In der folgenden Hausarbeit sollen die Herausforderungen an eine Forschung herausgearbeitet werden, die Kinder als Akteure beforscht. Dazu muss zunächst geklärt werden, womit sich eine Kinder- oder Kindheitsforschung beschäftigt und was es bedeutet, wenn Kinder als Akteure bezeichnet werden. Anschließend wird aufgezeigt, worin mögliche Probleme bestehen, wenn man versucht, Kinder zu beforschen.
Im zweiten Teil werden pädagogische und didaktische Konsequenzen aus den Problemen und Chancen der Kinderforschung für einen schülerorientierten Unterricht gezogen. Hierbei wird geklärt, was es heißt, schülerorientiert zu unterrichten und worauf wir als Lehrperson achten müssen, wenn wir wissen, welche Herausforderungen bei der Kinderforschung bestehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Herausforderungen an eine Kinderforschung
2.1 Begriffsklärung
2.2 Perspektive
2.3 Sprache
2.4 Differenzen/Antworten
3. Konsequenzen für einen schülerorientierten Unterricht
3.1 Schülerorientierter Unterricht
3.2 Pädagogische und didaktische Konsequenzen aus den Chancen und Problemen der Kindheitsforschung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Herausforderungen bei der Erforschung von Kindern als Akteure und leitet daraus notwendige pädagogische sowie didaktische Konsequenzen für eine gelingende Schülerorientierung im Unterricht ab.
- Bedeutung und Definition der Kinder- und Kindheitsforschung
- Perspektivische Probleme im Umgang mit kindlichen Sichtweisen
- Kommunikative Barrieren und Ausdrucksformen von Kindern
- Gestaltungsmöglichkeiten für einen schülerorientierten Unterricht
- Förderung von selbstreguliertem Lernen im schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
2.2 Perspektive
Da die Kinderforschung selbst noch sehr jung ist, gibt es nur wenige Forschungsmethoden, die direkt auf die Kinder zugeschnitten sind. Oftmals werden Methoden der Erwachsenenforschung auf die Kinderforschung übertragen. Man versucht, sie auf Kinder anzupassen, doch da die Forscher selbst erwachsen sind, gibt es perspektivische Probleme: Erwachsene sehen Kinder immer als Lebewesen, die noch erzogen werden müssen; als eher unselbstständig. Diese Sichtweise bringen sie auch in die Forschung mit ein, sie orientieren sich an ihrem eigenen Wertesystem und nehmen Kinder oft nicht ernst genug. Dies geschieht, da oft ein Unverständnis der Erwachsenen gegenüber Kindern herrscht. Es stellt sich die Frage, ob Erwachsene in der Lage sind, die Perspektive, die Ansichten und Meinungen der Kinder nachvollziehen zu können. Da die Forschungsergebnisse später Erwachsenen vorliegen und von diesen anerkannt werden müssen, orientieren sich Methoden oft zu stark an den Erwachsenen. Man muss die Forschung auf Kinder zuschneiden. Der Perspektivenwechsel wird erschwert durch die Sichtweise Erwachsener von Kindern. Sie müssen die Kinder als „gleichwertige Gesellschaftsmitglieder“ und nicht als „unfertige Erwachsene“ (vgl. Hülst in Heinzel 2000, S. 37) betrachten; sie mit sich gleichsetzen.
Des Weiteren stellt die Beeinflussung durch andere Perspektiven ein Problem dar: Erwachsene werden beeinflusst durch ihre eigenen Erfahrungen, die sie in ihrer Kindheit gemacht haben und durch ihre Haltung Kindern gegenüber. Fallen Erfahrungen und Haltung eher negativ aus, so erzielen sie andere Forschungsergebnisse, als Erwachsene, die eine positive Verbindung mit Kindern haben. Außerdem hat man als Erwachsener eine andere Sichtweise, wenn man selbst Kinder hat; man kann dann einiges eventuell besser nachvollziehen.
