Kein anderes Thema beschäftigt die Bildungs- und Kultusminister so, wie der aktuelle Fachkräftemangel in der Bundesrepublik Deutschland. Seit der Reform vom 9 jährigen Gymnasium zum G8, strömen jedes Jahr Massen an Abiturienten die deutschen Universitäten um einen akademischen Abschluss zu erlangen. Der Fokus beschränkt sich momentan ganz auf dieses Thema. Dabei lässt man die Schulabgänger von Real- und Hauptschulen die einen dualen Bildungsweg mit Arbeit und Schule verknüpfen außer acht.
Dem traditionellen Weg des dualen Bildungsgangs, wird in Zeiten der Globalisierung weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Man bekommt sogar den Eindruck der Stellenwert von
Hauptschulabschlüssen sei stark gesunken. Der Ruf nach einer neuen „Mittelschule“ im bayerischen Bildungssystem wird lauter. Experten diskutieren über die Vor- und Nachteile einer Abschaffung der Hauptschule. Als Lösung sieht man das zusammenlegen aller Schulkinder bis zur 10.Klasse. Damit soll eine frühe Selektion durch Schultypen vermieden werden und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden. Doch hat die Hauptschule nicht auch
seine Daseinsberechtigung? Der optimale Übergang in die Erwerbstätigkeit gelingt immer schwieriger. Vor allem Hauptschulabgängern gelingt der Übergang nicht so leicht. Die meisten schaffen es nicht einmal ihren qualifizierten Hauptschulabschluss zu erlangen. Die Gründe sind verschieden. Jugendlichen mit Migrationshintergrund bereitet der „QA“ große Probleme. Aber nicht nur Migrantenkinder werden mit diesem Problem konfrontiert, sondern
auch Deutsche Jugendliche sind davon betroffen. Auf diese Schulabgänger warten in den meisten Fällen die Übergangssysteme. Ein System der Reintegration in den Arbeitsmarkt.
Halten diese Maßnahmen das was sie versprechen? Im folgenden werden die einzelnen Maßnahmen erläutert und mit Statistiken die Fragestellung beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitungskapitel
2. Übergangssysteme
2.1 Übergangssysteme im historischen Kontext
2.2 Übergangssysteme im Vergleich
3. Migranten und das Bildungssystem
3.1 Allgemeine Situation der Migranten im Bildungssystem
3.2 Einmündungschancen von Hauptschulabgängern und Migranten
3.3 Effektivität von Übergangssystemen
3.4 Folgen von Übergangssystemen am Individuum
4. Zusammenfassung, Fazit und abschließende Worte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität und die gesellschaftlichen Auswirkungen des deutschen Übergangssystems. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie erfolgreich das Übergangssystem Jugendliche, insbesondere mit Migrationshintergrund, bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt und welche Barrieren sowie persönlichen Folgen dabei entstehen.
- Struktureller Aufbau und historische Entstehung des Übergangssystems
- Situation von Migranten im deutschen Bildungssystem
- Chancen von Hauptschulabgängern auf dem Arbeitsmarkt
- Kriterien für die Einmündung in das duale System
- Psychische und individuelle Folgen für die Teilnehmenden
Auszug aus dem Buch
3.4 Folgen von Übergangssystemen am Individuum
Im letzten Kapitel wurden die unterschiedlichen Kulturen in „ich-Kultur“ und „Wir-Kultur“ aufgeteilt. Natürlich ergeben sich hier auch Unterschiede in der Verarbeitung von Drucksituationen. Dies kann Leistungsdruck sein, der sich im Unterricht äußert um den geforderten Leistungsinhalt in der gleichen Zeit zu bewältigen wie die anderen Teilnehmer. Leistungsdruck kann sich auch in Form der Suche nach einer Lehrstelle äußern. Jeder Jugendliche, sei dieser deutscher oder ausländischer Herkunft hat mit den Folgen der Einflüsse im Übergangssystem auf seine eigene Art zu kämpfen.
Auch die ungleiche Chancenverteilung bei der Lehrstellen suche, kann sich bei Migrantenjugendlichen in Extreme entwickeln. Es werden viele Bewerbungen verschickt. Sehr oft erhalten die Jugendlichen absagen und verstehen nicht wieso. „..Je häufiger die Jugendlichen Erfahrungen der Benachteiligung gemacht haben, desto eher neigen sie dazu, sich „kulturell zu differenzieren“, d.h. Aspekte ihrer Herkunftskultur neu bzw. wiederzuentdecken, neu zu interpretieren und gegenüber Aspekten der dominanten Kultur aufzuwerten...“ 76.Diese kulturelle Differenzierung kann sich im Extremfall zu Parallelgesellschaften entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitungskapitel: Es wird die Problematik des Fachkräftemangels sowie die Schwierigkeit von Hauptschulabgängern beim Übergang in das duale System skizziert.
2. Übergangssysteme: Dieses Kapitel erläutert die Definition, den historischen Kontext und die verschiedenen Maßnahmen innerhalb des Übergangssystems.
3. Migranten und das Bildungssystem: Hier wird die prekäre Lage von Jugendlichen mit Migrationshintergrund analysiert, wobei besonders auf Chancenungleichheit und sprachliche Hürden eingegangen wird.
4. Zusammenfassung, Fazit und abschließende Worte: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet die Rolle von Unternehmen sowie die Notwendigkeit politischer Reformen zur Anerkennung von Abschlüssen.
Schlüsselwörter
Übergangssystem, Arbeitsmarkt, Migrationshintergrund, Hauptschulabschluss, Bildungsbenachteiligung, Ausbildungsreife, Signaltheorie, Chancengleichheit, Fachkräftemangel, Übergangsmaßnahmen, Psychische Folgen, Mobbing, Bildungserfolg, Berufsvorbereitung, Soziale Herkunft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit analysiert das deutsche Übergangssystem als Institution, die Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz auffängt und auf den Arbeitsmarkt vorbereiten soll.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Bildungsstrukturen in Deutschland, die Einmündungschancen von Migranten, die Bedeutung von Zertifikaten bei der Bewerberauswahl sowie die psychischen Auswirkungen auf die Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Wirksamkeit der Übergangsmaßnahmen kritisch zu hinterfragen und aufzuzeigen, ob diese tatsächlich zur Integration in den Arbeitsmarkt beitragen oder nur eine Warteschleife darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis von Literaturanalysen, Bildungsberichten und statistischen Daten die aktuelle Lage der betroffenen Jugendlichen bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Übergangsmaßnahmen detailliert beschrieben, die Bedeutung von Schulnoten und Abschlüssen diskutiert und die individuellen psychischen Folgen für die Lernenden untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere das Übergangssystem, der Migrationshintergrund, die Ausbildungsreife und die strukturelle Chancenungleichheit.
Warum haben Migrantenkinder oft einen Nachteil bei der Lehrstellensuche?
Laut der Arbeit spielen neben sprachlichen Barrieren auch die Signaltheorie der Unternehmen sowie die Benachteiligung bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen selbst bei gleichen Qualifikationen eine entscheidende Rolle.
Inwiefern beeinflusst das kulturelle Klima den Lernerfolg im Übergangssystem?
Die Arbeit differenziert zwischen „Wir-Kulturen“ und „Ich-Kulturen“, da Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturkreisen verschieden auf Leistungsdruck und Unterrichtsbedingungen reagieren, was die pädagogische Arbeit vor große Herausforderungen stellt.
- Arbeit zitieren
- Sandro Marijic (Autor:in), 2012, Übergangssysteme - Chance oder Sackgasse für Jugendliche?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213160