begann eine Zeit des politischen Abwägens und des militärischen Kalküls.

Die USA begannen am 24. Oktober eine Seeblockade um Kuba herum zu errichten. Auch Luftschläge und eine Invasion der kubanischen Insel wurden in Betracht gezogen.

Über die Einflüsse der Kubakrise auf die Politik der Sowjetunion sowie die der Vereinigten Staaten von Amerika ab Oktober 1962

Dafür plädierten sogar hochrangige Militärs. Doch Kennedy präferierte während der Krise zu eine Politik der Geheimdiplomatie und stand in direktem Kontakt zu Chruschtschow. Die Angebote zur Lösung der Krise gingen jedoch immer von Seiten der Sowjetunion aus.

Castro hingegen wollte einen nuklearen Erstschlag, der wahrscheinlich zum dritten Weltkrieg geführt hätte. Er konnte sich damit jedoch nicht durchsetzten. So äußerte sich Chruschtschow in einem Brief gegenüber Castro folgender maßen: „Sie haben uns vorgeschlagen, als erste einen nuklearen Schlag gegen das Territorium des Feindes durchzuführen. Sie wissen sicherlich, was das für uns zur Folge gehabt hätte. Dies wäre nicht ein einfacher Schlag, sondern der Beginn des thermonuklearen Krieges. Lieber Genosse Castro, ich halte Ihren Vorschlag für unkorrekt.“2 Dennoch war dies das erste Mal in der Weltgeschichte, dass die Öffentlichkeit mit einem drohenden Atomkrieg konfrontiert war.

Nikita Chruschtschow ließ die Kubakrise Revue passieren und beschrieb die Situation kurz vor seinem Tod auf Tonband folgender maßen: „Kennedy und ich sind verschiedene Menschen; ich bin ein früherer Bergmann und Arbeiter und er ist ein Millionär, Sohn eines Millionärs. Wir vertreten unvereinbare Klassen: Sein Ziel war es den Kapitalismus zu stärken. Mein Ziel den Kapitalismus zu zerstören.“3

Die vom 14. Oktober bis zum 28. Oktober andauernde Krise wurde durch ein Angebot Chruschtschows aufgelöst, indem am 28. Oktober vereinbart wurde, dass die USA keine Invasion oder Luftangriffe starten würde. Darüber hinaus verpflichteten sich die Vereinigten Staaten die Seeblockade aufzulösen und die in der Türkei und Italien platzierten Raketen abzuziehen. Im Gegenzug gewährleistete die Sowjetunion den Abzug aller Mittel- und Langstreckenraketen sowie weiterer Kriegsmaschinerie in Kuba. Einzig Kurzstrecken-FROG- Raketen verblieben auf Kuba.

Die Kubakrise verursachte einen Wechsel von Doktrinen und bilateralen Beziehungen, auf die ich nachfolgend im Abschnitt „Einfluss der Krise auf die spätere Politik“ eingehen möchte.

[...]


1 Florian Greiner, Die Kuba-Krise 1962: Höhe- und Wendepunkt in der Geschichte des Kalten Krieges, 2005, Norderstedt, GRIN Verlag

2 Bert Hoffmann, Kuba, 2000, München, C.H. Beck oHG

3 Entnommen aus der Dokumentation „Die Nervenprobe - Kuba-Krise '62“; am 14. Oktober 2002 in Deutschland veröffentlicht; von Stefan Brauburger und Günther Klein

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Die Einflüsse der Kubakrise auf die Politik der Sowjetunion sowie die der Vereinigten Staaten von Amerika ab Oktober 1962
Note
15 Punkte
Autor
Jahr
2012
Seiten
6
Katalognummer
V212674
ISBN (eBook)
9783656420125
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kubakrise, USA, Sowjetunion, Kuba
Arbeit zitieren
Lars Knieber (Autor), 2012, Die Einflüsse der Kubakrise auf die Politik der Sowjetunion sowie die der Vereinigten Staaten von Amerika ab Oktober 1962, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212674

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