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Soziale Inklusion. Integration von Menschen mit geistiger Behinderung in den Arbeitsmarkt

Titel: Soziale Inklusion. Integration von Menschen mit geistiger Behinderung in den Arbeitsmarkt

Bachelorarbeit , 2013 , 78 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Franziska Haas (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Idee zur wissenschaftlichen Untersuchung der Teilhabechancen von Menschen mit Behinderungen am allgemeinen Arbeitsmarkt erwuchs aus meinem fünfmonatigen Praxissemester (2011/12), das ich an einer Magdeburger Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung absolvierte. Durch den Klassenwechsel aus der Mittelstufe in die Oberstufe, bekam ich die Gelegenheit, sieben Schüler in der Anfangsphase ihrer beruflichen Orientierung zu begleiten. Erstmalig während meiner beruflichen Laufbahn kam ich dort mit Menschen mit seelischen Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Depressionen /Autismus Spektrum /Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) in Berührung. Da die Schüler signifikante Unterschiede in ihrem Leistungsniveau aufwiesen, wurden sie hauptsächlich differenziert im Rahmen von Kleinstgruppen (maximal drei Personen) beschult. Während meines zweimonatigen Einsatzes lag der Förderschwerpunkt auf der theoretisch-praktischen (anwendungsbezogenen) Beschäftigung mit typischen Berufsbildern und den damit verbundenen Qualifikationen und Kompetenzen. Um ihnen ein plastisches Bild von der Berufspraxis zu vermitteln, wurden wöchentlich Betriebserkundungen in den Plan eingeflochten, wobei sich die Wahl der Betriebe an den Interessenlagen der Schüler orientierte. Im Hinblick auf das zehnwöchige Praktikum in der Werkstufe sollte ihnen durch das Kennenlernen verschiedener Arbeitsfelder und Unternehmungen die Entscheidung für ihren Einsatzort erleichtert werden. Meine Aufgabe bestand darin, über die allgemeine Begleitung des Unterrichtsprozesses hinaus, Erkenntnisse zu arbeitsweltlichen Vorstellungen und Erwartungen zu gewinnen, wozu ich einzelne Schüler befragte und mit ihnen gemeinsam ein Interessenprofil erstellte. Um mir einen Gesamteindruck von der Persönlichkeit des Jugendlichen zu verschaffen, studierte ich die Schülerakten und konsultierte daraufhin die Lehrenden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Entwicklungen in der Behindertenhilfe

1.1 Zum Begriff Behinderung

1.2 Menschen mit geistigen Behinderungen

1.3 Von der Exklusion zur Inklusion- ein Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik

2. Menschen mit (geistigen) Behinderungen in der Arbeitsgesellschaft

2.1 Der Arbeitsmarkt im Kapitalismus

2.2 Zur Bedeutung von Arbeit

2.3 Zur beruflichen Situation von Menschen mit Behinderungen am allgemeinen Arbeitsmarkt

2.4 Das Recht auf Arbeit für Menschen mit (geistigen) Behinderungen

3. Übergang von der Förderschule in die Arbeitswelt

3.1 Entwicklungsaufgaben und Besonderheiten Jugendlicher im ÜbergangDie

3.2 Einführung in das System der Beruflichen Rehabilitation

3.2.1 Berufliche Orientierung und Integrationsförderung an der Schule

3.2.2 Schulische und nachschulische Berufsvorbereitung

3.3 Arbeitsmarktpolitische Instrumente im Rahmen zur Eingliederung

3.3.1 Arbeitgeberorientierte Förderinstrumente

3.3.2 Arbeitnehmerorientierte Förderinstrumente

4. Empirische Sozialforschung an der Schule mit dem Förderschwer- punkt Geistige Entwicklung

4.1 Methode der Datenerhebung – Experteninterview

4.2 Setting

4.3 Darstellung der Ergebnisse

4.3.1 Methodik der „Beruflichen Orientierung und Integrationsförderung“

4.3.2 Begleitung/Beratung

4.3.3 Vermittlung

5. Schlussfolgerungen /Zusammenfassung

6. Fazit/Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Teilhabechancen und -barrieren für Menschen mit geistiger Behinderung beim Übergang von der Förderschule in den ersten Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung inklusiver Ansätze und aktueller arbeitsmarktpolitischer Instrumente.

  • Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik (Exklusion zu Inklusion)
  • Bedeutung von Arbeit in der modernen Arbeitsgesellschaft
  • Herausforderungen im Übergang von der Schule in die Arbeitswelt
  • Qualitative Analyse durch Experteninterviews an einer Förderschule
  • Rolle von Unterstützernetzwerken und Förderinstrumenten (SGB III, SGB IX)

Auszug aus dem Buch

1.1 Zum Begriff Behinderung

Grundsätzlich ist das Wesen einer Behinderung und deren Bewertung einerseits von subjektorientierten, anderseits von umweltbedingten- (sozialen und baulichen) Faktoren abhängig, die zudem im historischen und wissenschaftlichen Kontext stehen. Alle diese Bedingungen tragen zur Prägung des Menschenbildes bei. Bevor ich mich den geschichtlichen Entwicklungen des 19./20. Jahrhunderts widme, werden die Begriffe Behinderung und speziell Geistige Behinderung näher erläutert.

