Der Medieneinsatz an Berufsbildenden Schulen

Eine Untersuchung anhand der Berufsfachschule


Hausarbeit, 2012

18 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Problemstellung und entsprechende Vorgehensweise

4. Der Begriff der Unterrichtsqualität

5. Die Berufsfachschule
5.1 Allgemeine Informationen zur Berufsfachschule
5.2 Die Medien an der Berufsfachschule

6. Arten von Medien im Unterricht – in Lernumgebungen

7. Auswahl von Ausbildungs- und Arbeitsmitteln – Medien

8. Resümee

9. Literaturverzeichnis

10. Anhangsverzeichnis
10.1 Abbildung 0-1: Medien beruflichen Lernens – Auswahlkriterien
10.2 Abbildung 1-1: Erfahrungskegel nach Dale

2. Einleitung

„Unterricht ist eine geniale Erfindung […].“[1] Dem kann nur zugestimmt werden, denn diese Erfindung „ist circa 4500 Jahre alt“[2] und heute immer noch aktuell. Der Unterricht hat nicht als Funktion seine Adressaten zu drillen oder zu bevormunden. Nein, vielmehr wird es nur manchmal so empfunden! Der „Unterricht macht es möglich die heranwachsende Generation zügig und effektiv auf das Leben in der Gemeinschaft und auf die spätere Berufstätigkeit vorzubereiten.“[3] Schulkritiker behaupten, die Schule verhindere das Sammeln von Erfahrungen und ersetze dies durch Belehrungen. Aber gerade dieser Zusammenhang scheint für hochtechnisierte und auf Arbeitsteilung ausgerichtete Wissensgesellschaften wichtig zu sein. Die Schulen sorgen täglich für effizientes Lernen und halten andere gesellschaftliche Orte und Einrichtungen frei von ‘erfahrungswilligen‘ Menschen. Denn, nehmen wir einmal an, alle Schüler die es in Deutschland gibt, würden täglich durch die Städte streifen, nur um Erfahrungen für ihr Leben sammeln zu können. Dieser Zustand wäre undenkbar und würde wahrscheinlich das gesamte wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben lahmlegen.[4] Um die Realitätsnähe im Unterricht trotzdem gewährleisten zu können, werden an Berufsbildenden Schulen verschiedene Medien verwendet. An dieser Stelle kann auch von Lehr-, Arbeits-, Anschauungs- und Lernmitteln gesprochen werden.[5] Da die Medien in unserer heutigen Informations- und Wissensgesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen, sind sie auch an beruflichen Schulen ein wichtiger „Bestandteil der Lern- und Arbeitsumgebung“[6]. Während der beruflichen Bildung ist es wichtig, nicht nur die Theorie zu verinnerlichen, sondern diese auch in die Realität umsetzen zu können. Was nützt es einem Informatiker, wenn er weiß, wie ein Computer aufgebaut ist und wozu welches Teil in ihm verbaut ist, wenn er doch in der Realität die entsprechende Hardware nicht aus- und umbauen kann? Die Medien repräsentieren uns eine soziale Umgebung, in welcher der „Mensch seine ‚Realität’ konstruiert.“.[7] So sollte der eben genannte Informatiker schon während seiner Ausbildung, mit praxisnahen Medien konfrontiert worden sein. Beispielsweise mit verschieden aufgebauten Computern, damit er später im Berufsleben nicht auf solche Probleme stößt.

3. Problemstellung und entsprechende Vorgehensweise

Wie wichtig Medien an Berufsbildenden Schulen sind, wozu sie genutzt werden, wie sie die Unterrichtsqualität beeinflussen und welche Probleme es dabei geben könnte, soll in der folgenden Arbeit näher analysiert werden. Innerhalb der Betrachtung können natürlich nicht alle relevanten Medien des Unterrichts betrachtet werden, es wird sich daher auf bestimmte Unterrichtsmedien beschränkt. Als Betrachtungsbeispiel wird hierzu die Berufsfachschule herangezogen. Zur Vorgehensweise: Zunächst werden allgemeine Informationen zur Unterrichtsqualität und Berufsfachschule gegeben, dann soll ein Einblick in die verwendeten Medien an der Berufsfachschule gewährt werden und es müssen Aussagen darüber getroffen werden, welche eventuellen Probleme beim Einsatz der Medien auftreten könnten. Abschließend wird es ein Resümee geben, welches die Kernaussagen der Arbeit auf den Punkt bringt.

