Das Zwölftafelgesetz - Auswirkungen, Intention, Stil, Historischer Kontext

Herangehensweise an die Problematik verlorener Textteile. Wie kann man antike Inhalte rekonstruieren?


Essay, 2012
10 Seiten, Note: 2.0
Oliver Prode (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Historischer Kontext

Stil des Zwölftafelgesetzes

Auswirkungen

Quellenkritik

Intention Tafel Sieben

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Einleitung

In dieser Hausarbeit zur Problematik „Das Zwölftafelgesetz - Herangehensweise an die Problematik verlorener Textteile. Wie kann man antike Textteile rekonstruieren?“ werde ich zunächst den historischen Kontext einschließlich der Gründe für das XIII-Tafel-Gesetz erläutern, sowie anschließend den Stil des erhaltenen Urtextes erklären, d.h. dessen formalen Aufbau, die Verständlichkeit und Eindeutigkeit darstellen. Weiterhin werde ich kurz auf die Auswirkungen des Zwölftafelgesetzes eingehen – inwiefern veränderte das Zwölftafelgesetz den Alltag in der Antike? Spielte das Zwölftafelgesetz allgemein eine sehr große Rolle oder war es bisweilen nur für Einzelne von Bedeutung?

Im Anschluss daran folgt der Hauptteil dieser Hausarbeit, in dem ich Quellenkritik an der siebten Tafel des Zwölftafelgesetzes, welche das Nachbarschafts- bzw. Immobiliengesetz beinhaltet, übe. Der Großteil dieser Tafel ist verloren, sodass ich als zentrales Thema die Problematik behandeln werde, mit welcher Herangehensweise man eine Rekonstruktion des Originaltextes angehen kann.

Historischer Kontext

Das Zwölftafelgesetz ist eine Gesetzessammlung, die um 452 bzw. 451 vor Christus in Rom entstanden sein soll.[1] Damit ist die Entstehung dieser Gesetzessammlung einzuordnen in die Phase der römischen Republik, die zwischen der römischen Königszeit und dem römischen Kaisertum besteht. Die Zeit der römischen Republik ist gekennzeichnet von dem Klassenunterschied zwischen dem Patriziat, der Oberschicht, und dem einfachen römischen Volk, den Plebejern.

Der Grund für die Entstehung des Zwölftafelgesetzes sind langanhaltende Konflikte zwischen den Patriziern und den Plebs. Der Adel, der sich in der besseren Position befindet, kann lange Zeit verhindern, dass eine Gesetzgebung verabschiedet wird, welche die Plebs ansatzweise gleichberechtigt behandelt. Demzufolge kommt es jahrelang immer wieder zu Protesten gegen die Willkür der Patrizier, die diese lange unterdrücken können; 452 kann sich das Volk jedoch durchsetzen und vom Senat werden zehn Patrizier „Spurius Postumius Albus, Aulus Manlius, Publius Sulpicius Camerinus, Appius Claudius, Titus Genucius, Publius Sestius Capitolinus, Titus Veturius, Gaius Iulius, Publius Curiatius und Titus Romilius“ – bestimmt, deren Aufgabe es ist, einen Gesetzesentwurf auf Basis der solonischen Gesetze und weiterer Bestimmungen und Ordnungen ganz Griechenlands zu verfassen, dem dann als Kompromiss zwischen Patriziern und Plebs von beiden Seiten zugestimmt werden soll. Die Gründe für die Auswahl dieser zehn Patrizier – einzeln auch Decemvirn oder gemeinsam Decemvirat genannt – sind verschieden, so werden einige aufgrund ihrer Kenntnisse anderer Gesetze oder ihrer persönlichen Beliebtheit wegen ausgewählt, wohingegen andere ohne ersichtlichen Grund diese Aufgabe zugeteilt bekommen. Um sicher zu stellen, dass der Gesetzesentwurf später auch sowohl von den Plebejern als auch von den Patriziern akzeptiert wird, erläutern die Dezemvirn ihre Entwürfe regelmäßig vor dem Volk und lassen dessen Gedanken und Meinungen dazu in die Entstehung der Gesetzestexte einfließen.[2] Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass sich auch die Patrizier auf ein Gesetz einlassen, welches sie in einem bestimmten Rahmen schwächt, da sich ein Gerichtsherr an diesen Gesetz halten muss und somit die Willkür der Patrizier eingeschränkt ist.[3]

Als das Gesetz verabschiedet wird, besteht es lediglich aus zehn Tafeln, die sich mit unterschiedlichen Rechtsgebieten befassen – von Erbrecht über Nachbarschaftsrecht bis hin zum Bestattungswesen. Kurz darauf wird entschieden, dass diese Gesetzessammlung ergänzt werden muss, was zu zwei weiteren Tafeln führt, die das Zwölftafelgesetz im Jahr 450 komplettieren.[4]

[...]


[1] Flach, Dieter: Das Zwölftafelgesetz. Texte zur Forschung Bd. 83. Darmstadt 2004, S. 3.

Waldstein, Wolfgang, Römische Rechtsgeschichte.9 Nördlingen 1995, S. 56.

[2] Flach, Dieter: Das Zwölftafelgesetz. S. 3-5, 282

[3] Söllner, Alfred: Einführung in die römische Rechtsgeschichte.5 München 1989, S. 34.

[4] Flach, Dieter: Das Zwölftafelgesetz. S. 3-5, S. 283.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Das Zwölftafelgesetz - Auswirkungen, Intention, Stil, Historischer Kontext
Untertitel
Herangehensweise an die Problematik verlorener Textteile. Wie kann man antike Inhalte rekonstruieren?
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Antike Geschichte)
Veranstaltung
Das Zwölftafelgesetz
Note
2.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
10
Katalognummer
V212857
ISBN (eBook)
9783656407676
ISBN (Buch)
9783656408536
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwölftafelgesetz, Geschichte, Historischer Kontext, Stil, Auswirkungen, Vorteile, Nachteile, Intention, Sinn, Zwölftafelgesetze, Zwölf Tafel, XII Tafel Gesetz, XII Tafeln, Leges duodecim tabularum, Patrizier, Plebejer, Rom, römische Republik, Immobilien, Immobilienrecht, Rekonstruktion, Gesetzgebung, Antike, Alte Geschichte, Decemviri, Decemvirat, Gesetze Solon, Düll, Flach, Rechtsleben, Twelve Tables, Duodecim Tabulae, Konstitution, Honsell
Arbeit zitieren
Oliver Prode (Autor), 2012, Das Zwölftafelgesetz - Auswirkungen, Intention, Stil, Historischer Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212857

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