Im Seminar „Jugendhilfe und Subkulturen“ standen 3 Begriffe im Vordergrund: Subkultur,
Lebensweltorientierung und Sozialraumorientierung. Ich entschied mich zusammen mit einer
anderen Studentin für das Referat über Subkultur. Dabei teilten wir das Referat in zwei Teile
auf, wobei sich die andere Studentin mit den Theorien von Subkultur auseinander setzen
wollte und ich ein Beispiel für Subkultur, rechtsextremistische Skinheads, vorstellen sollte.
Aus diesem Grund werde ich in der folgenden Ausarbeitung nur sehr kurz auf den Begriff der
Subkultur eingehen und desweiteren die Skinheads, als ein Praxisbeispiel, thematisieren. Da
ich mich auf die Gruppe der rechtsextremen Skinheads spezialisiere, werde ich im
Folgenden auf den Begriff Rechtsextremismus eingehen und ihn versuchen, zu definieren.
Anschließend werde ich die Skinheads von heute beschreiben, unter besonderer
Berücksichtigung der Merkmale dieser Subkultur. Dabei beschränke ich mich auf einige
ausgewählte Besonderheiten, die mir als besonders interessant erscheinen. Ein weiteres
Augenmerk gilt vor allem den Straftaten, die von rechtsextremistischen Skinheads begangen
werden. Schon allein die Medien vermitteln uns ausschließlich das Bild von gewalttätigen
und aggressiven Skinheads. Anhand des Verfassungsschutzberichtes vom Jahr 2000 werde
ich diesen Aspekt näher beleuchten. Obwohl ich mich im Rahmen der Arbeit weniger mit der
Theorie auseinander setzen wollte, wurde mir nach intensiver Beschäftigung mit dem Thema
bewußt, daß Theorie auch bei dieser Thematik eine wichtige Rolle spielt und unbedingt in
eine Arbeit mit einfließen sollte. Es gibt viele verschiedene theoretische Ansätze, die das
Phänomen von Rechtsextremismus untersuchen und nach Ursachen forschen. Aus der
Vielzahl der Theorien habe ich eine ausgewählt, den sozialisationstheoretischen Ansatz von
Heitmeyer, da ich diesen für einen besonders wichtigen Erklärungsansatz halte. Diese
theoretischen Überlegungen sind Voraussetzung für pädagogische
Interventionsmöglichkeiten, auf die ich mich im letzten Abschnitt meiner Arbeit konzentrieren
möchte. Dabei werde ich mich auf die akzeptierende Jugendarbeit beschränken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Begriff Subkultur
3. Skinheads als Subkultur – Ein Praxisbeispiel
3.1 Sind Skinheads rechtsextrem?
3.1.1 Zum Begriff Rechtsextremismus
3.1.2 Typologien
3.2 Die Skinheads von heute
3.3 Merkmale der Subkultur
3.3.1 Das äußere Erscheinungsbild
3.3.2 Computerspiele
3.3.3 Musik
3.3.4 Skinhead – Organisationen
3.4 Straftaten
3.5 Ursachen für Rechtsextremismus bei Jugendlichen
3.5.1 Der Sozialisationstheoretische Ansatz
3.5.1.1 Die sozial – strukturelle Ebene: das Individualisierungs – Theorem
3.5.1.2 Die sozial – interaktive Ebene: Milieutheoretische Überlegungen
3.5.1.3 Die individuelle Ebene: das Identitäts – Konzept
3.6 Pädagogische Interventionsmöglichkeiten – Akzeptierende Jugendarbeit
4. Schlußwort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, die Subkultur der Skinheads sozialpädagogisch zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die Entstehung rechtsextremer Orientierungsmuster zu entwickeln und daraus geeignete Interventionsansätze für die akzeptierende Jugendarbeit abzuleiten.
- Theoretische Verortung von Subkulturen und Rechtsextremismus
- Analyse der Merkmale und Medialisierung der Skinhead-Szene
- Untersuchung rechtsextremer Ursachen mittels des sozialisationstheoretischen Ansatzes von Heitmeyer
- Reflexion pädagogischer Handlungsspielräume und der akzeptierenden Jugendarbeit
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Computerspiele
Computerspiele befinden sich heutzutage in den meisten Kinderzimmern. Nicht alle Spiele sind dabei dem Alter der Kinder angepaßt. Es gibt vielerlei gewaltverherrlichende Computerspiele und noch vieles mehr, was vor allem die Eltern der Kinder für nicht angemessen betrachten. Neben den von Pädagogen akzeptierten Computerspielen ist ein Trend von rassistischen und rechtsextremen Spielen erkennbar. Die meisten Nutzer sind dabei im Alter zwischen 8 und 15 Jahren und somit in ihrer Entwicklung besonders beeinflußbar. (vgl. Benz 1989)
Der Computer ist in unserer Zeit ein geeignetes Medium, um rechtsextremistisches Gedankengut zum Nutzer zu transportieren. „Über Mailboxen und Raubkopien kann man die miese Ware diskret, schnell und völlig reibungslos verbreiten; die Herkunft des Programms läßt sich allenfalls ein Glied weit zurückverfolgen, etwa zum Schulkameraden, der die Diskette ahnungslos erworben hat. Die Urheber können sich darauf verlassen, daß sie im schützenden Dunkel bleiben.“ (Benz 1998, S. 225)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Kontext der Arbeit im Rahmen eines Seminars zur Jugendhilfe und begründet den Fokus auf rechtsextreme Skinheads sowie die Wahl des sozialisationstheoretischen Ansatzes.
2. Zum Begriff Subkultur: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Definition von Subkultur als abweichende Gruppierung mit eigenen Normen und Symbolen.
3. Skinheads als Subkultur – Ein Praxisbeispiel: Das Kapitel führt in die Thematik der Skinheads ein, differenziert innerhalb der Szene und untersucht spezifische Merkmale wie Erscheinungsbild, Medienkonsum, Musik und Organisationsstrukturen sowie deren Straftaten und theoretische Ursachen für Rechtsextremismus.
4. Schlußwort: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer sozialpädagogischen Arbeit zusammen, die den Jugendlichen als Individuum akzeptiert, um durch Beziehungsarbeit alternative Handlungsmuster zu fördern.
Schlüsselwörter
Skinheads, Subkultur, Rechtsextremismus, Jugendarbeit, Sozialisation, Heitmeyer, Individualisierung, Identität, Gewaltprävention, pädagogische Intervention, akzeptierende Jugendarbeit, Milieutheorie, Radikalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Skinheads als Subkultur, um sozialpädagogische Handlungsfelder im Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen zu identifizieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Subkultur, Merkmale der Skinhead-Szene, die Rolle von Medien und Musik, Ursachen für Rechtsextremismus sowie pädagogische Interventionsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Ursprung rechtsextremer Orientierungen zu verstehen, um statt bloßer Ausgrenzung eine akzeptierende Jugendarbeit zu leisten, die den Jugendlichen alternative Lebensentwürfe bietet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen Konzepten, insbesondere dem sozialisationstheoretischen Ansatz von Heitmeyer.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der rechtsextremen Skinheadszene, deren Organisationsstrukturen, kriminellen Taten und den psychologischen sowie gesellschaftlichen Ursachen für eine solche Orientierung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Rechtsextremismus, Subkultur, akzeptierende Jugendarbeit, Individualisierung, Identität und soziale Integration.
Warum reicht eine einfache Aufklärung über den Nationalsozialismus oft nicht aus?
Die Arbeit argumentiert, dass Jugendliche rechtsextreme Muster nicht aus mangelndem Wissen wählen, sondern als vermeintliche Lösung für ihre persönlichen und biografischen Problemlagen, weshalb rationale Argumente gegen irrationale Einstellungen oft scheitern.
Was zeichnet die "akzeptierende Jugendarbeit" nach dem Autor aus?
Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Jugendlichen als Menschen ernst nimmt und Beziehungsarbeit leistet, ohne dabei dessen rechtsextreme Ideologien zu billigen oder den rassistischen Gehalt der Handlungen zu akzeptieren.
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- Corina Lonitz (Author), 2002, Skinheads als Subkultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21382