Polen an den Fronten des II. Weltkrieges

Analyse des polnischen Beitrages auf der alliiertern Seite


Hausarbeit, 2006
13 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

INHALT

1. Einleitung

2. Überblick über die polnischen Verbände

3. Polnische Armeen im Westen
3.1 Die polnische Armee im Frankreichfeldzug
3.2 Die Luftschlacht um England
3.3 Die polnische Marine
3.4 Die Brigade der „Strzelców Karpackich“
3.5 Polnische Westarmee

4. Die polnische Armee im Osten

5. Die polnische Untergrundarmee

6. Der polnische Geheimdienst
6.1 Die Dekodierung der „Enigma“

7. Die polnischen Verbände nach 1945

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Spricht man heute von den 4 Siegermächten des II Weltkrieges, insbesondere im Rahmen der politischen Neuordnung Europas in der Nachkriegszeit, so spricht man von den Vereinigten Staaten von Amerika, der ehemaligen Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich. Im Bewusstsein vieler Politiker und auch Historiker ist es gänzlich unbekannt, welche tragende Rolle Polen bzw. das polnische Volk in der Bezwingung Nazideutschlands einnahmen. So gilt Frankreich als vierte Siegermacht und nahm daher auch als Mitgestalter der Umformung des Deutschen Reiches in die BRD teil und etablierte sich als Besatzungsmacht innerhalb der Grenzen des neuen, demokratischen Deutschlands. Der neue polnische Staat, die polnische Volksrepublik, ging territorial verkleinert, als Sattelitenstaat der Sowjetunion und mit einem mit Frankreich unvergleichbar geringeren, internationalen politischen Gewicht hervor. Nimmt man jedoch die Truppenstärke Frankreichs und Polens an den Fronten des II. Weltkrieges, so überwiegt die Zahl polnischer Verbände, bei gleichzeitigen größeren Gesamtverlusten der Bevölkerung Polens[1]. So war Polen die eigentliche vierte Siegermacht des II. Weltkrieges, geriet jedoch als solche fast in Vergessenheit und war selbst bei vielen Polen als solche unbekannt. So beschränkt sich der Kampf polnischer Armeeangehöriger nicht nur auf den Polenfeldzug 1939, sondern fand weiter in den Streitkräften Großbritanniens an der Westfront und der Sowjetunion an der Ostfront seinen Lauf.

2. Überblick über die polnischen Verbände

Der Krieg begann für Polen im Westen am 1. September 1939 mit dem Überfall der Wehrmacht im Westen und im Osten mit dem Überfall der Sowjetunion am 17. September 1939. Dieser beidseitige Angriff war im Rahmen des Molotow-Ribbentrop-Paktes[2] im geheimen beschlossen worden. Obwohl Großbritannien und Frankreich gleich darauf (nur) dem Deutschen Reich den Krieg erklärten, blieben aktive militärische Aktionen zur Unterstützung Polens aus. Trotz der vernichtenden Niederlage im Septemberfeldzug, formten die Polen insgesamt viermal neue Streitkräfte bzw. Armeen außerhalb Polens um den Kampf gegen Nazideutschland fortzuführen. So geschah dies zunächst in Frankreich 1939, dann in Großbritannien Mitte 1940, sowie 1941 in der Sowjetunion (sog. Anders-Armee[3]), jene dann aus Kasachstan über den Nahen Osten nach Nordafrika gelangte. 1943 wurde wiederum in der Sowjetunion die polnische Volksarmee formiert, die den Krieg an der Seite der Roten Armee fortsetze. Zusätzlich kam noch die polnische Untergrundarmee „AK“[4] hinzu, die einen Partisanenkrieg auf polnischem Territorium führte und Teile der polnischen Marine, denen es gelang, sich der britischen Marine anzuschließen. Zählt man alle Formationen zusammen, so gab es im Jahre 1944 insgesamt 600.000 Polen unter Waffen, verteilt auf die Armeen Großbritanniens und der Sowjetunion sowie zusätzlich 300.000 Mietglieder der Untergrundorganisationen.

