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Aneta Grzeszykowskas Untitled Film Stills

Innovation oder Imitation

Title: Aneta Grzeszykowskas Untitled Film Stills

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Claudia Kusmierek (Author)

Art - Installation / Action/Performance Art / Modern Art
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Summary Excerpt Details

Die Kunst der Wiederholung, das Kopierwesen, die Reproduktion oder die Aneignung
verschiedener künstlerischer Arbeiten ist kein neuartiges Phänomen des modernen Zeitalters, sie „ist so alt wie [die] Kunst selbst“1. Diese Tatsache soll sich dem Besucher der Ausstellung „Déjà-vu?
Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTube“2 der Kunsthalle Karlsruhe erschließen. Neben der jahrhundertealten Praxis der Reproduktion, sollen auch die Ergebnisse dieser „Methode“ in „ihrem ästhetischen und historischen Eigenwert“3 aufgewertet werden und sich als „Kopie“ dennoch den Titel eines innovativen und für sich sprechenden „Originals“ zukommen zulassen.
„Was uns heute vielleicht nicht mehr so bewusst ist, dass während der ganzen Kunstgeschichte seit es Kunst gibt immer kopiert wurde in verschiedenen Zusammenhängen. [...] Im Zeitalter vor Erfindung der Fotografie war dies [nun einmal] nur mit Druckgrafischen oder gemalten Kopien möglich.“4 Wie beispielsweise Peter Paul Rubens im Auftrag des Königs Philipp IV ein Tizian-Gemälde malerisch reproduzierte.5 Damals war es eine herausragende Ehre für den adaptierenden Künstler und für den maßgebenden Künstler, an dem man sich orientierte. Die Kopisten-Tätigkeit konnte sogar bestimmen, was „vervielfältigungswürdig“6 war und damit als „wertvoll“ gekennzeichnet wurde, sodass der Künstler und sein exemplarisches Werk zu Ruhm und Anerkennung gelangen konnten.7
[...]
1 http://www.hfg-karlsruhe.de/features/deja-vu-die-kunst-der-wiederholung.html , Zugriff am 30-08-2012 um 14:37.
2 Im Rahmen des Seminars "underneath each picture there is always another picture" – künstlerische Strategien der Aneignung wurde eine Exkursion unternommen, die im Hinblick auf diese Seminararbeit wertvolle Anregungen geben konnte. Déjà-vu? Die Kunst der Wiederholung von Dürer bis YouTube Ausstellungsort: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe Dauer der Ausstellung: 21. April – 5. August 2012
3 http://www.hfg-karlsruhe.de/features/deja-vu-die-kunst-der-wiederholung.html , Zugriff am 30-08-2012 um 14:47.
4 http://www.hfg-karlsruhe.de/features/deja-vu-die-kunst-der-wiederholung.html 3:52 min. Zugriff am 30-08-2012 um 14:47.
5 Vgl. Wolfgang Ullrich: Gurskyesque: Das Web 2.0, das Ende des Originalitätszwangs und die Rückkehr des nachahmenden Künstlers. In: Kunst und Philosophie. Original und Fälschung, Julian Nida-Rümelin u.a. [Hrsg.],
Ostfildern 2011, S. 100.
6 Vgl. Ullrich, S. 100.
7 Ebd., S. 100.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Einführung

2.1. Appropriation Artist „Cindy Sherman“

2.2. Re-Inszenierung „Aneta Grzeszykowska“

3. Untitled Film Stills

3.1. Beschreibung & Bedeutung

3.2. Vergleich

4. Vergleich an Fallbeispielen

4.1. Untitled Film Still(s) #6

4.2. Untitled Film Still(s) #27

4.3. Untitled Film Still(s) #12

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Innovation und Imitation im Kontext der Appropriation Art, indem sie die ikonische Fotoserie "Untitled Film Stills" von Cindy Sherman mit der konzeptuellen Neu-Inszenierung durch die polnische Künstlerin Aneta Grzeszykowska vergleicht. Ziel ist es, durch eine detaillierte Analyse der ästhetischen Mittel, der bewussten Abweichungen und der semantischen Aufladung zu klären, inwieweit Grzeszykowskas Arbeiten als eigenständige, innovative Positionen innerhalb der Kunstgeschichte zu werten sind und welche Fragen zu Identität, Authentizität und Autorenschaft dabei aufgeworfen werden.

  • Analyse der Appropriation Art als künstlerische Strategie
  • Konzeptueller Vergleich zwischen Cindy Sherman und Aneta Grzeszykowska
  • Bedeutung der Re-Inszenierung und semantischen Neukodierung
  • Untersuchung von Identitätskonstruktion und Frauenbildern
  • Rolle des kollektiven Bildgedächtnisses und der medialen Inszenierung

Auszug aus dem Buch

3.1. BESCHREIBUNG & BEDEUTUNG

Die Untitled Film Stills sind, in einem für Filmstandbilder üblichen Format von 20,3 x 25,4 cm, Schwarz- Weiß- Fotografien [!], wobei es sich um 48 Querformate und 21 Hochformate handelt. Die ausgestellten Abzüge haben eine Größe von 102 x 76,2 cm, wobei einzig #62 aus dieser Formatvorgabe herausfällt. Es sind Darstellungen weiblicher Personen vor inszenierten Kulissen mit verschiedenartigen Requisiten. Folglich ist die ganze Aufnahme, trotz zufälligem Schein, der hervorgerufen wird durch die unscharfen Umrisse, ein arrangiertes Set mit einem posierenden und gestellten Modell, welches von der Künstlerin selbst verkörpert wird.

