Typische Bestandteile eines ein- beziehungsweise zweisprachigen Wörterbuchartikels


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

20 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition „Wörterbuchartikel“

3 Ein- beziehungsweise zweisprachige Wörterbücher - eine Abgrenzung

4 Einsprachige Wörterbücher
4.1 Lernwörterbücher
4.1.1 Beispiel aus einem Lernwörterbuch (Oxford Advanced Learner’s Dictionary)
4.2 Definitionswörterbücher
4.2.1 Bestandteile von Wörterbuchartikeln in Definitionswörterbüchern
4.2.1.1 Definitionen
4.2.1.2 (Anwendungs-)Beispiele
4.2.1.3 Grammatische Angaben
4.2.1.4 Ausspracheangaben/ phonetische Transkription
4.2.1.5 Etymologische Angaben
4.2.1.6 Diasystematische Angaben
4.2.1.7 Angaben zur Syntagmatik
4.2.1.8 Paradigmatische Angaben
4.2.2 Anordnung der Definitionen bei Polysemie
4.2.3 Beispiel aus einem einsprachigen Wörterbuch (Wahrig Deutsches Wörterbuch)

5 Zweisprachige Wörterbücher
5.1 Äquivalenzbeziehungen
5.2 Bestandteile zweisprachiger Wörterbücher
5.2.1 Beispiele
5.2.2 Kotextangaben
5.2.3 Glossen
5.2.4 Gliederungshilfen zur Bedeutungsabgrenzung
5.3 Der Skopus von Wörterbüchern
5.4 Funktion der Wörterbücher
5.5 Die Direktion der Wörterbücher
5.6 System- beziehungsweise Übersetzungsäquivalente
5.7 Beispiele aus zweisprachigen Wörterbüchern (Langenscheidts Handwörterbuch )
5.7.1 Sprachrichtung Englisch-Deutsch
5.7.2 Sprachrichtung Deutsch-Englisch

6 Konklusion

1 Einleitung

Der vorliegende Text beschäftigt sich mit den typischen Bestandteilen von ein- beziehungsweise zweisprachigen Wörterbuchartikeln. Dabei habe ich mich bei meiner Analyse auf allgemeine, gegenwartsbezogene Sprachwörterbücher konzentriert, welche auch von den meisten Wörterbuchbenutzern konsultiert werden und nur an einigen Stellen auf Spezialwörterbücher verwiesen, welche sich in ihrer Mikrostruktur in viel größerem Maße unterscheiden und nur selten vom Durchschnittsbenutzer verwendet werden.

Natürlich unterscheiden sich auch allgemeine Wörterbücher in ihrer Mikrostruktur in der Ausführlichkeit, mit der sie den Eintrag im Artikel behandeln, da sie unterschiedliche Definitionen liefern, zum Teil Beispiele auslassen, unterschiedlich viele Definitionen bei polysemen Wörtern liefern und verschiedene Äquivalente anführen.

Allgemeine Wörterbücher lassen sich zunächst in ein- und zweisprachige Wörterbücher untergliedern, wie man nachfolgender Abgrenzung entnehmen kann. Dabei werden erstere wiederum im wesentlichen in Definitionswörterbücher und Lernwörterbücher unterteilt; das klassische zweisprachige Wörterbuch wird Äquivalenzwörterbuch genannt.

In meiner Arbeit habe ich mich auf eben diese drei genannten Wörterbücher konzentriert und deren wesentliche Bestandteile und Merkmale erläutert und in Beispielen verdeutlicht.

2 Definition „Wörterbuchartikel“

Unter einem Wörterbuchartikel versteht man generell „die zu jedem Lemma verzeichneten Informationen“ (Hausmann 1977:6), die diesem folgen. Es geht also um die Mikrostruktur des Wörterbuches.

Ein Wörterbuchartikel besteht grundsätzlich aus einem thematischen Zeichenkomplex, den man auch die Adresse oder das Lemma des Wörterbuches nennt und einem rhematischen Zeichenkomplex, der Angabe (Vgl. Hausmann 1991:2729).

