Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Art - History of Art

Die karolingische Torhalle des Klosters Lorsch an der Bergstraße / Hessen

Title: Die karolingische Torhalle des Klosters Lorsch an der Bergstraße / Hessen

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ulrich Petzold (Author)

Art - History of Art
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Kloster Lorsch gilt als eines der bedeutensten und reichsten Klöster des frühen und hohen Mittelalters in Mitteleuropa, mit umfangreichen Besitztümern im ganzen Reich und engen Verbindungen zum Herrscherhofe. Der Einfluss und die Bedeutung des Klosters gingen im weiteren Verlauf der Geschichte gänzlich verloren. Und auch die Gebäude des Klosters wurden über die Jahrhunderte durch Krieg und Steinraub fast vollständig zerstört, so dass die heutige Situation die ehemalige Größe und Stellung des Klosters kaum mehr erahnen lässt. Es grenzt dabei an ein Wunder, dass gerade die Torhalle des Klosters die Jahrhunderte vergleichsweise unbeschadet überstanden hat. Und es erscheint als eine Ironie der Geschichte, dass die Frage nach der ursprünglichen Funktion der Torhalle bis heute nicht abschließend geklärt ist, die Torhalle ihr ‚Überleben’ aber wohl dem Umstand verdankt, dass sie immer eine Nutzung hatte.
Mag auch die Torhalle zu ihrer Bauzeit ein Gebäudetypus gewesen sein, der in vielen Klöstern zu finden war, so steht sie heute fast singulär da. Und man möchte vermuten, dass die aufwändige, ja fast liebevoll zu nennende Gestaltung bereits zu ihrer Ent-stehungszeit eine Besonderheit darstellte. Mit ihrer Architektursprache steht sie in der Bau- und Kunstgeschichte beinahe wie ein ‚Missing Link’ zwischen der Architektur der Antike und der Architektur der Romanik. Bereits Georg Moller hatte dies Anfang des 19. Jahrhunderts erkannt und die Torhalle in die Zeit der Karolinger datiert. Eine Datierung, die heute noch Gültigkeit hat .

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Annäherung

2 Die Geschichte des Klosters

2.1 Quellenlage

2.2 Chronologie

2.2.1 Gründung und Aufstieg

2.2.2 Behauptung und Niedergang

2.2.3 Nach der Aufhebung des Klosters

2.2.4 Wissenschaftliche Untersuchungen und Grabungen

3 Die Torhalle und ihre räumlichen Bezüge

3.1 Der Merian-Stich des Klosters Lorsch

3.2 Die Torhalle im Lageplan

4 Baubeschreibung – Materialität und Konstruktion

4.1 Der Außenbau

4.2 Das Innere des Obergeschosses

5 Raumstruktur und Funktion

5.1 Vorbilder

5.1.1 Triumph- bzw. Ehrenbögen

5.1.2 Römische Stadttore

5.2 Die Torhalle – ein Herrschaftssymbol

5.2.1 Lorsch und Regensburg

5.2.2 Die Ecclesia varia

5.2.3 Herrscherempfang – der Adventus

5.2.4 Torbau und Michaelskapelle

5.3 Vergleichsbeispiele

5.3.1 Die Torhalle des Klosters Frauenchiemsee

5.3.2 Weitere Vergleichsbeispiele

6 Die Fassadengestaltung – ein besonderes Merkmal

7 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die baulichen Strukturen, die historische Bedeutung sowie die ursprüngliche Funktion der karolingischen Torhalle des Klosters Lorsch, um unter Einbeziehung archäologischer Befunde und architekturhistorischer Vergleiche zu einer präziseren Einordnung dieses singulären Denkmals zu gelangen.

  • Historische Entwicklung des Klosters Lorsch
  • Bautechnische Analyse der Torhalle
  • Symbolik der karolingischen Architektur
  • Vergleichende Untersuchung mit anderen Torbauten
  • Einfluss römischer Vorbilder auf die Fassadengestaltung

Auszug aus dem Buch

Die Torhalle im Lageplan

Wenn man sich nun den Lageplan (Abbildung 3 u. 4) mit den noch existenten Gebäuden sowie den durch Grabungen und Untersuchungen gesicherten Grundrissstrukturen betrachtet, so bietet sich folgendes Bild: Die Torhalle steht in der Achse der Kirche frei innerhalb des Atriums, welches sich westlich der Kirche über eine Länge von ca. 75 m erstreckt. Den Abschluss des Atriums bildete das eigentliche Westportal des Klosters. Auffällig ist, dass sich die Torhalle im westlichen Drittel des Atriums befindet; sie also wesentlich näher am äußeren Tor als zur Kirche positioniert ist. Ein Umstand, der, ungeachtet aller anderen Merkmale und Befunde, eine profane Funktion der Torhalle vermuten lässt.

Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist, ob das gewonnene Bild auch der Situation des Klosters zum angenommenen Zeitpunkt der Entstehung der Torhalle entspricht. Der Solitär-Charakter der Torhalle wurde durch Friedrich Behn unzweifelhaft festgestellt – die seitlichen Treppentürme sind ursprünglicher Bestandteil des Bauwerkes und keine nachträgliche Hinzufügung. Die Randbebauung des umgebenden Atriums ist durch Grabungsbefunde in Lage und Ausdehnung gesichert. Jedoch ist die Befundsituation – lediglich Fundamentreste sowie leere Fundamentgräben wurden gefunden – so spärlich, dass ein Stilvergleich mit der Torhalle nicht möglich ist.

