In dieser Hausarbeit soll zuerst ein Überblick über den bilingualen Unterricht gegeben werden um dann Vor- und Nachteile der bilingualen Bildungsgänge, unter besonderer Berücksichtigung einer bilingualen Unterrichtseinheit im Fach Geschichte am Gymnasium, zu erörtern. Dabei wurden sowohl die forschenden Untersuchungen der Fremdsprachdidaktiker, als auch der Geschichtsdidaktiker berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
3. KMK-Konzepte zum bilingualen Unterrichts
3.1. Die Entwicklung des bilingualen Unterrichts in Deutschland
3.2. Verbreitung bilingualen Unterrichts an Schulen in Schleswig Holstein
4. Bilingualer Sachfachunterricht
4.1. Ziele des Geschichtsunterricht
4.2. Ziele des bilingualen Geschichtsunterricht
5. Vor und Nachteile eines bilingualen Geschichtsunterrichts
5.1. Vorteile
5.2. Nachteile
6. Schulpraktisches Beispiel eine bilingual geführten Unterrichtseinheit im Sachfach Geschichte
6.1. Ausgangsvoraussetzungen
6.2. Verlauf der Unterrichtseinheit im Überblick
6.3. Bedingungsanalyse
6.4. Sachanalyse
6.5. Didaktisch- methodischer Kommentar
6.6. Lehr- und Lernziele
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, den bilingualen Sachfachunterricht theoretisch einzuordnen und dessen Chancen sowie Herausforderungen im schulischen Alltag, speziell im Fach Geschichte am Gymnasium, zu beleuchten. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie eine didaktisch fundierte und methodisch abwechslungsreiche Unterrichtseinheit gestaltet sein muss, um sowohl fachliche Lernziele als auch sprachliche Kompetenzentwicklung effektiv zu verknüpfen.
- Grundlagen und Begriffsdefinitionen des bilingualen Unterrichts (CLIL).
- Entwicklung und aktuelle Verbreitung bilingualer Konzepte in Deutschland und Schleswig-Holstein.
- Analyse der fachspezifischen Ziele des Geschichtsunterrichts in bilingualer Umsetzung.
- Abwägung von Vor- und Nachteilen für Wissenserwerb und Sprachkompetenz.
- Konzeption eines schulpraktischen Unterrichtsbeispiels zum Versailler Vertrag.
Auszug aus dem Buch
4.2 Ziele des bilingualen Geschichtsunterricht
Um die Zielsetzungen und Merkmale von bilingualen Sachfachunterricht darzustellen, muss zunächst festgehalten werden, dass es sich nicht um Fremdsprachenunterricht handelt, „der durch sachbezogene Inhalte erweitert wird“. Ebenso wenig darf von einem Sachfachunterricht ausgegangen werden, mit dem das alleinige Ziel verbunden ist, die fremdsprachliche Kompetenz zu fördern. Der Spracherwerb gilt als Teilziel des fremdsprachlich erteilten Sachfachunterrichts. Die Fremdsprache rückt vom Lerngegenstand, wie wir sie vom Fremdsprachenunterricht kennen, in die Position einer Arbeitssprache, das „Lernen der Fremdsprache“ wird ein „Lernen in der Fremdsprache“. Dabei ist gerade in der Einstiegsphase bilingualen Sachfachunterrichts ein Gebrauch der Muttersprache unumgänglich. Als Ziel ist deshalb für diese Form des Unterrichtens eine annähernde Zweisprachigkeit genannt, und kein vollwertiges Beherrschen von zwei Sprachen. Weiter ist zu beachten, dass die Schülerinnen und Schüler in Schleswig- Holstein in ihrem außerschulischen Umfeld nicht unbedingt von einer „natürlichen“ Mehrsprachigkeit oder Zweisprachigkeit umgeben sind. Abgesehen von einem dänisch- deutschen Unterricht in den grenznahen Regionen, gehören die Sprachen Englisch und Französisch eher nicht zum alltäglichen Umgang. Dies erfordert eine methodisch bewusste Heranführung der Schülerinnen und Schüler an die bilingualen Kompetenzen.
