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Rockmusik in der DDR. Junge Kultur zwischen Repression und Förderung

Titel: Rockmusik in der DDR. Junge Kultur zwischen Repression und Förderung

Seminararbeit , 2012 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Maria Hesse (Autor:in)

Geschichte Europas - Europa Nachkriegszeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als sich in den Fünfziger- und Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts Musikrichtungen entwickelten, die man allgemein unter dem Begriff Rockmusik zusammenfassen kann, setzte deren Entwicklung auch in der Deutschen Demokratischen Republik ein. Egal ob Mauer oder staatliche Reglementierung – Musik ließ sich auch im sozialistischen Staat Deutschlands nicht aufhalten. In der vorliegenden Arbeit soll zunächst die Rockmusik im Allgemeinen betrachtet werden, bevor das System der DDR- Kulturbürokratie untersucht wird. Hierbei steht im Vordergrund, wie der Staat versucht hat, eine Massenkultur zu verwalten und in für den Sozialismus vertretbare Bahnen zu lenken. Ebenso wird auf die Entwicklung der Rockbands und ihrer Musik eingegangen, besonders in Bezug auf ihr Verhältnis zum Staat und dessen Reaktionen. Einen Schwerpunkt der Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit der Tatsache, dass das Verhalten der Regierung der DDR zur Rockmusik stetigen Schwankungen ausgesetzt war. Hierbei sollen die einzelnen Phasen von Repression und Förderung dieser Musikkultur sowie die staatlichen Gründe hierfür beleuchtet werden. Abschließend soll Musik als Mittel der Systemkritik im Mittelpunkt stehen: Hat das Vorgehen der DDR-Regierung gegenüber der Rockmusik dazu geführt, das sozialistische System zu stabilisieren oder zeigen die Reaktionen der betreffenden Bevölkerungsgruppen eher eine Abwendung von der im Osten Deutschlands angestrebten Ideologie? Die gesamte Betrachtung soll sich auf die Zeit zwischen den Fünfziger- und Siebzigerjahren beschränken, da sonst der Rahmen dieser Arbeit gesprengt werden würde.
Am Beispiel der Rockmusik der DDR sowie ihrer Rezeption und staatlichen Verwaltung kann sehr gut deutlich werden, welche Dynamik in Musik und in den mit ihr zusammenhängenden Massenkulturen steckt, wie nahezu unmöglich es ist, eine derartige kulturelle Bewegung in staatliche Ordnungsvorstellungen und Schablonen eines politischen Systems zu pressen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rockmusik – westliche Musik im sozialistischen Osten

2.1 Herkunft und Entstehung der Rockmusik

2.2 Die Entwicklung der Rockmusik in der DDR

3. Rockmusik und das System der DDR- Kulturbürokratie

3.1 Zwischen Repression und Förderung – der staatliche Umgang mit der Entwicklung der Rockmusik in der DDR

3.1.1 Gründe der staatlichen Reglementierung (-sversuche)

3.1.2 Ein Verwaltungsapparat für eine Massenkultur

3.1.3 Hören vs. Spielen – ein steiniger Weg zum Musikvergnügen

3.2 Rockmusik zwischen Politik und Alltag – ein chronologischer Abriss

4. Grauzonen, Abwanderungen und Demonstrationen – Musik als Mittel der Systemkritik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der staatlichen Kulturbürokratie der DDR und der sich entwickelnden Rockmusikszene in der Zeit zwischen den Fünfziger- und Siebzigerjahren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die staatlichen Versuche, diese Massenkultur zu reglementieren und in sozialistische Bahnen zu lenken, erfolgreich waren oder ob die Repressionen und Fördermaßnahmen eher zu einer Destabilisierung des Systems und einer Abwendung der Bevölkerung von der staatlichen Ideologie führten.

  • Entstehung und Charakteristik von Rockmusik als westliches Kulturphänomen.
  • Die Rolle der staatlichen Reglementierung und des DDR-Verwaltungsapparats im Bereich der Unterhaltungskunst.
  • Der Konflikt zwischen staatlicher Kontrolle und dem Bedürfnis nach musikalischer Freiheit.
  • Musik als Ausdruck von Systemkritik, Flucht in Grauzonen und Abwanderung von Musikern.
  • Die Wirksamkeit kulturpolitischer Instrumente wie Lizenzvergaben und Auftrittsverbote.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Ein Verwaltungsapparat für eine Massenkultur

Die Gesellschaft der DDR war nach einem Organisationsprinzip aufgebaut. Verschiedenste Organisationen und Verbände regelten die Beteiligung an der Gesellschaft und fungierten außerdem gleichzeitig als „sozialistisches und politisches Kontrollinstrument“. Der für die DDR so typische Anspruch, alles planen, ordnen, regeln und kontrollieren zu wollen, galt natürlich auch für den kulturellen Bereich. Kultur war nur organisiert vorstellbar. Die spontan entstehende und kommerziell ausgerichtete Rockmusik der Sechzigerjahre stand dazu in klarem Widerspruch – Konflikte mit der Regierung und Verwaltung waren vorprogrammiert. Hinzu kam der hohe Anspruch an die Kultur. „Das Machtsystem des DDR-Staates besaß […] eine ausgeprägt diskursive Existenzform […].“ Die Regierung legte sich auf Begrifflichkeiten und Definitionen fest und wandte diese dann auf das Alltägliche an. „Die diskursive Existenzform der Macht war auf eine ebenso komplexe wie komplizierte Weise mit ihrer bürokratischen und politischen Erscheinungsform verwoben.“ Die im Laufe der Zeit geführten Auseinandersetzungen innerhalb der Regierung und der einzelnen Verwaltungsapparate hinterließen immer wieder aufs Neue ‚Worthülsen‘, „[…] die sich in den Apparaten verselbstständigten und zu Instrumenten realer Reglementierung wurden“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Rockmusik in der DDR ein und umreißt den zeitlichen Fokus auf die Jahre zwischen den Fünfziger- und Siebzigerjahren sowie die zentralen Fragestellungen zur staatlichen Reglementierung.

2. Rockmusik – westliche Musik im sozialistischen Osten: Dieses Kapitel behandelt die historischen Wurzeln der Rockmusik in den USA sowie ihre Übernahme und Adaption durch die junge Generation in der DDR.

3. Rockmusik und das System der DDR- Kulturbürokratie: Der Hauptteil analysiert die komplexen staatlichen Strukturen, Mechanismen der Reglementierung und den Versuch, die Rockmusik als sozialistische Unterhaltungskultur zu etablieren.

4. Grauzonen, Abwanderungen und Demonstrationen – Musik als Mittel der Systemkritik: Hier wird beleuchtet, wie Musiker und Fans auf staatliche Repressionen reagierten, sich in informelle Strukturen zurückzogen oder durch ihr Verhalten und ihre Musik indirekte Systemkritik übten.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Unmöglichkeit der staatlichen Steuerung einer Massenkultur maßgeblich zum Scheitern der kulturpolitischen Ziele beitrug.

Schlüsselwörter

Rockmusik, DDR, Kulturbürokratie, Repression, Sozialismus, Massenkultur, SED, Beatmusik, Systemkritik, Jugendbewegung, staatliche Kontrolle, Unterhaltungskunst, Grauzonen, Widerstand, DDR-Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das schwierige Verhältnis zwischen der Rockmusikszene in der DDR und der staatlichen Kulturbürokratie zwischen den Fünfziger- und Siebzigerjahren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung der Rockmusik als westliches Phänomen, die staatlichen Reglementierungsversuche der DDR-Regierung und die Reaktionen der jugendlichen Fans.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Autorin möchte klären, ob die staatliche Kulturpolitik zur Stabilisierung des Systems beitrug oder im Gegenteil die systemkritische Abwendung der Bevölkerung förderte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine kulturwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur sowie zeitgenössischen Dokumenten und Protokollen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das System der DDR-Kulturbürokratie, die Rolle von Kontrollinstanzen wie dem Textlektorat und die Auswirkungen staatlicher Maßnahmen auf Bands und Musiker.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem DDR, Rockmusik, staatliche Repression, Sozialistische Einheitspartei (SED), Jugendkultur und Unterhaltungskunst.

Warum war der Begriff „Unterhaltungskunst“ für die DDR so wichtig?

Der Begriff diente als Instrument, um westlich geprägte Rockmusik in einen „sozialistisch wertvollen“ Kontext zu zwingen und sie somit staatlich kontrollierbar und planbar zu machen.

Welche Bedeutung hatten die sogenannten „Grauzonen“?

Grauzonen waren informelle Räume und private Konzerte, in denen Musiker der staatlichen Überwachung entgingen, um ihre Musik ungefiltert zu spielen, was zur Aushöhlung des staatlichen Monopols beitrug.

Welche Rolle spielte das Konzert der Rolling Stones 1965?

Es diente der DDR-Regierung als Vorwand, um einen schärferen „Antibeatkurs“ einzuschlagen und die Unterdrückung von Beatgruppen mittels Repressionsmaßnahmen massiv zu intensivieren.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rockmusik in der DDR. Junge Kultur zwischen Repression und Förderung
Hochschule
Universität Kassel
Note
2,0
Autor
Maria Hesse (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V212894
ISBN (eBook)
9783656409298
ISBN (Buch)
9783656413219
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rockmusik DDR Entwicklung Rockmusik Junge Kultur in der DDR Repression und Förderung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maria Hesse (Autor:in), 2012, Rockmusik in der DDR. Junge Kultur zwischen Repression und Förderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212894
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Leseprobe aus  21  Seiten
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