Unglücklicherweise wurden durch die Behnschen Grabungen die angrenzenden Bodenprofile im Bereich der Torhallen-Fundamente vollständig zerstört, so dass der Zusammenhang mit den Atriums- bzw. den Kirchenstrukturen mittels Schichtenvergleichs nicht mehr herstellbar ist. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Gleichzeitigkeit der Entstehung der Torhalle und des Atriums in seiner durch Befunde gesicherten Form und Ausdehnung nicht (mehr) nachgewiesen werden kann. Dass eine begrenzende Einfassung des Bereiches zwischen Torhalle und Kirche bereits zur Bauzeit der Torhalle bestand bzw. zusammen mit dieser gebaut wurde, kann dessen ungeachtet mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Annäherung: Einführung in die Bedeutung des Klosters Lorsch und die problematische, bis heute nicht abschließend geklärte Funktion der Torhalle.

2 Die Geschichte des Klosters: Detaillierter chronologischer Abriss von der Gründung im 8. Jahrhundert über die Blütezeit als Königskloster bis hin zum Niedergang und den wissenschaftlichen Untersuchungen.

3 Die Torhalle und ihre räumlichen Bezüge: Analyse des Standortes der Torhalle im ehemaligen Klosterareal anhand historischer Stiche und archäologischer Lagepläne.

4 Baubeschreibung – Materialität und Konstruktion: Technische Untersuchung der Architektur, des Außenbaus und des Obergeschosses sowie dessen bauzeitlicher Ausmalung.

5 Raumstruktur und Funktion: Diskussion über architektonische Vorbilder, die Rolle als Herrschaftssymbol und die möglichen Funktionen vom Herrscherempfang bis zur Michaelskapelle.

6 Die Fassadengestaltung – ein besonderes Merkmal: Analyse der außergewöhnlichen Fassade, insbesondere der Verwendung von antiken Elementen und Kapitellen als Ausdruck von Machtanspruch.

7 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die die Torhalle als multifunktionales Bauwerk und königliches Selbstdarstellungsobjekt im späten 9. Jahrhundert einordnet.

Schlüsselwörter

Kloster Lorsch, Torhalle, Karolinger, Karolingische Architektur, Königshalle, Klosterbau, Herrschaftsarchitektur, Baugeschichte, Archäologie, Mittelalter, Fassadengestaltung, Ecclesia varia, Michaelskapelle, Repräsentation, UNESCO-Welterbe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der karolingischen Torhalle in Lorsch, einem der bedeutendsten architektonischen Denkmäler des frühen Mittelalters, dessen genaue ursprüngliche Funktion und Datierung bis heute Gegenstand der Forschung sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung umfasst die Baugeschichte des Klosters, eine detaillierte Analyse der baulichen Konstruktion und Materialität sowie die historische Einordnung der Torhalle als Repräsentationsbau.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch die Analyse architektonischer Merkmale und zeitgenössischer Vergleiche zu klären, welche Funktionen das Gebäude ursprünglich erfüllte und wie es in den Kontext königlicher Selbstdarstellung passt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus bauarchäologischer Befundauswertung, vergleichender Stilanalyse und der Einbeziehung historischer Quellen, um das Gebäude in einen größeren kunsthistorischen Kontext zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Außenbau, das Innere des Obergeschosses, die Fassadengestaltung sowie mögliche Vorbildbauten, wie römische Triumphbögen und Stadttore, analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen das Kloster Lorsch, die Torhalle, karolingische Architektur, Herrschaftssymbolik und die stilistische Analyse der Fassade.

Warum wird die Torhalle oft fälschlicherweise als "Königshalle" bezeichnet?

Der Begriff entstand durch die (heute als überholt geltende) Annahme, das Bauwerk sei anlässlich eines Besuchs Karls des Großen im Jahr 774 errichtet worden; er hat jedoch als Bezeichnung für die repräsentative Funktion des Gebäudes bis heute Bestand.

Welche Rolle spielt die sogenannte "Ecclesia varia" für das Verständnis der Torhalle?

Die Ecclesia varia dient als Vergleichsobjekt, um die "bunte", aufwendige Fassadengestaltung der Torhalle in den Kontext der karolingischen Bauweise und die Beziehung zwischen Grabkirchen und profanen Repräsentationsbauten zu setzen.

Inwiefern beeinflussten römische Bauten die Gestaltung der Torhalle?

Die Baumeister zitierten antike Elemente wie Arkaden, Pilaster und Kapitelle, um das Gebäude in eine Tradition mit römischen Triumphbögen und Stadttoren zu stellen und somit den Machtanspruch der Karolinger zu demonstrieren.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Die karolingische Torhalle des Klosters Lorsch an der Bergstraße / Hessen
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Grade
1,0
Author
Ulrich Petzold (Author)
Publication Year
2012
Pages
29
Catalog Number
V214071
ISBN (eBook)
9783656425182
ISBN (Book)
9783656438373
Language
German
Tags
torhalle klosters lorsch bergstraße hessen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrich Petzold (Author), 2012, Die karolingische Torhalle des Klosters Lorsch an der Bergstraße / Hessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214071
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint