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Die Außenseiterproblematik in Max Frischs 'Andorra'

Ein Unterrichtsentwurf für die Jahrgangsstufe 9

Title: Die Außenseiterproblematik in Max Frischs 'Andorra'

Examination Thesis , 2013 , 69 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit verfasst die Autorin im Rahmen des ersten Staatsexamens, im Modul Fachdidaktik Deutsch, zu dem Thema Max Frischs Andorra, im Deutschunterricht der Sekundarstufe I, unter Berücksichtigung der Außenseiterproblematik. Die Schwerpunktsetzung ergibt sich aus dem Aktualitätsbezug des Dramas und dem Interesse der Autorin an der Thematik. Die im Stück behandelten Problemfelder, Außenseiter-sein, Ausgrenzung und Vorurteile spiegeln Konflikte der allgegenwärtigen Lebenswelt wider und sind nah an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler verortet. Max Frisch beschäftigt sich in Andorra mit der Wirkung und den Folgen von Bildnissen, die zu Vorurteilen heranwachsen und somit dem Protagonisten Andri verwehren, seine Identität zu finden. Ein Zitat aus Frischs Tagebuch verweist auf einen zentralen Aspekt des Stücks und verdeutlicht seine Einstellung zur Thematik. „Wir halten uns für den Spiegel und ahnen nur selten, wie sehr der andere seinerseits eben der Spiegel unseres erstarrten Menschenbildes ist, unser Erzeugnis, unser Opfer-.“ Andri ist nicht nur das Opfer einer fiktiven andorranischen Gesellschaft, sondern repräsentiert vielmehr das Opfer eines jeden, der sein Gegenüber in ein Bildnis presst und diesem somit seine Identität verwehrt. Im Sinne Frischs impliziert jedes, sei es auch ein noch so gut gemeintes Bildnis, die Fixierung von außen. Frisch analysiert mit Andorra das Verhalten von Gruppen und prangert es an. Mit seiner Darstellung möchte er das Publikum zu einer Stellungnahme und Kritik bewegen.
Das Andorra des Max Frisch betrifft uns alle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Perspektive – Einleitung

1.1 Autorenintention

1.2 Handlung

1.3 Entstehungsprozess

1.4 Modellcharakter

1.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Brechts Parabelstücken

2. Grundverständnis von Vorurteilen

2.1 Von der Kategorisierung zum Vorurteil

2.2 Vom Vorurteil zur Außenseiterproblematik

2.3 Vergleich des soziologischen und literarischen Außenseiterbegriffes

2.4 Andri – der Außenseiter in der andorranischen Gesellschaft

2.5 Persönliche Entwicklung des Protagonisten

3. Legitimation des Themas

3.1 Begründungszusammenhang – zur Frage der Textauswahl

3.2 Einbindung in den Kernlehrplan

4. Fachdidaktischer Entwurf

4.1 Reihenplanung

4.2 Unterrichtssequenz

4.3 Sachanalyse

4.4 Thema der Unterrichtsstunde - Ziele

4.5 Didaktische Analyse

4.6 Methodische Analyse

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Max Frischs Drama "Andorra" in den Deutschunterricht der Sekundarstufe I zu integrieren, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse der Außenseiterproblematik und der Entstehung von Vorurteilen liegt. Es wird untersucht, wie das Drama als Modell zur Reflexion über gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen dienen kann, um das Problembewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu schärfen und moralische Verantwortung zu fördern.

  • Die Funktion und Entstehung von Vorurteilen aus sozialpsychologischer Perspektive.
  • Die Identitätsfindung des Protagonisten Andri unter dem Druck fremddefinierter "Bildnisse".
  • Die didaktische Relevanz und Einbettung des Dramas in den aktuellen Kernlehrplan.
  • Methodische Ansätze zur handlungs- und produktionsorientierten Auseinandersetzung mit literarischen Texten.

Auszug aus dem Buch

1. Perspektive – Einleitung

Die vorliegende Arbeit verfasst die Autorin im Rahmen des ersten Staatsexamens, im Modul Fachdidaktik Deutsch, zu dem Thema Max Frischs Andorra, im Deutschunterricht der Sekundarstufe I, unter Berücksichtigung der Außenseiterproblematik. Die Schwerpunktsetzung ergibt sich aus dem Aktualitätsbezug des Dramas und dem Interesse der Autorin an der Thematik. Die im Stück behandelten Problemfelder, Außenseiter-sein, Ausgrenzung und Vorurteile spiegeln Konflikte der allgegenwärtigen Lebenswelt wider und sind nah an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler1 verortet. Max Frisch beschäftigt sich in Andorra mit der Wirkung und den Folgen von Bildnissen, die zu Vorurteilen heranwachsen und somit dem Protagonisten Andri verwehren, seine Identität zu finden. Ein Zitat aus Frischs Tagebuch verweist auf einen zentralen Aspekt des Stücks und verdeutlicht seine Einstellung zur Thematik. „Wir halten uns für den Spiegel und ahnen nur selten, wie sehr der andere seinerseits eben der Spiegel unseres erstarrten Menschenbildes ist, unser Erzeugnis, unser Opfer-.“2 Andri ist nicht nur das Opfer einer fiktiven andorranischen Gesellschaft, sondern repräsentiert vielmehr das Opfer eines jeden, der sein Gegenüber in ein Bildnis presst und diesem somit seine Identität verwehrt. Im Sinne Frischs impliziert jedes, sei es auch ein noch so gut gemeintes Bildnis, die Fixierung von außen.3 Frisch analysiert mit Andorra das Verhalten von Gruppen und prangert es an. Mit seiner Darstellung möchte er das Publikum zu einer Stellungnahme und Kritik bewegen. „Auch hierin zeigt sich also, wie das Stück letztlich an die moralische Verantwortung des Einzelnen appelliert“4. Das Andorra des Max Frisch betrifft uns alle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Perspektive – Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Dramas "Andorra" für den Deutschunterricht der Sekundarstufe I und verdeutlicht Frischs Anliegen, durch das Thema Ausgrenzung an die moralische Verantwortung des Einzelnen zu appellieren.

1.1 Autorenintention: Dieses Kapitel analysiert Frischs Ziel, das Publikum durch das Modell "Andorra" zum Nachdenken über Antisemitismus und soziale Vorurteile zu bewegen.

1.2 Handlung: Die Zusammenfassung der Handlung beschreibt, wie Andri durch andorranische Vorurteile in die Rolle eines Außenseiters gedrängt wird, was schließlich in seiner Ermordung gipfelt.

1.3 Entstehungsprozess: Dieser Abschnitt behandelt die verschiedenen Fassungen des Dramas und die Genese des Stoffes ausgehend von der Prosaskizze "Du sollst dir kein Bildnis machen".

1.4 Modellcharakter: Hier wird verdeutlicht, dass das Stück keinen realen Ort meint, sondern als Modell für gesellschaftliche Mechanismen der Ausgrenzung konzipiert ist.

1.5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Brechts Parabelstücken: Ein Vergleich zeigt Frischs Einflussnahme durch Brechts Episches Theater auf, wobei Frisch den Fokus eher auf die Auslöser von Furcht und Mitleid als auf die Veränderbarkeit der Welt legt.

2. Grundverständnis von Vorurteilen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis über die Entstehung und psychologische Wirkung von Vorurteilen für die fachdidaktische Planung.

2.1 Von der Kategorisierung zum Vorurteil: Hier werden die sozialpsychologischen Prozesse erläutert, die von der simplen Kategorisierung zur verfestigten, abwertenden Stereotypisierung führen.

2.2 Vom Vorurteil zur Außenseiterproblematik: Das Kapitel erklärt, wie Vorurteile den Integrationsprozess behindern und Menschen in die Rolle des Außenseiters zwingen.

2.3 Vergleich des soziologischen und literarischen Außenseiterbegriffes: Eine Gegenüberstellung von Fachbegriffen verdeutlicht die theoretische Einordnung des Außenseiters in Literatur und Wissenschaft.

2.4 Andri – der Außenseiter in der andorranischen Gesellschaft: Dieses Unterkapitel fokussiert auf die symbolische Rolle Andris als Repräsentant des "Anderen" innerhalb seiner Gesellschaft.

2.5 Persönliche Entwicklung des Protagonisten: Der Abschnitt skizziert die schrittweise Kapitulation Andris vor den ihm aufgezwungenen Rollenbildern.

3. Legitimation des Themas: Dieses Kapitel rechtfertigt die Wahl des Dramas für den Unterricht durch seine hohe Relevanz und den Bezug zum Kernlehrplan.

3.1 Begründungszusammenhang – zur Frage der Textauswahl: Hier wird argumentiert, warum sich "Andorra" besonders zur Förderung von Empathie und Perspektivenübernahme bei Jugendlichen eignet.

