Sprache und Denken

Ist Denken ohne Sprache möglich?


Facharbeit (Schule), 2012

12 Seiten, Note: 14


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definition von Sprache und Denken

3. Die Theorie „Sprache formt das Denken“
3.1 Die Innere Sprachform
3.2. Sapir-Whorf-Hypothese
3.3 Linguistisches Relativitätsprinzip
3.4 Linguistischer Determinismus

4.Widersprüche gegen die Theorie linguistischer Relativität

5. Sprachuntersuchungen
5.1 Kinder-Isolierung ohne Sprache
5.2. Das Denken von Gehörlosen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis
7.1 Internetadressen:
7.2 Literatur:

1. Einleitung

Vor vielen Jahrhunderten hat sich der Mensch während der Evolution von den Tieren hervorgehoben. Die Bezeichnung Homo sapiens (lat. hŏmō săpiēns‚ einsichtsfähiger bzw. weiser Mensch‘) wurde durch Carl von Linné 1758 in seinem Werk Systema Naturae geprägt.[1] Er unterscheidet sich in vielen Aspekten deutlich von den heute bekannten übrigen Arten der Tierwelt[2] zum Beispiel durch sein kreatives Denken, freien Willen und vor allem ist seine Kommunikationskapazität und sein großes Denkvermögen einmalig.[3] Ohne die Ausprägung von Sprache und Denken wäre der Mensch als intellektuelles Geschöpf nicht denkbar. Wir haben im Gegensatz zu den Tieren im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Sprachen entwickelt, die wir alltäglich benutzen ohne uns im Klaren zu sein, welchen Einfluss sie auf unsere Gedanken haben könnten. Schon viele Philosophen haben über die Verbindung zwischen der Sprache und dem Denken sinniert. So wie Ludwig Wittgenstein, ein Philosoph des 19. Jahrhunderts: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“[4]. Dieser stellt nun also die Hypothese auf, dass das Wissen, welches wir besitzen, und unsere Gedanken abhängig von der Sprache seien. Da stellt sich die Frage, ob das Denken ohne Sprache somit überhaupt möglich ist oder die Sprache nur ein reines Kommunikationsmittel ist, welches unsere Gedanken nicht beeinflusst? Und was versteht man eigentlich genau unter den beiden Begriffen „Sprache“ und „denken“?

2. Definition von Sprache und Denken

Die Sprache ist ein Zeichensystem mit der Funktion der Verständigung und Kommunikation,[5] wodurch sie das Leben der Menschen in einer Gesellschaft erst möglich macht. Mit ihr kann man Gedanken, Ausdruck von Gefühlen oder auch Durchsetzung von Absichten laut äußern. Sie kann aus verschiedenen Elementen der komplexen Systeme der Kommunikation bestehen, (z.B. deutsche Sprache, Programmiersprache). Die Arten der konkreten Sprachen sind sehr vielfältig. Man kann sie in zwei Kategorien einteilen. Zum einen gibt es die natürlichen Sprachen. Darunter fallen die Muttersprache, die jeder Mensch als Kind aus seiner Umwelt aufgenommen hat, die Fremdsprache, die jeder im Laufe seines Lebens erlernen kann und die Gebärdensprache, welche von schwerhörigen und gehörlosen Menschen genutzt wird. Zum anderen gibt es noch die künstlichen Sprachen sowie die Fachsprache, Zeichensprache oder sogar fiktive Sprachen.[6] Doch das Sprechen an sich ist nicht die einzige Ausdrucksform. Unterscheiden kann man beim Menschen auf Grund der akustischen oder optischen Informationsübertragung nach Lautsprache und Körpersprache.[7] Unsere Körpersprache besteht aus unseren Gesten, Mimik oder Haltung, welche oft leicht von unserem Gegenüber gedeutet werden können, sodass dieser unsere Gedanken und Gefühle auffassen kann.

Aber auch im Tierreich sind Zeichensysteme und kommunikative Handlungen vorhanden, die als Sprache bezeichnet werden. Sie teilen sich mit durch ihre körpersprachlichen Signale, Duftstoffe, Laute, ihrer Farbgebung u.a.. Diese Signale sind in der Regel festgelegt und oft bereits vererbt und können nicht ohne Weiteres zu neuen Bedeutungen bzw. Aussagen frei kombiniert werden.

Das Denken hingegen beschreibt alle Aktivitäten, die im Inneren, also im Geiste, eines Menschen vor sich gehen. Der Begriff kommt ursprünglich von dem indogermanischen Wort „tang“ und bedeutet „empfinden, denken“. Darüber hinaus ist es mit dem lateinischen Verb „tongere“ verwandt, das übersetzt „kennen, wissen“ heißt.[8] Das Denken wird von einigen Philosophen auch als stummes Sprechen in einer inneren, allen Menschen gemeinsamen Sprache bezeichnet, die der Philosophe Jerry Fodor auch „language of thought“ (Sprache des Geistes) nennt. Aber bereits in der Philosophie des Mittelalters findet sich bereits die Idee einer Sprache des Geistes (lat.: lingua mentis), ausgehend von der These des griechischen Philosophen Aristoteles in „Alle Philosophie ist Sprachkritik“ von Ludwig Wittgenstein.

Die Wahrnehmung von Menschen ist subjektiv. Über unsere Sinne wie Augen, Ohren, Haut, etc., nehmen wir Erscheinungen auf und speichern diese als ein Abbild der Wirklichkeit, mit der Sichtung von Raum und Zeit (auch Äußere und Innere Anschauung genannt). Durch unsere Urteilskraft wird die eigentliche geistige Vorstellung, die in unserem Kopf erscheint, geformt. Diese geistigen Vorstellungen können z.B. Erinnerungen, Begriffe oder Nachrichten sein, die wir analysieren und uns mit ihnen beschäftigen, um eine Schlussfolgerung daraus zu ziehen.[9] Des Weiteren können Gedanken auch reproduktiv sein, mit anderen Worten, der Mensch kann sie kaum beeinflussen. Zwar können wir Tätigkeiten wie Lesen oder Lernen erzwingen, doch die Art und Weise, wie wir diese Inhalte, die wir aufnehmen, in unserem Kopf verarbeiten, können wir nicht steuern. Auch Tiere sind in der Lage zu denken, doch handeln diese nur instinktiv nach ihren Trieben wie bei der Paarung oder der Nahrungssuche. Der Mensch ist also somit das einzige Lebewesen, welches das komplexe Denken beherrscht. Trotz der Triebe, die er zum Teil immer noch hat, kann er diese beherrschen und ist so in der Lage, nicht nur seinen Instinkten und Reflexen zu folgen. Er ist imstande, die Folgen seiner Handlungen einzuschätzen und zu wissen, was und warum er es tut.[10] Wie das Denken im Einzelnen abläuft, ist Forschungsgegenstand verschiedener Disziplinen der Wissenssoziologie, Ethnologie, Psychologie und Kognitionswissenschaft, welche das Denken höchst unterschiedlich betrachten.[11]

[...]


[1] Philosophische Anthropologie im 21. Jahrhundert. (Hrsg. zusammen mit Hans-Peter Krüger), Berlin: Akademie Verlag, 2006

[2] Balluch, Martin: Kontinuität von Bewusstsein – Das naturwissenschaftliche Argument für Tierrechte. Guthmann-Peterson, 2005.

[3] http://www.marketing-und-vertrieb-international.com/jesus/evolution_schoepfung/12.htm (20.01.2012)

[4] Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico-philosophicu, Suhrkamp Verlag 1963, 5.6

[5] http://www.plantor.de/2009/kann-man-ohne-sprache-denken/ (21.01.2012)

[6] http://www.tinohempel.de/info/info/sprachen/aufbau.htm (20.01.2012)

[7] Witzany, Guenther: Natur der Sprache – Sprache der Natur. Sprachpragmatische Philosophie der Biologie. Königshausen & Neumann, Würzburg 1993

[8] http://www.stangl.eu/psychologie/definition/Denken.shtml (22.01.2012)

[9] http://www.ib.hu-berlin.de/~wumsta/infopub/textbook/definitions/d46.html (22.01.2012)

[10] http://www.pantheismus.de/denken.htm (22.01.2012)

[11] http://www.wurzelzieher.de/Denken.aspx (22.01.2012)

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sprache und Denken
Untertitel
Ist Denken ohne Sprache möglich?
Note
14
Autor
Jahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V213636
ISBN (eBook)
9783656421719
ISBN (Buch)
9783656422570
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsch, Sprache, Denken, Whorf, Sapir, Denken ohne Sprache, Linguistischer, Determinismus, Relativismus
Arbeit zitieren
Anna Baumgarten (Autor), 2012, Sprache und Denken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213636

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