4. Der Begriff der Unterrichtsqualität

„Unterrichtsqualität als Metakonstrukt richtet sich auf die Optimierung des schulischen Lernens im Hinblick auf kognitive und psychosoziale Zielkriterien und beinhaltet damit mehr als nur die reine Beschreibung von Eigenschaften („Qualitäten“) der unterrichtlichen Interaktion.“[8] Es lassen sich daher verschiedene Einflussfaktoren des Unterrichts nennen. Zum einen gibt es gute und schlechte Lehrerinnen sowie Lehrer, sie sind aber nicht nur gut oder schlecht, sondern fächer- und schülerspezifisch gut. Andererseits gibt es da die leistungsstärkeren und leistungsschwächeren Schüler. Die einen sind auf ein arbeits- und lernfreundliches Klima angewiesen, andere wiederrum nicht.[9] Das aber soll nur eine kleine Auswahl von Einflussfaktoren darstellen. Meyer Hilbert hat dazu ein ‚Kuchenmodell‘ skizziert, in diesem gibt er ungefähre Prozentangaben welche Einflussfaktoren es für einen erfolgreichen Unterricht gibt.[10] Daraus wird ersichtlich, dass 25 Prozent „des Lernerfolgs auf den Faktor Unterrichtsqualität und Lehrkompetenz zurückzuführen ist[…].“[11] Diese 25 Prozent sind nur eine ungefähre Angabe, denn der Einfluss bestimmter Lehrer liegt weitaus höher. Unterrichtsqualität lässt sich dennoch nicht unmittelbar messen, sie kann nur übermittelt werden, d.h. über Schülerurteile, durch Lehrer oder Unterrichtsbeobachter. Auf Grundlage dieser drei Quellen werden Einschätzungen zur Qualität von Unterricht vorgenommen.

5. Die Berufsfachschule

Das Bildungsangebot der Berufsfachschulen ist sehr breit gefächert, so bilden sie beispielweise Fremdsprachenberufe, sozialpflegerische Berufe oder handwerkliche Berufe aus. Darüber hinaus, kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Fachhochschulreife erlangt werden.[12]

5.1 Allgemeine Informationen zur Berufsfachschule

Diese Schulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von Berufen. Dabei muss in die teil- und vollqualifizierende Berufsfachschule differenziert werden, auch diese beiden Formen können noch weiter gegliedert werden.[13] Während die teilqualifizierenden Abteilungen die schulischen Grundbildungsgänge übernehmen, widmen sich die vollqualifizierenden Abteilungen den Bildungsgängen, die „zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf“ führen und die, die „zu einem Berufsabschluss“ führen.[14] Heutzutage wird an Berufsfachschulen in Vollzeit unterrichtet. Für ihren Besuch sind keinerlei Voraussetzungen nötig. Lediglich ein Realschulabschluss wird für vollqualifizierende Ausbildungsgänge benötigt, wiederum andere Ausbildungsgänge können mit Hauptschulabschluss besucht werden. Die Berufsfachschule stellt eine Erweiterung zur allgemeinen Bildung dar und soll entweder zur Berufsausbildung hin oder zu einem Ausbildungsabschluss führen.[15] Der Unterricht beinhaltet allgemeinbildende und fachliche Bereiche. Realschulabsolventen können innerhalb von zwei Jahren einen anerkannten Ausbildungsberuf erlangen, wie beispielsweise ‚Staatlich geprüfter kaufmännischer Assistent‘.[16] Die Berufsfachschulen sind gegenwärtig gut besucht, dennoch weisen sie auch viele Schwachpunkte auf, wie Carl- Heinz Doose meint. Im teilqualifizierenden Sektor finden sich unklare berufliche Perspektiven. Die Struktur der Schulen ist nur schwer auf das duale System anrechnungsfähig und inhaltliche Standards für die Abschlüsse gibt es auch nicht. Bundesweit fehlt außerdem noch der Rahmenlehrplan, denn von Bundesland zu Bundesland wird nach einem anderen Lehrplan unterrichtet.[17] Da die Berufsfachschulen nicht mit den Betrieben kooperieren, könnte das besonders für die Ausbildung von Berufen, in denen mit sehr vielen kostenintensiven Maschinen gearbeitet wird, ein Problem darstellen. Auch der praxisorientierte Unterricht kann an dieser Stelle nicht weiterhelfen, da viele Berufsfachschulen nicht über die finanziellen Mittel für die technische Ausstattung verfügen.[18]

