„Filesharing“: Das Aus für die Musikindustrie?

Wie werden Tauschbörsen im Internet genutzt und welche Folgen hat dies für die Musikindustrie?


Hausarbeit, 2009
19 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

3. Musikindustrie in der Krise
3.1. Wie alles begann – Die Geschichte der Schwarzkopie
3.2. Illegales Filesharing – Der illegale Markt mit Napster etc
3.3. Legales Filesharing – Der kommerzielle Markt mit iTunes etc

4. Nutzerverhalten
4.1. Szenemitglied oder „nur“ Downloader
4.1.1. Wie sieht die „Szene“ im Inneren aus?
4.1.2. Der „normale“ Downloader

5. Auswirkungen
5.1. Folgen für die Musikindustrie
5.2. Chancen für die Musikindustrie
5.3. Chancen für den Nutzer
5.4. Rechtliche Lage

6. Resümee

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Hart aber gerecht: Raubkopierer sind Verbrecher!“ (Zukunft Kino Marketing GmbH o.Jg.: o.S.)

Eine Meldung wie diese ist mittlerweile allgegenwärtig in den Medien. Alles was man über Filesharing im Internet hört wird von der Musikindustrie in Form solcher reißerischen Aussagen in die Öffentlichkeit getragen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Aspekten und Folgen des legalen und illegalen Downloadens.

Die Musikindustrie steckt seit fast zehn Jahren in einer Krise. Da ihre neuen Vermarktungsstrategien scheiterten wird zu radikalen Maßnahmen gegriffen. Der Schuldige wurde schnell gefunden. Die Tauschbörse Napster hat die gesamte Musikindustrie erschüttert. Seit Napsters Erfindung sind die Umsätze erheblich geschrumpft.

Einleitend zeige ich, mit einem geschichtlichen Exkurs, wie es überhaupt zur Entstehung von Schwarzkopien gekommen ist und welche Angebote es mittlerweile im legalen Bereich gibt (Kapitel 3). Danach veranschauliche ich das Nutzerverhalten von zwei unterschiedlichen Gruppen. Das des/der einzelne DownloaderIn und wie die sogenannte „Szene“ aufgebaut ist. (Kapitel 4). Daraufhin zeige ich in Kapitel 5, was die Auswirkungen für den/die NutzerIn ist, aber auch die Musikindustrie sind bzw. sein können. In diesem Kapitel wird auch kurz die rechtliche Seite dargestellt bezogen auf, was erlaubt und was nicht erlaubt ist.

Im abschließenden Resümee (Kapitel 6) stelle ich rückblickend meine Ergebnisse vor und wage einen Blick in die Zukunft des zu behandelten Themas.

Für diese Thematik besteht auf Grund der Aktualität eine immense gesellschaftliche Relevanz. Es beschäftigt mittlerweile einen großen Anteil der Menschen, die die Downloadangebote über den gesamten Globus verteilt nutzen, seien diese nun legal oder illegal.

2. Definitionen

Filesharing:

Im eigentlichen Sinne bezeichnet Filesharing eine Methode, bei der mit sogenannter Filesharing-Software Dateien mit anderen Teilnehmern im Internet getauscht werden können.“ (Krömer/Sen 2006: 282)

In dieser Arbeit nutze ich diesen Begriff um jegliches Downloaden von Musik aus dem Internet unabhängig der Methode zu bezeichnen. Wenn es relevant erscheint wird explizit auf die verwendete Downloadmethode hingewiesen.

Raubkopierer:

Zu allererst ist es mir wichtig zu erklären, dass ich das Wort „Raubkopierer“, wie es in Kampagnen wie „Raubkopierer sind Verbrecher“ verwendet wird, nicht verwenden möchte.

Im deutschen Recht findet sich im Strafgesetzbuch zu § 249 Raub Absatz 1 folgende begriffliche Definition:

„Wer mit Gewalt gegen eine Person […] eine fremde bewegliche

Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.“

Aufgrund dieser Definition von Raub ist es unangebracht das Kopieren von Musik als Raub zu bezeichnen. Da Raub im juristischen Sinne eine Form des Diebstahls ist, impliziert dies, „[...] daß der Beraubte den Gegenstand, der ihm gestohlen wurde nicht mehr besitzt. Bei einer Kopie dagegen bleibt das Original erhalten.“ (Krömer/Sen 2006: 10)

Deswegen werde ich in dieser Arbeit den Begriff „Schwarzkopie“ beziehungsweise „Schwarzkopierer“ benutzen.

Schwarzkopie:

Im Sinne der Begriffe Schwarzfahren und Schwarzarbeit scheint es sinnvoll anstelle des Wortes Raub, das Wort Schwarz zu verwenden. Da dem Besitzer des Originals ein finanzieller und kein physischer Schaden zugefügt wird. (vgl. Krömer/Sen 2006: 10)

3. Musikindustrie in der Krise

Musik aus dem Internet: Millionen Menschen benutzten das Internet um Musik zu laden, zu kopieren, zu downloaden und um zu tauschen. Dieser Weg ist kein neueres Phänomen sondern in der so genannten „Szene“ schon lange verankert auch wenn dies seit kurzem immer mehr in die breite Öffentlichkeit rückt. Hauptgrund für das öffentliche Interesse sind die größten Umsatzverluste, anfänglich bedingt durch Napster, in einem eigentlich verwöhnten Industriezweig. Um dies genauer zu verstehen ist es wichtig die Anfänge der Schwarzkopie, die Vertriebsformen mit den neu entstandenen legalen und illegalen Tauschbörsen und Onlineplattformen zu beschreiben und die deklarierten Umsatzeinbrüche genauer anzuschauen.

