Diese Zulassungsarbeit beginnt mit der Rebe an sich. Im zweiten Kapitel wird einleitend
die Rebpflanze und die Klimabedingungen, die nötig sind, damit die Pflanze gut gedeiht,
beschrieben. Dazu werden einzelne, für den Weinbau günstige, Klimaparameter thematisch
behandelt sowie die globale Ausbreitungszonen der Weinrebe und ihr Potential als
Klimaindikator erläutert.
Das dritte Kapitel widmet sich der Historie des fränkischen Weinbaus von seinen ersten, im
Mittelalter protokollierten Rebstöcken bzw. Weingärten an bis hin zur jetzigen Gegenwart.
Dabei werden die sukzessive Ausbreitung der Weinbergsflächen im 18. Jahrhundert, die
darauf folgende Krise sowie der Wiederaufbau des fränkischen Weinbaus nach 1960 näher
beleuchtet.
Im anschließenden vierten Kapitel wird ein Ausblick auf die vorhandenen Weinbergböden
Frankens gegeben. Die Entstehung der einzelnen Bodenformationen der Germanischen
Trias, also Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper, sowie die Talprägung bedingt durch
den Verlauf des Mains werden hierbei beschrieben.
Das fünfte Kapitel erlaubt einen kurzen Ausblick auf die Protokollierung von
Weinbauflächen in der EU-Weinbaukartei und eine Zusammenfassung gegenwärtiger
Strukturdaten des fränkischen Weinbaus im Jahre 2011 und 2012. Das letzte abschließende
Kapitel dieser Zulassungsarbeit widmet sich einigen Parametern des zukünftigen
Klimawandels und deren Einfluss bzw. Auswirkungen auf den fränkischen Weinbau.
Beschrieben werden einzelne Faktoren wie Temperaturveränderungen oder der Einfluss
des Ozons. Hauptaugenmerk in diesem Kapitel ist der Trockenstress, der aufgrund der
zukünftigen Temperaturveränderungen und Niederschlagsverteilung für die Region zu
erwarten ist und eines der Kernprobleme des fränkischen Weinbaus darstellen könnte.
Abschließend werden daher zwei Bewässerungs-Projektanlagen vorgestellt, die in Sommerach und Volkach errichtet wurden, um dem zukünftigen Wasserdefizit entgegen zu
wirken.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Weinrebe
1.1. Biologische Einordnung der Weinrebe
1.2. Klimabedingungen der Rebe
1.2.1. Vegetationszeit
1.2.2. Temperatur
1.2.3. Sonneneinstrahlungsdauer und Strahlungsintensität
1.2.4. Niederschläge
1.3. Gegenwärtiges und zukünftiges Vorkommen der Weinrebe unter klimatischen Aspekten
1.3.1. Geographische Ausbreitung der Weinrebe
1.3.2. Klimaindikator Weinbau
2. Historischer Ausblick auf die Verbreitung des Weinbaus in Mainfranken
2.1. Über die Anfänge des Weinbaus in Mainfranken im 8. Jahrhundert hin zur größten Ausdehnung um 1560/70
2.2. Sukzessiver Rückgang der Rebflächen bis 1800
2.3. Krise in 'Weinfranken'
2.4. Der Wiederaufbau seit 1960
3. Weinbergböden Frankens
3.1. Germanische Trias
3.2. Geologische Hauptformationen der Trias
3.2.1. Buntsandstein
3.2.2. Muschelkalk
3.2.3. Keuper
3.2.4. Neigung der Triashorizonte
3.3. Der Main als Reliefformer
4. Fränkisches Weinland in der Gegenwart
4.1. Die EU-Weinbaukartei
4.2. Strukturdaten der fränkischen Weinbauregion
5. Klimawandel und Weinbau
5.1. Staatliche Förderung
5.2. Globale Erwärmung
5.2.1. Temperatur-Trend
5.2.2. Temperatur bedingte Auswirkungen und Folgen für den Weinbau
5.2.2.1. Mikroklima
5.2.2.2. Veränderungen des Rebsortenspektrums
5.2.2.3. Temperatureinfluss auf die Phäno-Phasen
5.2.2.4. Hitzestress
5.3. CO2-Trend
5.4. Ozon
5.4.1. Allgemeines über Ozon
5.4.2. AOT40
5.4.3. Prognose der Ozonentwicklung
5.4.4. Auswirkungen bei Pflanzen
5.4.5. Auswirkungen auf die Weinpflanze
5.5. Aerosole
5.6. Globalstrahlung oder auch Global dimming and brightening
5.8. Rebschädlinge und -krankheiten
5.9. Niederschlags-Trend
5.9.1. Wann kommt Wassermangel zustande?
5.9.2. Folgen von Wassermangel
5.9.3. Bewässerungsanlagen im Weinbau
5.9.4. Rechtliche Grundlagen
5.9.5. Planung einer Bewässerungsanlage
5.9.6. Wasserqualität und -verfügbarkeit
5.9.7. Gründe und Vorteile einer Bewässerungsanlage
5.9.8. Bewässerungsanlage Sommerach
5.9.9. Bewässerungsanlage Volkach
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des globalen Klimawandels auf den fränkischen Weinbau, wobei besonderer Wert auf die geologischen Bodenverhältnisse, die historische Entwicklung sowie aktuelle Strukturdaten gelegt wird, um Anpassungsstrategien an zukünftige klimatische Veränderungen zu bewerten.
- Biologische und klimatische Grundlagen des Weinbaus
- Historische Entwicklung und wirtschaftliche Krisen des fränkischen Weinbaus
- Geologische Charakterisierung der Weinbergsböden (Trias)
- Auswirkungen klimatischer Parameter wie Temperatur, Ozon und Niederschlag
- Bedeutung und Planung von Bewässerungssystemen als Anpassungsmaßnahme
Auszug aus dem Buch
1.2.4. Niederschläge
Die Niederschläge bilden gerade in der Vegetationsphase einen bedeutenden Faktor und die Menge der Niederschläge ist in vielen Gebieten der Faktor, der die Erträge begrenzt. Um im Weinbau 1 kg Trockenmasse herzustellen, benötigt man etwa 300 Liter Wasser. Zu viel Trockenheit beeinflusst die Pflanze negativ in ihrer Stoffwechselleistung und führt mitunter zu einem hemmenden Wachstum und Verrieselung (Abfallen von Blüten oder kleinen Beeren), was folglich in einem Ertrags- und Qualitätsrückgang resultiert. Darüber hinaus ist zu viel Trockenheit für verminderte Frostresistenz der Pflanze verantwortlich (vgl. BLAICH 2012; REDL 1996: 19).
Neben dem Mangel an Niederschlägen, der zu Auswirkungen auf Wachstum und Reifung der Beere führt, ist auch der Überfluss von Niederschlägen nicht unbedingt förderlich für den Rebstock. So können bspw. kurz vor und während der Weinlese hohe und lang anhaltende Niederschläge zu einer Qualitätsminderung der Ernte führen, da die Aromen in den Beeren durch die erneute Feuchtigkeitsaufnahme 'verwässert' werden. Ein weiterer ungünstiger Faktor hoher Niederschlagsraten von über 1000 mm/Jahr ist die mit ihr einhergehende erhöhte Infektionsgefahr der Rebstöcke durch Pilzerkrankungen (vgl. REDL 1996: 19).