Was ist nun der Hintergrund, vor dem Sherman ihre Film Stills produzierte? Welches Ereignis brachte sie auf die Idee, Fotografien aufzunehmen, die weitaus mehr erzählen, als man von einem gewöhnlichen Bild erwarten kann?

Eine kleine Anekdote aus Shermans Leben könnte aufschlussreich für die Fragestellung nach der Idee sein. Frau Schulz-Hoffmann schreibt in ihrem Aufsatz über die „junge“ Künstlerin, die dem Kollegen David Salle 1977 einen Besuch abstattete und dabei viele Fotos auf dem Boden vorfand, die sie in ihrer Kreativität zu beeinflussen schienen. Sie bemerkte, dass die Aufnahmen „[...] weder als Einzelbilder noch im Zusammenhang einen rechten Sinn ergaben. Aber gerade die Vieldeutigkeit und Offenheit dieser Fotos ohne erkennbare innere Logik oder nachvollziehbaren Handlungsstrang faszinierten Cindy Sherman. [...] sie erkannte hier einen Weg, eine Geschichte anzudeuten, ohne alle Akteure einzubinden. Sie begriff, dass diese durchaus auch außerhalb des Blickfeldes der Kamera befinden konnte“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Praxis der Wiederholung in der Kunst ein und skizziert das Ziel, die Appropriation Art durch das Fallbeispiel von Cindy Sherman und Aneta Grzeszykowska zu beleuchten.

2. Allgemeine Einführung: Dieses Kapitel stellt die beiden Künstlerinnen vor, erläutert Shermans konzeptionellen Ansatz zur Identität und definiert das spezifische Vorgehen Grzeszykowskas bei der künstlerischen Re-Inszenierung.

3. Untitled Film Stills: Hier erfolgt eine formale und inhaltliche Analyse der Sherman-Serie sowie ein theoretischer Einstieg in den Vergleich mit Grzeszykowskas Adaptionen.

4. Vergleich an Fallbeispielen: Anhand konkreter fotografischer Gegenüberstellungen (#6, #27, #12) werden Unterschiede in Darstellung, Farbigkeit und beabsichtigter Wirkung zwischen beiden Künstlerinnen detailliert herausgearbeitet.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Grzeszykowskas Imitationen durch ihre bewussten konzeptionellen Brüche und neuen semantischen Ebenen als eigenständige, innovative Transformationen der Vorlage zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Appropriation Art, Cindy Sherman, Aneta Grzeszykowska, Untitled Film Stills, Re-Inszenierung, Identität, Rollenbilder, Filmstandbild, Mediale Inszenierung, Authentizität, Bildgedächtnis, Fotografie, Konzeptkunst, Imitation, Weiblichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Appropriation Art durch einen Vergleich zwischen Cindy Shermans berühmter Serie "Untitled Film Stills" und deren Neu-Inszenierung durch Aneta Grzeszykowska.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen Identitätskonstruktion, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Fragen der künstlerischen Originalität sowie die Bedeutung des kollektiven Bildgedächtnisses.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich die beiden Künstlerinnen in ihren Intentionen und Ergebnissen unterscheiden und ob Grzeszykowskas Arbeit als innovative, eigenständige Leistung innerhalb der Kunstgeschichte gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende kunsthistorische Bildanalyse angewandt, die durch die Auswertung zeitgenössischer kunsttheoretischer Literatur und Interviews ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur künstlerischen Praxis beider Protagonistinnen, gefolgt von einer detaillierten Analyse ausgewählter Fallbeispiele zur Verdeutlichung formaler und inhaltlicher Differenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Appropriation Art, Identitätskonstruktion, Re-Inszenierung und das Spannungsfeld zwischen Originalität und Imitation.

Warum spielt die Nummerierung der Fotos eine Rolle?

Die Nummerierung wird im Text als Mittel hinterfragt, das entweder eine chronologische Biografie suggeriert oder eine bewusste, jedoch rätselhafte Archivierungsstrategie der Künstlerin darstellt.

Welche Bedeutung kommt dem "Rückspiegel" in der Analyse zu?

Der Rückspiegel dient als symbolisches Element, durch das Grzeszykowska eine bewusste Fährte für den Betrachter legt, um auf eine vergangene Zeit und die Distanz zum Vorbild Cindy Sherman zu verweisen.

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Details

Title
Aneta Grzeszykowskas Untitled Film Stills
Subtitle
Innovation oder Imitation
College
Saarland University
Grade
1,3
Author
Claudia Kusmierek (Author)
Publication Year
2012
Pages
28
Catalog Number
V213186
ISBN (eBook)
9783656412908
ISBN (Book)
9783656413660
Language
German
Tags
Appropriation Art Cindy Sherman Künstler Warschau Fotografie Kopie Imitation Innovation polnische Künstler Nachahmung ReInszenierung Inszenierung Untitled Film Still Frau in der Kunst Filmfotografie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Kusmierek (Author), 2012, Aneta Grzeszykowskas Untitled Film Stills, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213186
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