Neben diesen formal- sprachlichen Aspekten gehören aber vorrangig der Wissenserwerb über andere Völker und das Verständnis für andere Kulturen mit in die Zielsetzung eines bilingualen Unterrichts. Der Fremdsprachenunterricht alleine kann zwar das Erlernen einer fremden Sprache und das Verständnis für den entsprechenden Kulturkreis fördern, allerdings lässt der Verbund mit einem Fachunterricht weitere vielseitige Möglichkeiten zu, die Zielsetzungen beider Fächer wechselseitig miteinander zu verbinden um effektivere, sich ergänzende Ergebnisse zu erzielen. Die Globalisierung aller gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und ökologischen Prozesse erfordert eine erhöhte Kommunikationsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler auf den Gebieten der Wissenschaft, der Politik und der Forschung. Sie müssen sich in fachlichen Kontexten in einer fremden Sprache bewegen können, um der weltweiten Vernetzung der Kommunikation mit Sprachkompetenz entgegen treten zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema, historische Herleitung des bilingualen Unterrichts seit 1963 und Erläuterung des Forschungsanliegens.
2. Begriffsbestimmung: Definition des bilingualen Sachfachunterrichts unter Abgrenzung zu Begriffen wie CLIL oder „Fremdsprache als Arbeitssprache“.
3. KMK-Konzepte zum bilingualen Unterrichts: Überblick über die statistische Entwicklung, Umsetzungsvarianten und die Verbreitung bilingualer Angebote in Schleswig-Holstein.
4. Bilingualer Sachfachunterricht: Darstellung der fachspezifischen Ziele des Geschichtsunterrichts und der spezifischen Anforderungen an den bilingualen Geschichtsunterricht.
5. Vor und Nachteile eines bilingualen Geschichtsunterrichts: Kritische Reflexion der pädagogischen Chancen (Perspektivenerweiterung) sowie der fachlichen und sprachlichen Risiken.
6. Schulpraktisches Beispiel eine bilingual geführten Unterrichtseinheit im Sachfach Geschichte: Vorstellung eines konkreten Unterrichtsentwurfs zum Thema „Versailler Vertrag“ inklusive Bedingungs- und Sachanalyse.
Schlüsselwörter
Bilingualer Unterricht, Sachfachunterricht, Geschichtsunterricht, CLIL, Fremdsprache, Sprachkompetenz, Methodik, Fachkompetenz, Versailler Vertrag, Mehrsprachigkeit, Didaktik, Rollenspiel, Zielsetzung, Interkulturelles Lernen, Unterrichtseinheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Implementierung des bilingualen Sachfachunterrichts, mit besonderem Fokus auf das Fach Geschichte an Gymnasien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des bilingualen Lernens, die Analyse politischer Vorgaben (KMK), die Chancen und Grenzen dieser Unterrichtsform sowie die didaktische Planung eines konkreten Unterrichtsbeispiels.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine methodisch bewusste Gestaltung der Unterrichtseinheit fachliches Wissen und fremdsprachliche Kompetenzen synergetisch miteinander verknüpft werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Arbeit, die auf einer theoretischen Aufarbeitung von Fachliteratur sowie der methodischen Konzeption einer beispielhaften Unterrichtseinheit basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Reflexion über die Vor- und Nachteile des bilingualen Unterrichts sowie die detaillierte schulpraktische Ausarbeitung einer Einheit zum Thema „Versailler Vertrag“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind bilingualer Sachfachunterricht, CLIL, Geschichtsunterricht, Interkulturelles Lernen und fachdidaktische Methodenkompetenz.
Warum wird im Kontext des bilingualen Geschichtsunterrichts gerade der Versailler Vertrag als Beispiel gewählt?
Das Thema eignet sich besonders gut, da es eine multiperspektivische Betrachtung erfordert, bei der Schülerinnen und Schüler durch Rollenspiele die verschiedenen Interessen der Staaten in der Konferenz von Versailles rekonstruieren können.
Welche Rolle spielt die Muttersprache in der Konzeption des Autors?
Der Autor betont, dass gerade in der Einstiegsphase eines bilingualen Moduls der Gebrauch der Muttersprache unumgänglich ist, um fachliche Tiefe nicht zugunsten der bloßen Sprachübung zu opfern.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Lehrkraft?
Die Lehrkraft wird als Moderatorin oder Moderator gesehen, die methodische Hilfen bereitstellt, dabei aber zunehmend eine zurückhaltende Rolle einnimmt, um die Selbstständigkeit der Lernenden innerhalb der Gruppenphasen zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Jan Sternberg (Autor:in), 2012, Vor- und Nachteile des bilingualen Unterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213220