Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

Die 'Hündchen Petitcriu-Scene' in Gottfried von Straßburgs Tristan

Title: Die 'Hündchen Petitcriu-Scene' in Gottfried von Straßburgs Tristan

Term Paper , 2012 , 13 Pages

Autor:in: Katharina Müller (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

swem nie von liebe leit geschach, dem geschach ouch liep von liebe nie. Liep unde leit diu wâren ie an minnen ungescheiden. Mit diesen Worten beschreibt Gott-fried von Straßburg im Prolog seines Werks Tristan die enge Verknüpfung zwi-schen minne und Leid und charakterisiert somit passend den Ausgang der Petit-criu-Szene. Das Zauberhündchen Petitcriu – eine Liebesgabe, welche ausschwei-fend beschrieben wird und doch unbeschreiblich bleibt. Ein Hündchen, welches in seiner ursprünglichen Funktion, nämlich von Leid zu befreien, das Liebesband zwischen den Liebenden zerreißen soll, auch wenn dies aus selbstloser Liebe des Schenkenden Tristan geschieht, der seine Geliebte Isolde vom Liebesschmerz befreien will. Doch die Empfängerin Isolde entscheidet sich gegen die schmerz-stillende Wirkung, die das Hündchen auf sie haben könnte und somit für das Leid der minne wegen.
Die folgende Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Beantwortung der Frage was eine Liebesgabe ist. Ludger Liebs Aufsatz „Kann denn Schenken Sünde sein?“ und ein kurzer Einblick in die Studien des „Urvaters“ der Liebesgabentheo-rien Marcell Mauss bilden die Grundlagen dieser Überlegungen. Daraufhin wird der Hund als Liebesgabe in der Literatur untersucht und kurz einige Beispiele vorgestellt. Das Hündchen Petitcriu aus Gottfrieds von Straßburg Tristan bildet das zentrale Thema dieser Hausarbeit. Inwieweit Petitcriu die Kriterien einer Lie-besgabe erfüllt und ob es tatsächlich den Inbegriff einer Liebesgabe darstellt wird im Fazit herausgearbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist eine Liebesgabe?

3. Der Hund als Liebesgabe in der Literatur

3.1. Das Hündchen Petitcriu in Gottfrieds von Straßburg Tristan

3.2. Inwieweit erfüllt Petitcriu die Kriterien einer Liebesgabe?

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

5.1. Primärliteratur

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die symbolische und funktionale Bedeutung des Hundes als Liebesgabe in der mittelalterlichen Literatur, mit einem besonderen Fokus auf das Zauberhündchen Petitcriu in Gottfrieds von Straßburg Tristan. Ziel ist es, anhand theoretischer Ansätze von Marcel Mauss und Ludger Lieb zu analysieren, ob Petitcriu die Kriterien einer klassischen Liebesgabe erfüllt und wie das Spannungsfeld zwischen minne (Liebe) und Leid durch das Geschenk beeinflusst wird.

  • Gaben-Theorien und ihre Anwendung auf Liebesgaben
  • Die literarische Tradition des Hundes als treuer Begleiter
  • Analyse der Petitcriu-Episode in Gottfrieds von Straßburg Tristan
  • Die Ambivalenz von Liebesgaben als schmerzstillende oder erinnerungsstiftende Objekte
  • Die Bedeutung von Selbstlosigkeit und Leid in der höfischen minne

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Hündchen Petitcriu in Gottfrieds von Straßburg Tristan

Die Episode über das Hündchen Petitcriu erstreckt sich in Gottfrieds von Straß burg Tristan über 630 Verse und wird als bedeutende Erzählung in der Erzählung präsentiert.

Tristan begegnet Petitcriu zum ersten Mal am Hofe von Gilan, dem Herzog von Swales, an welchem er nach seiner Flucht aus England lebt. Als Gilan Tristan in triure unde in trahte über die Trennung von seiner geliebten Isolde schwelgend, bemerkt, lässt er sines herzen spil, sein Hündchen Petitcriu, bringen, welches ihm selbst einst durch liebe und durch minne von einer Göttin aus dem Feenland Avalon gesandt wurde. Die besondere Herkunft Petitcrius macht es zu einem „sakralen Gegenstand, der zur Verehrung zwingt.“ Auch den Namen >Petitcriu< - >kleine Kreatur< hat Gottfried von Straßburg sicherlich nicht ohne Grund für das Hündchen gewählt. Denn dieser lässt Raum für fantasievolle Beschreibungen und bleibt letztendlich doch nur „lediglich ein Platzhalter für eine Erscheinung, die gemeinhin nicht in Worte zu fassen ist. Gottfried von Straßburg versucht diese Unbeschreiblichkeit dennoch in Worte zu fassen:

daz was mit solher wîsheit
an den zwein dingen ûf geleit,
an der varwe und an der craft,
daz zunge nie sô redehaft
noch herze nie sô wîse wart,
daz sîne schoene und
sîn aer kunde beschrîben oder gesagen.
sîn varwe was in ein getragen
mit alsô vremeden liste,
daz nieman rehte wiste,
von welher varwe ez waere.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Verknüpfung von minne und Leid im Tristan ein und definiert das Forschungsziel der Untersuchung von Petitcriu als Liebesgabe.

2. Was ist eine Liebesgabe?: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis durch die Gaben-Theorien von Marcel Mauss und die spezifische Definition von Ludger Lieb, der Liebesgaben als Zeichen innerhalb ökonomischer Austauschprozesse versteht.

3. Der Hund als Liebesgabe in der Literatur: Hier wird die Tradition des Hundes als literarisches Motiv dargestellt und seine Funktion als Erinnerungsstück, Statussymbol oder "Droge" gegen Liebeskummer anhand verschiedener Beispiele aufgezeigt.

3.1. Das Hündchen Petitcriu in Gottfrieds von Straßburg Tristan: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die Herkunft und die magischen Eigenschaften des Hündchens sowie dessen synästhetische Wirkung auf den Betrachter.

3.2. Inwieweit erfüllt Petitcriu die Kriterien einer Liebesgabe?: Das Kapitel prüft das Hündchen an den zuvor erarbeiteten theoretischen Kriterien und kommt zu dem Schluss, dass es eine komplexe, teils widersprüchliche Rolle zwischen Symbolik und metonymischer Präsenz einnimmt.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Petitcriu kein Inbegriff der Liebesgabe im klassischen Sinne ist, sondern als Indikator für die Ambivalenz und die schmerzvolle Prozessualität der Liebe zwischen Tristan und Isolde fungiert.

5. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Primär- und Sekundärquellen dokumentiert.

5.1. Primärliteratur: Auflistung der edierten Texte, die der Untersuchung zugrunde liegen.

5.2 Sekundärliteratur: Auflistung der fachwissenschaftlichen Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Liebesgabe, Tristan, Gottfried von Straßburg, Petitcriu, minne, Leid, Gabentheorie, Marcel Mauss, Ludger Lieb, Literaturwissenschaft, Mittelalter, Symbolik, höfische Liebe, Metonymie, Zauberhündchen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Figur des Hundes als Liebesgabe, insbesondere mit der Rolle des Zauberhündchens Petitcriu im mittelalterlichen Epos Tristan von Gottfried von Straßburg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Gaben-Theorie (nach Mauss und Lieb), das mittelalterliche Konzept der minne, die Bedeutung von Symbolik in der höfischen Dichtung sowie die psychologische Wirkung von Geschenken auf die Liebenden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es herauszuarbeiten, inwieweit das Hündchen Petitcriu die Merkmale einer Liebesgabe erfüllt und wie es die Wahrnehmung der leidvollen Liebe zwischen Tristan und Isolde beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Grundlagen des Gabentauschs mit der konkreten Textinterpretation der Tristan-Episode verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs "Liebesgabe", eine literarhistorische Einordnung des Hundemotivs und eine detaillierte Textanalyse der Petitcriu-Episode sowie deren Prüfung anhand der theoretischen Kriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Liebesgabe, minne, Tristan, Gabentheorie, mittelalterliche Literatur und Symbolik charakterisieren.

Warum lehnt Isolde die magische Wirkung des Hündchens ab?

Isolde lehnt die schmerzstillende Wirkung ab, da sie sich bewusst dazu entscheidet, an ihrem Liebesleid festzuhalten, was sie als Beweis für ihre Treue und ihre tiefe emotionale Verbindung zu Tristan interpretiert.

Inwiefern ist das Hündchen Petitcriu eine untypische Liebesgabe?

Es ist untypisch, weil seine Funktion nicht die übliche Demonstration der Liebe des Schenkers ist, sondern eine fast drogenartige Schmerzlinderung bewirkt, der sich die Empfängerin aktiv widersetzt, um ihre minne zu Tristan nicht zu gefährden.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Die 'Hündchen Petitcriu-Scene' in Gottfried von Straßburgs Tristan
Author
Katharina Müller (Author)
Publication Year
2012
Pages
13
Catalog Number
V213685
ISBN (eBook)
9783656422341
ISBN (Book)
9783656424215
Language
German
Tags
hündchen petitcriu-scene gottfried straßburgs tristan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Müller (Author), 2012, Die 'Hündchen Petitcriu-Scene' in Gottfried von Straßburgs Tristan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213685
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint