Migrationspolitik in Griechenland und Deutschland und ihre Auswirkungen auf das Wanderungs- und Rückwanderungsverhalten griechischer Emigranten


Magisterarbeit, 2003
114 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Migrationstheorien
2.1 Theorie der Neoklassische Ökonomie
2.2 Theorie des dualen Arbeitsmarktes
2.3 Theorie der Neuen Migrationsökonomie
2.4 Weltsystemtheorie und Neomarxismus
2.5 Theorie der Migrationsnetzwerke
2.6 Transnationale Räume und Identitäten
2.7 Gender
2.8 Bewertung der Theorien
2.9 Erklärungsansätze zur Remigration

3. Geschichtlicher Überblick Griechenland und Deutschland
3.1 Geschichtlicher Überblick der Migrationspolitik Deutschlands
3.1.1 Arbeitsmigration in Deutschland ab 1950
3.1.1.1 Arbeitskräftemangel Anfang der 1950er Jahre
3.1.1.2 Die Phase der „Anwerbung“ und „Rotation“ von 1955 bis 1973
3.1.1.3 Die „Konsolidierungsphase“ ab 1973
3.1.1.4 Die Verdrängungsphase ab Anfang der 1980er Jahre
3.1.2 Flucht und Asyl
3.2 Geschichtlicher Überblick der Politik Griechenlands
3.2.1 Politische Entwicklung Griechenlands nach dem 2. Weltkrieg
3.2.1.1 Ausgangslage nach dem 2. Weltkrieg,1944 – 1952
3.2.1.2 Rechtsgerichtete Herrschaft und ‚Wahlputsch‘, 1952 – 1963
3.2.1.3 Demokratischer Wandel, Zypern-Krise und ‚Königsputsch‘ 1963 – 1967
3.2.1.4 Militärjunta 1967 – 1974
3.2.1.5 Rückkehr der Demokratie, 1974 bis heute
3.2.1.6 Zusammenfassung der griechischen Politikgeschichte
3.2.2 Migrationspolitik Griechenlands
3.2.2.1 Wirtschaftliche Voraussetzungen
3.2.2.2 Griechische Migrationspolitik ab 1960
3.2.2.3 Griechische Politik für Remigration
3.2.2.4 Griechische Migrationspolitik ab 1975
3.3 Migrationsrelevante Gegebenheiten in der griechischen und deutschen Geschichte
3.4 Wanderungsbewegungen zwischen Griechenland und Deutschland

4. Zusammenhang zwischen Politik und Wanderungs-
bewegungen

5. Empirische Untersuchung
5.1 Darstellung der empirischen Untersuchung
5.1.1 Fragestellung
5.1.2 Wahl der Untersuchungsmethode / Erhebungsinstrument
5.1.3 Vorstellung des Fragebogens
5.1.4 Verbreitung der Fragebögen
5.1.4.1 Verteilung per Post oder durch persönliche Weitergabe
5.1.4.2 Verteilung per e-mail
5.1.4.3 Summe der verteilten Fragebögen
5.1.5 Stichprobe
5.1.6 Rücklauf
5.1.7 Datenauswertung
5.2 Auswertung der Befragung
5.2.1 Vorstellung der Stichprobe
5.2.2 Jahr der Auswanderung und Alter bei Aus-wanderung
5.2.3 Gründe für die Auswanderung
5.2.3.1 Übersicht über die Auswanderungsmotive
5.2.3.2 Auswanderungsmotiv ‚politische Gründe‘– Vorstellung einzelner Befragungs-Teilnehmer
5.2.4 Soziale Netzwerke
5.2.5 Geplante und tatsächliche Aufenthaltsdauer
5.2.6 Willkommensgefühl und Hilfe durch den Staat
5.2.7 Fragen zur Rückkehr nach Griechenland
5.3 Vergleich der Untersuchungsergebnisse mit den angenommenen Zusammenhängen

6. Ergebnis und Bewertung der Magisterarbeit, Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang
1. Begleitschreiben des Fragebogens
2. Fragebogen

Eidesstattliche Versicherung

1. Einleitung

In der Vorbereitung zur mündlichen Prüfung der Magister-Zwischenprüfung habe ich mich mit dem Thema der Migrations-geschichte Spaniens beschäftigt, da ich im Laufe meines Studiums ein weitergehendes Interesse für Migrationsabläufe entwickelt habe. Aufgrund einer lange bestehenden persönlichen Vorliebe für Griechenland, welche durch Kontakte zu Griechen in Deutschland entstand, beschäftigte ich mich in der Folge mit dem Thema der Migrationsgeschichte Griechenlands. Dabei fand ich fast ausschließlich Literatur, die sich mit der Rolle Griechenlands als eines der Anwerbeländer während der sogenannten Phase der Gastarbeit beschäftigte. Dennoch ließ mich dieses Thema nicht los, wodurch die Idee entstand, es in den Mittelpunkt meiner Magisterarbeit zu stellen.