3.2 Einbindung in den Kernlehrplan: Das Kapitel verknüpft die Zielsetzungen der Unterrichtsreihe mit den geforderten Kompetenzbereichen des nordrhein-westfälischen Kernlehrplans.

4. Fachdidaktischer Entwurf: Dieser Teil beschreibt die praktische Umsetzung und Strukturierung des Unterrichts zum Thema "Außenseiterproblematik".

4.1 Reihenplanung: Die Vorüberlegungen betonen die Notwendigkeit, Vorkenntnisse über den Nationalsozialismus zu berücksichtigen und das Drama im Kontext des Epischen Theaters zu behandeln.

4.2 Unterrichtssequenz: Der Abschnitt führt in die detaillierte methodische Planung der Unterrichtsphasen ein.

4.3 Sachanalyse: Hier werden die drei zentralen Problembereiche des Stücks zusammengefasst: das individuelle Schicksal, der Antisemitismus der NS-Zeit und die Bildnisproblematik.

4.4 Thema der Unterrichtsstunde - Ziele: Dieses Unterkapitel definiert die Lernziele für die Analyse der Schuld des Paters.

4.5 Didaktische Analyse: Die didaktische Analyse ordnet die Unterrichtsreihe in den Kontext des Kompetenzerwerbs im Fach Deutsch ein.

4.6 Methodische Analyse: Das Kapitel erläutert die methodische Gestaltung der Unterrichtsstunden, insbesondere den Einsatz von Medien zur Aktivierung der Lernenden.

5. Schlussbemerkungen: Das Fazit resümiert den Erfolg des Projekts bei der Förderung von Reflexionsfähigkeit und Standpunktbildung der Schülerinnen und Schüler.

Schlüsselwörter

Andorra, Max Frisch, Außenseiter, Vorurteile, Bildnisproblematik, Antisemitismus, Identitätsfindung, Fachdidaktik, Deutschunterricht, Schullektüre, Stereotypisierung, Sozialpsychologie, Modellcharakter, Moralische Verantwortung, Rollenbiographie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit entwickelt einen fachdidaktischen Unterrichtsentwurf für die Jahrgangsstufe 9 zum Drama "Andorra" von Max Frisch, wobei der Fokus auf der Bearbeitung der Außenseiterproblematik und dem Mechanismus der Vorurteilsbildung liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Themenfelder Antisemitismus, soziale Ausgrenzung, die Macht von Vorurteilen sowie die psychologische Belastung durch fremddefinierte Identitätszuschreibungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern durch eine handlungs- und produktionsorientierte Auseinandersetzung mit dem Werk zu vermitteln, wie Bildnisse entstehen und wie wichtig es ist, diese kritisch zu hinterfragen, um Ausgrenzung entgegenzuwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen fachdidaktischen Entwurf, der auf literaturwissenschaftlichen Analysen des Dramas sowie auf sozialpsychologischen Theorien zur Vorurteilsbildung (z.B. Stereotypisierung) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Vorurteile und Außenseitertum sowie einen detaillierten fachdidaktischen Entwurf für die Unterrichtsreihenplanung und einzelne Sequenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Außenseiterproblematik, Vorurteile, Identitätsfindung, Didaktik und die Analyse des Modells "Andorra".

Warum ist der Modellcharakter des Stücks für den Unterricht wichtig?

Der Modellcharakter ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, das Drama nicht als bloßes historisches Zeugnis über den Nationalsozialismus zu sehen, sondern als allgemeine Schablone für heutige Ausgrenzungsprozesse in der eigenen Lebenswelt.

Welche Rolle nimmt der Pater Benedikt in der Analyse ein?

Der Pater wird analysiert, um aufzuzeigen, dass auch Personen, die sich als "gütig" darstellen, durch ihre Sprache und ihr Handeln Vorurteile und Ausgrenzung unterstützen und somit eine Mitschuld am Schicksal des Protagonisten tragen.

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Details

Title
Die Außenseiterproblematik in Max Frischs 'Andorra'
Subtitle
Ein Unterrichtsentwurf für die Jahrgangsstufe 9
College
RWTH Aachen University
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2013
Pages
69
Catalog Number
V213635
ISBN (eBook)
9783656419549
ISBN (Book)
9783656420194
Language
German
Tags
Andorra Max Frisch Außenseiterproblematik Vorurteile Stereotypen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2013, Die Außenseiterproblematik in Max Frischs 'Andorra', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213635
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