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Licht-, Schatten-und Farbsymbolik bei Fernando de Herrera

Title: Licht-, Schatten-und Farbsymbolik bei Fernando de Herrera

Term Paper (Advanced seminar) , 1995 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Herta Johansmeier (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

In den Sonetten der Algunas obras 1, einer 1582 veröffentlichten Sammlung
von lyrischen Werken, deren inspiratorischer Ursprung - Leonor de Milan -
durch die Widmung an die Braut des Marquis de Tarifa, Ana Girón, zu deren
Hochzeit das Werk erschien, verschleiert wird, finden sich zahlreiche Symbole
aus der Welt des Lichtes und der Dunkelheit.
Auffallend ist die häufige Verwendung von "luz", mitunter auch in Majuskeln,
die auf eine Beziehung zu Leonor de Milan, der Condesa de Gelves, Gattin
des Conde de Gelves, der seinerseits ein Schwiegersohn von Kolumbus war,
hindeutet. Ob der Verfasser in diese Dame tatsächlich leidenschaftlich verliebt
gewesen ist, bleibt aufgrund der widersprüchlichen Forschungsergebnisse
ungeklärt. Während manche Autoren autobiographische Aspekte einer
enttäuschten Liebe aufspüren wollen, sehen andere Leonor nur als ein
fiktives Thema der Gedichte an, als ein Objekt, an das sich die (reine) Liebe
richten kann. Der Autor gäbe dabei vor, verliebt zu sein, um ein Thema zu
haben.
Diese Auffassung wird durch die Beschreibung der Persönlïchkeitsstruktur
gestützt. Sein Biograph Pacheco beschreibt Herrera mit den Attributen zurückgezogen,
wenig kommunikativ, rauh, asketisch und mitunter fast unmenschlich,
was kaum vermuten lässt, dass er, in dessen Leben das Gefühl
wenn überhaupt nur eine völlig untergeordnete Rolle spielte, einen
Gegenstand der Leidenschaft gehabt haben könnte.2 Die verklärte Gefühlsschilderung,
in der der Dichter als unglücklicher Liebhaber auftritt, spricht
eher dafür, dass Leonor lediglich als Inspirationsquelle diente, der Herrera
sich aus Dankbarkeit verschrieb. Sie ermöglicht eine subjektiv gefärbte
Problematisierung der Liebe, die den Konventionen verhaftet bleibt. [...]

1 Fernando de Herrera: Algunas obras de Fernando de Herrera in: Poesía
castellaña original completa. Ed. de Cristóbal Cueva. Madrid: Cátedra 1985,
S. 347-469. Die im folgenden zitierten Beispiele entstammen dieser Auflage und
werden im Text nur noch mit der Nummer des Sonetts bzw. der canción
bezeichnet.
2 Vgl. Oreste Macrí: Fernando de Herrera (Biblioteca románica hispánica, 43).
Madrid: Gredos 1959, S. 23 ff.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Licht-, Schatten- und Farbsymbolik

Einleitung

1. Lichtsymbolik

1.1. Licht und Sonne

1.2. Sterne

1.3. Feuer

2. Schattensymbolik

2.1. Dunkelheit

2.2. Halbdunkel

2.3. Kälte

3. Farbsymbolik

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Symbolik von Licht, Schatten und Farben in den Sonetten von Fernando de Herrera, um den transzendentalen Charakter seiner Liebesauffassung aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie der Dichter durch symbolische Oppositionen den Konflikt zwischen irdischer Leidenschaft und geistiger Vergeistigung darstellt.

  • Die Funktion von Licht als Symbol für göttliche Schönheit und Erkenntnis.
  • Die Bedeutung von Schattensymbolen zur Darstellung von Trauer, Einsamkeit und Regression.
  • Die Rolle der Farbsymbolik bei der Sublimierung irdischer Gefühle.
  • Die mythologischen und kosmischen Bezüge in Herreras Liebeslyrik.

Auszug aus dem Buch

1.3. Feuer

Im Gegensatz zu Sonne und Sternen, die insgesamt eher hoffnungsvolle Assoziationen erwecken, ist die Bedeutung des Feuers sehr ambivalent. Es steht zunächst einmal für irdisch orientierte Liebe und für eine Leidenschaft, der sich der Liebende kaum zu entziehen vermag:

Pensé, mas fue engañoso pensamiento, armar de duro ielo el pecho mío, porqu' el fuego d' Amor al grave frío no desatasse en nuevo encendimiento. (S 3: 1-4)

Er hofft, dass er sich nicht wieder mitreißen lassen wird, und beweint die Folgen der Leidenschaft. In antagonistischer Manier wird das Feuer und das Eis betrachtet. Das Feuer hat irdischen Ursprung und wendet sich zum Himmel. Ähnlich wie das Vogelsymbol dient es als Überbringer einer Botschaft einer anderen Welt. Die verbrennenden, verschlingenden Flammen kennzeichnen das Ringen um Spiritualisierung. Das ambivalente Symbol kann neben Leidenschaft auch bedeuten, dass das Böse zerstört wird. Es steht hier für Energie auf der Ebene der geistigen Kraft, für den Wunsch, das Zeitliche zu zerstören und zum Ewigen zu gelangen. Die aufsteigende Flamme gibt der Zuneigung eine metaphysische Wendung, so dass er im vierten Terzett folgern kann, dass dieser Brand ihm nicht den Tod bringt. Das Feuer ist reinigend.

