Geschichtsbild und Legitimation von Politik bei Hugo Chávez


Diplomarbeit, 2006
98 Seiten, Note: 1,7

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politik in Venezuela von 1958 bis 1999
2.1. Vorgeschichte
2.2. Der Pakt von „Punto Fijo
2.3. Das Ende des Systems der Zweiparteienregierung

3. Entstehung des Geschichtsbildes von Hugo Chávez
3.1. Persönliche Entwicklung
3.2. Ideologische Inhalte des Bolivarianismus
3.2.1. Der Baum der drei Wurzeln
3.2.2. Der Bolivarianismus ist keine fertige Ideologie
3.3. Weiterer ideologischer Einfluss

4. Geschichtspolitik der aktuellen Regierung
4.1. Das Geschichtsbild im Diskurs von Hugo Chávez
4.1.1. Helden der Unabhängigkeit Lateinamerikas
4.1.2. Kampf gegen den Imperialismus
4.1.3. Venezuela vor dem „Pakt von Punto Fijo
4.1.4. Verfall des politischen Systems während der Herrschaft der Zweiparteienregierung
4.2. Aktive Geschichtspolitik

5. Legitimation von Politik im Diskurs von Hugo Chávez
5.1. Charakteristiken des Diskurses
5.2. Themen und Inhalte
5.2.1. Schaffung einer partizipativen Demokratie
5.2.2. Sozialprogramme
5.2.3. Außenpolitik: Projekte zur lateinamerikanischen Integration
und die Haltung gegenüber den USA
5.3. Legitimationsstrategien

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Seit sieben Jahren regiert in Venezuela ein Präsident, der zunehmend die Aufmerksam-keit der ganzen Welt auf sich zieht. Nicht nur im eigenen Land provoziert Hugo Chávez mit seinen flammenden Reden die unterschiedlichsten Reaktionen.

Venezuela ist gespalten in Chávez-Anhänger und Chávez-Gegner, es gibt dort vermutlich kaum jemanden, der gegenüber dem Präsidenten indifferent ist. Seinen politischen Gegnern ist er ein Dorn im Auge, für sie ist er ein „Diktator“ und „Verrückter“[1]. Von seinen Anhängern dagegen wird er verehrt und als Retter des venezolanischen Volkes gesehen.

Grundsätzlich lässt sich folgendes Bild über die Polarisierung der Bevölkerung zeichnen: Die breite Masse der Bevölkerung steht hinter ihrem Präsidenten und zeigt dies deutlich bei Wahlen und Volksbefragungen. Die Oberschicht ist in der Regel gegen den Präsidenten. Um die Unterstützung der Mittelschicht konkurrieren beide Pole.

Diktator, Populist oder Hoffnungsträger – auch in den internationalen Medien scheiden sich die Geister, je nach politischer Orientierung und Quelle der wiedergegebenen Information.

In Venezuela sind die traditionellen Medien in den Händen der Opposition, die über einen langen Zeitraum hinweg die Politik von Hugo Chávez boykottiert hat. Es wurden nicht nur negative Aspekte übertrieben dargestellt und Erfolge der Regierung ignoriert, sondern auch vorsätzlich Unwahrheiten verbreitet:

Das bekannteste Beispiel sind die Fernsehausstrahlungen am Tag des Staatsstreiches gegen Chávez im April 2002, in denen vorgetäuscht wurde, dass Chávez-Anhänger auf friedliche Demonstranten der Opposition geschossen hätten, was wiederum die Legitimationsgrundlage der Opposition bildete, den Präsidenten zu stürzen. Später wurde bewiesen, dass die Aufnahmen für die Zwecke der Putschisten manipuliert worden waren.[2]

Die Regierung hat begonnen, Gesetze zu erlassen, um mediale Attacken dieser Art einzuschränken. Auch hat sie im Laufe der Zeit eigene Kommunikationsmedien geschaffen wie den Fernsehsender „TeleSUR“ und die Sendung „Aló Presidente“.

Jedem, der die politischen Äußerungen von Hugo Chávez auch nur für kurze Zeit verfolgt, wird bald auffallen, dass er sich stets auf Helden und Ereignisse aus der Geschichte beruft, und eine Vielzahl von Autoren aus aller Welt zitiert, wenn es darum geht, seinen Zuhörern seine Politik näher zu bringen.

Fragestellung und Methode

In dieser Arbeit soll untersucht werden, welche Rolle die Darstellung von Geschichte in der Politik von Hugo Chávez spielt. Die Zielsetzung der Untersuchung ist es, zu einer Einschätzung zu kommen, inwiefern das Geschichtsbild von Hugo Chávez Ausdruck in seinem politischen Handeln findet und er die Darstellung historischer Zusammenhänge instrumentalisiert, um gegenwärtige Politik zu legitimieren.

Es wird einerseits die historische Grundlage des politischen Handelns von Hugo Chávez erörtert, um so ein besseres Verständnis für die von ihm angeführte „bolivarianische Revolution“ zu ermöglichen. Andererseits wird untersucht, wie Chávez seine Position an der Macht rechtfertigt, und wie er der Bevölkerung seine Politik vermittelt.

Zum Verständnis des Sachverhaltes soll im zweiten Kapitel zunächst der politische Kontext dargestellt werden, aus dem die „bolivarianische Revolution“ hervorgegangen ist. Dazu wird die politische Vergangenheit Venezuelas betrachtet, insbesondere die letzten 40 Jahre, in denen sich die beiden stärksten Parteien an der Macht abwechselten.

In Kapitel drei wird beschrieben, wie Hugo Chávez in dieser Zeit aufwuchs, und wie sich sein Geschichtsbild formte. Hier wird betrachtet, wie sich seine politische Gesinnung entwickelte, welche Personen und Ereignisse Einfluss auf ihn genommen haben und wie es zur Teilnahme seiner politischen Bewegung an den Präsidentschafts-wahlen im Jahr 1998 kam.

Im Anschluss wird die der aktuellen Regierung zugrunde liegende „bolivarianische Ideologie“ vorgestellt, die auch als „Chavismus“ bezeichnet wird. Es werden hier die historischen Persönlichkeiten dargestellt, die Chávez als Grundlage seiner Ideologie angibt sowie der mutmaßliche Einfluss der Ideen von Norberto Ceresole auf Hugo Chávez` politisches Denken und Handeln.

Im Hauptteil der Arbeit werden das Geschichtsbild von Hugo Chávez und die Methoden seiner Legitimation von Politik, anhand seiner Diskurse untersucht.

Dazu wird in Kapitel vier zunächst betrachtet, wie die aktuelle Regierung der Bevölkerung Geschichte vermittelt. Dabei werden hauptsächlich mündliche und schriftliche Äußerungen des Präsidenten Hugo Chávez zu verschiedenen Anlässen und Zeitpunkten seiner Amtszeit, aber auch der Zeit vor seiner Präsidentschaft analysiert.

Die ausgewählten Geschichtsthemen sind: Helden der Unabhängigkeit Venezuelas, Kampf gegen den Imperialismus, Venezuela vor dem „Pakt von Punto Fijo“ und Verfall des politischen Systems während der Herrschaft der Zweiparteienregierung. Sie zählen zu den wichtigsten und am meisten referierten Themen bei Hugo Chávez.

