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Machiavelli und Hobbes: Denker der Neuzeit?

Die politische Philosophie auf dem Weg in eine neue Epoche

Title: Machiavelli und Hobbes: Denker der Neuzeit?

Term Paper , 2013 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jannik Schall (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Um zu verstehen, was ein Staat ist, und zu erkennen, worin seine Aufgaben liegen könnten, lohnt sich ein Blick zurück. Der moderne Staat entsteht auf theoretischer Ebene zu Beginn der Neuzeit in Italien und England – namentlich bei Niccolò Machiavelli und Thomas Hobbes. Neuzeit ist die „Bezeichnung für die an das Mittelalter anschließende und bis in die Gegen-wart reichende Epoche“, heißt es im Brockhaus (2001, S. 572). Doch womit hört das Mittelalter in der politischen Theorie auf? Nach Jahrhunderten der kirchlichen Bevormundung emanzipiert sich bei Machiavelli und Hobbes die Macht von der Religion und macht den Weg frei für den modernen Staat. Dieser kann als wichtiger Bestandteil der neuzeitlichen politischen Philosophie gelten.

Folglich ergeben sich in dieser Hausarbeit zwei zentrale Aufgaben: Auf der einen Seite müssen die Bestandteile neuzeitlichen Denkens erfasst und eingeordnet werden, auf der anderen Seite soll eine jahrhundertealte Streitfrage untersucht werden: Wer war der erste Denker der Neuzeit, Machiavelli oder Hobbes?

Um dieser Frage nachzugehen, werden zunächst die Hauptwerke der Autoren inhaltlich analysiert. Dabei soll auch der geschichtliche Kontext berücksichtigt und insbesondere bei Machiavelli der Versuch unternommen werden, seine Absichten zu erkennen. Anschließend wird auch die Methodik betrachtet und auf neuzeitliche Elemente untersucht. Denn für eine Analyse der neuzeitlichen politischen Philosophie gilt es nicht nur, inhaltliche Aspekte wie Anthropologie oder Herrschaftslegitimation zu untersuchen, sondern auch die methodische Vorgehensweise der Theoretiker. Kann Machiavellis Vorgehensweise schon als neuzeitlich-wissenschaftlich betrachtet werden oder steht er noch mit einem Fuß in der Scholastik des Mittelalters?

Als literarisches Fundament dienen Il Principe und Discorsi von Niccolò Machiavelli und der Leviathan von Thomas Hobbes. Darüber hinaus wird die einschlägige Sekundärliteratur berücksichtigt. Die Vorgehensweise erfolgt chronologisch: Zunächst werden Machiavellis Argumentationsgänge rekonstruiert und herausgestellt, welche neuzeitlichen Elemente sich darin finden lassen. Analog folgt anschließend dasselbe bei Thomas Hobbes. Abschließend soll ein Vergleich anhand der zwei analytischen Kategorien Staat und Methodik eine Antwort auf die Frage geben, wer als erster politischer Denker der Neuzeit bezeichnet werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Niccolò Machiavelli

2.1. Il Principe (Der Fürst)

2.1.1. Inhalt

2.1.2. Absichten

2.2. Discorsi (Unterredungen)

2.2.1. Inhalt

2.2.2. Absichten

2.3. Neuzeitliche Elemente bei Machiavelli

2.3.1. Methode und Anthropologie

2.3.2. Staat und Religion

3. Thomas Hobbes

3.1. Leviathan

3.1.1. Naturzustand & Naturgesetze

3.1.2. Vertrag & Staat

3.2. Neuzeitliche Elemente bei Thomas Hobbes

3.2.1. Anthropologie

3.2.2. Methode

3.2.3. Religion

4. Machiavelli und Hobbes: Denker der Neuzeit?

4.1. Der moderne Staat

4.2. Die politische Philosophie als Wissenschaft

4.3. Denker und Vordenker

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Frage, ob Niccolò Machiavelli oder Thomas Hobbes als der erste politische Denker der Neuzeit bezeichnet werden kann, indem sie deren Hauptwerke in Bezug auf staatstheoretische und methodische Kriterien analysiert.

  • Politische Philosophie am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit
  • Vergleichende Analyse von Machiavellis "Il Principe" und "Discorsi" sowie Hobbes' "Leviathan"
  • Emanzipation von Politik und Religion sowie die Entstehung des modernen Staatsbegriffs
  • Methodische Ansätze: Pragmatischer Realismus versus wissenschaftlich-philosophisches System
  • Anthropologische Grundlagen: Das negative Menschenbild als Voraussetzung für staatliche Ordnung

Auszug aus dem Buch

2.1.2. Absichten

Um Machiavellis Absichten zu beleuchten, lohnt sich ein Blick in die Widmung des Principe. Hier findet sich ein Zitat – direkt an Lorenzo de‘ Medici, den damaligen Herrscher über Machiavellis Florentinische Heimat, gerichtet. Machiavelli schreibt über sein Werk:

„Sie werden, wenn Sie es aufmerksam durchlesen, darinnen meinen innigsten Wunsch nicht verkennen, Sie auf jener Höhe der Macht zu sehen, zu welcher Sie das Schicksal und Ihre Vortrefflichen Talente bestimmt haben. Und wenn Sie von der erhabenen Stelle, auf der Sie sich befinden, bisweilen herabsehen, dann werden Sie finden, wie unverdient ich ein hartes und tückisches Schicksal erleide.“ (Machiavelli, Il Principe, 1991a, S. 51f)

14 Jahre lang diente Machiavelli der Florentinischen Republik. Als die Medici 1512 nach 18 Jahren Abwesenheit zurückkehrten und die Republik auflösten, verlor Machiavelli nicht nur seinen Posten in der Staatskanzlei, sondern wurde auch der Verschwörung angeklagt, gefoltert und ins Gefängnis geworfen (Skinner, 2004, S. 35f). Auf Kaution wieder in Freiheit, drängte er darauf, ins politische Leben zurückzukehren – und bot sich den Medici an (Ottmann, 2006, S. 13). Verbunden mit dem obengenannten Zitat lässt sich erkennen, dass Il Principe unter besonderen Umständen und mit besonderen Absichten geschrieben wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Zäsur zwischen Mittelalter und Neuzeit ein und definiert die Fragestellung zur Rolle von Machiavelli und Hobbes bei der Begründung moderner Staatlichkeit.

2. Niccolò Machiavelli: Dieses Kapitel analysiert Machiavellis Hauptwerke "Il Principe" und "Discorsi" unter Berücksichtigung seines anthropologischen Menschenbildes und der Herausbildung staatstheoretischer Grundsätze.

3. Thomas Hobbes: Das Kapitel widmet sich Hobbes' Werk "Leviathan", seinem Vertragskonzept sowie seiner methodischen Vorgehensweise, die den Übergang zur modernen Politikwissenschaft markiert.

4. Machiavelli und Hobbes: Denker der Neuzeit?: Dieser Abschnitt vergleicht beide Theoretiker anhand der Kategorien "Moderner Staat" und "Politische Philosophie als Wissenschaft", um deren jeweilige Bedeutung für die Neuzeit zu bewerten.

Schlüsselwörter

Neuzeit, Politische Philosophie, Machiavelli, Hobbes, Moderner Staat, Leviathan, Il Principe, Souveränität, Vertragstheorie, Anthropologie, Staatsräson, Machtpolitik, Politische Wissenschaft, Säkularisierung, Gesellschaftsvertrag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Übergang des politischen Denkens vom Mittelalter zur Neuzeit anhand der Werke von Niccolò Machiavelli und Thomas Hobbes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Entstehung des modernen Staats, die Loslösung politischer Macht von religiöser Bevormundung sowie die methodischen Neuerungen in der Staatsphilosophie.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit geht der Frage nach, wer als der erste politische Denker der Neuzeit anzusehen ist: Machiavelli oder Hobbes?

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine chronologische Rekonstruktion der Argumentationsgänge beider Autoren und führt einen systematischen Vergleich anhand zweier analytischer Kategorien durch: Staat und Methode.

Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?

Der Hauptteil analysiert inhaltlich und methodisch die Werke "Il Principe" und "Discorsi" bei Machiavelli sowie den "Leviathan" bei Hobbes und stellt diese in den historischen Kontext der Krise und des Umbruchs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Neuzeit, Souveränität, Gesellschaftsvertrag, Anthropologie, Staatsräson sowie die Begründung der modernen Politikwissenschaft.

Wie bewertet der Autor Machiavellis Bedeutung für die Neuzeit?

Machiavelli wird als derjenige gewürdigt, der das Tor zur Neuzeit aufstieß und den modernen Staat begrifflich erschloss, auch wenn sein methodischer Ansatz noch nicht das Niveau eines wissenschaftlichen Systems erreicht hat.

Warum gilt Hobbes in der Arbeit als der "ausgereiftere" Theoretiker?

Hobbes liefert im Gegensatz zu Machiavelli ein systematisches, auf den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften aufbauendes Modell, welches die Legitimation von Herrschaft durch eine Vertragstheorie fundiert.

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Details

Title
Machiavelli und Hobbes: Denker der Neuzeit?
Subtitle
Die politische Philosophie auf dem Weg in eine neue Epoche
College
Dresden Technical University  (Politikwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Jannik Schall (Author)
Publication Year
2013
Pages
16
Catalog Number
V214061
ISBN (eBook)
9783656423881
ISBN (Book)
9783656424413
Language
German
Tags
Machiavelli Hobbes Politische Philosophie Neuzeit Staat Staatstheorie Denker Staatsraison Anthropologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jannik Schall (Author), 2013, Machiavelli und Hobbes: Denker der Neuzeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214061
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