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Konzeption und Gestaltung von Literatursendungen

Vergleichende Analyse dreier literarischer Talk-Formate des Zweiten Deutschen Fernsehens

Titel: Konzeption und Gestaltung von Literatursendungen

Bachelorarbeit , 2011 , 109 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Constanze Arnold (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Marcel-Reich Ranicki, der wohl bekannteste und umstrittenste deutsche TV-Literaturkritiker, brachte das Problem treffend auf den Punkt: Er wollte geklärt haben „was man tun könnte, um etwas so Schwieriges wie ein Buch, wie Literatur im Fernsehen zu präsentieren. Wir alle, die wir mit dem Fernsehen in diesem Bereich zusammenarbeiten, sind, offen gesagt, ein bisschen ratlos.“ (Reich-Ranicki 1978, S. 19).
Und obwohl sich die Klärung dieser Frage bis zum heutigen Tag jeder eindeutigen Antwort entzogen hat, gibt es sie noch immer: die Darstellung von Büchern im Fernsehen. Nicht nur ihrer Plots in Form von literarischen Verfilmungen oder freien Interpretationen für Fernsehserien, sondern ebenso ihrer physischen Erscheinungen, hochgehalten in Form ihres Einbandes.

Wie also geht diese Präsentation vonstatten? Was genau wird dem Zuschauer gezeigt, von einem rechteckigen Objekt, das kaum zu visuellen Höchstleistungen auf dem Bildschirm taugt? In welcher Form wird die Besprechung, Empfehlung oder Kritik eines Buches visuell und akustisch unterstützt?
Die folgende Bachelor-Arbeit soll diesen Fragen nach ästhetischer Gestaltung in dem speziellen Genre der Literatur-Talkshow nachgehen. Im Fokus steht die Analyse und der abschließende Vergleich der Gestaltung der drei ZDF-Sendungen Das Literarische Quartett, Lesen! und Die Vorleser, stellvertretend für das Feld der Gesprächssendungen zur Literatur.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Feld der Literaturkritik

2.1 Was ist Literaturkritik?

2.1.1 Geschichte der Literaturkritik

2.1.2 Begriff der Literaturkritik

2.1.3 Einordnung der Literaturkritik

2.2 Wie arbeitet Literaturkritik?

2.2.1 Aufgaben der Literaturkritik

2.2.2 Formen der Literaturkritik

2.2.3 Probleme der Literaturkritik

2.3 Besonderheiten der Literaturkritik im Fernsehen

2.3.1 Literaturkritik im Fernsehen von den Anfängen bis heute

2.3.2 Formate für Literaturkritik im Fernsehen

2.3.3 Probleme der Literaturkritik im Fernsehen

2.3.4 Wirkung der Literaturkritik im Fernsehen

3 Die Literatursendungen des ZDF

3.1 Das Zweite Deutsche Fernsehen

3.1.1 Kultur als Auftrag

3.1.2 Geschichte der Literatursendungen im ZDF

3.2 Profile der ausgewählten Literatursendungen

3.2.1 Das Literarische Quartett

3.2.2 Lesen!

3.2.3 Die Vorleser

3.3 Vergleich der Profile

4 Formale Analyse der Literatursendungen des ZDF

4.1 Film- und Fernsehanalyse nach Mikos

4.1.1 Struktur der durchgeführten Film- und Fernsehanalyse

4.1.2 Ausgewählte Aspekte der Film- und Fernsehanalyse

4.2 Analyse der drei Beispielsendungen

4.2.1 Das Literarische Quartett

4.2.2 Lesen!

4.2.3 Die Vorleser

4.3 Vergleich der Analyseergebnisse

5 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die Konzeption und ästhetische Gestaltung von Literatursendungen im Fernsehen zu untersuchen. Anhand einer vergleichenden Analyse dreier prägender Talk-Formate des ZDF soll erforscht werden, welche medialen Mittel eingesetzt werden, um Literatur für ein Fernsehpublikum darzustellen und aufzubereiten.

  • Grundlagen der Literaturkritik und ihre Spezifika im Fernsehen
  • Entwicklung und Profilbildung von Literatursendungen beim ZDF
  • Formale Analyse der Formate "Das Literarische Quartett", "Lesen!" und "Die Vorleser"
  • Einsatz ästhetischer Gestaltungsmittel wie Kameraführung, Licht und Schnitt
  • Vergleich der unterschiedlichen Darstellungsstrategien und deren Wirkung

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Geschichte der Literaturkritik

Die Geschichte der Literaturkritik geht zurück auf den Beginn des 18. Jahrhunderts. Obwohl schon zuvor im Mittelalter vereinzelte textkritische Veröffentlichungen zu finden sind, lässt sich erst ab diesem Zeitpunkt von einer beginnenden Institutionalisierung der Literaturkritik sprechen.

Den entscheidenden Antrieb bekam die neue Disziplin mit Entstehung und Ausbreitung des Zeitschriftenwesens um 1700. Denn „erst im 18. Jahrhundert immer zahlreicher gegründeten Literaturzeitschriften machen die Literaturkritik zu einem öffentlichen Diskurs.“ (Schweikle/ Kauffmann 2007, S. 448). Zudem etabliert sich das 1849 eingeführte Feuilleton in den Tageszeitungen als „Medium der Literatur [...] und übernimmt die Formen und Funktionen der aktuellen Rezension und Berichterstattung.“ (ebd., S. 449).