Der klassische Wörterbuchartikel besteht aus drei Komponenten: Dem Lemma, der Definition und dem Beispiel. Allerdings variieren die Komponenten je nach Wörterbuchart und -verlag.

Um ein- und zweisprachige Wörterbuchartikel zu analysieren und zu vergleichen, ist es zunächst hilfreich, beide voneinander abzugrenzen.

3 Ein- beziehungsweise zweisprachige Wörterbücher - eine Abgrenzung

Bei einsprachigen Wörterbüchern ist die Sprache der rhematischen Angabe mit der Sprache der Angabe identisch (Vgl. Béjoint 1994:38f). Das typische einsprachige Wörterbuch ist das Definitionswörterbuch, das zu jedem Eintrag mindestens eine Bedeutungsdefinition mit oder ohne Beispiel enthält (Vgl. Hausmann 1977:6f).

Das zweisprachige Wörterbuch benutzt zwei Sprachen: Die Ausgangssprache des Lemmas und die Sprache, in der das Lemma beschrieben wird (Vgl. Béjoint 1994:38f). Die meisten zweisprachigen Wörterbücher liefern für jeden ausgangssprachlichen Eintrag mindestens ein Äquivalent in der Zielsprache; sie werden folglich Äquivalenzwörterbücher genannt. Das Beispiel wird meist übersetzt (Vgl. Hausmann 1977:6f).

4 Einsprachige Wörterbücher

Bei einsprachigen Wörterbüchern unterscheidet man generell zwischen dem Definitionswörterbuch, das in der Regel auf Muttersprachler ausgerichtet ist und welches man in fast jedem Haushalt finden kann, und dem Lernwörterbuch, wie zum Beispiel dem Oxford Advanced Learner’s Dictionary.

4.1 Lernwörterbücher

Einsprachige Lernwörterbücher enthalten wie Definitionswörterbücher vor allem Definitionen und Beispiele, allerdings unterscheiden sie sich dahingehend, dass sie sich auf das Lernwürdige, Geläufige beschränken müssen. Verwendet wird bei diesen einsprachigen Wörterbüchern für Fremdsprachenlerner vor allem die Alltagssprache (Vgl. Béjoint 1994:117). Derartige Wörterbücher enthalten bindende oder üblichere Satzmuster neben anderen nötigen Informationen für die Einkodierung, wie zum Beispiel unregelmäßige Pluralbildung oder unregelmäßige Verb- und Komparativformen. Dazu kommen noch viele Beispiele, Angaben zur Aussprache und zum Teil Bilder oder Piktogramme (Vgl. Béjoint 1994:66f).

Einsprachige Lernwörterbücher werden neben dem einsprachigen Äquivalenzwörterbuch vor allem von fortgeschrittenen Fremdsprachenlernern konsultiert.

4.1.1 Beispiel aus einem Lernwörterbuch (Oxford Advanced Learner’s Dictionary)

Dem Lemma folgen grammatische Angaben, wie die Pluralbildung und Angaben zur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Oxford Advanced Learner’s Dictionary 2000:390) Aussprache. Anschließend folgt eine Unterteilung in Substantiv und Verb, wobei die erste Information zum Substantiv „duck“ eine leicht verständliche Definition ist, der Beispiele, übertragene Bedeutungen (4), Kollokationen („take something like a duck to water“) und Verweise folgen. Die Angaben zum Verb „to duck“ sind in verschiedene Unterbedeutungen je nach Präpositionsanschluss gegliedert, wobei die syntaktische Struktur angegeben wird. Es folgen jeweils Definitionen, Synonyme und Beispiele. Ergänzt ist außerdem eine Grafik, die die Hauptbedeutung des Verbs „to duck“ verdeutlichen soll.

4.2 Definitionswörterbücher

4.2.1 Bestandteile von Wörterbuchartikeln in Definitionswörterbüchern

In den meisten Wörterbuchartikeln in Definitionswörterbüchern findet man in der Regel neben dem Lemma mindestens eine Definition, syntagmatische und paradigmatische Angaben, sowie Lemmaangaben zur Grammatik, Aussprache und Etymologie und Beispiele.

