Veröffentlichung und Referenzierung


Hausarbeit, 2012
27 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Relevante Werke

3 Begriffserklärungen
3.1 Forschungsdaten
3.2 Open Access/Open Data
3.3 Persistent Identifier
3.4 Repositorium

4 Richtlinien und Rahmenbedingungen
4.1 Richtlinien
4.2 Rahmenbedingungen

5 Argumente für und gegen das Veröffentlichen von Forschungsdaten
5.1 Gründe für die Veröffentlichung von Forschungsdaten
5.2 Gründe gegen die Veröffentlichung von Forschungsdaten

6 Publikationsmodelle
6.1 Der klassische Publikationsweg
6.2 Open Access
6.3 Lizenzmodelle
6.3.1 Creative Commons
6.3.2 Science Commons
6.3.3 Data Commons
6.4 Publikationsstrategien
6.4.1 Objektzentriertes Modell
6.4.2 Textzentriertes Modell
6.4.3 Datenzentriertes Modell

7 Referenzierung von Forschungsdaten
7.1 Beispiel TIB Hannover

8 Plattformen für Veröffentlichungen
8.1 Verlage
8.2 Bibliothekskataloge

9 Problemfelder und Herausforderungen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Data Curation Continuum

Abbildung 2: Die sechs Standard-Verträge von CC

Abbildung 3: Textzentriertes Modell

Abbildung 4: Datenzentriertes Modell

Abbildung 5: Screenshot eines Artikels des Thieme Verlags

Abbildung 6: Forschungsdatensatz im Katalog der TIB Hannover

1 Einleitung

Wir sind in der heutigen Zeit einer immer weiter zunehmenden Datenflut ausgesetzt. Vor allem in der Wissenschaft wird die Datenmenge durch automatisierte Messungen immer größer. Mehrere Milliarden Euro werden jährlich allein in Deutschland für die Gewinnung von Daten investiert. Diese Daten werden von den Wissenschaftlern erhoben und größtenteils selbst verwaltet. Nach der Publikation des Fachartikels ist der Großteil der Daten entweder vollständig verloren gegangen oder auf den Festplatten der Wissenschaftler schlecht dokumentiert abgespeichert. Damit ist die Zugänglichkeit nicht gesichert. Da kein Datenaustausch stattfindet, bleiben große Mengen an Daten ungenutzt, da andere Wissenschaftler nicht auf sie zugreifen und weiterverwenden können.[1]

Diese Hausarbeit soll beleuchten, welche Möglichkeiten es gibt, diese Daten zu veröffentlichen, um sie sowohl anderen Wissenschaftlern als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Dazu werden im ersten Kapitel die wichtigsten Begriffe erläutert, die im weiteren Verlauf dieser Arbeit eine wichtige Rolle spielen und das Verständnis erleichtern sollen.

Anschließend werden die relevanten Richtlinien vorgestellt, sowie die Rahmenbedingungen für die Veröffentlichung von Forschungsdaten erklärt.

Das nächste Kapitel erörtert die Argumente für und gegen die Publizierung der Daten. Vor allem soll dargestellt werden, welche positiven Auswirkungen die Veröffentlichung hat, jedoch sollen auf der anderen Seite auch die vielleicht berechtigten Gründe der Wissenschaftler dargelegt werden, die sie an der Publizierung hindern.

Danach widmet sich die Arbeit dem Kapitel Publikationsmodelle. Um die Publikationswege besser verstehen zu können, wird erst der klassische Weg beleuchtet, um danach das große Feld des Open Access zu besprechen. Mit dem Hintergrund, welche Rolle dabei Forschungsdaten spielen und inwieweit sich das Modell auf sie übertragen lässt. Zudem sollen in diesem Kapitel Lizenzmodelle für die Veröffentlichung von Forschungsdaten dargelegt werden. Daneben soll aufgezeigt werden, welche Strategien für die Veröffentlichung es speziell für Forschungsdaten gibt.

Im Anschluss daran geht es um das Thema Referenzierungsmodelle für Forschungsdaten, um sie eindeutig zu identifizieren und damit zitierfähig zu machen. Dabei spielt vor allem der Digital Object Identifier (DOI) eine wichtige Rolle.

