Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - Politics, Political Education

Rechtsextremismus. Natur und Möglichkeiten der Prävention und Intervention

Title: Rechtsextremismus. Natur und Möglichkeiten der Prävention und Intervention

Term Paper , 2010 , 21 Pages , Grade: 12

Autor:in: Nils Hübinger (Author)

Didactics - Politics, Political Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Spätestens seit Veröffentlichung der Sinus-Studie im Jahr 1981 offenbarte sich, dass eine rechtsextremistische Orientierung unter jungen Menschen in Deutschland an Popularität gewann. Diese Entwicklung gipfelte erstmals in den ausländerfeindlichen Ausschreitungen von Hoyerswerda in den neuen Bundesländern 1991. Ein Jahr später schwappte die Welle auch nach Westdeutschland über und führte zu massiven Ausschreitungen in Rostock- Lichtenhagen. Die Zuspitzung der Lage führte dazu, dass bis dato bereits existierende pädagogische Projekte mit rechtsorientierten Jugendlichen weiter ausgebaut und gefördert wurden. Öffentlichen Anklang erfuhr die pädagogische Arbeit in Zusammenhang mit rechtsorientierten Jugendlichen jedoch erst nach den Ausschreitungen, nachdem das Ausmaß an Gewaltbereitschaft zu einem Aufschrei in der Gesellschaft geführt hatte.
Es stellt sich die nun Frage, auf welcher Grundlage sich Rechtsextremismus entwickeln kann? Die Klärung der Ursachen ist entscheidend, um die Ansatzpunkte der pädagogischen Jugendarbeit und politischen Bildung im Umgang mit rechtsorientierten jungen Menschen nachvollziehen zu können, denn die Betroffenen werden sich nur von ihren Ansichten entfernen, wenn sie eine bessere Alternative in Aussicht gestellt bekommen. Um einen Zugang zu den betroffenen Jugendlichen zu erhalten, wird das Konzept der akzeptierenden Jugendarbeit seit einigen Jahren zugrunde gelegt. Das Augenmerk der akzeptierenden Jugendarbeit liegt auf gegenseitiger Akzeptanz und dem verständnisvollen Umgang zwischen Pädagogen und rechtsorientierten Jugendlichen. Das Tätigkeitsfeld der Jugendarbeit ist von großer Bedeutung für die Prävention und Bekämpfung von Rechtsextremismus. Auch in der außerschulischen und schulischen politischen Bildung existiert ein facettenreiches Angebot, aus welchem im weiteren Verlauf einige Elemente aufgegriffen und vorgestellt werden. Hier gibt es einige Interessante Programme und Möglichkeiten, die Chancen aufzeigen, rechtsorientierte Jugendliche zu Toleranz, Empathie und demokratischem Handeln zu befähigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Worin liegen die Ursachen für Rechtsextremismus?

3. Präventions- & Interventionsmaßnahmen gegen Rechtsextremismus

3.1 Ansätze der pädagogischen Jugendarbeit und Vorbeugung in der Kindheit

3.2 Möglichkeiten und Grenzen der politischen Bildung

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Ursachen rechtsextremistischer Orientierungen bei jungen Menschen, insbesondere im Kontext von Sozialisation und Autoritarismus, und analysiert pädagogische sowie politisch-bildende Ansätze zur Prävention und Intervention.

  • Psychologische und soziale Ursachen von Rechtsextremismus
  • Die Rolle der Familie und autoritärer Erziehungsstile
  • Konzept der akzeptierenden Jugendarbeit
  • Methoden der politischen Bildung wie Planspiele und der Blue-eyed Workshop
  • Herausforderungen in der praktischen Präventionsarbeit

Auszug aus dem Buch

Die Natur des Vorurteils

„[…] eine ablehnende oder feindselige Haltung gegenüber eine[r] Person, die zu einer Gruppe gehört, einfach deswegen, weil sie zu dieser Gruppe gehört und deshalb dieselben zu beanstandenden Eigenschaften haben soll, die man dieser Gruppe zuschreibt.“13