Darüber hinaus sollen auch anderweitige Aktivitäten der Regierung dargestellt werden, die der Bevölkerung Personen oder Ereignisse aus der Geschichte näher bringen oder in Erinnerung rufen sollen.

In Kapitel fünf wird der Diskurs von Chávez über seine aktuelle Politik analysiert. Dabei sollen zunächst einige Charakteristiken dieses Diskurses betrachtet werden, um ihre mögliche Relevanz als Legitimationsstrategie zu beleuchten.

Im Anschluss werden drei der wichtigsten Themen ausgewählt, die zur Legitimationsbasis der Politik von Chávez gehören: die Errichtung einer partizipativen Demokratie, die Sozialpolitik und die Außenpolitik. Im Rahmen des Themas Außen-politik soll auf die Projekte zur lateinamerikanischen Integration und die „anti-imperialistische“ Haltung von Chávez gegenüber den USA eingegangen werden. Diese drei Themen zählen zu den wichtigsten Pfeilern seiner Politik und spielen eine bedeutende Rolle in seinem Diskurs.

Im letzten Punkt werden die sich aus dem Hauptteil ergebenden Legitimations- strategien herausgearbeitet und zusammenfassend dargestellt.

Quellenlage

Die Schwierigkeit, über ein Thema der Zeitgeschichte zu schreiben, besteht darin, dass die Ereignisse relativ aktuell sind und daher die Aussagekraft einzelner Quellen nur eingeschränkt beurteilt werden kann. Dies wird durch die zuvor beschriebene Situation der Berichterstattung in und über Venezuela nicht gerade erleichtert. Im Gegenteil, sie macht es extrem schwierig, sich von den interessensgeleiteten Darstellungen über den Präsidenten von Venezuela sowie seine Politik zu lösen, und geeignete Quellen aus Unmengen von Informationen herauszufiltern.

Da das Ziel dieser Arbeit ist, herauszuarbeiten, wie Chávez Geschichte darstellt, und wie er seine Politik rechtfertigt, liegt es nahe, in erster Linie seine eigenen Worte zur Untersuchung heranzuziehen, wozu Diskurse als ideale Quellen dienen. Man findet sie im Internet als Video oder auch transkribiert. Eine besonders ergiebige Quelle hierzu ist die Internetseite des Ministeriums für Kommunikation und Information (MCI), die anscheinend alle Diskurse von Chávez ab März 2004 in transkribierter Form bereitstellt.

Terminologie

Unter einem „Geschichtsbild“ versteht man die Vorstellung, die ein Mensch – seinen Kenntnissen und Einsichten entsprechend – von geschichtlichen Ereignissen hat.

In einem politischen System konkurrieren verschiedene gesellschaftliche Gruppen um die Verbreitung ihrer Geschichtsbilder unter der Bevölkerung. Ein politischer System-wechsel und der Prozess der Etablierung einer neuen politischen Ordnung geht grundsätzlich mit einer Veränderung in der Darstellung von Geschichte einher.

Dieser Konkurrenzkampf um die Verbreitung des eigenen Geschichtsbildes wird in der Definition von „Geschichtspolitik“ von Edgar Wolfrum deutlich, der den Begriff als „ein Handlungs- und Politikfeld beschreibt, auf dem verschiedene Akteure Geschichte mit ihren spezifischen Interessen befrachten und politisch zu nutzen suchen“[3].
Staatliche Geschichtspolitik dient der Vermittlung eines bestimmten Geschichtsbildes an die Bevölkerung, mit dem Ziel, zum einen die eigene Herrschaft und das eigene politische Handeln zu legitimeren, und zum anderen das Vorgängersystem zu delegitimieren. Es wird gezielt an die eigene Geschichte erinnert, an besondere Ereignisse, bestimmte Persönlichkeiten und deren Leistungen. Das Erkenntnisinteresse von Forschungen zur Geschichtspolitik richtet sich auf die öffentlichen Konstruktionen von Geschichts- und Identitätsbildern, die sich über Rituale oder Diskurse vollziehen.[4]

Entscheidend ist hierbei nicht die Frage nach dem wissenschaftlichen Wahrheitsgehalt des vermittelten Geschichtsbildes , sondern die Frage, wie und mit welchen Mitteln Vergangenheit thematisiert und politisch genutzt wird.

Der Begriff „Bolivarianismus“ bezeichnet eine Ideologie, die auf den Ideen des venezolanischen Nationalhelden Simón Bolívar (1783–1830) basiert. Die Ideologie ist in ganz Lateinamerika verbreitet und bezieht sich hauptsächlich auf die von Bolívar geäußerten Ideen in der Carta de Jamaica, dem Discurso de Angostura und dem Manifiesto de Cartagena.

Im deutschen Sprachgebrauch hat sich neben „Bolivarianismus“ auch die Bezeichnung „Bolivarismus“ etabliert, die von den diplomatischen Vertretungen Venezuelas verwendet wird. In dieser Arbeit soll der erstere Begriff verwendet werden, da er als die bessere Übersetzung erscheint. In Venezuela wird der Bolivarianismus auch als „Chavismus“ bezeichnet. Während sich die Anhänger von Chávez, einschließlich ihm selbst, als „Bolivarianer“ bezeichnen, werden sie von Außenstehenden eher als „Chavisten“ bezeichnet.

2. Politik in Venezuela von 1958 bis 1999

2.1. Vorgeschichte

Bevor Venezuela Mitte des 20. Jahrhunderts den demokratischen Weg einschlug, wurde das Land überwiegend von einzelnen militärischen Führern regiert. Diese Phase erlebte ihren Höhepunkt mit der Diktatur von Juan Vicente Gómez zu Beginn des 20. Jahrhunderts (1908–1935).

Im Jahr 1914 begann die Erdölförderung in Venezuela. Mit dem Erdölboom verwandelte sich das bisher ökonomisch stark marginalisierte Land in den Staat mit den besten Entwicklungschancen in Lateinamerika. Der Erdölreichtum zog viele Einwanderer nach Venezuela.[5] Ausländische Ölfirmen konnten in Venezuela preisgünstig Rohöl erweben, was den oberen Zehntausend einen warmen Petrodollar-Regen einbrachte. Diese konnten sich aus den USA importierte Konsumgüter und Lebensmittel leisten. Venezolanische Eliten bevorzugten seit jeher den Konsum von Importgütern, landeseigene Produkte waren in ihren Augen für die Unterschichten bestimmt. Dieses Verhalten trug zum Zusammenbruch der Landwirtschaft bei, der viele Bauern dazu zwang, in die Städte zu ziehen.

Die Erdölproduktion wurde von ausländischen Gesellschaften gefördert, und machte Venezuela somit vom Ausland abhängig, besonders von den USA.[6]

Venezeuela verwandelte sich in eine Rentenökonomie, die Hans-Jürgen Burchardt als Wirtschaftsform definiert, in der der Staat eine zentrale Verfügungsgewalt über nationale Ressourcen hat, deren Export ihm auf dem Weltmarkt eine zentrale Einnahmequelle garantiert und ihm gleichzeitig eine gewisse Autonomie gegenüber seiner Gesellschaft und Wirtschaft gewährt.[7]

Während der Amtszeit von Lopéz Contreras und seinem Nachfolger Isaías Medina Angarita, (1941–1945) kam es zu einer Liberalisierung des politischen Systems. Presse- und Organisationsfreiheit wurden zugelassen, es entstanden die ersten politischen Parteien. Die Acción Democrática (AD) wurde 1941 gegründet und schaffte es, in nur vier Jahren eine landesweite Organisationsstruktur aufzubauen und die Führungsrolle innerhalb der entstehenden Gewerkschaften einzunehmen.