3.1 Wie alles begann – Die Geschichte der Schwarzkopie

Die ersten Kopien von Datensätzen kann man auf den aufkommenden Open Source Gedanken der Wissenschaftler am MIT (Massachusetts Institute of Technology) zurückführen. Sie waren die ersten Programmierer und nannten sich „Hacker“. Die ersten Programme wurden ausgetauscht, diskutiert und verbessert. Es sollte praktisch jeder freien Zugang zu den Systemen haben und die Möglichkeit, diese nach seinen Wünschen zu verändern. Es gab keinen kommerziellen Hintergrund beim programmieren von Software.

Eine Neuorientierung begann, als Bill Gates für seine selbst geschriebenen Programme Geld verlangte und jeden, der diese kopierte und veränderte des Diebstahls bezichtigte. Aus seinem kommerziellen Gedanken wurde die erfolgreiche Firma Microsoft. Es folgten um 1980 die ersten erschwinglichen Computer und Software wird zur Massenware.

Daraufhin kommt es zu einem folgenschweren Fehler der Computerindustrie: Es wird der Kopierschutz entwickelt. Was in der Computerszene dazu führt, dass das so genannte „Cracken“ von Software zur Herausforderung und Leidenschaft wird. Bereits Mitte der 80er gibt es weltweit ca. 20.000 Mitglieder in „Cracking Groups“.

Als in den 1990er Jahren das Internet populär wird entsteht durch die neuen Verbreitungsmöglichkeiten eine mächtige Schwarzkopierer-Szene.

1999 entsteht mit der Tauschbörse Napster ein ungeahnter Feind der Musikindustrie und Millionen „normale“ Internetnutzer werden aus Sicht der Plattenfirmen zu Kriminellen.

Nach der Jahrtausendwende schafft es die Plattenindustrie Napster zu verbieten und den Behörden gelingt es weltweit Razzien durchzuführen. Alleine in Deutschland werden mehr als 38 Terabytes an Schwarzkopien beschlagnahmt. Der Szene gelingt es aber in nur wenigen Tagen zu ihrer alten Stärke zurück zu finden.

Durch die immense Anzahl von ca. 200.000 global agierenden Szenemitgliedern ist es so gut wie unmöglich die Schwarzkopiererszene zu zerschlagen.

Da die bereits erwähnten Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, kommt ein weiterer Fehler der Industrie hinzu. Die Recording Industry Association of America (Verband der US Amerikanische Musikindustrie) reicht 2006 mehr als 16.000 Klagen gegen ihren eigenen Kunden, die MP3s für private Zwecke heruntergeladen haben ein.

Diese Entwicklungen in der Unterhaltungsindustrie führten zu den aktuell bestehenden Fronten. Der Kampf der Industrie gegen eine, von ihr erschaffene, seit mehr als 25 Jahren existierende Subkultur ist so gut wie aussichtslos. Noch weniger ist es ratsam gewesen sich gegen die gesamte Cyberkultur zu stellen.

Diese äußert sich mit dem Protest, gegen die Sanktionen der Unterhaltungsindustrie in Form von programmieren, kopieren und tauschen von Daten, Informationen und Wissen. Nicht mehr ausschließlich in der, im Untergrund agierenden „Szene“, sondern Millionen Menschen haben überall und jederzeit Zugriff. (vgl. Krömer/Sen 2006: 15-51)

3.2. Illegales Filesharing – Der illegale Markt mit Napster etc.

Mit der Erfindung der Musiktauschbörse Napster, welche ab 1999 Millionen von Nutzern in ihren Bann zog, war die Unterhaltungsindustrie gezwungen, sich neu zu orientieren.

Shawn Fanning brachte mit Napster eine Möglichkeit ins Internet bei der man fast alle Arten von Musik kostenlos und ohne viel Aufwand herunterladen konnte.

„Internetnutzer mussten sich nicht länger durch unübersichtliche Webwarez-Sites quälen, sie mußten sich auch nicht mehr mühsam in eine Szene einarbeiten, um Warez aus dem Internet herunterladen zu können. Dank Napster wurde Filesharing zum Eldorado der Gelegenheitskopierer.“ (Krömer/Sen 2006: 90)

Fanning’s neue technische Umsetzung, in Form von Peer to Peer (P2P) war ein maßgeblicher Beitrag für den Erfolg von Napster. Bei Peer to Peer „gibt es keinen zentralen Server mehr, sondern nur noch Rechner, die Ressourcen anderer zur Verfügung stellen oder von anderen Rechnern nutzen.“ (Haug/Weber 2002: 15) Es kann also jede Person, die sich die Software auf dem Computer installiert hat, ohne großen Aufwand hat an dem globalen Tauschen beteiligen. Die Anzahl der Napsternutzer, die neue Generation der Gelegenheitskopierer, spricht für sich: „Allein im Februar 2001 nutzten weltweit circa 44,6 Millionen Internet-Surfer das Napster-Angebot.“ (Dolota 2008: 15) Wie man an den Reaktionen der Industrie sehen kann

[...]

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Details

Titel
„Filesharing“: Das Aus für die Musikindustrie?
Untertitel
Wie werden Tauschbörsen im Internet genutzt und welche Folgen hat dies für die Musikindustrie?
Hochschule
Universität Salzburg  (Kommunikationswissenschaft)
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V213925
ISBN (eBook)
9783656421832
ISBN (Buch)
9783656422808
Dateigröße
736 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
filesharing, musikindustrie, tauschbörsen, internet, folgen
Arbeit zitieren
Hendrik Stoltenberg (Autor), 2009, „Filesharing“: Das Aus für die Musikindustrie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213925

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