Nonverbales Verhalten beim Speed-Dating im Vergleich zum gewöhnlichen Kennenlernen


Essay, 2012

9 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Definitionen/Ablauf
Gewöhnlich/herkömmliches Kennenlernen
Speed-Dating

Unterschiede
Zeit
Räumlichkeiten

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Das 21. Jahrhundert ist durch Globalisierung, technischen Fortschritt und vor allem Schnelligkeit gekennzeichnet. Auch die Partnersuche gestaltet sich heutzutage anders als wie noch vor einigen Jahren. Hat doch heute keiner mehr die Zeit den 'perfekten' Partner, aus dem immer größer werdenden Angebot an möglichen Lebensgefährten zu finden, stellen Erfindungen wie Speed-Dating und Internetpartnerbörsen immer attraktivere Hilfestellungen dar, um die Suche zu erleichtern.

Doch welche genauen Unterschiede haben diese neuen Kennenlernmöglichkeiten im Vergleich zum herkömmlichen Kennenlernen? Und welche Einschränkungen erfährt dadurch das nonverbale Verhalten?

Mit diesen Fragen wird sich der folgende Essay anhand des Vergleichs von Speed-Dating und des gewöhnlichen Kennenlernens beschäftigen. Dabei sollen zunächst die beiden Arten des Zusammentreffens näher erläutert und anschließend die Unterschiede - was das nonverbale Verhalten angeht - herausgearbeitet werden. Im Fazit sollen dann die gesammelten Kenntnisse noch einmal zusammengefasst und ein Ausblick auf die neueren Partnerbörsen geworfen werden, um zu zeigen was für eine Entwicklung im Bereich der Partnersuche vonstatten geht.

Definitionen/Ablauf

Da es sehr viele verschiedene Methoden gibt das andere Geschlecht kennenzulernen, ist es ein Muss für das weitere Vorgehen, die beiden Arten die zum Vergleich dienen sollen, näher einzuschränken und zu erläutern.

Gewöhnlich/herkömmliches Kennenlernen

Bei dem gewöhnlichen Kennenlernen soll daher nur das Zusammentreffen gemeint sein, bei dem sich zwei zuvor unbekannte Individuen in einem neutralen öffentlichen Raum, wie einer Bar oder Disko, begegnen.

Damit es überhaupt zum Kennenlernen kommen kann, muss es zuerst einmal irgendeine Art von Kontakt geben. Gewöhnlich beginnt dies durch Augenkontakt. Beim früheren Hofieren, gaben die Männer den von ihnen begehrten Frauen vermehrt Aufmerksamkeit und warteten auf einen Wink von denjenigen Frauen, welcher sie in ihrem Tun ermutigte (vgl. Goffman 2001: 120). Auch heute noch wird eine Begegnung initiiert, indem man einem anderen einen Blick mit besonderem Ausdruck oder von bestimmter Dauer zuwirft. Wird das Engagement akzeptiert, so wird der Blick mit einem ebenfalls bedeutungsvollen Blick erwidert. Bei dem Austausch von wechselseitigen Blicken, findet so eine Entwicklung von nichtzentrierter Interaktion zur zentrierten Interaktion statt.

Nichtzentrierte Interaktion erfolgt bei Personen die kopräsent sind, jedoch nicht miteinander agieren. Sie nehmen zwar einander wahr, allerdings kommt es nicht zu einer gegenseitigen Kooperation miteinander. Im Gegensatz zur nichtzentrierten Interaktion, wenden sich die Akteure bei zentrierter Interaktion gemeinsam einer Sache oder sich gegenseitig zu, um sich so auch eine „besondere Lizenz für Kommunikation [zu] erteilen“ (Goffman 1971: 84).

Die Variablen die die Einstellung anzeigen, die verschiedene Personen zueinander haben, wird unter dem Begriff der Proxemik zusammengefasst. Darunter fällt nicht nur der Blickkontakt, sondern auch die räumliche Distanz zwischen den Personen, die Körperhaltung, der Grad der Direktheit und die „physische Zugänglichkeit des Kommunikators“ (Mehrabin und Friar 1979: 176). So kann bei einer anderen Art von Kontaktaufnahme ebenfalls durch physische Signale angedeutet werden, ob Sympathie vorhanden ist oder nicht. So wird etwa „zu unsympathischen Personen größere körperliche Distanz eingehalten“ (Ebenda: 177), als zu sympathetischen. Ebenfalls reflektieren geöffnete Arme und eine entspannte Körperhaltung eine positive Einstellung gegenüber des Adressaten.

Das genaue Verhalten soll jedoch erst im nächsten Kapitel näher erläutert werden, um in den einzelnen Situationen die Unterschiede der beiden Arten des Kennenlernens genauer darstellen zu können.

Speed-Dating

Eine neuere Methode den perfekten Traumpartner zu finden, kommt aus den USA. Speed-Dating soll dazu dienen, innerhalb kürzester Zeit, möglichst viele neue Partner kennenzulernen. Dabei findet an einem öffentlichen Ort, wie einem Lokal, ein Treffen statt, bei dem immer etwa sieben bis zehn Teilnehmer pro Geschlecht anwesend sind. Innerhalb einer Zeitspanne von sieben bis acht Minuten kommen so jeweils zwei Menschen näher ins Gespräch, bis ein Zeichen ertönt und ein Geschlecht zum nächsten potenziellen Partner geht. Während der kurzen Gesprächszeit teilt man sich die wichtigsten Infos über den anderen mit, was von Freizeitgestaltung bis hin zur Familienplanung gehen kann. Sind sich alle Singles nach einer Runde bekannt, kann man entscheiden wen von den getroffenen Personen man wiedersehen möchte (vgl. Spitzer 2011: 859).

Diese Art von Treffen spricht vor allem Leute an, die bei der Partnersuche ihre Zeit nicht mit endlos vielen einzelnen Rendezvous vergeuden wollen, sondern effizient an einem Abend möglichst viele Leute kennenlernen möchten, um erst danach entscheiden zu müssen, welche Person sie gerne wiedersehen würden. Daher wird meist vieles auch von den Veranstaltern, die das Treffen organisieren, vorbereitet. Zum einen geben sie Ort und Zeit fest vor, zum anderen bestimmen sie aber auch den Ablauf und Aufbau des Treffens. Zudem werten die Veranstalter sogar meist die zuvor an die Teilnehmer ausgeteilten Zettel - auf welche sie die Personen notieren, mit denen sie sich gerne noch einmal treffen würden - aus, und geben dann die Kontaktdaten der Singles bei denen eine Übereinstimmung stattgefunden hat, an die jeweils andere Person heraus. So spart sich der einzelne Teilnehmer lästige Kontaktaufnahmen von Leuten, mit denen er sich keinen Kontakt mehr wünscht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Nonverbales Verhalten beim Speed-Dating im Vergleich zum gewöhnlichen Kennenlernen
Hochschule
Universität Konstanz  (Fachbereich Geschichte und Soziologie)
Veranstaltung
Die Soziologie des nonverbalen Verhaltens
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V213243
ISBN (eBook)
9783656414209
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nonverbales, verhalten, speed-dating, vergleich, kennenlernen
Arbeit zitieren
Julia Knobelspies (Autor), 2012, Nonverbales Verhalten beim Speed-Dating im Vergleich zum gewöhnlichen Kennenlernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213243

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