Ein zweiter Motor war der rasch expandierende Büchermarkt dieser Zeit. Die rapide Zunahme der jährlichen Neuerscheinungen führte zur Forderung des emanzipierenden Bürgertums nach Orientierung. „Literaturkritik ist also im 18. Jahrhundert kein bloß innerliterarisches Phänomen umfassender Theorie- und Geschmacksbildung, sondern sie trägt auch bei zur Konstituierung einer bürgerlichen Öffentlichkeit.“ (Neuhaus 2004, S. 32).

Zwar war der Beruf des Kritikers bis ins 19. Jahrhundert hinein nur eine Nebentätigkeit - meist von Schriftstellern. Allerdings prägte sich schon früh das Verständnis einer Arbeitsethik (vor allem in Bezug auf Wertungskriterien und Kanon) heraus, die im Laufe der Jahrzehnte ständigen Schwankungen und Richtungswechseln unterlag. Häufig waren diese eng verzahnt mit den Leitlinien und Forderungen literarischer Strömungen und Epochen. Verlangte Johann Christoph Gottsched vom „criticus“ noch die Orientierung an objektiven Normen der Naturgesetzlichkeit (vgl. Kienecker 1989, S. 13), forderte Gotthold Ephraim Lessing bald „die Abkehr von dogmatischen Setzungen zugunsten des eigenen kritischen Denkens.“ (Meid 2001, S. 312).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Problemstellung der medialen Literaturpräsentation und definiert den Forschungsfokus sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2 Das Feld der Literaturkritik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Literaturkritik, definiert zentrale Begriffe und untersucht die spezifischen Bedingungen und Probleme der Literaturkritik im Fernsehmedium.

3 Die Literatursendungen des ZDF: Hier werden der kulturelle Programmauftrag des ZDF dargelegt und die drei ausgewählten Literatursendungen historisch sowie inhaltlich in ihren spezifischen Profilen vorgestellt.

4 Formale Analyse der Literatursendungen des ZDF: Dieses Kapitel widmet sich der methodischen Anwendung der Film- und Fernsehanalyse auf die drei Sendungen und vergleicht die jeweiligen Ergebnisse hinsichtlich ihrer ästhetischen Gestaltung.

5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Entwicklung von Literatursendungen im Fernsehen.

Schlüsselwörter

Literaturkritik, Fernsehen, ZDF, Literatursendung, Das Literarische Quartett, Lesen!, Die Vorleser, Medienanalyse, Fernsehformate, Kulturberichterstattung, Rezension, Ästhetik, Literaturvermittlung, Talkshow, Literatur auf dem Bildschirm

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Literatur als literarischer Stoff im Medium Fernsehen präsentiert wird und welche gestalterischen sowie inhaltlichen Strategien dabei zum Einsatz kommen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung der Literaturkritik, der öffentlich-rechtliche Kulturauftrag des ZDF sowie die konkrete formale Analyse ausgewählter Literatur-Talkshows.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild der ästhetischen Gestaltungsmittel von Literatursendungen zu zeichnen und zu verstehen, wie verschiedene Formate den Spagat zwischen anspruchsvoller Literaturkritik und TV-Unterhaltung bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die Film- und Fernsehanalyse nach Lothar Mikos, um die untersuchten Sendungen systematisch in ihre Komponenten wie Bildsprache, Montage, Licht und Ton zu zerlegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einbettung der Literaturkritik, die Vorstellung der ZDF-Kulturprogramme sowie eine detaillierte formale Analyse und den abschließenden Vergleich von "Das Literarische Quartett", "Lesen!" und "Die Vorleser".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Literaturkritik, Fernsehästhetik, Kulturberichterstattung, Literaturvermittlung und die spezifischen Sendungsformate charakterisieren.

Wie unterscheidet sich "Das Literarische Quartett" von "Lesen!"?

"Das Literarische Quartett" war als Expertenrunde mit theatraler Inszenierung konzipiert, während "Lesen!" mit Elke Heidenreich eher den Charakter einer persönlichen, pädagogisch orientierten "Prominentenshow" zur Leseförderung hatte.

Welche Rolle spielt die visuelle Inszenierung in den Sendungen?

Die visuelle Inszenierung, von der Studioarchitektur bis zur Kameraarbeit, dient dazu, das Medium Fernsehen an das Thema Buch anzupassen, sei es durch nüchterne Distanz oder gemütliche, assoziative Kulissen.

Ende der Leseprobe aus 109 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Konzeption und Gestaltung von Literatursendungen
Untertitel
Vergleichende Analyse dreier literarischer Talk-Formate des Zweiten Deutschen Fernsehens
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,0
Autor
Constanze Arnold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
109
Katalognummer
V213202
ISBN (eBook)
9783656411109
ISBN (Buch)
9783656414346
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literatursendung Fernsehen TV Talk ZDF Buch Literatur Literaturkritik Marcel-Reich Ranicki Film- und Fernsehanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Constanze Arnold (Autor:in), 2011, Konzeption und Gestaltung von Literatursendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213202
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  109  Seiten
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