Die traditionellen fachlichen Disziplinen, insbesondere die medizinische Sichtweise, verorten Behinderungen vor allem im Subjekt, indem sie die Ausprägung der Krankheitssymptomatik offenlegen (vgl. Abschnitt 1.2). Ulrich Bleidick erweitert diese Definition um systemische Aspekte. Als behindert gelten seiner Ansicht nach Personen, die infolge einer Schädigung ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen Funktionen soweit beeinträchtigt sind, dass ihre unmittelbaren Lebensverrichtungen oder ihre Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft erschwert werden (vgl. Röh 2005, zit. nach Bleidick 1999).

Klassifikation nach dem System der WHO (ICD X)

In seiner Betrachtung lehnt sich Bleidick an das klassische Klassifikationssystem der WHO aus dem Jahr 1980 an. Das vorrangig personenorientierte Modell, das ICIDH (International Classification of Impairments, Disabilities und Handicaps), beschreibt eine Folgekette. Aus einer angeborenen oder erworbenen gesundheitlichen Schädigung (impairment) erwächst eine Beeinträchtigung physischer und psychosozialer Funktionen (disability), die sich im Ergebnis als soziale Behinderung (handicap) in unterschiedlicher qualitativer und quantitativer Ausprägung innerhalb der Lebenswelt äußern kann (vgl. Neuer-Miebach 2008). In der erweiterten Fassung (2002), dem ICF (International Classification of Functioning), erfahren die Aspekte der sozialen Teilhabe eine besondere Gewichtung. Erst wenn die drei oben markierten Items in Beziehung zu den Umweltfaktoren des Individuums gesetzt werden, wird der tatsächliche Grad der Behinderung messbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Entwicklungen in der Behindertenhilfe: Historische Einordnung des Begriffs Behinderung und Darstellung des Paradigmenwechsels von der Segregation hin zur Inklusion.

2. Menschen mit (geistigen) Behinderungen in der Arbeitsgesellschaft: Untersuchung der ökonomischen Arbeitsmarktanforderungen und deren Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung unter Einbeziehung der UN-Behindertenrechtskonvention.

3. Übergang von der Förderschule in die Arbeitswelt: Systemische Analyse der Entwicklungsaufgaben Jugendlicher und der verfügbaren berufsvorbereitenden sowie rehabilitativen Instrumente.

4. Empirische Sozialforschung an der Schule mit dem Förderschwer- punkt Geistige Entwicklung: Qualitative Studie auf Basis von Experteninterviews zur praktischen Umsetzung der beruflichen Integration an einer konkreten Förderschule.

5. Schlussfolgerungen /Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse mit Fokus auf die Bedeutung von Netzwerken und die Diskrepanz zwischen Zielsetzung und tatsächlicher Vermittlungspraxis.

6. Fazit/Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Teilhabemöglichkeiten und Forderung nach bundeseinheitlichen Standards für einen nahtlosen Übergang in den Arbeitsmarkt.

Schlüsselwörter

Geistige Behinderung, Inklusion, Arbeitsmarkt, Förderschule, berufliche Rehabilitation, Unterstützte Beschäftigung, Berufswegeplanung, Selbstbestimmung, Teilhabe, Unterstützerkreis, Arbeit, Arbeitslosigkeit, Behindertenrechtskonvention, Übergang Schule-Beruf, Personenzentrierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen bei der beruflichen Integration von Menschen mit geistiger Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt, besonders beim Übergang von der Schule in die Berufswelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel des Behindertenbegriffs, die ökonomischen Anforderungen des Arbeitsmarktes, gesetzliche Rahmenbedingungen sowie die Bedeutung von Netzwerken wie dem Unterstützerkreis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Barrieren bei der Ersteingliederung geistig behinderter Absolventen zu ergründen und die Wirksamkeit von Begleitungs- und Beratungsmethoden zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative empirische Sozialforschung in Form von Experteninterviews mit Vertretern einer Förderschule und eines Integrationsfachdienstes durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der rechtlichen und sozialen Grundlagen sowie eine empirische Untersuchung der praktischen Übergangsgestaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Inklusion, berufliche Rehabilitation, Unterstützte Beschäftigung, Berufswegeplanung und Selbstbestimmung.

Welche Rolle spielt das Unterstützernetzwerk für die Integration?

Das Netzwerk, bestehend aus Schule, Integrationsfachdienst, Agentur für Arbeit und Eltern, ist entscheidend, um den Übergang zu koordinieren und durch individuelle Förderpläne passgenaue Lösungen zu finden.

Warum erfolgt trotz Fördermaßnahmen oft der Weg in Werkstätten?

Aufgrund hoher ökonomischer Leistungsanforderungen und teilweise unzureichender Vernetzung sowie langwieriger Qualifizierungsprozesse landen viele Jugendliche weiterhin in separierten Systemen statt im ersten Arbeitsmarkt.

Ende der Leseprobe aus 78 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziale Inklusion. Integration von Menschen mit geistiger Behinderung in den Arbeitsmarkt
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg  (Fachhochschule)
Note
1,7
Autor
Franziska Haas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
78
Katalognummer
V212991
ISBN (eBook)
9783656410584
ISBN (Buch)
9783656414896
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Integration Behinderung Übergangsprozesses Arbeitswelt Teilhabechancen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Haas (Autor:in), 2013, Soziale Inklusion. Integration von Menschen mit geistiger Behinderung in den Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212991
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Leseprobe aus  78  Seiten
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