Es ist kein Zufall, dass die Akustik, welche man als Teilgebiet der Physik sehen kann und sollte, keinen eigenen Abschnitt im fast 1500 Seiten umfassenden Werk der Physiker David Halliday, Robert Resnick und Jearl Walker ( Halliday: Physik) einnimmt.1 Auch im Lehrplan Physik taucht das Wort Akustik direkt nur an zwei Stellen auf, nämlich in der zehnten Klasse („Lernbereich 1: Mechanische Schwingungen und Wellen. Einblick gewinnen in die Akustik“2) und im Grundkurs der zwölften Klasse im „Wahlpflichtbereich 3: Akustik“3. Die Akustik selbst ist also keine feste Größe im Lehrplan wie zum Beispiel die Mechanik (, wenn man davon absieht, dass man die Akustik als Teilgebiet der Mechanik einstufen kann). Das mag zum Teil daran liegen, dass ihre Existenz auf Schwingungen und Wellen beruht und diese teilweise in anderem Kontext gelehrt werden, allerdings auch aufgrund der Tatsache, dass die Akustik selbst ein verhältnismäßig schwammiges und wenig transparentes Teilgebiet darstellt. (Dies belegt auch die Tatsache, dass einer der Schüler4 in der SEW5 während der einführende Worte die Frage stellte: „Was ist eigentlich Akustik?“). Es ist nicht auf den ersten Blick ein roter Faden für Lehrer erkennbar und wenn doch, dann nur in relativ geringem Umfang (siehe: Wahlpflichtbereich mit nur vier Unterrichtsstunden). Allerdings sind die Schüler, Lehrer und alle anderen Menschen täglich mit den Phänomenen der Akustik und deren Wirkungsprinzip konfrontiert, ohne dass sich die meisten darüber Gedanken machen, wie eigentlich der Klang der Musikinstrumente zu Stande kommt oder warum man sich überhaupt miteinander unterhalten kann. Aufgrund dieser Gedanken legitimiert sich die Wahl des Themengebietes dieser Gruppe. Die Akustik spielt eine tragende Rolle in zahlreichen Alltagssituationen und –phänomenen, wird jedoch nicht sehr ausgiebig in der Schule thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort – Warum Akustik? Begründung, generelle Konzeption und Zielstellung der Station Akustik.
II. Stationen
II.I Station 1: Magie im Wasserglas
II.II Station 2: Die magische Saite
II.III Station 3: Die Wette
II.IV Station 4: Die Männer von der Sicherheitsfirma
II.V Station 5: Im Rausch der Geschwindigkeit
II.VI Station 6: Lärmende Stille
II.VII Station 7: Singende Gläser und Flaschen
III. Auswertung, Reflexion, Fazit
VI. Anhang
VI.I Aufgabenblätter der Stationen
VI.II Abbildungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit dokumentiert die Konzeption und Durchführung einer erlebnisorientierten Schülerexperimentierwoche zum Thema Akustik, mit dem Ziel, physikalische Grundlagen durch eigenständiges Experimentieren außerhalb des klassischen Frontalunterrichts erfahrbar zu machen und das Interesse an Naturwissenschaften nachhaltig zu fördern.
- Konzeption erlebnisorientierter Lernumgebungen
- Experimentelle Untersuchung von Schall und Wellenphänomenen
- Förderung der Eigeninitiative und Schüleraktivität
- Reflexion didaktischer Ansätze in der Praxis
Auszug aus dem Buch
Station 1: Magie im Wasserglas
Bei dieser Station sollte den Schülern veranschaulicht werden, dass es sich bei Tönen und allem was hörbar ist, um Wellen (Schwingungen) handelt. Die Schüler lasen die Geschichte (siehe Anhang) und sollten mit den ihnen gegebenen Mitteln (siehe Abbildung 1) versuchen, den Zaubertrick zu imitieren. Sie schlugen die Stimmgabel an und tauchten sie mit den Zinken in das Wasser. Es sind Wasserwellen zu erkennen. Nun war es ihre Aufgabe, die physikalisch korrekte Erklärung zu erschließen. Hierbei kann es sich ausschließlich um die zweite Antwort handeln. Die Schüler verstehen durch das Experiment, dass das Anschlagen der Stimmgabel deren Zinken in Bewegung (Schwingung) versetzt. Diese ist mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, da die Frequenz der Schwingung sehr hoch (zumindest in Bezug auf die Wahrnehmung des menschlichen Auges) ist.