Die vorliegende Magisterarbeit beschäftige sich daher mit dem Thema der Migrationspolitik in Bezug auf Emigranten[1], die von Griechenland nach Deutschland emigriert, und Remigranten, die aus Deutschland nach Griechenland zurückgekehrt sind. Von besonderem Interesse sind dabei die Motive für die Wanderungs-bewegungen. Die Motive für die Migration können einen Rückschluss darauf erlauben, inwieweit die deutschen und die griechischen Migrationspolitiken für diese Wanderungsbe-wegungen eine Rolle gespielt haben und inwieweit die politischen Verhältnisse in Griechenland Einfluss auf die Migrations-bewegungen hatten.

Als Grundlage für die Thematik wird im zweiten Kapitel eine Übersicht über die wichtigsten theoretischen Ansätze zur Migration gegeben.

Im dritten Teil der Arbeit werden einerseits die Migrations-geschichte Deutschlands und andererseits die politischen und migrationspolitischen Entwicklungen Griechenlands nach dem Zweiten Weltkrieg dargestellt.

Im vierten Abschnitt wird unter Zuhilfenahme von Statistiken über die Wanderungsbewegungen zwischen Deutschland und Griechenland untersucht, ob sich ein Zusammenhang mit den Migrationsbewegungen aus den zuvor dargestellten politischen Entwicklungen der Nachkriegsgeschichte ablesen lässt.

Zu dem Thema dieser Arbeit war trotz intensivierter Suche weiterhin nur sehr wenig – zumindest deutsch- und englischsprachige – Literatur zu finden, die sich mit den Motiven der griechischen Migranten für ihre Emigration und für ihre Remigration beschäftigt. Daher sind mit Hilfe eines Fragebogens Griechen befragt worden, die zumindest zeitweilig nach Deutschland ausgewandert sind.

Die durchgeführte Befragung von griechischen Migranten und Remigranten wird im fünften Teil der Arbeit ausführlich vorgestellt und ausgewertet.

2. Migrationstheorien

Als Begründer der Migrationsforschung wird meist Ernest G. Ravenstein genannt, der bereits zwischen 1885 und 1889 die ‚sieben Migrationsgesetze‘ formulierte.[2] Ravenstein sah die Migration noch in erster Linie als demographisches Phänomen, wohingegen sich heute auch Soziologen, Ökonomen, Ethnologen, Anthropologen und Politologen mit diesem Bereich befassen.

Angesichts dieser Zahl von Forschungsrichtungen, die sich mit dem Thema der Migration befassen, ist es nicht verwunderlich, dass es eine große Anzahl unterschiedlicher Ansätze zur Migrationstheorie gibt.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen im Folgenden nur einige der wichtigsten Migrationstheorien und Forschungsansätze vorgestellt werden.

2.1 Theorie der Neoklassischen Ökonomie

Die neoklassischen Migrationstheorien gelten als die ältesten Ansätze, um Migrationsbewegungen umfassend zu erklären. Die neoklassische Ökonomie basiert auf der Überzeugung, dass Auswanderung für einzelne Menschen durch die Gesamtheit von bestimmten Differenzen zwischen der Auswanderung- und der Einwanderungsregion verursacht wird.[3]

Auf der Makroebene betrachten die neoklassischen Migrations-theorien die Wanderungen als Ergebnis einer Ungleichzeitigkeit von Angebot und Nachfrage an Arbeitskräften. Während Regionen mit großem Arbeitskräftepotenzial ein niedriges Lohnniveau aufweisen, sei es in Regionen mit einem geringen Arbeitskräftepotential genau umgekehrt. Diese Lohnunterschiede veranlassen nach diesem Ansatz Arbeiter, in die Region mit den höheren Löhnen zu wandern, und tragen dadurch zur Herstellung eines Gleichgewichtes sowohl der Löhne als auch des Arbeitskräfteangebotes bei.

Auf der Mikroebene entscheidet sich das einzelne Individuum nach einem individuellem Vergleich zweier Regionen, in die Region zu migrieren, in der die größten Nettovorteile zu erwarten sind, es handelt nach dem Prinzip eines ‚Ökonomischen Rationalismus[4].

