Analyse und Vergleich der Mediensysteme in der Schweiz und in Deutschland

Mit Schwerpunkt auf den Pressemarkt am Beispiel zweier Tageszeitungen


Hausarbeit, 2013
21 Seiten, Note: 1,4

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 System
2.2 Medien
2.3 Mediensystem

3. Die Schweiz im Porträt
3.1 Die Schweiz
3.2 Die Geschichte der Medien

4. Das Mediensystem der Schweiz
4.1 Printmedien
4.1.1 Die Zeitungen
4.1.2 Die Zeitschriften
4.2 Medienrecht
4.3 Mediennutzung

5. Vergleich des Pressemarktes in der Schweiz und Deutschland
5.1 Methodische Vorgehensweise
5.2 Vorstellung der ausgewählten Zeitungen
5.3 Darstellung und Interpretation der Untersuchungsergebnisse
5.3.1 Format und Aufmachung
5.3.2 Themen

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis
7.1 Literaturverzeichnis
7.2 Onlineverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Entwicklung der Mediennutzung

Abb. 2: Eigene Darstellung: Anteil Themen Blick

Abb. 3: Eigene Darstellung: Anteil Themen Bild

1. Einleitung

Das Mediensystem eines jeden Landes stellt eine wichtige Informationsquelle dar.

Vom Printmedienmarkt, zum Hörfunk, über TV bis hin zum Onlinemarkt, ein Angebot, welches einen guten Durchblick erfordert. Damit man stetig einen angemessenen Einblick hat, ist es von großer Wichtigkeit, einen Überblick für die Psyche zu kreieren, welcher der aufkommenden Fehlinformation und Ratlosigkeit vorbeugt.

Die Schaffung eines solchen Überblickes, ist für alle Länder eine große Herausforderung. Um sich ein genaues Bild zu verschaffen, ist es wichtig sich die Medien im System zu betrachten, im sogenannten - Mediensystem.

Hat man jedoch das Mediensystem in Deutschland durchschaut, kennt man noch lange nicht das System eines anderen Landes. Es gibt eine Vielzahl von Unterschieden in den Mediensystemen einzelner Länder. Von besonderer Bedeutung für das Mediensystem in der Schweiz ist, dass es vier anerkannte Amtssprachen gibt. Die vorliegende Hausarbeit ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil wird das Mediensystem der Schweiz skizziert. Der Fokus dieser Arbeit liegt nicht auf der umfassenden und detaillierten Ausarbeitung einzelner Aspekte, sondern auf einem möglichst breitgefächerten Überblick über das Schweizer Mediensystem und seine Bestandteile.

Um vorausschauend und verantwortungsvoll mit Medien umgehen zu können und einen angemessenen Vergleich zwischen zwei Mediensystemen zu schaffen, bedarf es jedoch einen tieferen Einblick. Ein Gesamtvergleich der Mediensysteme würde den vorgegebenen Rahmen überschreiten. Deshalb bezieht sich diese Arbeit nur auf den Vergleich eines Medienunternehmens der Schweiz mit dem selben in Deutschland. Der erste Teil dieser Arbeit ist für den zweiten Teil von grundlegender Bedeutung, da die wichtigsten Merkmale des Schweizer Mediensystems zum Ausdruck kommen.

In dem zweiten Teil wird der schweizerische Pressemarkt mit dem deutschen verglichen, dabei wird eine wichtige Tageszeitung der Schweiz mit einer aus Deutschland auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht.

Die Arbeit wird mit der Erkenntnis des Autors sowie einem abschließenden Fazit abgerundet.

2. Begriffsdeffinitionen

Bevor auf die spezifischen Mediensysteme und den anschließenden Vergleich eingegangen wird, ist es zunächst von Bedeutung einige Grundbegriffe zu definieren.

2.1 System

Um auf Mediensysteme einzugehen, ist es von Relevanz, zunächst das System an sich zu definieren. Aufgrund vielzähliger nötiger Anläufe während der Recherche, sowie der Komplexität des Begriffes, wurden mehrere Definitionen herausgearbeitet und anschließend zusammengefasst. Zunächst kann der Begriff System (griechisch- lateinisch Zusammenstellung) allgemein als ein aus grundlegenden Einzelelementen zusammengestelltes Ganzes, wobei die Einzelelemente in Beziehungen zueinander stehen, verstanden werden. Systeme sind also aus Teilen (Systemkomponenten oder Subsystemen) zusammengesetzt, die untereinander in verschiedenen Beziehungen stehen können (vgl. Thomaß, 2007, S.13). Als Systeme kennen wir beispielsweise das Sonnensystem, Maschinen, Organismen, psychische Systeme und soziale Systeme.