(Es wurde eine Stimmgabel mit 440 Hz verwendet, was einer Anzahl von 440 Schwingungen pro Sekunde und dem Kammerton a entspricht). Wird die Stimmgabel allerdings in das Wasser gehalten, ist zu erkennen, dass sich die Schwingung der Zinken auf das sie umgebene Medium ausbreitet. Im Wasser sind Wellen erkennbar. Demzufolge ist zu erschließen, dass es sich bei dem Ton, den die Stimmgabel an der Luft hervorruft, ebenfalls um Schwingungen/Wellen handelt. Die Zinken der Stimmgabel übertragen ihre (gedämpfte) Schwingung auf das sie umgebene Medium. Im Wasser sind Wellen zu beobachten, in der Luft ist ein Ton zu hören. Aufgrund der Tatsache, dass Schüler zwischen Klasse sieben bis zehn den Versuch durchführten und das Thema mechanischer Schwingungen und Wellen erstmals in Klasse 10 im Lehrplan auftaucht, wurde in der Erklärung des Phänomens darauf verzichtet, von der Frequenz oder anderen Fachwörtern zu sprechen, sondern es wurde das Wort „vibriert“ genutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Vorwort – Warum Akustik? Begründung, generelle Konzeption und Zielstellung der Station Akustik.: Begründet die Wahl der Akustik als Themengebiet und erläutert die erlebnisorientierte Konzeption der Lernumgebung für die Schülerexperimentierwoche.
II. Stationen: Detaillierte Vorstellung der sieben Experimentierstationen, ihrer physikalischen Hintergründe, der Beobachtungen während der Durchführung und der kritischen Reflexion ihrer Wirksamkeit.
III. Auswertung, Reflexion, Fazit: Resümiert den Erfolg der Veranstaltung, diskutiert die Balance zwischen freier Schüleraktivität und inhaltlicher Anleitung und zieht ein Fazit über den Lerneffekt.
VI. Anhang: Enthält die ergänzenden Aufgabenblätter für die Schüler sowie eine Übersicht der verwendeten Abbildungen.
Schlüsselwörter
Akustik, Schülerexperimentierwoche, Physikdidaktik, Schwingungen, Wellen, Schall, Resonanz, Doppler-Effekt, Schalldruck, Eigenaktivität, Experiment, Lernumgebung, Schüler, Lehrer, Physik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die Durchführung einer experimentellen Lernwoche zum Thema Akustik für Schüler verschiedener Klassenstufen an der Technischen Universität Dresden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Grundlagen mechanischer Schwingungen und Wellen ab, inklusive spezieller Phänomene wie Resonanz und dem Doppler-Effekt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel war es, eine erlebnisorientierte Lernumgebung zu schaffen, die Schüler motiviert, durch eigenständiges Experimentieren physikalisches Wissen aktiv zu erschließen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein reformpädagogischer Ansatz gewählt, bei dem Studierende als Lernbegleiter fungieren und die Schüler anhand kurzer Geschichten und Versuchsaufbauten zur selbstständigen Erkenntnisgewinnung anleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beschreibt detailliert die sieben Stationen (z. B. Magie im Wasserglas, Doppler-Effekt, Lärmende Stille) und reflektiert deren didaktische Umsetzung und Erfolg bei den Schülern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Schülerexperimentierwoche, Akustik, Schwingungen, Resonanz und didaktische Konzeption.
Wie wurde mit der Problematik umgegangen, dass Schüler den Begriff der Frequenz oft nicht kannten?
Es wurde didaktische Reduktion betrieben, indem in der ersten Phase auf Fachbegriffe verzichtet und stattdessen mit anschaulichen Begriffen wie "vibriert" gearbeitet wurde, um die Schüler nicht zu überfordern.
Welche Rolle spielt die "Geschichte um Holger" in den Experimentierstationen?
Die Geschichten dienen als altersgerechte Einleitung, um die Schüler zu motivieren und einen direkten Anreiz zu schaffen, das physikalische Phänomen zu ergründen, um ein Lösungswort zu vervollständigen.
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- Robert Schich (Author), 2012, Experimentieren mit Schülern - Thema Akustik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213118