Diese Voreingenommenheit besteht oftmals aus dem, was eine Person von anderen gehört hat und möglicherweise aus vereinzelten, eigenen Erfahrungen. Beide Produkte werden gemischt, stark generalisiert und schließlich auf alle Angehörigen einer Religion, Ethnie, Kultur, Gruppe etc. übertragen.14 Der Grund weshalb Vorurteile entstehen, liegt in einer Eigenschaft des menschlichen Gehirns, die als Überkategorisierung bekannt ist. Das Gehirn neigt zu Überkategorisierung, um schneller auf bestimmte Situationen des täglichen Lebens reagieren zu können.15 So hat ein Mensch beispielsweise nicht lange Zeit zu überlegen, ob ein angreifendes Tier gefährlich ist oder nicht. Anhand gewisser Eigenschaften (Größe, Giftigkeit, Kraft, etc.) muss schnell entschieden werden. Dadurch, dass das Leben angepasstes Handeln erfordert, ist die Überkategorisierung ein notwendiges Mittel, um irrelevante Informationen auszublenden und möglichst schnell über gut und schlecht zu entscheiden.16

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung rechtsextremistischer Tendenzen in Deutschland seit 1981 und umreißt die Notwendigkeit pädagogischer Konzepte zur Demokratisierung.

2. Worin liegen die Ursachen für Rechtsextremismus?: Dieses Kapitel analysiert die psychologischen und sozialen Wurzeln, wie etwa familiale Sozialisation, Autoritarismus, Vorurteilsbildung und die Suche nach Sündenböcken.

3. Präventions- & Interventionsmaßnahmen gegen Rechtsextremismus: Hier werden pädagogische Strategien, insbesondere die akzeptierende Jugendarbeit und Angebote der politischen Bildung, diskutiert.

3.1 Ansätze der pädagogischen Jugendarbeit und Vorbeugung in der Kindheit: Dieser Abschnitt fokussiert auf die Bedeutung der Beziehungsarbeit und die Unterstützung von Familien durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz.

3.2 Möglichkeiten und Grenzen der politischen Bildung: Hier werden innovative Lernangebote, wie Planspiele und der Blue-eyed Workshop, hinsichtlich ihrer Wirkung und des Beutelsbacher Konsens untersucht.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine Befähigung zur Selbsterkenntnis effektiver ist als eine bloße Überwältigung durch Argumente.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Politische Bildung, Jugendarbeit, Sozialisation, Autoritarismus, Vorurteile, Sündenbocksuche, Prävention, Intervention, Demokratisierung, Identität, Diskriminierung, Gruppenzwang, Planspiel, Beutelsbacher Konsens.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Hintergründe von rechtsextremistischen Orientierungen bei Jugendlichen und die Möglichkeiten, diesen durch pädagogische Maßnahmen und politische Bildung entgegenzuwirken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Entstehungsursachen des Rechtsextremismus, die Rolle des Elternhauses, psychologische Mechanismen wie die Überkategorisierung sowie konkrete Präventionsprogramme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche durch den Dialog und ergebnisoffene Prozesse zu einer kritischen Reflexion und Distanzierung von extremistischen Ansichten befähigt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf bestehenden Studien und erziehungswissenschaftlichen Modellen zum Rechtsextremismus basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenforschung und die Darstellung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen, inklusive praktischer Beispiele wie Planspiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Rechtsextremismus, Prävention, Politische Bildung, akzeptierende Jugendarbeit, Autoritarismus und Sozialisation.

Was besagt das Konzept der akzeptierenden Jugendarbeit?

Es basiert darauf, dem Jugendlichen Interesse und Akzeptanz entgegenzubringen, um eine dialogische Basis zu schaffen, statt ihn durch Frontalunterricht oder Moralvorwürfe abzustoßen.

Warum spielt die Suche nach Sündenböcken eine so große Rolle für rechtsextremistische Jugendliche?

Sie dient als psychologischer Mechanismus, um eigene Schwäche, Verunsicherung oder Hilflosigkeit auf Dritte zu projizieren und ein Gefühl der Überlegenheit oder Sicherheit zu gewinnen.

Welche Funktion hat der „Blue-eyed Workshop“?

Er dient als Planspiel zur Diskriminierung, um durch Selbsterfahrung bei den Teilnehmenden Betroffenheit und Empathie zu wecken und so rassistische Strukturen besser zu durchschauen.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Rechtsextremismus. Natur und Möglichkeiten der Prävention und Intervention
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Politikwissenschaften)
Course
Seminar: Interkulturelles Lernen in der politischen Bildung
Grade
12
Author
Nils Hübinger (Author)
Publication Year
2010
Pages
21
Catalog Number
V213782
ISBN (eBook)
9783656420453
ISBN (Book)
9783656420903
Language
German
Tags
rechtsextremismus natur möglichkeiten prävention intervention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Hübinger (Author), 2010, Rechtsextremismus. Natur und Möglichkeiten der Prävention und Intervention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213782
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint