Wikipedia. Weisheit der vielen vs. etablierte Enzyklopädien


Hausarbeit, 2012
17 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Forschungsbericht

2 Wikipedia – Die freie Online-Enzyklopädie
2.1 Was ist Wikipedia?
2.2 Selbstverständnis und Grundprinzipien
2.3 Warum funktioniert Wikipedia – Ein Blick auf die Autoren

3 Artikelqualität im Vergleich
3.1 Verlässlichkeit der Inhalte
3.2 Wikipedia im Vergleich zu etablierten Enzyklopädien
3.3 Qualitätssicherung der Wikipedianer

4 Eine Erfolgsstory

Anhang:

Literaturverzeichnis

1 Forschungsbericht

„Imagine a world in which every single person is given free access to the sum of all human knowledge. That’s what we’are doing.“[1] Jimmy Wales, Gründer der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia beschreibt in diesem Satz gleichzeitig Vision, Philosophie und Aufgabe dieses Projekts.

Wikipedia ist ein Phänomen, dessen Entwicklung niemand vorhergesehen hat. Man wird kaum jemanden finden, der die Online-Enzyklopädie nicht kennt. Bislang wurden Artikel in Enzyklopädien oder Lexika von einem Autor geschrieben bzw. herausgeschrieben, bei Wikipedia wirkt ein Kollektiv an Autoren mit: Jeder kann sich an der Erstellung beteiligen. Doch wie ist diese kollektive Arbeit qualitätstechnisch zu bewerten? Kann sie mit etablierten Enzyklopädien mithalten? Immer wieder wird die Qualität der Wikipedia-Artikel hinterfragt. Diese Fragen zu beantworten ist Ziel dieser Arbeit.

Da Abhandlungen über die Wikipedia ganze Bücher füllen, kann hier auf viele Aspekte nicht ausführlich eingegangen werden. Aus diesem Grund wird der in der Wikipedia durchaus vorkommende Vandalismus nicht näher beschrieben.

Da es sich um eine Online-Enzyklopädie handelt, ist die Webseite von Wikipedia und ihre Unterseiten eine der Hauptquellen.[2] Hierbei ist allerdings zu Bedenken: Artikel, die sich mit Wikipedia selbst beschäftigen, sind von mitwirkenden Autoren der Community geschrieben und müssen daher kritisch betrachtet werden, da sie einseitig sein können. Da die Presse sich oft mit dem Thema beschäftigt hat, sind einige Zeitungsartikel ebenfalls als Quellen zu nennen. Gerade bei einem digitalen Thema sind ebenfalls viele Online-Quellen relevant. In dem Buch Wikipedia – Das Buch[3] gibt Henriette Fiebig einen ersten Überblick über Ziele, Grundsätze und Funktionsweisen von Wikipedia. Günter Schuler gibt mit Wikipedia inside [4] einen exklusiven Einblick in das Autorennetzwerk, da er selber aus Recherchezwecken lange unter einem Pseudonym in der deutschsprachigen Wikipedia mitgewirkt hat.[5] Meike Jaschnioks Buch Wikipedia und ihre Nutzer gibt einen guten Überblick zum Bildungswert der Online Enzyklopädie.[6]

Um Wikipedia-Artikel mit etablierten vergleichen zu können, ist ein Überblick über das Wikipedia-Projekt sowie über das Selbstverständnis dieser Enzyklopädie nötig. Eine genauere Betrachtung und die Funktionsweise der Wikipedia zeigt die Entstehungsweise von Artikeln. Der zweite Teil beschäftigt sich dann mit der Qualität von Wikipedia Artikeln im Vergleich zu anderen Enzyklopädien sowie mit der Qualitätssicherung der Wikipedianer.

2 Wikipedia – Die freie Online-Enzyklopädie

2.1 Was ist Wikipedia?

Wikipedia ist ein Projekt zur gemeinschaftlichen Erstellung einer freien Online-Enzyklopädie. Die Betonung auf frei weist auf die besondere Lizenzierung der Artikel hin: alle Texte sind frei zugänglich und ein Großteil der Bilder darf ebenfalls kostenlos genutzt, verändert und verbreitet werden. Die Enzyklopädie wurde am 15. Januar 2001 gegründet und mittlerweile gibt es sie in zahlreichen Sprachen.[7] Mit über drei Millionen Artikel ist die englischsprachige Wikipedia die Umfangreichste, in der deutschsprachigen Wikipedia finden sich über eine Millionen Artikel.[8] Trotz des internationalen Anspruch Wikipedias bleibt diese zur Zeit noch ein Projekt der entwickelten Industrienationen.[9] International gehört Wikipedia zu den am häufigsten besuchten Internetseiten neben Google, Facebook, YouTube und Yahoo[10] ; zur Zeit liegt sie auf Rang 6.[11] In Deutschland liegt Wikipedia aktuell auf Rang 7 der am häufigsten besuchten Webseiten.[12] Im Gegensatz zu anderen Online-Enzyklopädien ist Wikipedia kein kommerzielles Projekt, sondern sie wird ausschließlich durch Spendengelder finanziert.

Im Gegensatz zum Vorgänger Nupedia, welches sich stark an den Entstehungsprozess von herkömmlichen Enzyklopädien orientierte[13], ist Wikipedia als offene Enzyklopädie konzipiert. Das heißt, dass jeder Internetuser an den einzelnen Einträgen mitwirken kann[14], entweder anonym, unter dem Realnamen oder einem Pseudonym.[15] Diese Autoren bezeichnen sich als Wikipedianer[16]. Um Wikipedia zu verstehen, soll zunächst ein Blick auf das Selbstverständnis der Wikipedianer und ihre Ziele geworfen werden.

2.2 Selbstverständnis und Grundprinzipien

Der Name Wikipedia ist ein Kunstwort, das sich aus den Wörtern Encyclopedia und wiki (hawaiisch für „schnell“) zusammensetzt. Daraus wird bereits deutlich, was Wikipedia sein möchte: Ein Webseite, auf der schnell Inhalte veröffentlicht bzw. verändert werden können. Dennoch entspricht sie keiner Nachrichtenseite, sondern ist ein allgemeines Nachschlagewerk.[17] Bereits auf der Hauptseite der deutschen Wikipedia definiert Wikipedia sich als „Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten in über 270 Sprachen, bei dem du mit deinem Wissen betragen kannst“[18]. Daraus lässt sich ableiten, dass sie als eine Enzyklopädie verstanden wird, die sich in einem Entstehungsprozess befindet. Auch wenn die Autoren nicht unbedingt Experten auf einem Gebiet sind, sollen „aktuelle, […] korrekte und qualitativ hochwertige Texte“[19] entstehen. Dieser Anspruch ist als ein weiteres Ziel zu definieren.

Die Wikipedia steht unter Obhut des Vereins Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissen e.V. dessen Zweck laut Satzung die „Erstellung, Sammlung und Verbreitung freien Wissens und die Ermöglichung freier Zugänge zu diesem Wissen“[20] ist. Das Wort „frei“ im Titel der Enzyklopädie weist aber noch auf mehrere weitere Charakteristika hin. Zunächst sind die Inhalte frei zugänglich, jeder kann sie mittels eines Internetanschlusses abrufen.[21] Ebenso frei ist man beim Mitwirken an der Enzyklopädie: es ist keine Anmeldung erforderlich und jeder kann die Wikipedia auf seine Art nutzen bzw. mit verändern. Des Weiteren ist die Wikipedia auch auf inhaltlicher Basis frei: es gibt kein Thema über das nicht geschrieben werden darf, auch wenn es immer wieder Diskussion über die Relevanz einiger Artikel in einer Enzyklopädie gibt.[22]

[...]


[1] Wales, Jimmy: Foreword. In: The Wikipedia Revolution. How a Buch of Nobodies Created the World‘s Greatest Encyclopedia. Herausgegeben von Andrew Lih. Hyperion: New York 2009. S. XV.

[2] http://www.wikipedia.org/ [08.02.2012].

[3] Fiebig, Henriette: Wikipedia. Das Buch. Aus der freien Enzyklopädie Wikipedia zusammengestellt von Henriette Fiebig. Berlin: Zenodot 2005.

[4] Schuler, Günter: Wikipedia Inside. Die Online-Enzyklopädie und ihre Community. Münster: Unrast 2007.

[5] 10 Jahre Wikipedia: Ein Blick hinter die Kulissen. Interview mit Günter Schuler. http://www.gulli.com/news/15105-10-jahre-wikipedia-ein-blick-hinter-die-kulissen-2011-01-15 [08.02.2012].

[6] Jaschniok, Meike: Wikipedia und ihre Nutzer. Zum Bildungswert der Online-Enzyklopädie. Marburg: Tectum 2007.

[7] Vgl. Wikipedia. In: Wikipedia Online-Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia [08.02.2012].

[8] Vgl. Wikipedia-Statistik vom 31.12.2011. In: Wikipedia Online-Enzyklopädie. http://stats.wikimedia.org/DE/Sitemap.htm [08.02.2012].

[9] Vgl. Wikipedia Statistik. In: Wikipedia Online-Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Statistik [08.02.2012].

[10] Vgl. Hornig, Frank: Du bist das Netz. In: Spiegel Online (www.spiegel.de) vom 17. Juli 2006. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-47602985.html [08.02.2012].

[11] Top Sites. The top 500 sites on the web. In: Alexa. The Web Information Company. http://www.alexa.com/topsites [08.02.2012].

[12] Vgl. Top 10 Marken Websites nach Besucherzahl in Deutschland in Millionen (Stand: September 2011). In: Statista Online vom September 2011. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/161592/umfrage/meistbesuchte-websites-in-deutschland-nach-reichweite/ [08.02.2012].

[13] Vgl. Artikel: Wikipedia. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia [08.02.2012].

[14] Vgl. Schuler: Wikipedia Inside 2007. S. 32.

[15] Vgl. Wikipedia. In: Wikipedia Online-Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia [08.02.2012].

[16] Vgl. Fiebig, Henriette: Wikipedia. Das Buch. Aus der freien Enzyklopädie Wikipedia zusammengestellt von Henriette Fiebig. Berlin: Zenodot 2005. S. 10.

[17] Vgl. Jaschniok, Meike: Wikipedia und ihre Nutzer. Zum Bildungswert der Online-Enzyklopädie. Marburg: Tectum 2007. S. 43.

[18] Vgl. Willkommen bei Wikipedia. In: Wikipedia. Online-Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite [08.02.2012].

[19] Fiebig: Wikipedia. Das Buch. 2005. S. 91f.

[20] Vgl. Wikimedia Deutschland. In: Wikipedia Online-Enzyklopädie. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikimedia_Deutschland [08.02.2012].

[21] Vgl. Fiebig: Wikipedia. Das Buch. 2005. S. 15.

[22] Vgl. Fiebig: Wikipedia. Das Buch. 2005. S. 39.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Wikipedia. Weisheit der vielen vs. etablierte Enzyklopädien
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Buchwissenschaft )
Veranstaltung
Buch und Internet
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V213836
ISBN (eBook)
9783656422013
ISBN (Buch)
9783656435235
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wikipedia, Enzyklopädie, Buch und Internet, Lexikon
Arbeit zitieren
Linda Meier (Autor), 2012, Wikipedia. Weisheit der vielen vs. etablierte Enzyklopädien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213836

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