Gottlob Frege - Eine logische Untersuchung. Eine Analyse

Der Gedanke


Hausarbeit, 2013
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit im Rahmen des Seminars „Aussagen, Sachverhalte und Tatsachen. Ein sprachphilosophischer Grundkurs“ befasse ich mich mit dem Aufsatz "Der Gedanke - Eine Logische Untersuchung" von Gottlob Frege, welcher 1918 in einem Heft der "Deutschen Philosophischen Gesellschaft" erschienen ist. In seinem Aufsatz behandelt Frege den Begriff der Wahrheit und unternimmt einen Versuch diesen zu definieren. Zudem führt er auf Basis der Unterscheidung zwischen Dingen der Außenwelt, denen eine Objektivität zukommt und Vorstellungen als subjektiven Denkinhalten, eine weitere Kategorie, das dritte Reich ein, zu welchem die Gedanken zu zählen sind. Im Folgenden werde ich versuchen die Argumentation Freges aufzuzeigen und mich abschließend zu seiner These äußern.

2. Aufgabe der Logik

Zu Beginn seines Aufsatzes macht Frege eine Abgrenzung zwischen der Logik und der Psychologie, welche sich vermeintlich in der gleichen Weise mit der Wahrheit beschäftigen. Zwar ist es das Ziel aller Wissenschaften die Wahrheit zu finden, jedoch geht das Ziel der Logik in diesem Punkt über das der anderen hinaus, denn sie will die „Gesetze des Wahrseins" erforscht. Verschiedene Disziplinen lassen sich leicht auf einen Begriff bringen, der für sie jeweils bestimmend ist, für die Ästhetik ist dies das Schöne und für die Ethik das Gute. Im Falle der Logik ist es das Wahre, welches für sie das Gebiet ihres Inhalts markiert. Der Begriff „wahr“ weist der Logik ihre Richtung, wohingegen die Psychologie sich mit dem "Fürwahrhalten" beschäftigt, so begründet Frege, warum zwischen diesen beiden Wissenschaften eine klare Abgrenzung gemacht werden muss. Das Wort Gesetz kann nun auf zwei verschiedene Weisen verstanden werden, zum einen gibt es Sittengesetze und Staatsgesetze, welche sich auf das Handeln beziehen und welche zu befolgen sind, es sind Vorschriften. Zum anderen gibt es Naturgesetze, diesen unterliegt das gesamte Geschehen der Natur, alle Abläufe in der Natur verhalten sich gemäß diesen Gesetzen, Erstere sind im Vergleich dazu eher optional. Für Frege sind die „Gesetze des Wahrseins“ eher im Sinne von Naturgesetzen zu verstehen, auch wenn diese nicht für ein Geschehen, sondern für ein Sein stehen. Nachfolgend kommt es zu einer Abgrenzung gegenüber der Psychologie. „Aus den Gesetzen des Wahrseins ergeben sich nun Vorschriften für das Fürwahrhalten, das Denken, Urteilen, Schließen. Und so spricht man wohl auch von Denkgesetzen. Aber hierbei liegt die Gefahr nahe Verschiedene zu vermischen. Man versteht vielleicht das Wort 'Denkgesetz' ähnlich wie 'Naturgesetz' und meint dabei das Allgemeine im seelischen Geschehen des Denkens. Ein Denkgesetz in diesem Sinne wäre ein psychologisches Gesetz. Und so kann man zu der Meinung, es handle sich in der Logik um den seelischen Vorgang des Denkens und um die psychologischen Gesetze, nach denen es geschieht. Aber damit wäre die Aufgabe der Logik verkannt; denn hierbei erhält die Wahrheit nicht die ihr gebührende Stellung.“ [1] Es wird an diesem Punkt deutlich, dass es Frege nicht nur um eine Abgrenzung der beiden Gebiete voneinander geht, sondern vielmehr die Logik gegenüber der Psychologie zu stärken und ihr eine größere Bedeutung gegenüber anderen Wissenschaften zu verschaffen. Die Psychologie ist nicht geeignet die Wahrheit zu ergründen, denn in der Psychologie ist es möglich, dass etwas das fürwahr gehalten wird, was es jedoch in Wirklichkeit nicht ist. Es kann wahr sein, muss es jedoch nicht. Die reine Möglichkeit reicht jedoch nicht aus, möglichst eindeutige Gewissheit herrschen. Aus der Erkenntnis dieses Problems heraus sucht Frege fern der Psychologie eine Möglichkeit den Inhalt des Begriffs „wahr“ zu ergründen im Sinne einer wissenschaftlichen Gewissheit, die einer Überprüfung standhält, völlig frei von jeglicher Subjektivität.

[...]


[1] Frege, Gottlob, Logische Untersuchungen (Vandenhoeck und Ruprecht: Göttingen 1960) S. 30

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Gottlob Frege - Eine logische Untersuchung. Eine Analyse
Untertitel
Der Gedanke
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Philosophie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V213017
ISBN (eBook)
9783656408888
ISBN (Buch)
9783656409588
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gottlob, frege, eine, untersuchung, analyse, gedanke
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Patrick E. (Autor), 2013, Gottlob Frege - Eine logische Untersuchung. Eine Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213017

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