Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Sibylle Berg und die Liebe

Eine Analyse am Beispiel des Romans "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot"

Titel: Sibylle Berg und die Liebe

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 16 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Franziska Schmidt (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Der Mythos der einmaligen Liebe und die unerfüllbare, unglückliche, unmögliche oder gescheiterte Liebe sind oft ästhetisch inszeniert worden. Als kultureller Kommentar illustriert der Liebesmythos soziale Utopien bzw. soziale Ungerechtigkeiten […]; im privaten Schicksal der Liebenden äußern sich Hoffnungen und Erwartungen, Enttäuschungen und Täuschungen, eskapatische und geheime Sehnsüchte der Gesellschaft […].“
Die Auseinandersetzung mit dem Motiv der Liebe findet sich seit Jahrzehnten in der Literatur. Schon im frühesten Mittelalter schrieben Autoren über das Gefühl, den Zustand oder das Unglück Liebe. Dabei hat sich bis heute die Struktur der Geschichten wenig verändert. Sie beschreiben Zustände von Tragik oder Glück, verwenden Gefühle wie Sehnsucht, Einsamkeit oder Angst und orientieren sich dabei an den gesellschaftlichen Umständen der jeweiligen Zeit.
Die Gegenwartsliteratur thematisiert das Motiv der Liebe heute noch genauso oft wie es schon vor hunderten von Jahren in berühmten Werken der Romantik, der Aufklärung und des Sturm und Drangs zu finden war.
Auch Sibylle Berg setzt sich in ihren Romanen mit der Liebe auseinander und bedient sich dabei den üblichen Gefühlsklischees wie der ewigen Suche nach der wahren Liebe und dem vollkommenen Glück. Letzteres greift sie im Roman „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ auf. Hier geht es in erster Linie um die Suche nach dem ganz individuellen Glück.
„Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ wurde 1997 veröffentlicht. Berg bot ihre Geschichte über 50 Verlagen an, erst der Reclam Verlag in Leipzig publizierte diese dann auch. Der Roman besteht aus 88 Episoden, bei denen jeweils im Wechsel ein anderer Protagonist in Erscheinung tritt. Die meisten Handlungen werden auktorial erzählt, jedoch finden sich auch innere Monologe. Die zehn Figuren des Romans kennen sich, sind familiär oder freundschaftlich miteinander verbunden. Jeder hat individuelle Probleme und Krisen in der Liebe und versucht diese auf seine Art zu bekämpfen. Nach und nach werden die Beziehungen zwischen den Romanfiguren enger und schließlich beeinflusst jeder das Handeln des Anderen.
In der folgenden Arbeit wird anhand des Debütromans von Sibylle Berg aufgezeigt, wie unterschiedlich Liebe wahrgenommen werden kann und welche Botschaft zur Liebe Sibylle Berg mit dieser Geschichte vermittelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Formen der Liebe

2.1 Die unerfüllte Sehnsucht

2.2 Sex als Liebesersatz

2.3 Die wahre Liebe?

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv der Liebe im Debütroman von Sibylle Berg „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Protagonisten mit ihren individuellen Lebenskrisen umgehen, welche Rolle die Sehnsucht nach Liebe dabei spielt und wie die Autorin das oft überhöhte Bild der Romantik kritisch hinterfragt.

  • Analyse des Liebesbegriffs in der zeitgenössischen Literatur
  • Die Rolle von Einsamkeit und Lebenskrisen als treibende Kraft
  • Sex als Kompensationsmittel für zwischenmenschliche Leere
  • Die Dekonstruktion romantischer Ideale durch die Autorin
  • Die Darstellung von Liebe und Altern in der modernen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

Die unerfüllte Sehnsucht

Die Sehnsucht nach Glück, Vollkommenheit, einem zufriedenstellenden Leben und der großen Liebe sind die zentralen Themen in Sibylle Bergs Roman. Ein Großteil ihrer Figuren ist unglücklich, meist mit seinem Liebesleben, und jeder versucht auf eine andere Art und Weise diese Sehnsucht zu stillen und der Einsamkeit zu entkommen. Sibylle Berg sieht die Liebe vor allem als Mittel gegen das von ihr oftmals thematisierte Elend auf der Welt- die gesellschaftlichen, finanziellen und gesundheitlichen Probleme mit denen wir täglich konfrontiert werden. „Jeder sollte einen haben, der ihn hält in der Nacht. Den er hält, um zu spüren, wozu das Leben da sein kann, das uns solche Angst macht.“

Berg zeigt in ihrem Debüt, dass aber die Menschen, die sich in festen Beziehungen befinden, nicht zwangsläufig glücklich sind. Motive wie Einsamkeit oder Beziehungsroutine verschlimmern die Situation meist eher als sie zu verändern.

