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Syntaktische Basispositionen für Adjunkte?

Psycholinguistische Untersuchungen zum Stellungsverhalten von Frameadverbialen und Satzadverbialen

Titel: Syntaktische Basispositionen für Adjunkte?

Masterarbeit , 2012 , 141 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Melanie Störzer (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der theoretischen Linguistik herrscht weitgehende Einigkeit über die Annahme syntaktischer Basispositionen für Argumente. Ganz anders sieht es allerdings mit Adjunkten aus: Hier gibt es eine Reihe unterschiedlicher Ansätze, die ihre Positionierung erklären könnten - das reicht von (mehr oder weniger rigiden) syntaktischen Basispositions-Ansätzen über semantische Skopus-Ansätze bis hin zu Ansätzen, wo informationsstrukturellen Faktoren eine bedeutende Rolle zukommt.

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf syntaktische Ansätze a la Frey & Pittner (1998), Frey (2000, 2003), Pittner (2004) und wählt als Ausgangs-Annahme somit die Überlegung, dass Adjunkte Basispositionen aufweisen. Sollte dies der Fall sein, so sollten sie eher wie Argumente verarbeitet werden (d.h. ggf. nach dem Garden-Path-Modell von Frazier (1987)). Hätten Adjunkte hingegen keine Basispositionen, so müsste eine andere Theorie (möglicherweise die Construal-Theorie von Frazier & Clifton (1996, 1997)) ihrer Verarbeitung Rechung tragen.

Der Fokus dieser Thesis liegt auf Frame- und Satzadverbialen, welche einem Basispositions-Ansatz zufolge beide eine Grundposition oberhalb der gesamten Proposition - somit an die IP adjungiert - aufweisen sollten. Wie genau allerdings die Stellung dieser beiden Adverbial-Typen zueinander aussieht, darüber gibt es auch unter Basispositions-Ansätzen keine einheitliche Meinung.

Mit psycholinguistischen Mitteln (Grammatikalitäts-Beurteilungs-Studien sowie Self-Paced-Reading-Experimenten) versucht diese Arbeit, der Beantwortung der Frage nach der Stellungspräferenz von Frame- und Satzadverbialen sowie möglichen semantischen und pragmatischen Einflussfaktoren (wie bsp. Referentialität oder Topikalität) - und damit auch der viel weitreichenderen Frage, ob Adjunkte Basispositionen aufweisen - ein Stückchen näher zu kommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Satzadverbiale und Frameadverbiale

2.1. Satzadverbiale

2.2. Frameadverbiale – vorläufige Definition

3. Frey & Pittner und Frey – Syntaktische Basispositionen für Adjunkte

3.1. Verschiedene Adverbialklassen und Tests zu ihrer Ermittlung

3.2. Pittner – semantischer Skopus statt lexikalische Semantik

4. Weitere Ansätze zur Positionierung von Adverbialen

4.1. Steube – Satzadverbiale als Operatoren

4.2. Maienborn – Interpretation an der Semantik-Pragmatik-Schnittstelle

4.3. Cinque – Der radikal-syntaktische Ansatz

4.4. Haider – Adverbial-Reihenfolge durch Syntax-Semantik-Schnittstelle

5. Satz-Topiks

5.1. Konzeptionen des Aboutness-Topiks

5.2. Frey (2000b) – Deutsch als diskurskonfigurationale Sprache, was Topiks betrifft

5.3. Kurze Rekapitulation der relevanten Topik-Überlegungen

6. Satzadverbiale und Frameadverbiale im syntaktischen Ansatz

7. Verarbeitung

7.1. Das Garden-Path-Modell zur syntaktischen Verarbeitung von Argumenten

7.2. Construal – Eine Verarbeitungs-Theorie für Adjunkte

8. Experimente – Teil 1

8.1. Experiment 1: Grammatikalitäts-Beurteilungs-Studie

8.1.1. Methode

8.1.1.1. Probanden

8.1.1.2. Satzmaterial

8.1.1.3. Durchführung

8.1.2. Ergebnisse

8.1.3. Diskussion der Ergebnisse

8.2. Experiment 2: Self-Paced-Reading-Studie

8.2.1. Methode

8.2.1.1. Probanden

8.2.1.2. Satzmaterial

8.2.1.3. Durchführung

8.2.2. Ergebnisse

8.2.3. Diskussion der Ergebnisse

8.3. Experiment 3: Auditive Grammatikalitäts-Beurteilungs-Studie

8.3.1. Methode

8.3.1.1. Probanden

8.3.1.2. Satzmaterial

8.3.1.3. Durchführung

8.3.2. Ergebnisse

8.3.3. Diskussion der Ergebnisse

9. Zwischenüberlegungen

9.1. Probleme mit dem Satzmaterial

9.2. Frameadverbiale – ausführlichere Überlegungen

10. Experimente – Teil 2

10.1. Experiment 4: Grammatikalitäts-Beurteilungs-Studie mit neuem Satzmaterial

10.1.1. Methode

10.1.1.1. Probanden

10.1.1.2. Satzmaterial

10.1.1.3. Durchführung

10.1.2. Ergebnisse

10.1.3. Diskussion der Ergebnisse

10.2. Experiment 5: Self-Paced-Reading-Experiment mit neuem Satzmaterial

10.2.1. Methode

10.2.1.1. Probanden

10.2.1.2. Satzmaterial

10.2.1.3. Durchführung

10.2.2. Ergebnisse

10.2.3. Diskussion der Ergebnisse

11. Generelle Diskussion aller Ergebnisse

12. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Stellungsverhalten von Satz- und Frameadverbialen im deutschen Mittelfeld, um zu klären, ob diese Adverbialtypen feste syntaktische Basispositionen einnehmen oder sich variabel im Satzgefüge verhalten. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, ob ein rein syntaktischer Ansatz die Positionierung dieser Adverbiale erklären kann oder ob Einflüsse der Informationsstruktur eine wesentliche Rolle spielen.

  • Syntaktische Basispositionen von Satz- und Frameadverbialen
  • Empirische Überprüfung durch psycholinguistische Experimente (Grammatikalitätsurteile und Lesezeiten)
  • Informationsstrukturelle Aspekte und Topik-Positionierung
  • Vergleich konkurrierender linguistischer Modelle zur Adverbialplatzierung

Auszug aus dem Buch

1. Einführung

Wie sich Argumente im Mittelfeld des deutschen Satzes verhalten, wurde mittlerweile sowohl von Syntaktikern als auch von Psycholinguisten umfassend untersucht. Es gibt zwar in der Forschung immer noch keine klare Einigkeit darüber, ob Argumente im deutschen Mittelfeld syntaktische Basispositionen aufweisen, dennoch ist man aber weitgehend der Ansicht, ihnen eine bestimmte Grundreihenfolge zuzusprechen.

Ganz anders sieht es allerdings mit den Annahmen zu Adjunkten bzw. Adverbialen aus. Zum einen ist ihr Auftreten lange noch nicht so gut erforscht wie das von Argumenten. Zwar gibt es mittlerweile einige Ansätze der theoretischen Linguistik, von psycholinguistischer Seite dagegen wurden Adverbiale bisher größtenteils außen vor gelassen. Zum anderen gibt es in Bezug auf Adjunkte sehr unterschiedliche Modelle. Diese lassen sich, was die Positionierung im deutschen Mittelfeld betrifft, grob gesagt in zwei verschiedene Ansichten einteilen.

Die Ansätze der einen Seite nehmen an, dass Adjunkte direkt in ihrer Oberflächenposition generiert werden; somit wären sie also immer genau dort, wo sie auftreten, basisgeneriert. Falls es dennoch Restriktionen für ihr Auftreten gibt, sind diese ausschließlich semantischer Natur.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel führt in die Thematik der Adverbialstellung im deutschen Mittelfeld ein und stellt die theoretische sowie psycholinguistische Relevanz der Untersuchung von Frame- und Satzadverbialen dar.

2. Satzadverbiale und Frameadverbiale: Hier werden Definitionen und die gängigen Eigenschaften der betrachteten Adverbialtypen dargelegt und eine für die Arbeit relevante Unterklassifizierung vorgenommen.

3. Frey & Pittner und Frey – Syntaktische Basispositionen für Adjunkte: Das Kapitel erläutert den syntaktischen Basispositions-Ansatz der Autoren, der als theoretische Grundlage für die empirischen Experimente dient.