5.2 Die Medien an der Berufsfachschule

Sowohl an der teilqualifizierenden Berufsfachschule, als auch im Berufsgrundbildungsjahr werden die gleichen Medien verwendet, z.B. Geräte, Maschinen, Versuchseinrichtungen und verschiedene Werkzeuge, aber auch Lern- und Arbeitsbücher.[19] Schulformspezifische Medien lassen sich an diesen Berufsfachschulen nicht finden. Anders ist das bei vollqualifizierenden Berufsfachschulen, denn da müssen die Schülerinnen und Schüler eine „berufspraktische Ausbildung“ erhalten.[20] An diesen Schulen gibt es Labore, Werkstätten und auch Büros, die die Arbeits- und Berufswirklichkeit wiederspiegeln sollen. Berufsspezifische Medien sind notwendig, da die Ausbildung an Berufsfachschulen ausschließlich an der Schule erfolgt. Ausnahmen bilden hier spezifische Praktika. Genau wie andere Berufsbildende Schulen, verwendet auch die Berufsfachschule die neuen Medien, z.B. den Computer. Entsprechende Lernplattformen werden im Internet angeboten, in denen sich die Schüler einloggen und die vielfältigen Möglichkeiten des Mediums nutzen können.[21] An der vollqualifizierenden Berufsfachschule sind „die Computer und Simulationsgeräte, mit denen berufliche Verrichtungen und Arbeitsweisen eingeübt werden können, berufsrelevant.“.[22] Zusammenfassend dazu lässt sich sagen, dass es lediglich für vollqualifizierende Berufsschulen schulformspezifische Medien gibt. Beispielsweise die Bereitstellung der Arbeitsmittel für die Ausbildung der Assistentenberufe, welche viel in Laboratorien arbeiten müssen. In diesem Fall sind die „Geräte als Medien zugleich Arbeitsmittel und Lerninhalt.“.[23]

[...]


[1] Meyer, Hilbert, 2010, S.54.

[2] Meyer, Hilbert 2010, S.54.

[3] Meyer, Hilbert, 2010, S.54.

[4] Vgl. Meyer, Hilbert, 2010, S.54.

[5] Vgl. Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.538 f..

[6] Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.540.

[7] Tenberg, Ralf, 2001, S. 37.

[8] Clausen, Marten, 2002, S.13.

[9] Meyer, Hilbert, 2010, S.137f..

[10] Meyer, Hilbert, 2010, S.138.

[11] Meyer, Hilbert, 2010, S.139.

[12] Vgl. KMK 2012.

[13] Vgl. Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.111.

[14] Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.111.

[15] Vgl. Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.112.

[16] Vgl. Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.113.

[17] Vgl. Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.114.

[18] Vgl. Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.115.

[19] Vgl. Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.553.

[20] Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.553.

[21] Vgl. Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.553.

[22] Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.553.

[23] Pahl, Jörg-Peter, 2007, S.553.

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Details

Titel
Der Medieneinsatz an Berufsbildenden Schulen
Untertitel
Eine Untersuchung anhand der Berufsfachschule
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Veranstaltung
Makrodidaktik
Note
2,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V214056
ISBN (eBook)
9783656425816
ISBN (Buch)
9783656432883
Dateigröße
1867 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medieneinsatz, berufsbildenden, schulen, eine, untersuchung, berufsfachschule
Arbeit zitieren
Nicole Rother (Autor), 2012, Der Medieneinsatz an Berufsbildenden Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214056

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