Kinder werden beeinflusst durch ihr Umfeld. In erster Linie werden sie durch ihre Eltern geformt, dann durch Kindergarten, Schule oder ihre Hobbies. Es ist also schwierig, zwischen der eigenen ehrlichen Ansicht des Kindes und der Ansicht, die sie von ihren Eltern oder anderen Menschen aus ihrem Umfeld übertragen bekommen haben, zu differenzieren. Hier vermischt sich die Erwachsenen- und Kinderperspektive.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit, indem sie die Zielsetzung der Untersuchung von Kindern als Akteure und die Ableitung unterrichtspraktischer Konsequenzen vorstellt.
2. Herausforderungen an eine Kinderforschung: Dieses Kapitel erörtert die methodischen und perspektivischen Schwierigkeiten in der Kinderforschung, wie etwa die Diskrepanz zwischen Erwachsenensicht und kindlicher Lebenswelt sowie sprachliche Barrieren.
3. Konsequenzen für einen schülerorientierten Unterricht: Hier werden die Erkenntnisse der Kindheitsforschung auf den Unterricht übertragen, wobei der Fokus auf individueller Förderung, Selbstregulation und der Anpassung der Lehrrolle liegt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die drei zentralen Herausforderungen zusammen: das Überwinden der Erwachsenenzentriertheit, die Anerkennung des Kindes als Experten und das Verständnis der kindlichen Ausdrucksebene.
Schlüsselwörter
Kinderforschung, Kindheitsforschung, Akteure, Schülerorientierung, Perspektivenwechsel, Kindliche Persönlichkeit, Qualitative Forschung, Selbstreguliertes Lernen, Sprachniveau, Pädagogik, Didaktik, Interdisziplinarität, Lernmotivation, Kindliche Sichtweise, Lehrperson
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik und den methodischen Herausforderungen der wissenschaftlichen Erforschung von Kindern sowie der Nutzbarmachung dieser Erkenntnisse für die Unterrichtspraxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Definition von Kindern als Akteure, die Überwindung von erwachsenenzentrierten Forschungsperspektiven und die praktische Umsetzung von Schülerorientierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Herausforderungen bei der Forschung mit Kindern aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie Lehrkräfte diese Erkenntnisse für einen schülerorientierten Unterricht nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Hausarbeit, die auf Basis bestehender Literatur (Kindheits- und Schulforschung) analysiert und schulpädagogische Schlussfolgerungen ableitet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Herausforderungen der Kinderforschung (Begrifflichkeiten, Perspektiven, Sprache, Antwortverhalten) detailliert und anschließend auf den Unterricht übertragen, um didaktische Konsequenzen zu formulieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Kinderforschung, Akteursstatus, Schülerorientierung, Perspektivenwechsel und selbstreguliertes Lernen.
Warum ist es für Lehrer schwierig, Schüler als Experten zu betrachten?
Aufgrund der eigenen Erwachsenenperspektive und der traditionellen Rolle als Erziehende neigen Lehrpersonen dazu, Kinder als „unfertige Erwachsene“ wahrzunehmen, statt ihre spezifische kindliche Perspektive als gleichwertig anzuerkennen.
Welche Rolle spielt die Sprache im Forschungs- und Unterrichtskontext?
Die unterschiedliche sprachliche Ebene zwischen Erwachsenen und Kindern führt häufig zu Missverständnissen oder Fehlinterpretationen; daher müssen alternative Ausdrucksformen wie Malen oder Vorspielen in Betracht gezogen werden.
Wie kann man verhindern, dass Kinder nur Gefälligkeitsantworten geben?
Indem man den Kindern das Gefühl gibt, als Experten ernst genommen zu werden, ein vertrauensvolles Gesprächsklima schafft und Erzählanreize bietet, statt die Situation wie eine Prüfung zu gestalten.
Wie lässt sich selbstreguliertes Lernen in den Unterricht integrieren?
Durch das Definieren von individuellen Zielen, Zeitmanagement bei Aufgaben und die Reflexion der Ergebnisse, wobei die Lehrperson beratend in den Hintergrund tritt.
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- Sina Meyer (Autor), 2012, Erziehungswissenschaft Kindheits-, Kinder- und SchülerInnenforschung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213973