Darüber hinaus finden sich in der Literatur folgende Definitionen:

- „Ein System ist eine Ganzheit, die (a) Beziehungen zwischen bestimmten Attributen aufweist, die (b) aus miteinander verknüpften Teilen bzw. Subsystemen besteht und die (c) auf einem bestimmten Rang von ihrer Umgebung abgegrenzt bzw. aus einem Supersystem ausgegrenzt wird. Damit ist erreicht, was wir uns vorgenommen hatten: Ein umfassender Systembegriff, der das (a) funktionale, (b) strukturale und (c) hierarchische Konzept in sich vereinigt.“ (Ropohl, 1978)

- „Ein echtes System liegt nur dann vor, wenn gleichermaßen Funktionen, eine Struktur und eine Umgebung angebbar sind. Um jedoch nicht mit verbreiteter systemtheoretischer Literatur zu kollidieren, lassen wir schwächere Formulierungen als „Systeme“ zu, wenn mindestens Attribute und Funktionen oder mindestens Subsysteme („Elemente“) und Relationen definiert sind. Dadurch werden auch rein funktionale und rein strukturale Systemtheorien ermöglicht; das hierarchische Systemkonzept setzt allerdings das strukturale Konzept voraus.“ (Königstein/TS, 1978, S. 31)

- „Systeme sind soziale Gebilde, die für bestimmte Zwecke auf relative Dauer mit zielgerichtetem und arbeitsteiligen Handeln und mit ähnlichen Aufgaben ausgerichtet sind.“ (Jarren, 2001, S. 146)

2.2 Medien

Außer System ist der Begriff Medien ein zentraler Begriff des Mediensystems. Häufig wird es im allgemeinen Sprachgebrauch und in der Literatur versäumt, den Begriff nach Erkenntnisinteresse und übergeordneter Fragestellung abzugrenzen. Es gibt das Medium als Mittel, als Träger oder als Vermittlungsinstanz. In der Physik ist es die Luft oder das Wasser die als Medien bezeichnet werden. Bei der Untersuchung von Mediensystemen verschiedener Länder handelt es sich darum Funktionen gesellschaftlicher Kommunikation mittels Medien zu untersuchen. Im Begriffskonzept muss sich dies widerspiegeln.

Die Kommunikationsmedien haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. Angesichts der massenhaften Produktion von Inhalten, die mittels Kommunikationsmedien verbreitet wurden, wurde die Grundlage für den Begriff der Massenmedien gelegt, der von großer Bedeutung für die Definition des Begriffes Medien ist (vgl. Thomaß, 2007, S. 16).

„Unter Massenkommunikation verstehen wir jene Form der Kommunikation, bei der Aussagen öffentlich (d.h. ohne begrenzte und personell definierte Empfängerschaft), indirket (d.h. bei räumlicher oder zeitlicher oder raumzeitlich Distanz zwischen den Kommunikationspartnern) und einseitig (d.h. ohne Rollenwechsel zwischen den Aussagenden und den Aufnehmenden), durch technische Verbreitungsmittel (sog. Massenmedien) an ein disperses Publikum (einzelne Individuen, aber auch kleine Gruppen, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie sich einer Aussage der Massenkommunikation zuwenden) vermittelt werden.“ (Maletzke, 1963, S. 76).

Die von Maletzke angenommene Einheitlichkeit und Einseitigkeit des Verhältnisses von Medium und Publikum hat sich deutlich gewandelt. Durch Fernsehen, Chatrooms, bestimmte Onlinedienste oder auch der E-Mail Dienst ist der Verteilcharakter von Medien vielfältiger geworden.

Medien sind technische Transportsysteme für bestimmte Zeichensysteme, Organisationen mit eigenen Zielen und Interessen, komplexe Gefüge von Strukturen, Erbringer von funktionalen und dysfuktionalen Leistungen für die Gesellschaft und soziale Institutionen, welche in die Verhältnisse der Gesellschaft eingebunden sind (vgl. Saxer 1998, S. 54).

Medien können nun selbst als „organisierte Handlungssysteme“ (Siegert, 1993, S. 13) aufgefasst werden, sie bilden in ihrer Gesamtheit ein System, das Mediensystem.

2.3 Mediensysteme

Nachdem nun die Begriffe System und Medien definiert wurden, kann auf die Mediensysteme eingegangen werden.

Mediensysteme sind daraufhin zu analysieren und zu vergleichen, welche Funktion sie erfüllen und wie sie dies mittels ihrer verschiedenen Bestandteile erreichen. Unter dem im Titel verwendeten Begriff des Mediensystems wird hier die Gesamtheit der vorhandenen Massenmedien (insbesondere Presse, Radio und Fernsehen), ihre Wechselbeziehungen untereinander und ihre Wechselbeziehungen zu Akteuren verschiedener gesellschaftlicher Teilsysteme (Politik, Wirtschaft, Kultur) begriffen (vgl. Künzler; Hribal; Jarren, 2005).

„Die Analyse von Mediensystemen umfasst die ökonomischen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen; die technische Basis: die Organisationen des Mediensystems und Strukturen im Mediensystem samt seiner Organisationen; die Wirkungen dieser Elemente auf Leistungen der Medien und des Mediensystems.“ (Thomaß, 2007, S. 19)

Das Mediensystem kann als Infrastruktur der Gesellschaft betrachtet werden. Genau wie bei der Infrastruktur der Bahn müssen eine Reihe von Organisationen wie öffentliche oder private Bahngesellschaften, Unternehmen für die Produktion und den Unterhalt des Rollmaterials oder Agenturen für den Billettverkauf gegründet werden um Passagiere oder Güter transportieren zu können. Auch Seitens des Staates müssen Sicherheitsvorschriften erlassen oder Leistungsanforderungen an die Unternehmen gestellt werden.

So ist es auch in einem Mediensystem. Eine Reihe von Organisationen sind an der Produktion und Verteilung von Medieninhalten direkt oder indirekt beteiligt. Zur Finanzierung der privatwirtschaftlichen Medien haben sich z.B. Agenturen gebildet, die Werbeinhalte herstellen. Für den Transport von Medieninhalten existieren verschiedenen Organisationen und bei der Produktion von publizistischen Medieninhalten in Medienunternehmen wird teilweise auf die Tätigkeit von Nachrichten- und PR-Agenturen zurückgegriffen (vgl. Künzler, 2005).

Die im Mediensytem angeordneten Printmedien sollen in dieser Arbeit im Vergleich zwischen der Schweiz und Deutschland insbesondere im Mittelpunkt stehen.

Im folgenden Kapitel wird näher auf das Mediensystem der Schweiz eingegangen.

3. Die Schweiz im Porträt

Um einen Überblick über das schweizerische Mediensystem zu vermitteln, wird in diesem Kapitel zunächst ein kurzer Einblick über die Schweiz, das schweizerische Mediensystem, besonders im Bereich Print und Rundfunk, die Entstehungsgeschichte der schweizerischen Medien sowie in die Geschichte der Pressefreiheit in der Schweiz gegeben.

3.1 Die Schweiz

Die Schweiz gehört mit einer Gesamtbevölkerung von 45 Millionen Einwohnern und einer Landesfläche von 41.290 km zu einem der kleinsten Staaten in Europa. Mit 185 Einwohner je Quadratkilometer ist das kleine Land im Vergleich zur europäischen Union mit einer Dichte von 65 Einwohner pro Quadratkilometer recht dicht besiedelt, im Vergleich zu Deutschland jedoch wiederum gering1.

Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen. Das sind autonome Regionen, denen umfangreiche Selbstverwaltungsrechte zustehen. Sie liegt in Westeuropa und grenzt an die vier großen Länder Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien sowie an den Staat Lichtenstein. Mit dieser zentralen Position stellt sie nicht nur die Verbindung vier großer europäischer Kulturen sondern auch eine wichtige Verkehrsschnittstelle dar. Daraus resultierend ist sie eines der wenigen Länder in denen vier Amtssprachen herrschen. Diese unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Es wird mit 63,7 Prozent überwiegend Deutsch gesprochen, gefolgt von Französisch mit 20,4 Prozent. Die zweithäufigste Sprache wird vorwiegend im Westen des Bundesstaates gesprochen. In den südöstlichen Regionen ist Italienisch mit 6,5 Prozent die wichtigste Sprache. Am wenigsten verbreitet ist die kontroverse Rätoromanische Sprache mit 0,5 Prozent.2

Das Bruttoinlandsprodukt lag im Jahr 2012 bei 41.950 US-Dollar. Damit ist der eigenständige, unabhängige Bundesstaat auf Platz 9 der reichsten Länder weltweit und übertrifft auch Deutschland deutlich. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2012 bei 3,3 Prozent. Gemäß der Verfassung von 1848 ist die Schweizerische Eidgenossenschaft ein republikanischer Bundesstaat. Das kollektive Staatsoberhaupt bildet der Bundesrat.3

[...]


1 http://www.welt-atlas.de/laenderinformationen_schweiz_1-565

2 http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/05/blank/key/sprachen.html

3 http://www.seco.admin.ch/themen/00374/00384/

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Analyse und Vergleich der Mediensysteme in der Schweiz und in Deutschland
Untertitel
Mit Schwerpunkt auf den Pressemarkt am Beispiel zweier Tageszeitungen
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Hamburg
Veranstaltung
Internationale Medienwirtschaft
Note
1,4
Autor
Jahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V212871
ISBN (eBook)
9783656413332
ISBN (Buch)
9783656414506
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, vergleich, mediensysteme, schweiz, deutschland, schwerpunkt, pressemarkt, beispiel, tageszeitungen
Arbeit zitieren
Sabrina Pfitzner (Autor), 2013, Analyse und Vergleich der Mediensysteme in der Schweiz und in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212871

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