3. Polnische Armeen im Westen

3.1 Die polnische Armee im Frankreichfeldzug 1940

Nach der Flucht der Regierung vor der Wehrmacht aus Polen im September 1939, formte sich aus ihren Teilen die international anerkannte polnische Exilregierung zunächst in Paris, später in London. Sie begann sogleich mit der Formierung einer polnischen Armee in Frankreich, aus Teilen geflohener polnischer Soldaten und Auslandspolen. Zum obersten General und gleichzeitigen Premier der polnischen Exilregierung wurde General Władysław Sikorski[5] ernannt und nahm sein Amt bis zu seinem Tode[6] im Juni 1943 wahr, welches dann an General Tadeusz Sosnowski ging. Es gelang etwas über 40 Tausend Mann und Personal über Rumänien aus Polen zu evakuieren, gleichzeitig meldeten sich viele polnische Emigranten in Frankreich freiwillig zum Dienst an der Waffe. So wuchs die Zahl der neuen Armee auf 84 Tausend Mann an und die Luftwaffe und Luftabwehr konnte eine Stärke von 6000 Mann aufweisen. Mit ihrer Blitzkrieg-Taktik[7] war die Wehrmacht auch in Frankreich erfolgreich und der alliierte Widerstand brach nach fünf Wochen zusammen. Somit lösten sich auch die polnischen Verbände auf, nachdem Frankreich kapitulierte. Die polnische Brigade unter General Macziek[8] floh in den von der Wehrmacht nicht besetzen Süden Frankreichs. Die II. polnische Schützendivision zog sich nach Kämpfen in die Schweiz zurück und wurde dort interniert. Die zuvor versetzte „Podhalen-Brigade“[9] nahm 1940 an den Kämpfen im nordnorwegischen Narvik teil. Aktiv nahmen ca. 50 Tausend polnische Soldaten an den Kämpfen teil und erlitten Verluste in Höhe von 1.5 Tausend Toten und 4.6 Tausend Verletzen. Die polnischen Piloten schossen ca. 50 deutsche Flugzeuge ab. Die Evakuierung nach England schafften lediglich 20 Tausend Mann, die gleich darauf sich neu zu organisieren begannen.

[...]


[1] Verluste Polens betrugen sich auf 5.6 Millionen, Verluste Frankreichs auf 600 Tausend Opfer

[2] Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt, auch als Hitler-Stalin-Pakt bezeichnet, war ein auf zehn Jahre befristeter Pakt. Geschlossen am 24 August in Moskau.

[3] Gängige Bezeichnung für diese Formation, benannt nach ihrem General Władysław Anders

[4] AK (Armia Krajowa), zu deutsch: Landesarmee

[5] General Władysław Eugeniusz Sikorski (* 20. Mai 1881 in Tuszow Narodowy bei Mielec, Polen; † 4. Juli 1943 bei Gibraltar)

[6] Bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

[7] Schneller Vorstoß von motorisierten und gepanzerten Einheiten unter Einsatz massiver Luftunterstützung.

[8] Stanisław Władysław Maczek (* 31. März 1892 in Szczerzec bei Lemberg, damals Österreich-Ungarn; † 11. Dezember 1994 in Edinburgh)

[9] Brygada Podhalańska (pol.)

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Polen an den Fronten des II. Weltkrieges
Untertitel
Analyse des polnischen Beitrages auf der alliiertern Seite
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V212684
ISBN (eBook)
9783656407621
ISBN (Buch)
9783656408499
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Polen, Zweiter Weltkrieg, polnische Armee, Polen im Zweiten Weltkrieg, Alliierte, Alliierte Weltkrieg, II. Weltkrieg
Arbeit zitieren
M.A. Jan Hammer (Autor), 2006, Polen an den Fronten des II. Weltkrieges, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212684

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