Neben der Grundüberzeugung, dass in erster Linie Einkommensunterschiede und deren Ausmaß dafür entscheidend sind, wie viele Emigranten den Immigrationsmarkt betreten, werden von neoklassischen Ansätzen nur vereinzelt Faktoren wie finanzielle Möglichkeiten, Alter, Beruf, politischer Hintergrund und familiäre Beziehungen auf Seiten des Migranten sowie das realisierbare Einkommen, die Arbeitslosenrate und die Integrationspolitik auf Seiten der Einwanderungsregion als Entscheidungsgründe mit berücksichtigt.

neoklassische Ökonomie basiert auf der Überzeugung, dass Auswanderung für einzelne Menschen durch die Gesamtheit von bestimmten Differenzen zwischen der Auswanderung- und der Einwanderungsregion verursacht wird.[5]

Auf der Makroebene betrachten die neoklassischen Migrations-theorien die Wanderungen als Ergebnis einer Ungleichzeitigkeit von Angebot und Nachfrage an Arbeitskräften. Während Regionen mit großem Arbeitskräftepotenzial ein niedriges Lohnniveau aufweisen, sei es in Regionen mit einem geringen Arbeitskräftepotential genau umgekehrt. Diese Lohnunterschiede veranlassen nach diesem Ansatz Arbeiter, in die Region mit den höheren Löhnen zu wandern, und tragen dadurch zur Herstellung eines Gleichgewichtes sowohl der Löhne als auch des Arbeitskräfteangebotes bei.

Auf der Mikroebene entscheidet sich das einzelne Individuum nach einem individuellem Vergleich zweier Regionen, in die Region zu migrieren, in der die größten Nettovorteile zu erwarten sind, es handelt nach dem Prinzip eines ‚Ökonomischen Rationalismus[6].

Neben der Grundüberzeugung, dass in erster Linie Einkommensunterschiede und deren Ausmaß dafür entscheidend sind, wie viele Emigranten den Immigrationsmarkt betreten, werden von neoklassischen Ansätzen nur vereinzelt Faktoren wie finanzielle Möglichkeiten, Alter, Beruf, politischer Hintergrund und familiäre Beziehungen auf Seiten des Migranten sowie das realisierbare Einkommen, die Arbeitslosenrate und die Integrationspolitik auf Seiten der Einwanderungsregion als Entscheidungsgründe mit berücksichtigt.

[...]


[1] Es wird in der gesamten folgenden Arbeit für Personen- oder Gruppenbeschreibungen immer nur die männliche Schreibweise verwendet. Dies soll keine Wertung bedeuten, es sind damit immer gleichberechtigt sowohl Frauen als auch Männer gemeint. Sofern Unterschiede zwischen Frauen und Männern dargestellt werden sollen, wird dies gesondert benannt.

[2] Die sieben Migrationsgesetze nach Ravenstein: 1. Die Mehrheit der Migranten migriert nur über kurze Distanzen und etabliert dabei „Ströme der Migration“ in urbane Zentren. 2. Dies verursacht Verlagerungs- und Entwicklungsprozesse bei der Bevölkerung in den Sende- und den Empfängerländern. 3. Die Prozesse der Verdrängung und Aufnahme von Migranten bedingen sich gegenseitig. 4. Es entwickeln sich Migrationsketten im Laufe der Zeit. 5. Migrationsketten führen zur Auswanderung in Richtung der jeweiligen Zentren von Handel und Industrie. 6. Stadtbewohner sind weniger anfällig für Migration als die ländliche Bevölkerung. 7. Frauen neigen weniger zur Migration als Männer. Faist, 1997, S.65

[3] Chies, 1994, S.27; Pries, 1997, S. 30

[4] Ewers, 1931, S.39; Straubhaar, 2002, S.29

[6] Chies, 1994, S.27; Pries, 1997, S. 30

[7] Ewers, 1931, S.39; Straubhaar, 2002, S.29

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten

Details

Titel
Migrationspolitik in Griechenland und Deutschland und ihre Auswirkungen auf das Wanderungs- und Rückwanderungsverhalten griechischer Emigranten
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Politikwissenschaftliches Seminar, Zentrum für Europa- und Nordamerika-Studien)
Veranstaltung
Magisterprüfung
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
114
Katalognummer
V21279
ISBN (eBook)
9783638249324
ISBN (Buch)
9783638701105
Dateigröße
1613 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Magisterarbeit behandelt das Thema "Migrationspolitik in Griechenland und Deutschland und ihre Auswirkungen auf das Wanderungs- und Rueckwanderungsverhalten griechischer Emigrantinnen und Emigranten". Dazu werden zunächst die wichtigsten theoretischen Ansätze zur Migration dargestellt, anschließend werden die Migrationsgeschichte Deutschlands Griechenlands dargestellt. Abschließend werden die Ergebnisse einer für diese Arbeit durchgeführten empirischen Untersuchung dargestellt.
Schlagworte
Migrationspolitik, Griechenland, Deutschland, Auswirkungen, Wanderungs-, Rückwanderungsverhalten, Emigranten, Magisterprüfung
Arbeit zitieren
M.A. Ekkehard Passolt (Autor), 2003, Migrationspolitik in Griechenland und Deutschland und ihre Auswirkungen auf das Wanderungs- und Rückwanderungsverhalten griechischer Emigranten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21279

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