Auf die einzelnen Bestandteile möchte ich im folgenden noch genauer eingehen.

4.2.1.1 Definitionen

Eine Definition erklärt die Bedeutung eines Wortes durch andere Wörter derselben Sprache, wodurch dann eine Gleichung zwischen dem zu definierenden Wort, dem Lemma, und der Definition entsteht (Vgl. Hausmann 1977:35). Dabei kann ein gleichbedeutendes Wort

verwendet werden oder mehrere; wichtig ist, dass die Definition einfacher zu verstehen ist als das Lemma und dass die definierenden Wörter öfter gebraucht werden. Am häufigsten findet man ein gleichbedeutendes Syntagma, die sogenannte Paraphrase, die dieselbe syntaktische Funktion erfüllen sollte wie das zu definierende Wort (Vgl. Hausmann 1977:37).

Definitionen abgeleiteter oder zusammengesetzter Wörter erklären das Lemma meist über das Grundwort. Zwar wird dadurch die Durchsichtigkeit des Wortes deutlicher, der Benutzer wird allerdings nur auf eine weitere Definition verwiesen, nämlich diejenige des Grundwortes (Vgl. Hausmann 1977:37f).

Funktionswörter werden in der Regel nicht in ihren Inhaltsmerkmalen definiert, sondern linguistisch in ihrer Funktion beschrieben.

Des weiteren ist anzumerken, dass Zirkeldefinitionen, wonach A durch B und B durch A definiert wird, grundsätzlich unzulässig sind, dagegen aber Definitionen bei denen A durch B, B durch N und N durch A definiert werden, oft unvermeidlich sind (Vgl. Béjoint 1994:202f).

Grundsätzlich sind Definitionen abstrakt, dass heißt ohne Kontext und elliptisch. Man unterscheidet Vielfachdefinitionen (redundante Definitionen) und alternative Definitionen (bei polysemen Lemmata) (Vgl. Hausmann 1977:40).

4.2.1.2 (Anwendungs-)Beispiele

„Beispiele stellen das als Lemma isolierte Wort in eine typische syntaktische Verbindung“ (Hausmann 1977:7). Dabei handelt es sich um Textfragmente mit dem jeweiligen Lemma, die einen Kontext bilden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Belegen aus authentischen Texten, erfundenen, pädagogischen Beispielen, die auch gleichzeitig oft sprachlich unnatürlich sind und Mischtypen, also gekürzte oder abgeänderte Belege (Holderbaum 1999:318).

Des weiteren dienen Beispiele dazu, Definitionen zu ergänzen, das entsprechende Lemma in seinen verschiedenen Bedeutungsvarianten im Kontext zu zeigen, sowie grammatische Muster, typische Kollokationen, Register und Stilebenen zu demonstrieren (Holderbaum 1999:319).

Der Vorteil von Anwendungsbeispielen liegt in ihrer leichten Einprägsamkeit.

4.2.1.3 Grammatische Angaben

Zu den grammatischen Angaben, die in der Regel unmittelbar dem Lemma folgen, gehören die Kennzeichnung der Wortart, das heißt, ob es sich zum Beispiel um Artikel, Konjunktion oder Verb handelt, die Angabe des Genus (m; f) und Numerus (sg; pl), sowie der Genus- und Numerusmorpheme (z.B. Kuss, Küsse). Außerdem gehören zum Teil Konstruktionsangaben bei Verben dazu, sowie unregelmäßige Formen oder Verweise auf Konjugationstabellen (Vgl. Hausmann 1977:17).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Typische Bestandteile eines ein- beziehungsweise zweisprachigen Wörterbuchartikels
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Übersetzen und Dolmetschen)
Veranstaltung
Lexikologie und Terminologie
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
20
Katalognummer
V21321
ISBN (eBook)
9783638249652
Dateigröße
825 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Typische, Bestandteile, Wörterbuchartikels, Lexikologie, Terminologie
Arbeit zitieren
Heike Winter (Autor), 2003, Typische Bestandteile eines ein- beziehungsweise zweisprachigen Wörterbuchartikels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21321

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