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Vom „Lesetagebuch“ zum „Produktportfolio“

Umgang mit Ganzschriften im Deutschunterricht einer Klasse 7 bzw. 8

Titel: Vom „Lesetagebuch“ zum „Produktportfolio“

Examensarbeit , 2008 , 48 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jana M. (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entwicklung des Deutschunterrichts ist in den letzten Jahren vermehrt in den
Blick der Forschung geraten, da immer weniger Schüler die an sie gestellten Leseund
Schreibanforderungen bewältigen können.
Im Zusammenhang mit der Behandlung einer Ganzschrift in der Klasse 8 stellte sich
mir daher die Frage, wie man die Lese- und Schreibkompetenzen der Schüler
verbessern, aber gleichzeitig auch die Motivation der Schüler für die
Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Text erhalten und steigern könne. Dabei
stieß ich auf die Methode des Lesetagebuchs, das mittlerweile nicht nur eine wichtige
Rolle in der Deutschdidaktik, sondern auch in der Unterrichtspraxis einnimmt.
In dieser Arbeit soll vor allem den Fragen nachgegangen werden, inwieweit sich die
Methode des Lesetagebuchs für eine begleitende Klassenlektüre überhaupt eignet
und welchen Lernertrag die Schüler dadurch erzielen.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich zunächst mit einer Darstellung des
didaktischen Problems, welches mich zu dieser Erprobungsarbeit veranlasst hat.
Darauf folgt eine Definition der Methode des Lesetagebuchs, an die sich theoretische
Ausführungen zu den untersuchten Funktionen der Motivation und der
Leistungsbeurteilung im Zusammenhang mit Lesetagebüchern anschließt.
In der praktischen Umsetzung sollen diese Funktionen kritisch geprüft werden und
anhand exemplarischer Schülertexte ein Einblick in die Arbeit mit Lesetagebüchern
gegeben werden. Daran schließt sich eine Evaluation und Reflexion des
durchgeführten Unterrichtsvorhabens an.
In den abschließenden Perspektiven der Weiterarbeit sollen einige Ausblicke für eine
möglicherweise veränderte Erprobung dieses Konzeptes gegeben und begründet
werden.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung des Problems

2.1 Problembezogene Lerngruppenbeschreibung

2.2 Darstellung der Ausgangslage und Benennung des Problems

3. Theoretische Grundlagen

3.1. Die Methode des Lesetagebuchs

3.1.1 Geschichtliche Entwicklung der Methode des Lesetagebuchs

3.1.2 Definition der unterschiedlichen Formen des Lesetagebuchs

3.1.3 Begründete Entscheidung für die Wahl einer Form des Lesetagebuchs

3.2 Zum Begriff der Motivation und seine Bedeutung für die Arbeit mit Lesetagebüchern

3.3 Leistungsbewertung in Form von Lesetagebüchern

4. Praktische Umsetzung

4.1 Konzeptionelle Überlegungen zur geplanten Durchführung

4.2 Durchführung des Unterrichtsvorhabens

4.2.1 Unterrichtsverlauf

4.2.2 Dokumentation der Durchführung anhand exemplarischer Schülertexte

5. Evaluation und Reflexion

6. Perspektiven für die Weiterarbeit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

8.1 Formblatt zur Erstellung des Lesetagebuchs zu Otfried Preußlers Roman ‚Krabat‘

8.2 Formblatt zur Erstellung des Prozessportfolios zu ‚Wilhelm Tell‘ von Friedrich Schiller

8.3 Schülertext zur Apfelschussszene

8.4 Schülertext: Innerer Monolog aus der Sicht von Wilhelm Tell in der Apfelschussszene

8.5 Schülertext: Brief an den Autor

8.6 Schülertext: Brief an den Autor

8.7 Schülerarbeit: Zeichnung zu einer Szene des Dramas

8.8 Schülerarbeit: Gestaltung eines Deckblattes

8.9 Schülerarbeit: Ein Comic zur Apfelschussszene

8.10 Feedbackbogen einer Schülerin

8.11 Feedbackbogen eines Schülers

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Methode des Lesetagebuchs (bzw. Prozessportfolios) dazu geeignet ist, die Motivation von Schülern der Klasse 8 beim Umgang mit anspruchsvollen Ganzschriften im Deutschunterricht zu steigern, das Textverständnis zu fördern und eine alternative Form der Leistungsbewertung zu etablieren.

  • Einsatz von Lesetagebüchern als Lektürebegleiter
  • Prozessorientiertes Schreiben und Dokumentation von Leseerfahrungen
  • Motivationssteigerung bei der Behandlung von Ganzschriften (Beispiel: "Wilhelm Tell")
  • Innovative Ansätze der Leistungsbewertung im Deutschunterricht
  • Binnendifferenzierung durch offene Arbeitsformen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Definition der unterschiedlichen Formen des Lesetagebuchs

Im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Zielsetzungen, die das Lesetagebuch seit seiner Einführung im Deutschunterricht durchlaufen hat, haben sich nicht nur inhaltlich, sondern auch formal unterschiedliche Konzepte des Lesetagebuchs entwickelt.

Nach Gerd Bräuer lassen sich mittlerweile vor allem drei Konzepte von Lesetagebüchern unterscheiden: das Tagebuch, das Portfolio und das Arbeitsjournal. Das Lesetagebuch im traditionellen Sinne begleitet, protokolliert und dokumentiert den individuellen Leseprozess. Es enthält mehr oder weniger stark vorgegebene Aufgaben, die von den Schülern in einem gewissen Zeitrahmen bearbeitet werden müssen. Häufig sind die Eintragungen zudem im Tagebuchstil verfasst. Bräuer kritisiert die Bezeichnung des Lesetagebuchs, da sie seiner Meinung nach eher einen privaten Diskurs darstellen, der nur für den Schreiber selbst und nicht für Außenstehende bestimmt ist. Durch die Veröffentlichung der Lesetagbücher vor den Mitschülern und dem Lehrer wird der eigentlich geschützte Bereich des Tagebuchschreibens, „in dem auch Platz für Geheimes, Gewagtes, Probeweises und Unfertiges“ sein sollte, verlassen. Dies kann zu einer Verfremdung dessen führen, was man eigentlich hätte schreiben wollen, es aus Angst vor den Lesern oder der Beurteilung durch den Lehrer aber nicht tut.

Obwohl die Bezeichnung Lesetagebuch vor allem im schulischen Kontext am weitesten verbreitet ist, und häufig als Überbegriff für die Methode im Allgemeinen verwendet wird, präferiert Bräuer doch eher den Begriff des Arbeitsjournals, wenn Mitschüler und Lehrer als Leser und Kommentatoren auftreten und dadurch das Lesetagebuch aus seinem privaten und geschützten Bereich gehoben wird. Das Lese- bzw. Arbeitsjournal ist nach Bräuer ein Arbeitstagebuch bzw. ein Werkstattbericht, in dem die Entwicklung, Kommentierung und Bewertung von Texten dokumentiert wird und damit stark dem Portfolio ähnelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten von Schülern mit Lese- und Schreibanforderungen und führt die Methode des Lesetagebuchs als Lösungsansatz ein.

2. Darstellung des Problems: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe der Klasse 8a und legt die Motivation für die Erprobung der Methode bei der Lektüre des Dramas "Wilhelm Tell" dar.

3. Theoretische Grundlagen: Hier werden die geschichtliche Entwicklung, verschiedene Konzepte sowie die motivationale und bewertungstechnische Bedeutung von Lesetagebüchern theoretisch fundiert.

4. Praktische Umsetzung: Dieser Abschnitt erläutert die konzeptionellen Überlegungen, den tabellarischen Unterrichtsverlauf und die Dokumentation der Methode anhand von Schülerarbeiten.

5. Evaluation und Reflexion: Der Autor bewertet die Wirksamkeit der Methode, reflektiert aufgetretene Schwierigkeiten und diskutiert die Erkenntnisse aus den Schülerergebnissen.

6. Perspektiven für die Weiterarbeit: Abschließend werden Optimierungsmöglichkeiten und Empfehlungen für den zukünftigen Einsatz der Methode in der Unterrichtspraxis gegeben.

Schlüsselwörter

Lesetagebuch, Prozessportfolio, Deutschunterricht, Ganzschrift, Motivation, Textverständnis, Leistungsbewertung, Schülertexte, Wilhelm Tell, Schreibdidaktik, Lektürebegleiter, Binnendifferenzierung, Reflexion, Unterrichtspraxis, Literaturdidaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einsatz des Lesetagebuchs als methodisches Werkzeug im Deutschunterricht einer Klasse 8, um Schüler zur intensiven Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Ganzschriften zu motivieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Theorie der Lesetagebucharbeit, die Steigerung der Lernmotivation, die Förderung von Lese- und Schreibkompetenzen sowie die Möglichkeiten einer alternativen Leistungsbewertung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist zu klären, inwieweit sich die Methode des Lesetagebuchs zur Lektüreunterstützung bei einem klassischen Drama wie "Wilhelm Tell" eignet und welchen Lernertrag die Schüler dabei erzielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine praxisorientierte Erprobungsarbeit, in der theoretische didaktische Konzepte in einem realen Unterrichtsvorhaben angewendet, dokumentiert und anschließend evaluiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Motivation, Leistungsbewertung) und die konkrete praktische Umsetzung der Methode anhand von Unterrichtssequenzen und der Analyse exemplarischer Schülertexte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Lesetagebuch, Prozessportfolio, Ganzschrift, Motivation und Leistungsbewertung charakterisiert.

Warum wurde "Wilhelm Tell" als Lektüre gewählt?

Die Wahl fiel auf "Wilhelm Tell", da es als Lehrplanlektüre für die Jahrgangsstufe 8 vorgesehen ist, jedoch aufgrund der altertümlichen Sprache und dramatischen Form hohe Hürden für die Schüler aufweist, die durch das Portfolio abgemildert werden sollten.

Wie stehen die Schüler zur Notengebung im Portfolio?

Die Schüler bewerteten die Benotung der Portfolios ambivalent; sie wünschten sich zwar Sicherheit durch Kriterien, fühlten sich aber in ihrem kreativen und freien Schreibprozess durch den Aspekt der Leistungsbewertung teilweise gehemmt.

Welches Fazit zieht der Autor zur "Freiheit" der Bearbeitung?

Der Autor schlussfolgert, dass zu offene Arbeitsvorgaben jüngere oder schwächere Schüler anfangs verunsichern können, weshalb eine Balance zwischen Freiheit zur individuellen Entfaltung und konkreten inhaltlichen Impulsen notwendig ist.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vom „Lesetagebuch“ zum „Produktportfolio“
Untertitel
Umgang mit Ganzschriften im Deutschunterricht einer Klasse 7 bzw. 8
Note
1,7
Autor
Jana M. (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
48
Katalognummer
V213211
ISBN (eBook)
9783656502753
ISBN (Buch)
9783656504146
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lesetagebuch produktportfolio umgang ganzschriften deutschunterricht klasse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana M. (Autor:in), 2008, Vom „Lesetagebuch“ zum „Produktportfolio“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213211
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  48  Seiten
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