Die Weinpflanze gehört im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen zu den Arten, die in hohem Maße tolerant gegenüber Austrocknungen sind. Dies liegt mitunter am Wurzelwerk der Pflanze, welches in tief reichende Bodenschichten ragt und so häufig die Versorgung mit Wasser während Dürrephasen überbrücken kann. Bei Studien mit unterschiedlichen Sorten wie bspw. Müller-Thurgau, Riesling, Trollinger und Chardonnay stellte man fest, dass nach einer Reduzierung der Wasserversorgung in der Familie der Vitis-Arten bedeutende Unterschiede bezüglich des Wasserflusses innerhalb der Pflanze, der Reaktion sowie der Transpirationsrate bestehen. Man kann folglich zwischen hydrostabilen und hydrolabilen Rebsorten unterscheiden. Die hydrolabilen Pflanzen regulieren ihr Wasserpotential bei Trockenheit früh über ihre Stomata, also Poren, die den Gasaustausch mit der Umgebungsluft ermöglichen. Die Stomata hydrostabiler Pflanzen sind toleranter gegenüber Trockenheit. Sie haben osmotisch wirksame Stoffe in deren Zellen eingelagert, sodass sie auch bei niedrigem Wasserpotential die geringen Wasservorräte ausschöpfen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Weinrebe: Dieses Kapitel erläutert die biologische Klassifizierung der Weinrebe sowie die entscheidenden klimatischen Faktoren für ihr Wachstum und ihre geographische Verbreitung.
2. Historischer Ausblick auf die Verbreitung des Weinbaus in Mainfranken: Hier wird die Entwicklung des fränkischen Weinbaus von den Anfängen im Mittelalter über historische Krisen bis hin zum Wiederaufbau nach 1960 nachgezeichnet.
3. Weinbergböden Frankens: Das Kapitel beschreibt die geologischen Formationen der Germanischen Trias und deren spezifische Eignung für den Weinbau in Franken.
4. Fränkisches Weinland in der Gegenwart: Hier werden die EU-Weinbaukartei sowie aktuelle Strukturdaten des fränkischen Weinbaus für die Jahre 2011 und 2012 zusammengefasst.
5. Klimawandel und Weinbau: Dieses zentrale Kapitel analysiert die verschiedenen Facetten des Klimawandels wie Temperaturerhöhung, CO2-Anstieg und Ozonbelastung und diskutiert deren Auswirkungen auf Rebpflanzen sowie den Einsatz von Bewässerungssystemen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Chancen und Risiken des Klimawandels für die fränkischen Winzer zusammen und betont die Notwendigkeit von Anpassungsstrategien.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Weinbau, Franken, Mainfranken, Weinbergsböden, Trias, Rebsorten, Temperatur, Niederschlag, Bewässerung, Trockenstress, Ozon, Anpassungsstrategie, Phänologie, Ertragssicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Weinbauregion Franken unter besonderer Berücksichtigung historischer, geologischer und klimatischer Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die klimatischen Standortbedingungen, die geologischen Bodenverhältnisse der Trias, die historische Entwicklung des Weinbaus sowie die Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf die Rebpflanze und deren Bewirtschaftung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Folgen des Klimawandels für den fränkischen Weinbau aufzuzeigen und zu untersuchen, wie Winzer durch Anpassungsmaßnahmen, wie etwa Bewässerung, auf veränderte klimatische Bedingungen reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung meteorologischer Daten, geologischer Grundlagen und Strukturdaten des fränkischen Weinbaus zur Evaluierung zukünftiger Entwicklungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die biologischen Grundlagen der Rebe, die Historie des Weinbaus in Mainfranken, die geologischen Bodenformationen, aktuelle Strukturdaten und eine detaillierte Analyse klimatischer Faktoren wie Temperatur, Ozon, Aerosole und Wasserverfügbarkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Klimawandel, Weinbau in Franken, Weinbergböden, Rebsorten, Trockenstress, Bewässerungsmanagement und Anpassungsstrategien charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das Bewässerungsprojekt in Volkach?
Das Bewässerungsprojekt in Volkach dient als konkretes Beispiel für eine Anpassungsmaßnahme, um in trockenen Vegetationsphasen eine stabile Wasserversorgung der Reben zu gewährleisten und die negativen Folgen von Trockenstress zu minimieren.
Welche Rolle spielt der Huglin-Index in dieser Arbeit?
Der Huglin-Index wird als bioklimatischer Wärmefaktor genutzt, um die Anbaufähigkeit verschiedener Rebsorten unter veränderten Temperaturbedingungen im fränkischen Weinbau zu bewerten.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2012, Klimawandel und Veränderungen im Weinbau in Franken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213000