Mit Romanprotagonistin Vera zeigt Sibylle Berg zu Beginn ihrer Geschichte eine verheiratete Frau, die längst in ihrer Ehe verkümmert ist und sich nach Veränderung sehnt. „ […] weil sie einsam ist und weiß, daß sie es bleiben wird. Noch viele Jahre.“ Vera hat eine erwachsene Tochter, von der sie jedoch nicht viel mitbekommt. Ihr Ehemann Helge ist ein mäßig erfolgreicher Musiker, der Vera schon seit langem nicht mehr wahrnimmt. Vera zeigt im gesamten Roman wie unzufrieden sie nicht nur mit sich und ihrem Leben, sondern auch mit der Gesellschaft ist. Die Verbindung dieser vielen Frustrationen ist ein typisches Motiv, welches Sibylle Berg zum Ausdruck bringt. Und es wird deutlich, dass die Liebe ein Ausweg aus diesen Frustrationen sein kann. „Sicher ist Liebe idyllisch, [da es etwas ist,] das uns unsere Erbärmlichkeit vergessen lässt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Motiv der Liebe als literarischen Mythos ein und erläutert die Relevanz des Themas im Debütroman von Sibylle Berg.

2 Die Formen der Liebe: Das Hauptkapitel beleuchtet anhand von Figurenkonstellationen, wie Sehnsucht, Sex als Liebesersatz und die Suche nach wahrer Liebe den Alltag der Protagonisten prägen.

2.1 Die unerfüllte Sehnsucht: Hier wird analysiert, wie Protagonisten wie Vera, Ruth, Karl und Nora versuchen, ihre Einsamkeit durch die Liebe zu bewältigen und dabei oft tragisch scheitern.

2.2 Sex als Liebesersatz: Dieser Abschnitt thematisiert die Instrumentalisierung von Sexualität als Mittel zur kurzzeitigen Überdeckung von Lebensroutine und Einsamkeit.

2.3 Die wahre Liebe?: Das Kapitel untersucht die Frage, ob in den tragischen Verstrickungen der Charaktere überhaupt noch Raum für eine „wahre“ Liebe existiert.

3 Fazit: Die abschließende Betrachtung fasst Bergs radikale Sichtweise auf moderne Liebesbeziehungen zusammen und ordnet das Werk in den Kontext der zeitgenössischen Frauenliteratur ein.

Schlüsselwörter

Sibylle Berg, Liebe, Sehnsucht, Einsamkeit, Frauenliteratur, Beziehungsroutine, Glück, Lebenskrise, moderne Liebesbeziehung, Romananalyse, Gesellschaftskritik, Identität, Geschlechterrollen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Motiv der Liebe im Roman „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ von Sibylle Berg und untersucht die Auswirkungen dieses Gefühls auf die Romanfiguren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die unerfüllte Sehnsucht, die Funktion von Sexualität als Liebesersatz und die kritische Auseinandersetzung mit romantischen Idealen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sibylle Berg das Spannungsfeld zwischen der gesellschaftlichen Erwartung an die Liebe und der oft ernüchternden, einsamen Realität ihrer Romanfiguren darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman textnah untersucht und durch Vergleiche mit Aussagen der Autorin in Interviews und Kolumnen stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei zentrale Aspekte: die unerfüllte Sehnsucht der Charaktere, die Verwendung von Sex zur Kompensation von Einsamkeit und die Suche nach einer authentischen Liebesform.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sibylle Berg, Liebe, Einsamkeit, Sehnsucht, Lebenskrise und gesellschaftliche Erwartungshaltung.

Wie geht die Autorin mit dem Thema Älterwerden und Liebe um?

Am Beispiel der Figuren Ruth und Karl zeigt die Autorin die Problematik von Liebe im Alter und kritisiert ein gesellschaftlich erzwungenes Bild ewiger Jugend.

Warum endet die vermeintliche Liebesgeschichte von Nora und Tom tragisch?

Die Autorin setzt ihre Figuren bewusst psychischem Druck aus, um aufzuzeigen, dass die Suche nach dem vollkommenen Glück oft an der Realität scheitert und in Zynismus oder Verzweiflung münden kann.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sibylle Berg und die Liebe
Untertitel
Eine Analyse am Beispiel des Romans "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot"
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,7
Autor
Franziska Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V212759
ISBN (eBook)
9783656411406
ISBN (Buch)
9783656411659
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sibylle berg liebe eine analyse beispiel romans leute glück
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Schmidt (Autor:in), 2013, Sibylle Berg und die Liebe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212759
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum