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Obszönität und Gewalt im Codex Weimar

Titel: Obszönität und Gewalt im Codex Weimar

Hausarbeit , 2012 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Ronny Moeckel (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hausarbeit zum Thema Darstellung von Öbszönität und Gewalt in der mittelhochdeutschen Handschriftensammlung Codex Weimar Q565

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffe und Aspekte

3. Beispiele Codex Weimar Q565

3.1. Zur Handschriftensammlung

3.2. Volkssprache als Vulgärsprache: obszöne Sprüche, Priameln und Rätsel

3.3. Gewalt als Folge sexuellen Fehlverhaltens: „Vonn der Wolfs grubenn“

3.4. Gewalt als Metapher für Obszönität: „Die Eroberung der Stadt Fudanna“

4. Obszönität und Gewalt in mittelalterlicher Literatur: Beispiele aus Deutschland, Frankreich und Italien

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Darstellung von Obszönität und Gewalt in der mittelalterlichen Sammelhandschrift Codex Weimar Q565. Ziel ist es, die Funktionen dieser literarischen Elemente – schwankend zwischen Unterhaltung und moralischer Belehrung – zu analysieren und ihre Einbettung in gesellschaftliche Geschlechterrollen sowie zeitgenössische Moralvorstellungen zu hinterfragen.

  • Analyse obszöner und gewalthafter Sprache im Codex Weimar Q565.
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Unterhaltung und pädagogischer Belehrung.
  • Interpretation der Rollenbilder von Mann und Frau im Kontext von Ehebruch und Bestrafung.
  • Allegorische Verwendung von Gewalt und Kriegsvokabular zur Darstellung von Sexualität.
  • Vergleichende Einordnung in die breitere mittelalterliche Literaturlandschaft Europas.

Auszug aus dem Buch

3.3. Gewalt als Folge sexuellen Fehlverhaltens: Vonn der Wolffs grubenn

Von Hans Rosenplüt stammt das Märe „Vonn der Wolffs grubenn“. Ein Märe ist eine in Versform geschriebene Geschichte, deren schwankhafter Erzählstil oft einen belehrenden oder kritischen Hintergrund hat. Diese Gattung entstand ungefähr im 13. Jahrhundert und erlebte ihre Blüte im Spätmittelalter, also genau in der Zeit, als der Codex Weimar aufgeschrieben wurde. Einer der bekanntesten Märendichter ist der „Stricker“, ein unbekanntes Pseudonym, dessen häufig sehr obszöne und gewalthafte Texte, wie die „von dem heizen Îzen“, in vielen mittelhochdeutschen Handschriften seit dem 13. Jh. immer wieder auftauchen, dazu aber mehr in Kapitel 4.

Rosenplüts „Wolfsgrube“ lässt sich deshalb den Mären zuorden, da es die Paarreimform über 191 Verse hinweg einhält, damit eine typische Länge erreicht und nicht zuletzt wegen seines Inhalts. In dieser Geschichte stellt ein Edelmann eine Falle, um seine Frau als Ehebrecherin zu entlarven. Sie selbst ahnt nichts von der List und freut sich, dass ein Pfarrer kommen soll: „Ein frau heimlych des vermas, Das Sӱ Einen pfaffen zu jr zilt, Dem wolt Sӱ leyhen jrn Schildt, Darein mon mytt Solchen Spern Stycht, Darvonn mon Selten awe Sprycht.“(V. 7ff).

Wir erkennen bei der Umschreibung den Wunsch der Frau, vom Pfarrer beglückt zu werden. Sprachlich ist dies sehr interessant dargestellt. Schild, Speer und Stechen sind Vokabeln aus der Kriegssprache und deshalb inbegriff für Gewalt. Dieses stilistische Phänomen ist zur damaligen Zeit nicht selten, ganz besonders wenn sexuelle Dinge geschildert werden, und dazu gehört der Ehebruch. Der Grund, weshalb diese Thematik so häufig in Texten erscheint, liegt entweder darin, dass „der Bestand der Ehe, [als] wichtigste gesellschaftliche Institution stark ins Wanken gekommen“, oder dies „eine bestimmte Form der Auflehnung der Frau gegen ihren Mann“ sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Unterhaltung durch Liebe, Sexualität und Gewalt ein und stellt den Codex Weimar Q565 als Untersuchungsobjekt vor.

2. Begriffe und Aspekte: Hier werden theoretische Definitionen von Obszönität und Gewalt erarbeitet, um den analytischen Rahmen für die Arbeit zu bilden.

3. Beispiele Codex Weimar Q565: Dieses Kapitel untersucht die konkreten Texte des Codex, von kurzen Sprüchen bis hin zu komplexen Mären, hinsichtlich ihrer vulgären Sprache und moralischen Intentionen.

4. Obszönität und Gewalt in mittelalterlicher Literatur: Beispiele aus Deutschland, Frankreich und Italien: Die Untersuchung weitet sich aus und beleuchtet Parallelen in anderen literarischen Werken des Mittelalters, wie denen des Strickers oder Boccaccios.

5. Zusammenfassung: Das Fazit stellt fest, dass Obszönität und Gewalt im Mittelalter sowohl der Belustigung dienten als auch als Instrumente der moralischen Belehrung und Bestrafung funktionierten.

Schlüsselwörter

Codex Weimar Q565, Mittelalter, Obszönität, Gewalt, Märe, Ehebruch, Geschlechterrollen, Literaturgeschichte, Volkssprache, Unterhaltung, Moral, Sexualität, Hans Rosenplüt, Priamel, Allegorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von obszönen Inhalten und Gewaltdarstellungen in der mittelalterlichen Sammelhandschrift Codex Weimar Q565.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Verschränkung von Sexualität, Moral, gesellschaftlichen Geschlechterrollen sowie die Verwendung von Gewalt als literarisches Mittel zur Unterhaltung und Belehrung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Intention der Schreiber und die Reaktion des damaligen Publikums zu ergründen sowie zu verstehen, ob diese Texte als Provokation oder reine Unterhaltung fungierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Begriffe definiert und ausgewählte Textbeispiele (Mären, Sprüche, Rätsel) philologisch interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Texte des Codex – wie etwa „Vonn der Wolfs grubenn“ – und einen literaturgeschichtlichen Vergleich mit weiteren Werken aus Deutschland, Frankreich und Italien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Obszönität, Gewalt, Codex Weimar Q565, Märe, Ehebruch, Moral und mittelalterliche Volkssprache.

Warum wird im Codex Weimar Q565 eine solche Brutalität in der Bestrafung geschildert?

Die Brutalität, etwa die Kastration im Märe, dient symbolisch dazu, gesellschaftliche Normen und die „Sittenhaftigkeit“ zu unterstreichen und Furcht vor Sünden wie dem Ehebruch zu schüren.

Welche Rolle spielt die Sprache der „Eroberung der Stadt Fudanna“?

Diese Erzählung verwendet eine kriegerische Allegorie, bei der Kriegsvokabular und Ortsnamen als Metaphern für einen sexuellen Akt fungieren, um das Thema auf eine indirekte, aber deutliche Weise zu behandeln.

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Details

Titel
Obszönität und Gewalt im Codex Weimar
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Germanistik und Kommunikation)
Veranstaltung
Seminar
Note
2,0
Autor
Ronny Moeckel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V213932
ISBN (eBook)
9783656421467
ISBN (Buch)
9783656422747
Sprache
Deutsch
Schlagworte
obszönität gewalt codex weimar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ronny Moeckel (Autor:in), 2012, Obszönität und Gewalt im Codex Weimar, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213932
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Leseprobe aus  13  Seiten
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