Eine wichtige Frage ist auch, wo Forschungsdaten veröffentlicht werden können. Dazu werden im vorletzten Kapitel einige Beispiele vorgestellt.

Zuletzt werden die Problemfelder und Herausforderungen beschrieben.

2 Relevante Werke

Das aktuellste Werk, das disziplinübergreifend auf alle relevanten Aspekte zum Thema Forschungsdatenmanagement eingeht, ist das „Handbuch Forschungsdatenmanagement“.[2] Zahlreiche Experten beleuchten das Thema sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht. Für meine Themenstellung ist besonders das Kapitel „Strategien bei der Veröffentlichung von Forschungsdaten“[3] von Sünje Dallmeier-Thiessen von Bedeutung. Frau Dallmeier-Thiessen stellt in ihrem Beitrag drei Publikationsmodelle zur Veröffentlichung von Forschungsdaten vor und erklärt diese anhand von Beispielen. Dies erleichtert das Verständnis. Leider geht die Autorin nicht auf Lizenzmodelle ein. Dies wird auch in der Rezension von Maxi Kindling bemängelt.[4]

Einige Autoren sind für die Themenstellung besonders relevant. Dazu zählen neben Sünje Dallmeier-Thiessen von CERN, auch Dr. Hans Pfeiffenberger vom Alfred Wegener Institut für Meeres- und Polarforschung und Heinz Pampel von der Helmholtz-Gemeinschaft. Sünje Dallmeier-Thiessen hat neben ihrem Beitrag im Handbuch Forschungsdatenmanagement zahlreiche Vorträge auf verschiedenen Kongressen gehalten. Zu nennen ist unter anderem der Vortrag „Forschungsdaten 2010: Relevanz, Positionen und Akteure“[5] auf dem Leipziger Kongress für Information und Bibliothek 2010 und der Vortrag „Forschungsdaten als eigenständige Publikation“[6] auf der Open Access Week 2009. Hans Pfeiffenberger hat neben dem Veröffentlichen interessanter Beiträge in Fachjournalen (beispielsweise „Offener Zugang zu wissenschaftlichen Primärdaten“[7]) auch über das Thema „Allianz AG Forschungsdaten- Auf dem Weg zu einer Policy im Umgang mit Forschungsdaten“[8] auf dem KoLaWiss-Workshop 2009 in Göttingen referiert. Zuletzt ist noch Heinz Pampel zu nennen, der neben seinem Beitrag in dem Handbuch Forschungsdatenmanagement unter anderem den Vortrag „Offener Zugang zu Forschungsdaten“[9] auf den Open Access Tagen 2010 gehalten hat.

Für die Bearbeitung des Themas unbedingt erforderlich ist der Aspekt Referenzierung und Zitierbarkeit. Dazu ist vor allem der Artikel von Brase/Klump lesenswert.[10] Einen guten Überblick bietet zudem das Kapitel „Access“ im Nestor-Handbuch[11]. Die Autoren stellen die verschiedenen Varianten des Persistent Identifiers übersichtlich vor.

Außerdem ist auch das Kapitel „Digitale Forschungsdaten“[12] von Jens Klump zu empfehlen. Auch er thematisiert den Persistent Identifier, geht aber auch auf den Lebenszyklus von Forschungsdaten ein.

Im Hinblick auf die Richtlinien für den Umgang mit Forschungsdaten wurden nur einige relevante ausgewählt. Dazu gehören allgemeine Guidelines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), vor allem die „Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“[13] und die „Empfehlungen zur gesicherten Aufbewahrung und Bereitstellung digitaler Forschungsprimärdaten“[14]. Darüber hinaus ist die „Berliner Erklärung“[15] wichtig. Weitere Richtlinien wie die „Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten“[16] von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, die „Bermuda Rules“[17], die „Joint Data Archiving Policy“[18] und die Guideline der OECD[19] wurden vernachlässigt, da in ihnen keine neuen Aspekte aufgegriffen werden.

Aber auch die Vorgaben von Fachjournalen, sogenannte „Journal policies“, sind erwähnenswert. Dabei ist als Beispiel die Policy der „American Economic Review“[20] zu nennen. Auch „PloS“, eine internationale Open-Access-Publikation, die unter Begutachtungsverfahren steht[21], und AGU, die American Geophysical Union[22], haben spezielle Richtlinien, an die sich die Autoren halten müssen. Diese sollen jedoch aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit nicht weiter thematisiert werden.

3 Begriffserklärungen

Im Folgenden werden die wichtigsten Begriffe erläutert, die das Verständnis dieser Arbeit erleichtern sollen.

3.1 Forschungsdaten

Eine exakte Definition des Begriffs „Forschungsdaten“ fällt schwer, da einerseits verschiedene Begriffe in Gebrauch sind, beispielsweise „Rohdaten“, „Quelldaten“, „Primärdaten“ oder „Messdaten“ und andererseits die Begriffe je nach Disziplin unterschiedlich ausgelegt werden können. Denn jede Disziplin hat unterschiedliche Methoden, Daten zu erheben. Die Naturwissenschaft führt z.B. Messungen mit Geräten durch, die Sozialwissenschaften dagegen erzeugen Daten durch Befragungen. Durch die unterschiedlichen Methoden in den Disziplinen entstehen heterogene Formen und Formate der Daten.[23] Allgemein kann man sagen, dass unter „Forschungsdaten [ ... ] digitale und elektronisch speicherbare Daten zu verstehen [sind], die im Zuge eines wissenschaftlichen Vorhabens entstehen“[24].

3.2 Open Access/Open Data

“Open Access ist eine weltweite Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass wissenschaftliche Forschungsergebnisse unentgeltlich von jedermann über das Internet gelesen, heruntergeladen, gespeichert, ausgedruckt oder in anderer Weise für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden können, sofern die Urheberschaft dabei korrekt angegeben wird.“ [25]

Diese Bewegung hat ihren Ursprung in der sogenannten „Zeitschriftenkrise“, in der die Kosten für Abonnements von Zeitschriften immer weiter zunahmen, bis Bibliotheken viele ihrer Zeitschriften abbestellen mussten. Damit konnten die Bibliotheken nicht mehr umfassend ihrem Auftrag der Literaturversorgung nachkommen.[26] Open Access wurde zu Open Data weiterentwickelt und meint nun nicht mehr nur die öffentliche Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, sondern auch von Forschungsdaten.[27] Dieses Teilen von Daten bezeichnet man auch als „Data Sharing“.[28]

3.3 Persistent Identifier

Ein Persistent Identifier (PI) dient dazu, ein online gespeichertes Dokument eindeutig zu kennzeichnen. Damit ist die Auffindbarkeit des Dokuments dauerhaft gesichert.[29] Ein Uniform Resource Locator (URL) kann sich zum Beispiel bei einem Serverwechsel ändern, während ein PI vom jeweiligen Server unabhängig ist. Das Prinzip dahinter ist folgendes: Der PI wird in einer Datenbank, dem sogenannten „Resolver“ mit dem jeweils aktuell zugehörigen URL gespeichert. Gibt man dann den PI ein, wird man automatisch zum richtigen Dokument gelinkt.[30]

Es gibt verschiedene Varianten des PI, dazu gehören der Digital Object Identifier (DOI), der Uniform Resource Name (URN), der Persistent URL (PURL) und das Handle-System.[31] Der DOI wird im Laufe dieser Arbeit im Kontext eines Projektes der Technischen Informationsbibliothek (TIB) vertieft. Der Vorteil des DOI ist, dass er „von jedem Rechner auf der Welt mit Internetzugang aufgelöst werden [kann]“[32], der URN kann nur auf der Seite der Vergabeeinrichtung aufgelöst werden. Dies kann zum Problem werden, da die Vergabeeinrichtung nicht immer bekannt ist. Jedoch ist es von Vorteil, dass die DNB URN-Namen im deutschsprachigen Raum kostenlos vergibt. Das Handle System ist nicht qualitätsgeprüft, da es keine übergeordnete Einrichtung besitzt. Zur persistenten Identifizierung sehr großer Datenmengen ist das Handle-System gut geeignet, jedoch nicht für das wissenschaftliche Zitieren.[33]

3.4 Repositorium

Repositorien sorgen für eine vertrauenswürdige Archivierung und Verfügbarkeit von Daten.[34] Dabei werden verschiedene Unterscheidungen getroffen: Aschenbrenner/Neuroth unterscheiden „institutional repositories für Publikationsserver, „trusted repositories für Langzeitarchivierungsumgebungen und open access repositories für frei zugängliche Daten.“[35] Kleiner differenziert nach „fachlichen Repositorien, die zur Archivierung von Daten bestimmter Fachgebiete und Disziplinen dienen und damit eine recht unmittelbare Sicht auf die wissenschaftliche Produktion der Disziplin ermöglichen [und] institutionellen Repositorien, die von Universitäten, Forschungsinstituten oder Forschungsorganisationen betrieben werden und daher die Produktion unterschiedlicher Disziplinen vereinigen“.[36]

[...]


