Der Spitzensportler von heute genießt eine breite und auch oft gewollte Medienpräsenz, er ist quasi omnipräsent in der Bericherstattung gängiger Medienformate. In der Konsequenz bedeutet dies aber auch, dass dieser per se auf verschiedenen Ebenen handelt: Nicht nur als Star, sondern vielmehr als Person der Öffentlichkeit und ebenso als Privatperson. Daher verwundert es nicht, dass Spitzensportler von den Medien auf verschiedenen Ebenen beleuchtet, verunglimpft oder gar sabbotiert wird. Die Mächtigkeit mancher Medien trägt maßgeblich zur Meinungsbildung bei und kann eine Karriere ebenso schnell beenden wie sie begonnen hat. Was früher als schlechter Stil empfunden wurde, gehört heute zum Geschäftsalltag der Boulevardpresse. Im Zuge der Entwicklung von neuen Kommunikationsmustern- und Technologien erfährt auch das WEB 2.0 eine immer größerer Bedeutung: Spitzensportler twittern und tauschen sich über Ihren Facebook-Account mit Fans und anderen Interessensgruppen aus. Die dadurch erzeugte Nähe birgt allerdings ein erhebliches Gefahrenpotential, wie jüngst der Fall von Adriane Friedrich zeigte - sie wurde zum Gegenstand einer Cybermobbing-Attacke. Ihre eigenmächtige Handlung, diese Attacke abzuwehren, wurde mit einer dementsprechenden Medienresonanz quittiert. Eine deratige Entwicklung läßt sich nicht nur bei Stars und Spitzensportlern verzeichnen. Auch an Schulen und insbesondere bei jungen Nutzern des WEB 2.0 gehört Cybermobbing zur Tagespraxis und hat sich in Kommunikationsräumen wie Facebook oder Twitter etabliert. Mit verheerenden Folgen: Die Mobilmachung gegen vermeintliche Opfer und Täter ist gang und gebe und verlangt daher nach einer Regelung, die dieser Entwicklung Einhalt gebietet. Die vorliegende Studienarbeit hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Grundlagen veränderter Rahmenbedingungen zu bezeichnen, andererseits stellt sie die Beteiiligten vor und geht auf die rechtlichen Rahmenbedingungen ein. Von weiterem Interesse ist auch das Gefährdungspotential für Spitzensportler, die sich des WEB 2.0 bedienen. Die Arbeit bewertet anhand zweier Praxisfälle die Relevanz des Themas Cybermobbing und schließt mit einer Schlußbetrachtung ab.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundlagen
- Wandel der Berichterstattung im Spitzensport
- Etablierung neuer Medien (Social Media) und Nutzung durch Spitzensportler
- Ein neuer Trend im WEB 2.0 - Cybermobbing
- Definition, Merkmale, Kanäle und Ursachen
- Beteiligte im Cybermobbing
- Auswirkungen
- Gefährdungspotential für Spitzensportler
- Rechtliche Rahmenbedingungen
- Bewertung der Praxisbeipiele
- Adriane Friedrich
- Rebecca Adlington
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Studienarbeit beleuchtet das Phänomen des Cybermobbings im Kontext des Spitzensportes. Sie untersucht die Ursachen und Auswirkungen dieses Trends in den neuen Medien und analysiert das Gefährdungspotential, dem Spitzensportler durch Cybermobbing ausgesetzt sind. Zudem werden rechtliche Rahmenbedingungen betrachtet und anhand zweier Praxisbeispiele die Relevanz des Themas Cybermobbing bewertet.
- Wandel der Medienberichterstattung im Spitzensport
- Etablierung und Nutzung neuer Medien (Social Media) durch Spitzensportler
- Definition und Merkmale von Cybermobbing
- Beteiligte im Cybermobbing und ihre Rollen
- Auswirkungen von Cybermobbing auf Opfer und ihre Karriere
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Cybermobbing im Spitzensport ein und erläutert die Relevanz der Thematik. Das Kapitel „Grundlagen“ befasst sich mit dem Wandel der Berichterstattung im Spitzensport und der Etablierung neuer Medien sowie deren Nutzung durch Spitzensportler. Im Kapitel „Ein neuer Trend im WEB 2.0 - Cybermobbing“ wird Cybermobbing definiert, seine Merkmale, Kanäle und Ursachen erörtert und die verschiedenen Akteure im Cybermobbing-Prozess vorgestellt. Das Kapitel „Rechtliche Rahmenbedingungen“ beleuchtet die rechtlichen Aspekte des Cybermobbings und analysiert die verschiedenen Rechtsgebiete, die diese Thematik adressieren. Das Kapitel „Bewertung der Praxisbeipiele“ untersucht und bewertet die Fälle von Adriane Friedrich und Rebecca Adlington im Hinblick auf Cybermobbing-Attacken.
Schlüsselwörter
Die Arbeit thematisiert Cybermobbing im Spitzensport, wobei die folgenden Schlüsselwörter im Vordergrund stehen: Social Media, WEB 2.0, Spitzensportler, Medienpräsenz, Gefährdungspotential, rechtliche Rahmenbedingungen, Praxisbeispiele, Auswirkungen, Opfer, Täter, Medienresonanz, Rollenverständnis, Verhalten.
Häufig gestellte Fragen
Warum sind Spitzensportler besonders anfällig für Cybermobbing?
Durch ihre hohe Medienpräsenz und die direkte Interaktion mit Fans in sozialen Medien wie Facebook oder Twitter bieten sie eine große Angriffsfläche für anonyme Attacken.
Was war der Fall Adriane Friedrich?
Die Hochspringerin Adriane Friedrich wehrte sich öffentlich gegen einen Stalker und Cybermobbing-Attacken, was eine breite Diskussion über den Umgang mit Tätern im Netz auslöste.
Welche Auswirkungen hat Cybermobbing auf die Karriere von Athleten?
Neben psychischen Belastungen kann Cybermobbing den Ruf schädigen, Sponsoren abschrecken und im Extremfall zum Rückzug aus dem Sport führen.
Gibt es rechtliche Mittel gegen Cybermobbing?
Ja, die Arbeit beleuchtet rechtliche Rahmenbedingungen wie Beleidigung, Bedrohung oder Verstöße gegen das Kunsturhebergesetz, die auch im Internet gelten.
Was unterscheidet Cybermobbing von klassischem Mobbing?
Cybermobbing findet rund um die Uhr statt, erreicht durch das Internet ein riesiges Publikum und die Täter agieren oft unter dem Schutz der Anonymität.
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- Christian Hirschberger (Author), 2012, Problemfall Cybermobbing: Spitzensportler in den neuen Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212733