1. EINLEITUNG
Das Experiment. In der Alltagssprache oft verwendet. Häufig wird es in Zusammenhang mit den Naturwissenschaften Chemie oder Biologie gebracht.
Es gibt viele Arten diesen Begriff „Experiment“ zu benutzen.
In der vorliegenden Arbeit wird das Experiment im wissenschaftlichen Sinne beleuchtet.
Was muss ein Experiment mitbringen, um wissenschaftlich zu sein? Welche Bedingungen werden gestellt? Welche verschiedenen Arten des Experiments gibt es? Diese Fragen werden in der vorliegenden Arbeit behandelt und versucht zu beantworten.
Zuerst wird der historische Hintergrund aufgezeigt (Kapitel 2). Es folgen die Grundlagen eines wissenschaftlich geleiteten Experiments in Kapitel 3. Im vierten Kapitel werden drei bekannte Experimente vorgestellt.
Abschließend wird ein Ausblick in die Zukunft des Experiments gewagt und der Nutzen speziell für die Kommunikationswissenschaft erläutert (Kapitel 5).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtlicher Hintergrund
3. Das Experiment
3.1 Grundbedingungen
3.2 Kritik am Experiment
3.3 Arten von Experimenten
4. Beispiele
4.1 The Third Wave
4.2 Milgram-Experiment
4.3 Stanford-Prison-Experiment
4.4 Aus den Sozialwissenschaften
5. Ausblick
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das sozialwissenschaftliche Experiment als methodisches Werkzeug, beleuchtet dessen wissenschaftliche Voraussetzungen sowie Grenzen und analysiert sowohl historische als auch sozialwissenschaftlich relevante Fallbeispiele im Kontext ethischer Vertretbarkeit.
- Historische Entwicklung des Experiments von der Antike bis in die Neuzeit
- Definition und wissenschaftliche Grundbedingungen eines Experiments
- Methodische Klassifizierung und Arten von Experimenten (Labor- vs. Feldexperiment)
- Kritische Analyse berühmter psychologischer Experimente (z.B. The Third Wave, Stanford-Prison)
- Ethische Reflexion und Humanität in der sozialwissenschaftlichen Forschung
Auszug aus dem Buch
4.2 MILGRAM-EXPERIMENT
Das Milgram-Experiment erhielt seinen Namen durch den Forscher Stanley Milgram, welcher 1961 in den Vereinigten Staaten ein Experiment über die Durchführung von Autoritären Anweisungen machte. Der Versuchsperson wurde erklärt, dass es um die angebliche Strafe beim Lernen ginge.
Die Versuchsperson, der Lehrer (L), versetzt dem Schüler (S), einem Schauspieler unter Aufsicht des Versuchsleiters (V) Stromstöße bei Falschantworten des Schülers. Die Stromstöße wurden jeweils um 15Volt gesteigert. Der eingeweihte „Schüler“ schreit nach jedem Mal stärker und bittet ab einer gewissen Stromspannung um den Abbruch des Experiments.
Im Endergebnis zeigt sich, dass der Lehrer die Stromstöße bis 330 Volt durchführte. Bei jedem Zweifel des Lehrers wurde er vom Versuchsleiter gebeten das Experiment bis zum Ende durchzuführen. (vgl. Milgram 1997)
Dieses Experiment gilt bis heute als eines derer, die nicht vertretbar sind. Die „Lehrerperson“ kann mitunter großen psychischen Schaden erleiden. Die gespielten Schreie der „Schülerperson“ können zu Lebenslangen Schuldproblemen des Probanden führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Begriffs Experiment und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit sowie der Zielsetzung.
2. Geschichtlicher Hintergrund: Rückblick auf die Ursprünge der experimentellen Methode von Roger und Francis Bacon bis hin zur Etablierung in den Naturwissenschaften.
3. Das Experiment: Theoretische Definition des Experiments, Diskussion der Grundbedingungen und kritische Auseinandersetzung mit der experimentellen Vorgehensweise.
4. Beispiele: Vorstellung dreier bekannter psychologischer Experimente sowie Analyse von Experimenten in den Sozialwissenschaften und der Umfrageforschung.
5. Ausblick: Überlegungen zur zukünftigen Rolle des Experiments in der Kommunikationswissenschaft unter Berücksichtigung ethischer Grenzen.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung des Experiments als vielseitiges, aber kritisch zu hinterfragendes wissenschaftliches Instrument.
Schlüsselwörter
Sozialwissenschaften, Experiment, Laborexperiment, Feldexperiment, Milgram-Experiment, The Third Wave, Stanford-Prison-Experiment, Methodik, Hypothesenprüfung, Kausalzusammenhang, Humanität, Sozialforschung, Variablenkontrolle, Medienwirkung, Ethik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Anwendung und der theoretischen Einordnung des sozialwissenschaftlichen Experiments.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Kernbereichen zählen die historische Genese, die methodischen Voraussetzungen, die Abgrenzung von Experimentarten sowie ethische Aspekte bei der Untersuchung menschlichen Verhaltens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Bedingungen für ein wissenschaftlich valides Experiment in den Sozialwissenschaften darzulegen und kritisch zu prüfen, inwieweit die Verwendung von Menschen als Versuchsobjekte ethisch vertretbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender sozialwissenschaftlicher Standardwerke und Studien, um die methodische Qualität und Problematik von Experimenten zu erörtern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Einteilung von Experimenten sowie die Analyse konkreter Fallstudien, darunter das Milgram- und das Stanford-Prison-Experiment.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Experiment, Sozialforschung, Ethik, Variablen, Kausalität und empirische Sozialforschung.
Warum wird das Milgram-Experiment im Text als „nicht vertretbar“ bezeichnet?
Es gilt als ethisch problematisch, da die Versuchspersonen hohen psychischen Belastungen ausgesetzt wurden, die bis hin zu langfristigen Schuldgefühlen führen können.
Welche Rolle spielt die „Künstlichkeit“ beim Laborexperiment?
Die Künstlichkeit dient der kontrollierten Umgebung, um Variablen gezielt zu isolieren, wird jedoch gleichzeitig als Kritikpunkt angeführt, da sie eine mögliche Realitätsferne der Ergebnisse impliziert.
Was unterscheidet das „Ex-post-facto-Design“ vom „Ex-ante-Design“?
Der Unterschied liegt im Zeitpunkt der Gruppenbildung: Beim Ex-post-facto-Design erfolgt diese erst nach der experimentellen Einwirkung, beim Ex-ante-Design bereits davor.
- Arbeit zitieren
- Hendrik Stoltenberg (Autor:in), 2010, Das sozialwissenschaftliche Experiment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213927