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Die Illusion der Chancengleichheit

Eine Untersuchung des Einflusses der sozialen Herkunft auf den Schulerfolg

Title: Die Illusion der Chancengleichheit

Bachelor Thesis , 2012 , 43 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Felix Urbanczyk (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Die allgemeine Meinung der Gesellschaft in Bezug auf den schulischen Erfolg, welche auch als „meritokratische Illusion“ (Geißler 2006a: 40) bezeichnet wird, lautet: „Wenn man sich anstrengt, dann kommt man auch weiter“. Ob diese Aussagen stets zutreffend sind, muss jedoch als äußerst fragwürdig betrachtet werden. Denn was ist, wenn einer/einem Schülerin/Schüler die Ressourcen fehlen? Was wenn die Eltern nicht ausreichend Kapital besitzen, um ihrem Kind das von der Schule geforderte Schulbuch zu kaufen? Was sind die Folgen, wenn die/der Lernende, aus welchen Gründen auch immer, keine Unterstützung des Elternhauses erfährt und in sozial denkbar schlechten Verhältnissen aufwächst? Was, wenn in der Institution Schule, Kinder aus sozial schwachen Schichten von den Lehrkräften von Grund auf benachteiligt werden? Und wäre es nicht möglich, dass ein Kind zwar gute Ideen hat, sich aber nicht gut genug ausdrücken kann, um seinen Standpunkt und seine Denkweisen darzustellen?
Etliche weitere Fragen könnten auf die oben genannte Aussage gestellt werden. Daher sollte zunächst kritisch hinterfragt werden, ob es ausreicht, sich „einfach anzustrengen“. Auch in den Medien, wie beispielsweise in einem Online-Artikel der Wochenzeitung „Die Zeit“ aus dem Jahre 2008 (Müller-Benedict 2008), wird immer häufiger darüber informiert, dass die soziale Herkunft direkten Einfluss auf die Schullaufbahn und zukünftige Chancen nehmen kann. Teilweise wird sogar berichtet, dass die Herkunft die Leistung schlägt und der Erfolg lediglich vererbt wird (vgl. Mayer-Kuckuk, 2004). Viele Komponenten und Variablen können eine entscheidende Rolle für den Schulerfolg spielen. In dieser Arbeit sollen einige Merkmale, welche unmittelbar Einfluss auf den Erfolg in der Schule nehmen können aufgezeigt werden, um somit zu einer Beantwortung folgender Fragestellung beizutragen: „Schulerfolg – vorherbestimmt oder frei wählbar?“.
Um deutlich zu machen, wie sich die soziale Herkunft auf den Erfolg in der Schule auswirkt und in wie weit in Deutschland eine Chancengleichheit überhaupt vorhanden ist, wird in dieser Arbeit auf die Sichtweise ausgewählter und wissenschaftlich anerkannter Autoren verwiesen. Die unterschiedlichen Perspektiven werden durchleuchtet und analysiert, um einen wissenschaftlichen Einblick in die Problematik zu erhalten. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen

2.1 Erläuterung der Chancengleichheit in der Bildung

2.2 Der Begriff der sozialen Herkunft

3 Die Bildungsexpansion

4 Ursachen und Faktoren der Bildungsbenachteiligungen

4.1 Soziale Ungleichheiten innerhalb der Schule

4.2 Soziale Ungleichheiten bei Bildungsübergängen

4.2.1 Die Problematik des dreigliedrigen Schulsystems

4.2.2 Die schichtspezifische Empfehlungsaussprechung der Lehrkräfte

4.3 Die Rolle der Eltern, der Familie und des Umfelds

4.3.1 Ungleiche Bildungschancen auf Grund der sozialen Herkunft der Eltern – Einblick in die Theorie von Boudon

4.3.2 Die Schulabschlüsse der Eltern

4.3.3 Auswirkungen der sozialen Herkunft und des Umfeldes auf die Schullaufbahn

4.4 Auswirkungen des schichtspezifischen Sprachgebrauchs

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem schulischen Erfolg in Deutschland, um zu ergründen, inwieweit Chancengleichheit in unserem Bildungssystem realisierbar ist oder ob Bildungserfolg durch soziale Faktoren determiniert wird.

  • Einfluss der sozialen Herkunft auf Schullaufbahnen
  • Mechanismen sozialer Ungleichheit innerhalb der Schule
  • Die Rolle der Lehrerempfehlungen bei Bildungsübergängen
  • Sozialisationsbedingungen und familiärer Einfluss
  • Sprachbeherrschung als schichtspezifischer Erfolgsfaktor

Auszug aus dem Buch

4.1 Soziale Ungleichheiten innerhalb der Schule

In der Schule tragen zahlreiche Elemente zu sozialen Ungleichheiten der Bildungschancen bei und dies sowohl in den weiterführenden Schulen als auch bereits in den Grundschulen. Insbesondere die schichtspezifische Notengebung und die Bezeichnung des Schulsystems als eine Mittelschichteninstitution sollen hier genauer analysiert und erläutert werden. Die schichtspezifischen Notengebungen, welche in Zusammenhang mit den Eltern der Schülerinnen/Schüler stehen, werden allerdings erst in Kapitel 4.3 aufgegriffen und dementsprechend analysiert.

Zunächst zu der Notenvergabe. Schulnoten sollen die erbrachten Leistungen einer/eines Schülerin/Schülers aufzeigen. Daher bedarf es einer objektiven Bewertung der Lehrerinnen/Lehrer, welche sich ausschließlich auf die Leistungen der Lernenden bezieht. Doch immer wieder schleichen sich bei der Bewertung auch Kriterien mit ein, welche nichts mit der Leistungsfähigkeit der Bildungsbeteiligten zu tun haben. Schumacher konnte 2002 bei einer Befragung von ungefähr 500 Grundschullehrerinnen/Grundschullehrern feststellen, dass 73% der Lehrkräfte bestätigen, dass positive bzw. angemessene Verhaltensweisen, neben der sozialen Herkunft, die Bewertung der erbrachten Leistungen unmittelbar beeinflussen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die meritokratische Illusion und führt in die Fragestellung ein, ob Schulerfolg vorherbestimmt oder frei wählbar ist.

2 Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe wie Chancengleichheit in der Bildung und soziale Herkunft für den weiteren Verlauf der Arbeit definiert.

3 Die Bildungsexpansion: Es wird die historische Bildungsexpansion und deren Auswirkungen auf die Bildungsbeteiligung in Deutschland kritisch beleuchtet.

4 Ursachen und Faktoren der Bildungsbenachteiligungen: Dieses Kapitel analysiert systematisch die Entstehungsorte und Gründe für soziale Benachteiligung, von schulinternen Prozessen bis hin zu familiären Einflüssen.

5 Fazit: Das Fazit zieht ein Resümee aus den Untersuchungen und hält fest, dass soziale Herkunft weiterhin einen unbestreitbaren Einfluss auf Bildungschancen hat.

Schlüsselwörter

Soziale Herkunft, Bildungschancen, Chancengleichheit, Schulerfolg, Bildungsexpansion, Bildungssystem, Lehrerempfehlung, Bildungsbenachteiligung, Sozialisationsbedingungen, Sprachbeherrschung, Schichtspezifische Ungleichheit, Boudon, Bildungsübergänge, Meritokratische Illusion, Schullaufbahn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwieweit soziale Faktoren wie die Herkunft oder der Status des Elternhauses den Bildungserfolg von Kindern in Deutschland beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Bildungsexpansion, die Benotungspraxis in Schulen, Übergangsentscheidungen nach der Grundschule, den Einfluss des Elternhauses sowie die Bedeutung sprachlicher Kompetenzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Analyse wissenschaftlicher Quellen zu klären, ob der Schulerfolg in Deutschland durch das Individuum frei gestaltbar ist oder durch soziale Vorherbestimmung eingegrenzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und Synthese wissenschaftlich anerkannter Studien und soziologischer Theorien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von schulinternen Ungleichheiten, Problematiken bei Bildungsübergängen, Einflüsse der Familie sowie Auswirkungen schichtspezifischen Sprachgebrauchs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind soziale Herkunft, Chancengleichheit, Bildungschancen, Bildungsexpansion und schichtspezifische Ungleichheit.

Welche Rolle spielt die Empfehlung der Grundschullehrer?

Die Empfehlung fungiert als eine sensible Weichenstellung, bei der laut Arbeit nicht nur die Leistung, sondern oft unbewusst auch soziale Faktoren der Herkunft in die Bewertung einfließen.

Was besagt die Theorie von Boudon in diesem Kontext?

Boudon erklärt soziale Disparitäten im Bildungswesen durch individuelle Entscheidungen der Eltern, die Kosten, Nutzen und Erfolgserwartungen unter Berücksichtigung ihres sozialen Status abwägen.

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Details

Title
Die Illusion der Chancengleichheit
Subtitle
Eine Untersuchung des Einflusses der sozialen Herkunft auf den Schulerfolg
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,3
Author
Felix Urbanczyk (Author)
Publication Year
2012
Pages
43
Catalog Number
V213278
ISBN (eBook)
9783656440802
ISBN (Book)
9783656443322
Language
German
Tags
Schichtung Sozialstruktur Klasse Schulerfolg Chancengleichheit Bildungssystem Soziale Ungleichheit Bildungsexpansion Bildungsübergänge Schullaufbahn Dreigliedriges Schulsystem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Urbanczyk (Author), 2012, Die Illusion der Chancengleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213278
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