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Genealogische Religionskritik im Werk Friedrich Nietzsches

Titel: Genealogische Religionskritik im Werk Friedrich Nietzsches

Hausarbeit , 2012 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Wieland Greiner (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine charakteristische Besonderheit neuzeitlicher Religionskritik ist die Anwendung genealo-gischer Argumentationsweisen. Um die Wahrheitsansprüche der Religion zu erschüttern, wird durch die Rekonstruktion der Ursprünge und Entstehungsgeschichten religiöser Objekte der Nachweis zu führen versucht, dass es sich bei den religiösen aeternae veritates in Wirklichkeit um geschichtlich Gewordenes handelt.

Der Begriff der Genealogie entstammt dem 17. Jahrhundert und ist ursprünglich ein terminus technicus der Ahnen- und Stammbaumforschung. In der Familienforschung dient eine Gene-alogie dem Zweck, bestehende Verhältnisse (z.B. Herrschaftsansprüche der Adels- und Kö-nigshäuser) durch genealogische Analysen und Rückführungen auf Stammväter zu legitimie-ren. Obwohl es Vorformen in Antike und Renaissance gibt, setzt sich die Genealogie als philosophische Methode erst mit David Humes History of natural Religion (1757) durch.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nietzsches genealogische Methode

3. Nietzsches Kritik der jüdisch-christlichen Moral und die „vornehmen Werte“

4. Die „Umwertung der Werte“

5. Kritische Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die genealogische Religionskritik Friedrich Nietzsches mit einem Fokus auf seiner Theorie der „Umwertung der Werte“. Ziel ist es, Nietzsches Methode der historischen Rekonstruktion sowie die daran anknüpfende Kritik an der jüdisch-christlichen Moral und dem Entwurf einer „vornehmen“ Gegenmoral zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen der genealogischen Methode bei Nietzsche.
  • Die Kritik an der jüdisch-christlichen Moral als lebensfeindlich.
  • Konzeption und Analyse der „vornehmen Werte“ und der „Ethik der Vornehmheit“.
  • Die historische Rekonstruktion des „Sklaven-Aufstands in der Moral“.
  • Kritische Würdigung der Leistungsfähigkeit von Nietzsches Genealogie als Kritikinstrument.

Auszug aus dem Buch

3. Nietzsches Kritik der jüdisch-christlichen Moral und die „vornehmen Werte“

Es ist ein in der Nietzscheforschung weithin anerkannter Sachverhalt, dass Nietzsche, obwohl er sich einen „jenseits von gut und böse“ stehenden „Immoralisten“ nennt, kein moralischer Anarchist war. Vor allem sein Spätwerk trägt seinen werteschaffenden Ambitionen in der Konzeption einer „Ethik der Vornehmheit“ Rechnung. Nietzsches Moralkritik bezieht sich folglich nicht auf die Moral schlechthin, sondern auf eine bestimmte Moral. Er kritisiert vorrangig die in der jüdisch-christlichen Tradition stehenden Werte und Normen. Nietzsches Leitwert, der seine Beurteilung der verschiedenen Moralsysteme bestimmt, ist der normativ aufgeladene Begriff „Leben“. Er habe, so sagt Nietzsche in einem Nachlassfragment, „die Moral von Leben aus gerichtet und verurtheilt“. Folglich lehnt Nietzsche all diejenigen Werte und Normen ab, die er in Opposition zum Leben sieht, während er es sich mit seiner „Ethik der Vornehmheit“ zur Aufgabe macht, Werte zu setzen und Verhaltensweisen zu fördern, die im Einklang mit dem Leben stehen.

Bei der Analyse von Nietzsches Lebensbegriff ist hervorzuheben, dass Nietzsche unter „Leben“ nicht das Leben einzelner Individuen meint. Stets geht es Nietzsche im Hinblick auf das „Leben“ um die Menschheitsgattung als ganze, um den „Typus“ Mensch. Nietzsches Lebensbegriff lässt sich auf eine für sein Spätwerk typische Formel bringen: „Leben ist“, so Nietzsche, „Wille zur Macht“. „Es gehört zum Begriff des Lebendigen, daß es wachsen muß, - daß es seine Macht erweitert“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die genealogische Methode als Instrument der Religionskritik ein und legt den Untersuchungsgegenstand sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit dar.

