Der öffentliche Raum ist die Lebensader und zugleich das Aushängeschild einer Stadt.Hier treffen die unterschiedlichsten Nutzer aufeinander. Dies führt des Öfteren zu Reibereien, besonders wenn es sich um ein Zusammentreffen mit den sozialen Randgruppen handelt. Trinker und Junkies sind in Parks und auf Plätzen nicht gerne gesehen, jedoch bilden sie eine Nutzergruppe die es in jeder Stadt gibt und die sich von diesen auch nicht entfernen lassen. Viele Städte versuchen dem übermäßigen,öffentlichen Alkoholkonsum mit rechtlich umstrittenen Satzungen zu begegnen die denKonsum verbieten. Das Ordnungsamt hat so die Möglichkeit zu reagieren und dieKlientel der Plätze zu verweisen. Diese Taktik der Verdrängung führt aber lediglich zu einer Verlagerung der Problemstandorte und nicht zu einer Lösung des Problems.
Entsprechend muss ein Weg gefunden werden die Szene in die städtischen Freiräume zu integrieren.
Diese Arbeit befasst sich mit den Freiflächen in der Siegener Innenstadt sowie einer Untersuchung und Analyse von zwei ausgewählten Flächen um die Nutzer und ihre Wünsche kennenzulernen und entsprechend zu nutzen.
Ziel ist eine Neuordnung sowie Neugestaltung beider Freiräume auch und vor allem im Hinblick auf die Integration der Szene.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Zielsetzung und Methodik
1.3 wo sich diese Arbeit sieht
1.4 Aufbau der Arbeit
2. der öffentliche Raum
2.1 Geschichte und Entwicklung des öffentlichen Raums
2.2 Bedeutung des öffentlichen Raums für Stadt und Einwohner
2.3 Nutzergruppen und ihre Ansprüche
2.4 Freiflächen im Bereich der Siegener Innenstadt
3. die sozialen Randgruppen
3.1 was sind soziale Randgruppen- Begriffsdefinition
3.2 Aufteilung der sozialen Randgruppen in Siegen
3.3 Trinker und trinken im öffentlichen Raum
3.4 Bisherige Aufenthaltsflächen der sozialen Randgruppen
3.5 Fazit Kapitel zwei und drei- Auswahl der Untersuchungsflächen
4. Methodisches Vorgehen der empirischen Arbeitsweise
4.1 Forschungsdesign
4.1.1 Auswahl der Datenerhebungsmethoden
4.2 Durchführung der Datenerhebung
4.2.1 Vorbereitung der Beobachtung
4.2.2 Durchführung der Beobachtung
4.2.3 Vorbereitung der Interviews
4.2.4 Durchführung der Interviews
4.3 Auswertungsverfahren
5. Empirische Untersuchung
5.1 Bertramsplatz und Oranienpark
5.2 Beobachtung
5.3 Befragung
5.3.1 Negative Aspekte der ausgewählten Grünflächen
5.3.2 Positive Aspekte der ausgewählten Grünflächen
5.3.3 Verbesserungswünsche
5.3.4 Umgang mit den sozialen Randgruppen
5.4 Konflikte aus der Sicht von Sozialarbeitern
5.5 Probleme und Wünsche von Mitgliedern sozialer Randgruppen
5.6 Nutzungskonflikte
6. Beispiele aus der Praxis
6.1 Kommunikation in Zürich
6.2 Dixi in Berlin
6.3 Trinken im öffentlichen Raum von Stuttgart-Rot
6.4 Meeting Point in Siegen
6.5 Cafe Berta in Dortmund/ Hempels in Kiel
7. Handlungsoptionen
7.1 mögliche Handlungsoptionen
7.1.1 Bertramsplatz
7.1.2 Oranienpark
7.2 planerische Gestaltung
8. Schluss
8.1 Zusammenfassung und Fazit
8.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten aufzuzeigen, öffentliche Freiflächen in der Siegener Innenstadt so zu gestalten, dass ein qualitativ wertvolles Miteinander verschiedener Nutzergruppen, unter besonderer Berücksichtigung der Integration sozialer Randgruppen, ermöglicht wird.
- Analyse des aktuellen Freiflächenangebots in der Siegener Innenstadt.
- Untersuchung der Bedürfnisse und Ansprüche verschiedener Nutzergruppen.
- Erforschung von Konfliktpotenzialen im öffentlichen Raum.
- Entwicklung von Handlungsoptionen zur nutzergerechten Neugestaltung ausgewählter Grünflächen (Bertramsplatz und Oranienpark).
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der öffentliche Raum. Ein Ort der Freiheit, der Erholung, ein Ort zum Spielen, zum Erleben, zum Ausruhen. Viel soll er bieten, und vor allem, für jeden soll er etwas bieten. Vom Kleinkind bis zum Rentner, jeder erhebt Anspruch auf seinen Platz im Stadtgefüge. In einer Zeit jedoch, in der bedingt durch die aktuelle Entwicklung des demographischen Wandels Wohnraum in den Städten immer knapper wird, stagniert auch das Angebot an Freiflächen. Diese werden oftmals dem Bau neuer Wohnanlagen geopfert und so treffen auf den verbliebenen Plätzen und Parks verschiedenste Nutzergruppen zusammen, die sich unter anderen Umständen aus dem Weg gehen würden. Rentner treffen auf jugendliche Punks, Mütter mit ihren Kindern auf Mitglieder sozialer Randgruppen. Das Konfliktpotenzial ist groß, doch Ausweichmöglichkeiten gibt es wenige. Eine Entspannung der Lage durch ein größeres Freiflächenangebot ist in den meisten Städten und so auch in Siegen nicht zu erwarten. Somit muss aus den bestehenden Flächen das möglichste herausgeholt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des öffentlichen Raums ein und thematisiert das Konfliktpotenzial durch knappen Wohnraum und vielfältige Nutzergruppen.
2. der öffentliche Raum: Das Kapitel definiert den öffentlichen Raum, beleuchtet seine historische Entwicklung und Bedeutung für Stadt und Einwohner sowie die spezifischen Ansprüche unterschiedlicher Nutzergruppen.
3. die sozialen Randgruppen: Hier werden Definitionen sozialer Randgruppen diskutiert, deren Situation in Siegen analysiert und die Notwendigkeit einer Integration in städtische Freiräume begründet.
4. Methodisches Vorgehen der empirischen Arbeitsweise: Dieses Kapitel erläutert das Forschungsdesign sowie die gewählten qualitativen Methoden der Beobachtung und Befragung zur Erhebung der empirischen Daten.
5. Empirische Untersuchung: Die Untersuchung präsentiert detaillierte Analysen des Bertramsplatzes und Oranienparks, basierend auf Beobachtungen, Befragungen von Nutzern sowie Gesprächen mit Sozialarbeitern.
6. Beispiele aus der Praxis: Dieses Kapitel stellt verschiedene Lösungsansätze aus anderen Städten (z.B. Zürich, Berlin, Stuttgart-Rot) zur Integration sozialer Randgruppen im öffentlichen Raum vor.
7. Handlungsoptionen: Basierend auf den Ergebnissen werden konkrete planerische und gestalterische Empfehlungen für den Bertramsplatz und den Oranienpark formuliert.
8. Schluss: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen und Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Öffentlicher Raum, Siegen, Soziale Randgruppen, Freiflächenplanung, Nutzergruppen, Integration, Bertramsplatz, Oranienpark, Qualitative Sozialforschung, Konfliktmanagement, Stadtentwicklung, Nutzerwünsche, Teilhabe, Sozialarbeit, Freiraumversorgung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der nutzergerechten Gestaltung öffentlicher Freiräume in der Siegener Innenstadt unter besonderer Berücksichtigung der Integration sozialer Randgruppen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Nutzung öffentlicher Räume, der Definition und Einbindung sozialer Randgruppen sowie der Entwicklung konkreter planerischer Maßnahmen zur Konfliktlösung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Wege zu finden, öffentliche Plätze so zu gestalten, dass sich möglichst viele verschiedene Nutzergruppen parallel dort aufhalten können und möchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wählt einen qualitativen Forschungsansatz, bestehend aus Literaturanalyse, unstrukturierter passiv teilnehmender Beobachtung sowie problemzentrierten Leitfadeninterviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zum öffentlichen Raum, eine empirische Analyse zweier ausgewählter Standorte in Siegen (Bertramsplatz, Oranienpark) sowie eine Evaluation von Lösungsmodellen anderer Städte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind unter anderem öffentlicher Raum, soziale Randgruppen, Freiflächenplanung, Integration und Nutzergruppen.
Warum wurden gerade der Bertramsplatz und der Oranienpark für die Untersuchung ausgewählt?
Beide Flächen sind zentral gelegen, müssen ein großes Einzugsgebiet bedienen und fungieren bereits als Treffpunkte für die untersuchten sozialen Randgruppen, was sie für eine gezielte Neugestaltung prädestiniert.
Welchen Stellenwert nimmt die soziale Betreuung für die erfolgreiche Integration ein?
Die Arbeit betont, dass bauliche Maßnahmen allein nicht ausreichen; eine professionelle soziale Begleitung und die Einbindung der Szene in die Verantwortung für den Platz sind entscheidend für die Akzeptanz und Sauberkeit.
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- Diana Salzmann (Author), 2013, Nutzergerechte Gestaltung von öffentlichen Freiräumen in der Siegener Innenstadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213920