4. Weitere Ansätze zur Positionierung von Adverbialen: Es erfolgt eine kritische Betrachtung alternativer Theorien, insbesondere von Steube, Maienborn, Cinque und Haider, um den gewählten syntaktischen Ansatz abzugrenzen.

5. Satz-Topiks: Dieses Kapitel widmet sich der informationsstrukturellen Gliederung in Topik und Kommentar und ihrer Bedeutung für die Platzierung von Adverbialen.

6. Satzadverbiale und Frameadverbiale im syntaktischen Ansatz: Die theoretischen Vorhersagen bezüglich der relativen Abfolge von Satz- und Frameadverbialen werden anhand des syntaktischen Modells zusammengeführt.

7. Verarbeitung: Hier werden psycholinguistische Verarbeitungsmodelle wie das Garden-Path-Modell und die Construal-Theorie zur Erklärung der syntaktischen Verarbeitung von Adjunkten vorgestellt.

8. Experimente – Teil 1: Dieser Abschnitt beschreibt die Durchführung und Ergebnisse der ersten drei Experimente zur Grammatikalitätsbeurteilung und Leseverarbeitung.

9. Zwischenüberlegungen: Es wird kritisch auf die Probleme des bisherigen Satzmaterials reflektiert und das theoretische Verständnis von Frameadverbialen vertieft.

10. Experimente – Teil 2: Die Durchführung und Auswertung weiterer Experimente mit optimiertem Satzmaterial bilden den empirischen Kern dieses Abschnitts.

11. Generelle Diskussion aller Ergebnisse: Eine Synthese der experimentellen Befunde wird vorgenommen, um die Tragfähigkeit der verschiedenen theoretischen Ansätze zu bewerten.

12. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und Vorschlägen für zukünftige Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Satzadverbiale, Frameadverbiale, Syntax, Mittelfeld, Basisposition, Scrambling, Psycholinguistik, Sprachverarbeitung, Informationsstruktur, Topik, Construal, Grammatikalität, Satzadverbial-Klassen, Lokaladverbiale, Experimentelle Linguistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Masterthesis untersucht das Stellungsverhalten von Satz- und Frameadverbialen im deutschen Mittelfeld, um festzustellen, ob diese feste Basispositionen einnehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die theoretische Syntax, die Informationsstruktur (Topik-Kommentar-Gliederung) und die psycholinguistische Sprachverarbeitung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die theoretischen Ansätze zur Adverbialpositionierung (insbesondere von Frey & Pittner) empirisch anhand von Grammatikalitätsstudien und Lesezeit-Experimenten zu überprüfen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden psycholinguistische Methoden angewandt, namentlich Grammatikalitäts-Beurteilungs-Studien und Self-Paced-Reading-Experimente (Online- und Offline-Methoden).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in verschiedene linguistische Ansätze, eine Diskussion psycholinguistischer Verarbeitungsmodelle (Garden-Path vs. Construal) sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung von fünf empirischen Experimenten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Adverbialstellung, syntaktische Basisposition, Scrambling, Informationsstruktur und Sprachverarbeitungsmodelle wie Construal charakterisiert.

Welche Rolle spielen Frameadverbiale gegenüber Satzadverbialen?

Die Arbeit analysiert kritisch, ob Frameadverbiale als Rahmensetzer eine feste, syntaktisch determinierte Position oberhalb oder unterhalb von Satzadverbialen einnehmen.

Welche Erkenntnis liefern die Experimente zu den Satzadverbial-Klassen?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Satzadverbial-Klassen (epistemisch, evaluativ, evidentiell) keine homogene Gruppe bilden und sich unterschiedlich in Bezug auf Frameadverbiale verhalten.

Ende der Leseprobe aus 141 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Syntaktische Basispositionen für Adjunkte?
Untertitel
Psycholinguistische Untersuchungen zum Stellungsverhalten von Frameadverbialen und Satzadverbialen
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Veranstaltung
Germanistische Linguistik / Psycholinguistik
Note
1,0
Autor
Melanie Störzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
141
Katalognummer
V213762
ISBN (eBook)
9783656420491
ISBN (Buch)
9783656421207
Sprache
Deutsch
Schlagworte
syntaktische basispositionen adjunkte psycholinguistische untersuchungen stellungsverhalten frameadverbialen satzadverbialen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melanie Störzer (Autor:in), 2012, Syntaktische Basispositionen für Adjunkte?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213762
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