2. Nietzsches genealogische Methode: Hier wird Nietzsches historische Herangehensweise beleuchtet, die dem Leben dienen soll und darauf abzielt, die Kontingenz und Entstehungsgeschichte der geltenden Moral aufzudecken.

3. Nietzsches Kritik der jüdisch-christlichen Moral und die „vornehmen Werte“: Das Kapitel analysiert Nietzsches Ablehnung der jüdisch-christlichen Moral als lebensfeindlich und stellt ihr das Gegenmodell der „Ethik der Vornehmheit“ gegenüber.

4. Die „Umwertung der Werte“: Dieses Kapitel rekonstruiert den „Sklaven-Aufstand in der Moral“ und zeigt, wie die Umkehrung der antiken Wertvorstellungen durch die Sklavenmoral historisch vollzogen wurde.

5. Kritische Betrachtung: Abschließend wird die Tragfähigkeit und methodische Konsistenz von Nietzsches genealogischer Moralkritik kritisch gewürdigt und ihre Grenzen aufgezeigt.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, Genealogie, Religionskritik, Umwertung der Werte, Sklavenmoral, Herrenmoral, Wille zur Macht, Ethik der Vornehmheit, christliche Moral, Historismus, Kontingenz, Perspektivismus, Lebensbegriff, moralische Vorurteile, Kulturkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die genealogische Religionskritik von Friedrich Nietzsche, insbesondere seine Analyse der Entstehungsgeschichte der jüdisch-christlichen Moral.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Nietzsches genealogische Methode, die Differenz zwischen Herren- und Sklavenmoral, das Konzept der „Umwertung der Werte“ sowie Nietzsches „Ethik der Vornehmheit“.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Nietzsches genealogische Methode und deren Anwendung in der Kritik an der christlichen Moral zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit seine Argumentation ein effektives Kritikinstrument darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine philologisch-philosophische Analyse, die Nietzsches genealogische Herangehensweise an sein Werk selbst als Methode übernimmt und auf Basis der Sekundärliteratur kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der genealogischen Methode, die Kritik an der jüdisch-christlichen Moral im Vergleich zur „Ethik der Vornehmheit“, die Analyse der „Umwertung der Werte“ und eine kritische Würdigung dieser Theorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Genealogie, Sklavenmoral, Herrenmoral, Wille zur Macht, Umwertung der Werte und das „Leben“ als leitender normativer Begriff.

Warum hält Nietzsche die jüdisch-christliche Moral für lebensfeindlich?

Nach Nietzsche ist sie eine „Verneinung des Lebens“, da sie Tugenden wie Demut, Mitleid und Gleichheit postuliert, die die Selbstentfaltung der Starken hemmen und den Menschen schwächen.

Was ist mit dem „Sklaven-Aufstand in der Moral“ gemeint?

Damit beschreibt Nietzsche den historischen Prozess, in dem die Schwachen die ursprünglichen „vornehmen“ Werte der antiken Kultur durch eine Umkehrung in ihr Gegenteil (die Sklavenmoral) umgedeutet haben.

Gelingt es Nietzsche laut Autor, die Moral seiner Zeitgenossen zu zerstören?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Nietzsche zwar die Kontingenz und historische Bedingtheit der Moral aufzeigen konnte, die Moral seiner Zeitgenossen damit aber nicht vollständig zu destruieren vermochte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Genealogische Religionskritik im Werk Friedrich Nietzsches
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,0
Autor
Wieland Greiner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V213240
ISBN (eBook)
9783656414216
ISBN (Buch)
9783656414377
Sprache
Deutsch
Schlagworte
genealogische religionskritik werk friedrich nietzsches
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Wieland Greiner (Autor:in), 2012, Genealogische Religionskritik im Werk Friedrich Nietzsches, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213240
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Leseprobe aus  16  Seiten
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