[1] Vgl. Brase, J. et al. (2005): Neue Wege des Publizierens: Die Zitierfähigkeit

wissenschaftlicher Primärdaten

[2] Büttner, S.; Hobohm, H.-C.; Müller, L., Hrsg. (2011): Handbuch Forschungsdatenmanagement

[3] Dallmeier-Thiessen, S. (2011): Strategien bei der Veröffentlichung von Forschungsdaten

[4] Vgl. Kindling, M.(2012): Rezension zu: Büttner, S.; Hobohm, H.-C.; Müller, L., Hrsg. (2011):

Handbuch Forschungsdatenmanagement

[5] Dallmeier-Thiessen, S. (2010): Forschungsdaten 2010: Relevanz, Positionen und Akteure

[6] Dallmeier-Thiessen, S. (2009): Forschungsdaten als eigenständige Publikation

[7] Pfeiffenberger, H. (2007): Offener Zugang zu wissenschaftlichen Primärdaten, S. 207-210

[8] Pfeiffenberger, H. (2009): Allianz AG Forschungsdaten

[9] Pampel, H. (2010): Offener Zugang zu Forschungsdaten

[10] Brase, J., Klump, J. (2007): Zitierfähige Datensätze: Primärdaten-Management durch DOIs

[11] Neuroth,H. et al. (2009): nestor-Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen

Langzeitarchivierung

[12] Klump, J. (2009): Digitale Forschungsdaten, S.104-115

[13] DFG (1998): Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis

[14] DFG (2009): Empfehlungen zur gesicherten Aufbewahrung und Bereitstellung digitaler

Forschungsprimärdaten

[15] Berliner Erklärung (2003): Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the

Sciences and Humanities

[16] Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen (2010): Grundsätze zum Umgang mit

Forschungsdaten

[17] Marshall, E. (2001): Bermuda Rules

[18] DataDryad (2010): Joint Data Archiving Policy

[19] OECD (2007): Principles and Guidelines for Access to Research Data from

Public Funding

[20] AER (2009): Data Availability Policy

[21] PLoS ONE (o. J.): PLoS ONE Editorial and Publishing Policies: Sharing of Materials,

Methods, and Data

[22] AGU (1993): Policy on Referencing Data in and Archiving Data for AGU Publications

[23] Vgl. Büttner, S.; Hobohm, H.-C.; Müller, L., Hrsg. (2011): Research Data Management, S. 15

[24] Winkler-Nees, S. (2010): Forschungsdaten besser nutzen: Strategien und Ansätze der

DFG, S. 2

[25] ULB (2011): Was ist Open Access?, S. 1

[26] Vgl. ebd.

[27] Vgl. ZB MED (2011): Open Access und Open Data im Fokus

[28] Vgl. Zeit Online (o.J.): Forscher sollen ihre Daten teilen

[29] Vgl. UB Karlsruhe (o.J.): Glossar

[30] Vgl. Kunze, S (2005): Zitierbarkeit: eine wichtige Anforderung an digitale Publikationen

[31] Vgl. ebd.

[32] TIB Hannover (2011): FAQ

[33] Vgl. ebd.

[34] Aschenbrenner, A; Neuroth, H. (2011): Forschungsdaten-Repositorien, S.101

[35] Ebd., S. 102 f

[36] Kleiner, M. (2009): »Die Freiheit der Autoren ist nicht bedroht«

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Veröffentlichung und Referenzierung
Hochschule
Hochschule der Medien Stuttgart
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
27
Katalognummer
V213110
ISBN (eBook)
9783656411185
ISBN (Buch)
9783656412625
Dateigröße
1019 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
veröffentlichung, referenzierung
Arbeit zitieren
Rebecca Creuz (Autor), 2012, Veröffentlichung und Referenzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213110

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