Zusammenfassung der Kapitel

Licht-, Schatten- und Farbsymbolik: Einführung in die thematische Ausrichtung und den Kontext der untersuchten Sonette.

Einleitung: Vorstellung der biografischen und literarischen Hintergründe zu Herrera und der Fragestellung der Arbeit.

1. Lichtsymbolik: Untersuchung des Lichts und der Sonne als Symbole für die vergeistigte, göttliche Liebe.

1.1. Licht und Sonne: Analyse der Sonne als Quelle der Erkenntnis und des göttlichen Abglanzes.

1.2. Sterne: Betrachtung der Teilfunktion des Lichts durch Sterne, Mond und Venus.

1.3. Feuer: Diskussion der Ambivalenz des Feuers zwischen irdischer Leidenschaft und spiritueller Reinigung.

2. Schattensymbolik: Analyse der Schatten als Ausdruck für das Verhaftetsein in irdischen Leidenschaften.

2.1. Dunkelheit: Untersuchung der Dunkelheit als Symbol für Trauer, Einsamkeit und Unüberwindbarkeit.

2.2. Halbdunkel: Betrachtung von Übergangssymbolen wie Nebel und Schleiern im Prozess der Erkenntnis.

2.3. Kälte: Analyse der Kälte als Ausdruck für Erstarrung und das Fehlen von Lebensfreude.

3. Farbsymbolik: Darstellung der Farben als Mittel zur Kennzeichnung der Entwicklung vom Irdischen zum Geistigen.

Zusammenfassung: Fazit über die kontrastreiche Symbolik und den transzendentalen Charakter der Liebe bei Herrera.

Schlüsselwörter

Fernando de Herrera, Siglo de Oro, Lichtsymbolik, Schattensymbolik, Farbsymbolik, Liebeslyrik, Sonette, Spiritualisierung, Transzendenz, Metaphorik, Mythologie, Leidenschaft, Sublimierung, Sevillaner Schule.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Verwendung von Licht-, Schatten- und Farbsymbolik in den Sonetten von Fernando de Herrera, um die tieferen Bedeutungen seiner Liebesauffassung im Siglo de Oro zu entschlüsseln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die göttliche Lichtmetaphorik, die negative Konnotation von Dunkelheit und Kälte sowie die spirituelle Transformation durch Farben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Herrera durch symbolische Oppositionen den Prozess der Vergeistigung der Liebe (Sublimierung) gegenüber der irdischen Leidenschaft beschreibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Textstellen aus dem Werk "Algunas obras" interpretativ untersucht und mit zeitgenössischen philosophischen Konzepten (z.B. Leon Hebreo) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Licht-, Schatten- und Farbsymbole, wobei jeweils konkrete Textbeispiele aus den Sonetten herangezogen werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Transzendenz, Lichtsymbolik, Vergeistigung, Sevillaner Schule und die ambivalente Darstellung von Leidenschaft.

Inwiefern spielt der "Schleier" eine besondere Rolle bei Herrera?

Der Schleier dient als wichtiges Symbol im Halbdunkel; er verhüllt die göttliche Wahrheit, die für den Liebenden nur bruchstückhaft oder durch spirituelle Anstrengung erkennbar ist.

Warum wird die Venus bei Herrera nur als Morgenstern gedeutet?

Im Gegensatz zum Abendstern, der oft mit Wollust assoziiert wird, symbolisiert der Morgenstern bei Herrera den Sieg des Geistes über das Fleisch und die Sublimierung der Liebe.

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Details

Title
Licht-, Schatten-und Farbsymbolik bei Fernando de Herrera
College
University of Cologne  (Romanisches Seminar)
Course
Hauptseminar Lyrik des Siglo de Oro
Grade
2
Author
Herta Johansmeier (Author)
Publication Year
1995
Pages
22
Catalog Number
V21394
ISBN (eBook)
9783638250290
Language
German
Tags
Licht- Schatten-und Farbsymbolik Fernando Herrera Hauptseminar Lyrik Siglo
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Herta Johansmeier (Author), 1995, Licht-, Schatten-und Farbsymbolik bei Fernando de Herrera, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21394
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