Im Jahr 1945 putschte die AD gemeinsam mit einigen Militärs gegen den Präsidenten Medina Angarita. Die darauf folgenden Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung gewann die AD mit großem Vorsprung, genauso wie auch die ersten freien Präsidentschafts- und Kongresswahlen. Die von ihr politisch ausgenutzte hegemoniale Stellung, die sie während der Regierungszeit von Rómulo Betancourt zwischen 1945 und 1948 genoss, führte zu Kritik seitens der Opposition, der Kirche und des Militärs.

Im Jahr 1948 kam es zu einem Militärputsch. Unter den nun herrschenden Militärs setzte sich Marcos Pérez Jiménez durch,[8] der im Jahr 1952 offiziell das Präsidentenamt übernahm. Seine Amtszeit wird auch als „dictablanda[9] bezeichnet, was so viel bedeutet wie „weiche Diktatur“. Unter Jiménez entstand im Jahr 1953 eine neue Verfassung. Ihr zentralistischer Charakter wird mit der Umbenennung des Landes von „Estados Unidos de Venezuela“ in „República Venezuela“ deutlich.[10]

Der Reichtum des Landes verleitete Pérez Jiménez zur Verschwendung von Staatseinnahmen, die zur Verschuldung des Landes führte. Als Repressionsinstrument diente ihm die neu gegründete Seguridad Nacional.

Im Jahr 1958 führte der Unmut der Bevölkerung zum Sturz des Diktators.[11]

Alle Oppositionsparteien verbündeten sich gegen das Regime und gründeten eine Junta Patriótica: die sozialdemokratische Partei Acción Democrática (AD), das christdemokratische Comité de Organización de Política Electoral Independiente (Copei), die liberaldemokratische Unión Republicana Democrática (URD) sowie die kommunistische Partido Comunista de Venezuela (PCV).[12]

2.2. Der Pakt von Punto Fijo

Am 31. Oktober 1958 wurde der berühmte „Pakt von Punto Fijo[13] geschlossen, der die Politik Venezuelas über 40 Jahre lang bestimmen sollte. Beteiligt waren die Parteien der Junta Patriótica, mit Ausnahme der kommunistischen Partei, die vom Pakt ausge-schlossen blieb.[14]

Inhalt des Paktes sind folgende Punkte:

1. Es gilt der Vorrang der Verfassungsmäßigkeit und die Parteien verpflichten sich, die Ergebnisse der Wahlen zu respektieren.
2. Es soll eine Koalitionsregierung gebildet und vermieden werden, dass eine der Parteien eine hegemonische Position einnimmt. Das heißt, selbst bei Erreichen einer Mehrheit müssen die anderen Parteien beteiligt werden.
3. Die drei Parteien verpflichten sich, der Wählerschaft ein gemeinsames Minimal-programm vorzulegen.[15]

Zwei wichtige Erfahrungen haben zur Entstehung des Paktes geführt:

Erstens die Hegemonie der AD während des trienio[16] von Rómulo Betancourt und die daraus resultierenden destabilisierenden Tendenzen, die von extrem rechten Bewegungen im Militär hervorgerufen wurden, und zweitens die darauf folgende Diktatur von Pérez Jiménez.

Man wollte in Zukunft eine derartige Hegemonie, wie sie die Partei AD von 1945 bis 1948 besaß, und daraus resultierende Putschversuche seitens des Militärs vermeiden.[17]

Die Demokratie in Venezuela zur Zeit des „puntofijismo” beschreibt Andreas Boeckh als paktierte Demokratie.[18]

Rómulo Betancourt, der auch „Vater der venezolanischen Demokratie“ genannt wird, regierte von 1959 bis 1964 als erster Präsident der demokratischen Ära. Gemeinsam mit Iran, Saudi-Arabien, Kuwait und dem Irak gründete Venezuela 1960 die OPEC, die Organisation der Erdöl fördernden Staaten. Preisabsprachen und Reduktion der Fördermenge ließen den Weltmarktpreis steigen.[19] Dies ermöglichte eine durch den Erdölexport finanzierte Binnen-Industrialisierung.

Es entwickelte sich ein populismo de conciliación[20], ein populistisches System des Ausgleichs, welches aufgrund wirtschaftlicher Prosperität in der Lage war, einen sozialen Ausgleich zu finanzieren. Mit der Verfassung von 1961 wurde dieses System fixiert.[21]

Allerdings entstanden bereits in den 1960er–Jahren Bewegungen, sowohl von rechts als auch von links, die eine Bedrohung der repräsentativen Demokratie darstellten. Ein Putsch aus den Reihen des Militärs scheiterte. Eine der größeren Bedrohungen der Betancourt-Regierung stellte die Guerilla-Bewegung dar[22], zu deren Anführern Douglas Bravo und Teodoro Petkoff[23] zählten. Der städtische und ländliche Guerilla-Kampf hielt fünf Jahre an, verlor jedoch mit der Zeit die Unterstützung der Bevölkerung, die signalisierte, dass sie den Wahlgang der Waffengewalt vorzog.[24]

Nachfolger von Betancourt war Raúl Leoni. Seine Amtszeit (1964–1969) wird als Periode der nationalen Einheit und der Harmonie unter den Parteien gesehen. Um der Bedrohung durch die Guerilla-Bewegung ein Ende zu bereiten, legalisierte Leoni kurzerhand die beiden Parteien MIR (Movimiento de Izquierda Revolucionaria) und PCV.[25]

2.3. Das Ende des Systems der Zweiparteienregierung

Vor allem in den 1970er-Jahren profitierte der Staat von den enormen Einnahmen aus dem Erdölexport. Allerdings verblieb ein großer Teil dieser Gelder in den Händen der Eliten des Landes. Das Geld reichte in dieser Zeit trotz Staatsbürokratie, Korruption und Unterschlagung aus, um in der Bevölkerung den Anschein zu erwecken, man sei um ihr Wohl bemüht. So wurde z.B. für die Subvention von Lebensmitteln und die Bereitstellung von Baumaterialien, Grundstücken und Arbeitsstellen gesorgt.[26] „Das Erdöl diente als Schmiermittel zwischen den sozialen Schichten.“[27]

Carlos Andrés Pérez verstaatlichte Anfang des Jahres 1976 die Eisenindustrie und die Ölindustrie. Venezuela war zu dieser Zeit der drittgrößte Erdölproduzent der Welt.[28]

Mit dem Jahr 1978 war das Wirtschaftswachstum jedoch beendet. Zwar stiegen die Deviseneinnahmen stark an – ausgelöst durch die Verstaatlichung der Erdölindustrie und den Beginn des Krieges zwischen dem Irak und Iran (1980) – die Außenhandelsüberschüsse führten aber zu einer permanenten Überbewertung der nationalen Währung, dem Bolívar. Der hohe Wechselkurs bereitete den exportierenden Industrien Absatzprobleme und es kam zur Erkrankung der gesamten Wirtschaft.

Die Auslandsverschuldung stieg zwischen 1973 und 1982 von zwei Milliarden auf 35 Milliarden US-Dollar an. Die Schuldenkrise führte zu einer massiven Kapitalflucht und endete im Staatsbankrott: Am 18. Februar 1983 wurde das Land Venezuela zahlungsunfähig.[29] Letztendlich musste der Bolívar abgewertet werden. Dies bedeutete für viele Venezolaner das Ende der vorher üblichen Reisen zum Einkaufen nach Miami. Auch der Konsum von Importgütern verteuerte sich schlagartig.[30]

Die Rentenökonomie war an ihre Grenzen gestoßen, die venezolanische Wirtschaft stürzte in eine unaufhaltsame Krise. Burchardt nennt folgende Symptome der „holländischen Krankheit“[31], die er für Venezuela diagnostiziert: wirtschaftliche Stagnation, Hyperinflation, anschwellender Schwarzmarkt und Korruption, Arbeitslosigkeit, soziale Marginalisierung, starke Verschuldung, wachsende, aber weitgehend effektlose Staatsinterventionen, Außenhandels- und Staatshaushaltsdefizite, Dekapitalisierung.[32]

In den Jahren von 1984 bis 1988 steigen die Lebensunterhaltskosten rasant an, die Kaufkraft sinkt um 20 %. In den Wahlen von 1988 bringt die Bevölkerung ihren Vertrauensverlust gegenüber den Parteien zum Ausdruck. Trotz Wahlpflicht beträgt die Stimmenthaltung fast 20 %, die höchste in 30 Jahren Demokratie.

Mittlerweile lebten einerseits mehr als ein Drittel der Bevölkerung in extremer Armut[33], fast ein Viertel leidete unter Unterernährung. 47% der Bevölkerung leben in den Armenvierteln, den sogenannten barrios von Caracas. Andererseits herrschte eine extreme Reichtumskonzentration, die nationale Bourgeosie wird vom Staat geschützt.[34]

Im Jahr 1989 trat Carlos Andrés Pérez seine zweite Amtszeit an, die Venezolaner verbanden mit ihm die goldenen 70er-Jahre. Doch die an die Forderungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) angepasste Sparpolitik ließ keine Maßnahmen zur Lösung der dringenden sozialen Probleme zu. Stattdessen wurde die Krise auf die Unterschichten abgewälzt, es wurden Subventionen gestrichen und die Preise für öffentliche Verkehrsmittel angehoben.

Völlig unerwartet, in Reaktion auf die ebenfalls völlig unerwartete Verdopplung der Fahrtkosten im öffentlichen Verkehr am 27. Februar 1989, trat die Bevölkerung spontan in Aktion. Bürger aus den Unterschichten organisierten Proteste und Plünderungen (saqueos) in den Geschäftsvierteln der Stadt. Nicht nur in Caracas, auch in mehreren anderen venezolanischen Städten hielten die Plünderungen noch tagelang an. Die Pérez Regierung schlug die Aufstände gewaltsam nieder. Es starben zwischen tausend und fünftausend Menschen im Anschluss an den sogenannten caracazo, aufgrund der von der Regierung befohlenen Militäreinsätze.[35]

Spätestens in den 1990er-Jahren konnte die Korruption nicht mehr vertuscht werden.

Um das Spardiktat des IWFs einzuhalten, wurden Steuern erhöht, ansonsten wurde jedoch so fortgefahren wie bisher. Das politische System Venezuelas kollabierte, die traditionellen politischen Parteien verloren vollkommen ihre Repräsentativität. Nicht nur in der Bevölkerung, sondern vor allem auch im Militär entstanden neue Bewegungen. In der Armee konspirierten seit vielen Jahren kleine Gruppen von Unteroffizieren.

Am 4. Februar 1992 kam es zu einem Putschversuch. Zu den Generälen, die sich den Sturz des Präsidenten Carlos Andrés Pérez zum Ziel gesetzt hatten, zählte auch der heutige Präsident Hugo Chávez Frías. Nachdem der Versuch gescheitert war, ergab sich Chávez und übernahm in einer kurzen Fernsehausstrahlung die Verantwortung für den Aufstand; dies machte ihn zu einem Symbol des Widerstandes.[36] Während er im Gefängnis saß, fand im November desselben Jahres ein weiterer Putsch statt, ebenfalls erfolglos. Mit dem Beginn der zweiten Amtszeit von Rafael Caldera, im Jahr 1994, veränderte sich das Klima für die Ex-Putschisten, noch im selben Jahr wurde Hugo Chávez entlassen.

Unter Rafael Caldera wurde der ehemalige guerillero Teodoro Petkoff als Planungs-minister mit der Aufgabe betraut, die Wirtschaftskrise einzudämmen. Ein weiteres Ziel der Regierung war es, die Finanzkrise zu lösen: Im Jahr 1994 kam es zu einer schweren Bankenkrise – die zweitwichtigste Bank des Landes meldete Konkurs an. Die „Agenda Venezuela“, wie das vom IWF abgesegnete Regierungsprogramm genannt wurde, sollte einen Weg aus den Krisen weisen.[37]

Dass dieses Projekt nicht von Erfolg gekrönt war, zeigt die Situation des Landes Ende der 1990er-Jahre: die venezolanische Gesellschaft litt unter hoher Arbeitslosigkeit und extremer Ungleichheit, die Hälfte der Bevölkerung lebte am Rand des Existenzminimums.

Das politische System war inkompetent und korrupt, es gewährleistete immer weniger politische und soziale Integration. Mit seinem Untergang hinterließ es ein völlig abgewirtschaftetes Land, das nun zu den newly declined countries gehörte.[38]

Die venezolanische Demokratie galt lange als Musterbeispiel Lateinamerikas. Allerdings hatte der Personenkult in der politischen Kultur Venezuelas tiefere Spuren hinterlassen als in anderen Ländern. So zeichneten sich auch in der Periode der repräsentativen Demokratie (1958–1998) caudillistische Herrschaftsmuster ab.[39]

Politiker waren darauf angewiesen, auf charismatische Weise die Vertreter der „starken Akteure“ (Armee, Kirche, Medien, Unternehmer, Arbeiterschaft, Intellektuelle) einzubeziehen. Die Wahlkämpfe waren immer personenbezogen und spektakulär aufgezogen, darauf abzielend, den durchschnittlichen Wähler zu befriedigen.[40]

In der venezolanischen Bevölkerung hatte sich die Vorstellung verankert, das Land sei aufgrund der Erdöleinnahmen so reich, dass alle Venezolaner im Wohlstand leben könnten, wenn die Regierung die Gewinne nur „richtig“ verteilen würde.[41]

3. Entstehung des Geschichtsbildes von Hugo Chávez

3.1. Persönliche Entwicklung

Hugo Rafael Chávez Frías wurde am 28. Juni 1954 in Sabaneta, im Bundesstaat Barinas, Venezuela, geboren. Seine Eltern, Hugo de los Reyes Chávez und Elena Frías de Chávez, sind Lehrer und Eltern von sechs Kindern.

Vom Wunsch getrieben, Profi-Baseball-Spieler zu werden, trat Chávez nach seinem naturwissenschaftlichen Abitur in die Militärakademie[42] von Caracas ein. Hier konnte er Baseball spielen und gleichzeitig ein Studium der Sozialwissenschaften beginnen.

Er interessierte sich zu diesem Zeitpunkt besonders für Mao Tse Tung und vertiefte sich in die Lektüre seiner Werke. Verfassungsrecht gehörte zum Lehrprogramm an der Militärakademie, was Chávez ebenfalls eingehend studierte. Auch die Thesen Bolívars wurden gelehrt, in der Akademie bildeten die Studenten sogenannte bolivarianische Gemeinschaften.[43]

Ein weiterer Inhalt seines Studiums hat Chávez beeinflusst: die Technik der Führungs-kraft. Er lernte, wie man menschliche Gruppen anführt, und wie man das Selbstbewusst-sein und die Moral seiner Untergebenen aufbaut.

Im Jahr 1975 schloss er das Studium an der Militärakademie als subteniente (Leutnant) ab. Zu dieser Zeit hatte er schon feste politische Ansichten, die sich in der Akademie entwickelt hatten. Später setzte er seine militärische Karriere fort und erhielt 1990 den Dienstgrad teniente coronel (Oberstleutnant).[44]

Im Jahr 1980, wenige Jahre nach Abschluss seines Studiums, kehrte Chávez als Ausbilder an die Akademie zurück. In den folgenden drei Jahren unterrichtete er die Studenten nach seinen politischen Vorstellungen. Die Besten aus diesem Jahrgang stellten später den größten Teil der Offiziere, die sich an dem Putsch von 1992 beteiligten.[45]

Im Jahr 1990 hatte Chávez außerdem ein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Simón Bolívar begonnen, welches er nie abschloss.

Seine ersten Bekanntschaften mit politisch Linken machte er im Alter von ca. 15 Jahren.[46] Mit José Esteban Ruiz Guevara[47], einem Kommunisten und Geschichts-wissenschaftler, gewann er einen guten Freund. Dessen Söhne gehörten zu der gerade neu entstandenen politischen Gruppe „La Causa R“[48]. Die Familie Ruiz nahm einen gewissen Einfluss auf die politische Orientierung von Chávez.

Ruiz Guevara berichtete in einen Interview, wie er in der Bibliothek seines Hauses seinen Söhnen und Chávez sein Wissen vermittelte. Er habe sie ermuntert, Rousseau und Macciavelli zu lesen, habe sie in das politische Denken Venezuelas im 18. Jahrhundert eingeweiht, und sie über Bolívar und Ezequiel Zamora unterrichtet. Auch Marx und Lenin seien in seiner Bibliothek zu finden gewesen, erinnert sich einer der damaligen engsten Freunde von Chávez.

Während seiner Zeit an der weiterführenden Schule in Barinas fand Chávez in diesem Haus, in diesem Mann, die wichtigsten intellektuellen Quellen.[49] Auch Ruiz Guevara ist der Ansicht, Chávez sei von ihm und seinen Söhnen in seinem politischen Denken stark beeinflusst worden.[50]

Zwei Ereignisse in den ersten Jahren auf der Militärakademie beschreibt Chávez als besonders prägend: Erstens habe er zwischen 1971 und 1973 die Bekanntschaft mit dem Sohn des damaligen panamesischen Präsidenten Omar Torrijos[51] gemacht. Daraufhin sei er zum Torrijos-Anhänger geworden.

Zweitens sei er im Jahr 1974 als Kadett nach Peru gereist, um an der Feier anlässlich des 160. Jahrestags der Schlacht von Ayacucho teilzunehmen. Hier erlebte er ein Stück der nationalen Revolution Perus, lernte auch Juan Velasco Alvarado kennen. Er bekam das Buch „El plan Inca“[52] geschenkt, was er über Jahre hinweg las.[53]

In dem sehr umfangreichen Interview „Habla el Comandante“ von Agustín Blanco Muñoz gibt Hugo Chávez eine Menge Informationen zu seiner Person. Aus seinen Erzählungen geht auch hervor, wie sich sein soziales Bewusstsein entwickelt hat:

Er stimmt dem Schriftsteller Eduardo Galeano zu, der gesagt habe, ein Mensch wird in dem Moment politisch, in dem er sich um das Schicksal seiner Mitmenschen sorgt.[54]

An einer anderen Stelle berichtet er von Korruptionsfällen in den Streitkräften und gewaltsamen Handlungen gegenüber Dorfbewohnern seitens des Militärs.[55]

Chávez erzählt, wie er während seiner Militärzeit an der Grenze zu Kolumbien stationiert war, und dort in Kontakt mit der Guerilla kam. Er habe das Elend in der Bevölkerung gesehen und sich die Frage nach der Ursache für die Guerilla-Kriege und der Rolle des Militärs gestellt. So habe Chávez begonnen, über die Guerilla zu lesen.[56]

Aus den Lektüren der Werke von Mao Tse Tung hat Chávez verschiedene Schlüsse gezogen. Unter anderem sei ihm klar geworden, dass der Krieg durch eine Reihe von Komponenten beeinflusst wird, und dass dessen Ausgang letztendlich weniger von der Kriegsmaschinerie abhängt, als von den Menschen, von denen sie bedient wird, und ganz besonders von der Moral dieser Menschen.

Außerdem sei er, genau wie der chinesische Denker, der Auffassung, dass das Volk mit dem Militär in einer engen Beziehung stehen sollte. Von ihm übernimmt er ebenfalls seine Vorstellung der unión cívico-militar (zivil-militärische Vereinigung). Nicht selten zitiert er den Satz von Mao: „Das Volk ist für das Militär wie das Wasser für den Fisch“.[57]

Am 17. Dezember 1982 gründete Hugo Chávez, gemeinsam mit den Hauptmännern Jesús Urdaneta Hernández und Felipe Acosta Carles, die Bewegung EBR-200.[58] Die Initialen EBR haben zwei verschiedene Bedeutungen: Zum einen stehen sie für die Namen Ezequiel Zamora, Simón Bolívar und Simón Rodríguez, den Vätern des „Baumes der drei Wurzeln“[59], und zum anderen bedeuten sie „Ejército Bolivariano Revolutionario“ (Bolivarianische Revolutionäre Armee). Die „200“ steht für den zweihundertjährigen Geburtstag von Simón Bolívar, der vom 24. Juli 1982 bis zum 24. Juli 1983 gefeiert wurde. Später, als sich nach dem caracazo von 1989 viele Zivilisten anschlossen, wurde aus dem EBR-200 der MBR-200, wobei das „E“ für Ejército (Armee) gegen das „M“ für Movimiento (Bewegung) ausgetauscht wurde.[60]

Zehn Jahre später versuchte die Bewegung die Regierung von Carlos Andrés Pérez abzusetzen. Der Putsch der Generäle Chávez, Ortiz, Acosta, Urdaneta und Arias Cárdenas blieb jedoch ohne Erfolg. Einer der Gründe, die Chávez für das Scheitern nennt, ist die fehlende Beteiligung der Bevölkerung. Die Putschisten hatten fest mit der Unterstützung der „La Causa R“ gerechnet, die die Bevölkerung mobilisieren sollte, was den Putschgenerälen selbst nicht möglich war. Auch gelang es ihnen nicht, den Präsidenten gefangen zu nehmen, was ihnen ermöglicht hätte, die Kontrolle über die Militärspitze zu erlangen.[61] Dies waren die wichtigsten Beweggründe, die Chávez dazu veranlassten, die Waffen niederzulegen.[62]

Diese Entscheidung wurde ihm im Nachhinein von vielen Seiten angelastet. Dennoch wurde er, da er vor der Fernsehkamera die Verantwortung für den Aufstand auf sich genommen hatte, und in seiner Ansprache den Ausdruck „por ahora“ (fürs erste) benutzte,[63] zum unangefochtenen Führer dieses Prozesses.[64]

Im Gefängnis erhielten die Putschisten Anfragen von „La Causa R“, sich an den Wahlen zu beteiligen und für das ein oder andere Amt zu kandidieren. Doch der MBR-200 hatte sich entschlossen, nicht an den Wahlen teilzunehmen. Nur Arias Cárdenas[65] teilte diese Entscheidung nicht. Nach seiner Gefängnisentlassung ließ er sich als Kandidat der „La Causa R“ aufstellen und wurde Gouverneur des Bundesstaates Zulia.[66]

Am 26. März 1994 wurde Chávez begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen.

Zugleich wurde er aber auch aus dem Militär entlassen, da er gegen die bestehenden politischen Institutionen gehandelt hatte.[67]

In den Jahren 1994 und 1995 bereisten Chávez und seine Kameraden ganz Venezuela, sie zogen von einem Ort zum anderen und verbreiteten ihre Vorstellung von der Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung. So erweiterten und verstärkten sie ihre Bewegung. Der MBR-200 entwickelte sich zu einer Volksbewegung. Dennoch blieben die militärischen Einflüsse immer präsent, er wurde also zu einer zivil-militärischen Bewegung. Allerdings wurde die Bewegung nach wie vor verfolgt und arbeitete daher verdeckt.

Der MBR-200 suchte immer Kontakte zu anderen linken Bewegungen Venezuelas, bekam aber wenig Unterstützung. Dies lag an der Skepsis der anderen gegenüber einer militärischen Bewegung. Chávez verstand diese Haltung, aufgrund der lateinamerika-nischen Erfahrungen.[68]

Eine erneute militärische Aktion war für den MBR-200 nicht durchführbar.

Hinzu kommt, dass interne Vorkehrungen getroffen wurden, um einen neuen Putsch zu verhindern. Es wurde sehr viel darüber diskutiert, welchen Weg die Bewegung nun einschlagen sollte. Bis 1996 hatte sie sich geweigert, an den Wahlen teilzunehmen. Sie hatten sogar zur Enthaltung bei den Wahlen aufgerufen. Ziel war es, die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung zu erreichen.

Zwischen 1996 und 1997 wurden ca. 100.000 Befragungen durchgeführt. Die erste Frage lautete: „Sind Sie damit einverstanden, dass Hugo Chávez Präsidentschafts-kandidat wird?“ Ca. 70 % der Befragten antworteten mit „Ja“ und fast 30 % mit „Nein“. Die zweite Frage: „Würden Sie ihn wählen?“ wurde zu 57 % mit „Ja“ beantwortet.

Bei der Untersuchung über die Meinung der Bevölkerung ergab sich außerdem, dass ein Großteil keine gewaltsame Bewegung wollte. Die Menschen hofften, dass sich der MBR-200 zu einer politischen Bewegung entwickeln würde, dass er organisiert und strukturiert einen friedlichen Weg einschlagen würde. Dies war ausschlaggebend dafür, dass Chávez und seine Kameraden eine Teilnahme an den Wahlen in Erwägung zogen.[69]

3.2. Ideologische Inhalte des Bolivarianismus nach Chávez

3.2.1. Der Baum der drei Wurzeln

Der sogenannte „Baum der drei Wurzeln“ basiert auf dem Gedankengut dreier venezolanischer Nationalhelden: Simón Bolívar, auch bekannt als „El Libertador“, Simón Rodríguez – Lehrer und lebenslanger Freund Bolívars – sowie Ezequiel Zamora, der „General des souveränen Volkes“ im venezolanischen Bürgerkrieg des 19. Jahrhunderts.

Die Bewegung von Chávez hat ihre ideologischen Grundlagen bewusst auf Helden der eigenen Geschichte zurückgeführt. In ihren Augen neigen zeitgenössische Denker meist dazu, Erklärungs- und Handlungsmodelle in anderen Ländern zu suchen, um sie dann zu importieren und in der eigenen Gesellschaft zu implantieren. Letztere entferne sich immer weiter von ihren historischen Wurzeln, obwohl genau hier Ursachen und Lösungswege für die heutigen Probleme zu finden seien.[70] So hat es sich die Bewegung von Chávez zur Aufgabe gemacht, die Ideen Bolívars, Rodríguez und Zamoras in unsere heutige Zeit hinein zu retten.[71]

Simón Bolívar (1783–1830) wurde in Caracas als Sohn einer reichen Kreolenfamilie geboren. Er führte die Unabhängigkeitsbewegung gegen die spanische Kolonialmacht in den heutigen südamerikanischen Staaten Venezuela, Kolumbien, Panama, Ecuador, Peru und Bolivien an. Seine Versuche, die von ihm befreiten Länder zu vereinen und eine Integration aller amerikanischen Staaten zu erreichen, blieben erfolglos.

In der bolivarianischen Ideologie, die der Bewegung von Chávez zugrunde liegt, werden das Leben und die Ideen des Befreiers wie folgt dargestellt:

Obwohl Bolívar zur reichen Elite des Landes gehörte, entsagte er all diesem Reichtum und verwendete sein Vermögen für sein politisches Ziel, die Unabhängigkeit. Er führte einen Kampf gegen die Privilegien seiner eigenen sozialen Kreise. In seiner Vorstellung von Macht hatten eigene Bereicherung, Missbrauch, Korruption und Einsatz von Gewalt gegenüber der Bevölkerung keinen Platz.

Er schwor, nicht eher zu ruhen, als bis er die Unabhängigkeit von Spanien durchgesetzt habe.

Die einzige legitime Autorität war für ihn die „Souveränität des Volkes“. So glaubte er fest an das demokratische System, welches er als einzigen Garanten der absoluten Freiheit sah.

Auf der Internetseite der Bolivarianischen Kreise (circulos bolivarianos), der Basisorganisation der chavistas, ist ein Video zu finden, in dem der ideologische Inhalt des Diskurses von Bolívar während des Kongresses von Angostura dargestellt wird.[72] Die von ihm dort geäußerten Ideen gelten, laut des Videos, als Synthese der bolivarianischen Ideen, und werden im Folgenden skizziert:

Genau wie sein Lehrer Simón Rodríguez sah Bolívar keinen Sinn darin, fremde politische Modelle auf Venezuela zu übertragen. Hinsichtlich der günstigen Bedingungen des föderalen Prozesses in Nordamerika, versicherte Bolívar im Kongress von Angostura, dass die Situation und die Beschaffenheit von Nordamerika nicht mit der Venezuelas zu vergleichen sei, und es daher auch nicht möglich sei, die Gesetze Nordamerikas zu übernehmen. Stattdessen solle man nach innen schauen, ins eigene Land, um selbstständige Lösungen zu finden.

[...]


[1] „Loco Chávez“ (Diehl, Oliver, Hugo Chávez – Charisma als soziokulturelles Phänomen, S. 63, in:

Diehl, Oliver/Muno, Wolfgang (Hg), Venezuela unter Chávez – Aufbruch oder Niedergang? Frankfurt

am Main 2005, S. 57-84.

[2] Siehe Dokumentarfilm von Bartley , Kim/O'Briain Donnacha, “Chávez: Inside the Coup”, produziert

von Power, David, 2003.

[3] Wolfrum, Edgar, Geschichtspolitik in der Bundesrepublik Deutschland, Darmstadt 1999, S. 25.

[4] Ebd., S. 25-32.

[5] Zelik, Raul/ Bitter, Sabine/Weber, Helmut, Made in Venezuela – Notizen zur “Bolivarianischen

Revolution”, Berlin 2005, S. 7.

[6] Niebel, Ingo, Venezuela not for sale – Visionäre gegen neoliberale Putschisten, Berlin 2006, S. 57.

[7] Burchardt, Hans-Jürgen, Zeitenwende – Politik nach dem Neoliberalismus, Stuttgart 2004, S. 193.

[8] Muno, Wolfgang, Öl und Demokratie – Venezuela im 20. Jahrhundert, S.13, in: Diehl, Oliver/Muno,

Wolfgang (hg), Venezuela unter Chávez – Aufbruch oder Niedergang? Frankfurt am Main 2005, S. 11-34.

[9] Langue, Frédérique, Histoire du Venezuela, de la conquete a nos jours, Paris 1999, S. 300.

[10] Mariñas Otero, Luis, Las Constituciones de Venezuela, Madrid 1965, S. 899.

[11] Niebel (2006), S. 59.

[12] Muno, in: Diehl/Muno (2005), S. 13.

[13] Nach dem Ende der Militärdiktatur unter Pérez Jiménez (1958) schlossen die bürgerlichen Parteien den

„Pakt von Punto Fijo“ und sicherten sich damit bis in die 90er-Jahre die Macht, die immer von einer der

beiden führenden Parteien (AD und Copei) ausgeübt wurde. Dieses System des „puntofijismo“ dauerte

bis zum Wahlsieg Chávez’ im 1998 an. „Punto Fijo“ ist der Name der Quinta, in der der Pakt

unterzeichnet wurde. (Langue (1999), S.308).

[14] Boeckh, Andreas, Die Ursachen des unaufhaltsamen Aufstiegs von Hugo Chávez Frías: Krise und

Selbstmord der IV. Republik, in: Sevilla, Rafael/Boeckh, Andreas (hg.), Venezuela – Die Bolivarische

Republik, Bad Honnef 2005, S. 21.

[15] Medina, Medófilo, El elegido presidente Chávez – Un nuevo sistema político, Bogotá 2005, S.51.

[16] Trienio ist die Bezeichnung für die dreijährige Demokratie der Partei Acción Democrática

von 1945 bis 1948. (Muno, in: Diehl/Muno (2005), S.13).

[17] Langue (1999), S. 308.

[18] Boeckh, Andreas (2005) S. 20-22.

[19] Zelik (2005), S.8.

[20] Britto García, Luis, zit. in: Langue (1999), S. 309.

[21] Zeuske, Michael, Von Bolívar zu Chávez. Die Geschichte Venezuelas, Zürich 2006, S. 46, (mit

freundl. Genehmigung).

[22] Welsch, Friedrich/ Werz, Nikolaus, Venezuela und Politik zum Ausgang der 80er-Jahre, Freiburg

1990, S. 10f.

[23] Teodoro Petkoff, einer der wichtigsten Führer der Linken in Lateinamerika, war in den 1960ern

Guerilla-Führer, in den 1990ern Planungsminister unter Caldera und ist heute Herausgeber der

Zeitschrift „Tal Cual“ und als Präsidentschaftskandidat im Gespräch. (Siehe auch Boeckh/Sevilla

(2005), S. 11f).

[24] Langue (1999), S. 307.

[25] Ebd., S. 318-320.

[26] Zelik (2005), S. 8.

[27] Burchardt (2004), S. 193.

[28] Marcano, Cristina/ Tyszka, Alberto Barrera, Hugo Chávez sin uniforme, una historia personal, Buenos

Aires 2005, S. 70.

[29] Burchardt (2004), S. 194.

[30] Caballero, Manuel, La gestación de Hugo Chávez: 40 años de luces y sombras en la democracia

venezolana, Catarata, Madrid 2000, S. 88-91.

[31] Der Name „Holländische Krankheit“ geht auf die Erfahrungen der Niederlande in den sechziger Jahren

zurück. Nach der Entdeckung von Erdgasvorkommen expandierte der Erdgassektor stark auf Kosten

von Landwirtschaft und Industrie. Als der Boom vorbei war, brach das Wirtschaftswachstum ein.

Holland hat seither den „Rohstofffluch“ überwunden. Viele Länder Lateinamerikas noch nicht.

(Grüttner, Anne, Verdammtes Öl, in: DIE ZEIT unter: http://zeus.zeit.de/text/2005/11/rohstoff,

aufgerufen am 20. 5. 2006.)

[32] Burchardt (2004), S. 195.

[33] Von „extremer Armut“ spricht man, wenn das Einkommen nicht mehr für die Grundversorgung mit

Nahrung reicht.

[34] Langue (1999), S. 336-340.

[35] Zelik (2005), S. 9.

[36] Ebd., S. 9f.

[37] Langue (1999), S. 346-348.

[38] Burchardt, Hans-Jürgen, „Das soziale Elend des Hugo Chávez: Die Wirtschafts- und Sozialpolitik der

fünften Republik, S. 102, in: Diehl/Muno (2005), S. 99-125.

[39] Medina, Medófilo, El elegido presidente Chávez – Un nuevo sistema politico, Bogotá 2005, S.49.

[40] Zeuske (2006), S. 46, (mit freundl. Genehmigung).

[41] Ebd., S. 25.

[42] Das Militär ist in Venezuela eine der wenigen Aufstiegschancen für Leute, die wie Chávez aus ärmeren

Verhältnissen stammen. (Siehe Fußnote Nr. 13 in: Diehl, S. 68, in: Diehl/Muno (2005)).

[43] Harnecker, Marta, Entrevista de Marta Harnecker, Hugo Chávez Frías - un hombre, un pueblo, o.O.

2002, S. 8f.

[44] Gobiernoenlinea, Presidente Hugo Rafael Chávez Frías, unter:

http://www.gobiernoenlinea.gob.ve/venezuela/presidente.html, aufgerufen am 30.11.2005.

[45] Harnecker (2002), S. 9.

[46] Chávez sagt, er sei ca. 15 Jahre alt gewesen (Harnecker (2002), S. 11), José Esteban Ruiz Guevara

dagegen erinnert sich, dass Chávez 12 oder 13 Jahre alt gewesen sei. (Marcano/Tyszka (2005), S. 54).

[47] Ruiz Guevara war politischer Gefangener während der Diktatur von Marcos Pérez Jiménez (1952–

1958). Nach dem Ende der Diktatur stand sein Name auf der schwarzen Liste der Regierung des

Sozialdemokraten Rómulo Betancourt (1959–1964), daher schloss sich für eine Zeit der Guerilla an. Er

selbst sagt, er sei immer ein Anhänger der kommunistischen Partei gewesen. (Marcano/ Tyszka

(2005), S. 55).

[48] Motor der Partei war Alfredo Maneiro, ein Philosoph und kommunistischer Ex-Guerilla-

Kämpfer, der 1982 starb. Im Jahr 1997 spaltete sich die Partei, ein Teil führte den Namen „La Causa

R“ weiter, der andere Teil bildete unter Pablo Medina eine neue Partei, die „Patria Para Todos“ (PPT),

die Hugo Chávez bei den Wahlen 1998 unterstütze. (Harnecker (2002), Fußnote S. 11).

[49] Harnecker (2002), S. 11.

[50] Marcano/Tyszka (2005), S. 54-60.

[51] Omar Torrijos putschte im Jahr 1968 gegen den damaligen panamesischen Präsidenten. Mit einer neuen

Verfassung entwickelte sich ein nationalistisches Militärregime, dominiert von Torrijos, der

gleichzeitig Regierungschef und Chef der Guardia Nacional war, die die einzigen Streitkräfte des

Landes darstellte, und die sowohl polizeiliche als auch militärische Funktionen hatte. Torrijos verfolgte

den militärischen Weg zum Sozialismus. Er sprach sich gegen Kolonialismus und Neoliberalismus aus

und befürwortete den panamesischen Nationalismus, der für ihn die Ablehnung des kolonialen

Imperialismus darstellte. Torrijos war der Auffassung, das panamesische Problem existiere auch in

anderen Ländern, daher sei der panamesische Nationalismus international. (Moncada Fonseca, Manuel,

Omar Torrijos: Patriota y Pensador Panameño, unter:http://www.euram.com.ni/pverdes/

otros_documentos/manuell_moncada_fonseca.htm, aufgerufen am 7.6.2006).

[52] Der Plan Inca ist das Manifest des sogenannten revolutionären peruanischen Projekts von Juan

Velasco Alvarado. Es datiert aus dem Jahr 1968, in dem der General Juan Velasco Alvarado den

Präsidenten Fernando Belaùnde Terry stürzte. Der unter seiner Präsidentschaft beginnende Prozess

sollte eine Umgestaltung der wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Strukturen

herbeiführen. Ziel war es, eine neue Gesellschaft zu formen, in der die Peruaner in Freiheit und

Gerechtigkeit leben würden. Die Revolution sollte nationalistisch, unabhängig und humanistisch sein

und keinen bestehenden Schemata oder Dogmen unterliegen. (Quechuanetwork, El Plan Inca

de Velasco Alverado, unter: http://www.quechuanetwork.org/news_template.cfm?news_id=

4074&lang=f, aufgerufen am 10.6.2006).

[53] Harnecker (2002), S. 10.

[54] Blanco Muñoz, Agustín, Venezuela del 04F-92 al 06D-98: Habla el Comandante Hugo Chávez Frías,

Caracas 1998, S. 34.

[55] Ebd., S. 52-56.

[56] Ebd., S. 50f.

[57] Harnecker (2002), S. 8.

[58] Ebd., S. 12.

[59] Das Konzept des „Baumes der drei Wurzeln“ ist die Grundlage der bolivarianischen Ideologie und wird

unter Punkt 3.3.1. erklärt.

[60] Blanco Muñoz (1998), S. 58.

[61] Ebd., S.137.

[62] Harnecker (2002), S. 15.

[63] Der komplette Text der Ansprache lautete folgendermaßen: „Buenos dias a todo el pueblo de

Venezuela. Y este mensaje bolivariano va dirijido a los valientes soldados que se encuentran en el

Regimiento de Paracaidistas de Aragua y en la Brigada Blindada de Valencia.

Compañeros, lamentablemente por ahora los objetivos que nos planteamos no fueron logrados en la

ciudad capital, es decir, nosotros acá en Caracas no logramos controlar el poder.

Ustedes lo hicieron muy bien por allá, pero ya es tiempo de evitar más derramamiento de sangre, ya es

tiempo de reflexionar y vendran nuevas situaciones y el pais tiene que enrumbarse definitivamente

hacia un destino mejor.

Así que oigan mis palabras, oigan al comandante Chávez, que les lanza este mensaje, para que, por

favor, reflexionen y depongan las armas, porque ya en verdad los objetivos que nos hemos trazado a

nivel nacional, es imposible que los logremos.

Compañeros, oigan este mensaje solidario, les agradezco su lealtad, les agradezco su valentía, su

desprendimiento, y yo ante el país y ante ustedes asumo la responsabilidad de este movimiento

militar bolivariano. Muchas gracias.“ (Chávez Friás, Hugo, Fernsehansprache nach dem Putsch vom 4.

Februar 1992 (eigene Transkription), unter: http://www.analitica.com/Bitblio/img2/porahora.wma,

aufgerufen am 25.1.2006).

[64] Harnecker (2002), S. 16.

[65] Francisco Arias Cárdenas war über einen langen Zeitraum enger Wegbegleiter von Hugo Chávez. Er

war ein Gründungsmitglied des MBR-200. Seite an Seite organisierte er mit Chávez den Putsch vom

4. Februar 1992 und saß mit ihm gemeinsam im Gefängnis. Erst nach der Entscheidung von Arias

Cardenas, sich als Kandidat für die Regierung des Bundesstaates Zulia aufstellen zu lassen, wurden

Differenzen zwischen ihnen offensichtlich. (Garrido García, Alberto, La revolución bolivariana: de la

guerrilla al militarismo, Mérida 2000).

[66] Harnecker (2002), S. 17.

[67] CIDOB, Hugo Rafael Chávez Frías, unter: http://www.cidob.org/bios/castellano/lideres/c-063.htm,

aufgerufen am 23.7.2005.

[68] Harnecker (2002), S. 19.

[69] Harnecker (2002), S. 20.

[70] El libro azul, in: Garrido García, Alberto, La revolución bolivariana: de la guerrilla al militarismo –

revelaciones del comandante Arias Cárdenas, Mérida 2000, S. 91-99.

[71] Blanco Muñoz (1998), S.65.

[72] Das Video Ideologia Bolivariana” ist unter: http://www.circulosbolivarianos.org/ zu finden. Die

Inhalte sind auch in dem Heft Socialismo Bolivariano, Apuntes para un debate“ nachzulesen.

98 von 98 Seiten

Details

Titel
Geschichtsbild und Legitimation von Politik bei Hugo Chávez
Hochschule
Universität zu Köln
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
98
Katalognummer
V212882
ISBN (Buch)
9783656412199
Dateigröße
7246 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichtspolitik, Geschichtsbild, Legitimation von Politik, Hugo Chavez, Venezuela, Politik, Bolivarianismus, Ideologie
Arbeit zitieren
Nadine Kirchhartz (Autor), 2006, Geschichtsbild und Legitimation von Politik bei Hugo Chávez, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212882

Kommentare

  • Gast am 14.10.2015

    Ich kann keine Schlussfolgerung über die Diplomarbeit abgeben, da ich mich nur bis Seite zwölf durchgearbeitet habe. Frau Kirchhartz war zu sehr dem allgemeinen Mainstream jener Zeit erlegen mit seinen beliebten Klischees und Halbwahrheiten, die bis heute nicht korrigiert wurden, ferner hat die Arbeit dumme Fehler, wie z.B. die Beförderung Hugo Chávez zum General.

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