Anatomie und Psychophysiologie der Interkulturalität


Forschungsarbeit, 2013

77 Seiten


Leseprobe

Inhalt/Index

Vorwort- : Eine Anatomie-Psychophysiologie der Interkulturalität: Ihre Bedeutung für das interkulturelle Management. Eine Semiotik der kulturellen Diversität

I. Die Anatomie der Diversität und Interkulturalität
1. Physische Dimensionen der Diversität und Interkulturalität
2. Psychomentale Dimensionen der Diversität: Rational basierte Interkulturalität
3. Archaische Dimensionen der Diversität: Der Nestgeruch
4. Physiologische Dimensionen der Diversität
5. Energetische Dimensionen der Diversität
6. Prärationale Dimensionen der Diversität und Interkulturalität: Prälogisch basierte Interkulturalität
7. Suprarationale oder transkulturelle Dimensionen der Diversität und Interkulturalität: Suprarational basierte Interkulturalität
8. Eschatologische Dimensionen der Diversität und Interkulturalität

II. Intercultural Psychophysiology: Intercultural Semantics or the Quest for Real Meaning: Making Sense of All of It
1. A Unified Model of Culture and its Management: The Psycho-Physiological Axiomatic That Drives the Management of Cultural Diversity and Makes Sense of it
2. Die ursächlichen Triebkräfte hinter den kulturellen Dynamiken
3. Der metaphorische kulturelle Quanteneffekt und 36 weitere inter- und transkulturelle Managementinstrumente
Fazit: Von der Unsteuerbarkeit des Kulturellen zur kulturellen Souveränität und Freiheit des Menschen
Bibliographie

Vorwort- : Eine Anatomie-Psychophysiologie der Interkulturalität: Ihre Bedeutung für das interkulturelle Management. Eine Semiotik der kulturellen Diversität

Die kulturelle Diversität im weiteren Sinne ist eine der Haupttriebfedern zwischenmenschlicher und intergruppen Konfliktdynamiken. Möchte man sie beherrschen, so muss man die Natur der Diversität verstehen, um über die bestehenden Kausalzusammenhänge die Konflikte zu beherrschen zu suchen. Es erhebt sich aber auch die Frage, ob die Diversität an sich schon das Motiv und die Triebkräfte der Konfliktdynamik bereitstellt, oder ob noch andere Kräfte im Spiel sind, die aus der Diversität erst einen Casus Belli machen.

Zunächst ist der Begriff Kultur nuancierter zu verstehen, als es die interkulturellen Forscher bisweilen vereinfachend tun. Die vielfach anglo-amerikanisch inspirierten Modelle der kulturellen Unterscheidung erstreben simplistische Lösungen für tiefergreifende menschliche Sachverhalte und suchen dann alles über den Leisten dieser vereinfachenden Modelle zu schlagen. Obendrein wundert man sich dann, wenn die Menschen sich nicht an die Modell basierten Verhaltensprognosen halten, was sie ja, eingedenk ihrer statistischen Fundierug, geflissentlichst tun sollten.

Die Erkenntnis, dass Kultur und die Interkulturalität auf einer gewissen Ebene wertegesteuert ist, war schon immer mehr oder weniger implizit oder explizit, wenn auch in andere Begriffe gekleidet, vorhanden. Früher hießen sie Weltanschauung, Ideologie, Religion, Nationalität etc. Nun hat man die allgemeine historische und die Überlebens- und Problemlösungsherausforderung des Menschen in diversen natürlichen Kontexten als kulturelle Diversität konstituierend hinzugefügt und betrachtet deren diverse Gesamtprodukte als kompatibel oder inkompatibel. Es ist ein ziemlich quantitativ-mechanistischer Prozess ohne große Steuerungsmöglichkeit seitens der kulturellen Subjekte. Sie sind im wesentlichen Objekte, die vermeintlicher, ziemlich mechanistischer, Steuerung unterliegen. Es zementiert die menschliche Korsettierung in einem weiteren, nunmehr akademisch fundierten Kerker, statt ihn zu befreien und seine epochale Ursehnsucht nach Freiheit zu stillen, die menschliche Kulturen und Zivilisationen aller Zeiten und Breiten in ihrer schöngeistigen und erkentnisorientierten Kultur besingen und zelebrieren.

Kulturforscher lassen ihre Forschung sich häufig auf der Ebene des Wertedeterminismus und seiner Spielarten bewenden und scheuen aus Gründen der Komplexität oder der Spezialistentum vor einer umfassendere Herangehensweise an das, was Kultur insgesamt bedeutet und wo sie im menschlichen Wesen insgesamt hingehört, zurück. Doch die umfassende Erkenntnis der Natur der Kultur und ihre Ortung im menschlichen Wesen sind erforderlich, um ihre Bedeutung und Dynamik zu verstehen und somit über die vermeintlich tendenziell mechanistische Steuerung der Menschen durch seine kulturelle Bedingtheit hinauszugehen.

Eine differenzierte, ganzheitliche Wahrnehmung der Kultur lässt uns erkennen, dass die menschliche Identität, entsprechend seiner dreifältigen geistig-körperlich-seelischen Natur, ebenfalls auf mehrere interdependenten Ebenen beschreiben werden kann.

Die Anatomie der Diversität und Interkulturalität. Eine Semiotik der der kulturellen Diversität

1. Physische Dimensionen der Diversität und Interkulturalität:

Da ist zunächst der physische Mensch, den wir mit den physischen Augen wahrnehmen können und der aufgrund seiner biologischen DNA und verschiedener physischer Kontextfaktoren, ebenso verschiedene äußere Charakteristika aufweist.

2. Psychomentale Dimensionen der Diversität: Rational basierte Interkulturalität

Hier, auf der mental-kulturellen Ebene, hat sich die interkulturelle Forschung Verdienste erworben und die psychomentale Konditionierung statistisch basiert systematisiert. Die dynamische Gruppenzugehörigkeit mit der damit einhergehenden Werteprorisierung scheint hier eine Determinante für menschliche Verhaltensmuster zu liefern. Werte bedingen Einstellungen und Verhalten, wie es im bekannten Eisbergmodell veranschaulicht wird.

3. Archaische Dimensionen der Diversität. Der Nestgeruch:

Eine Art Diversitätsgeruchsinn im Menschen signalisiert ihm auf der prärational Ebene identischen und divergierenden Nestgeruch, der bei zu großer Abweichung als bedrohend und bei Kompatibilität als nichtbetrohend eingestuft wird. Dieser tiefgreifende Mechanismus wird auf der rationalen Ebene dann mental substantiiert und als interkulturelle Dialektik mit ihren verschiedenen Formen und Graden der Eskalierung erlebt. Siehe auch Punkt 6.

4. Physiologische Dimensionen der Diversität

Insbesondere aufgrund der sprachlichen und anatomisch-physiologisch-biologischen Diversität durch seine Abstammung erwirbt der Mensch unterschiedliche Körperschemata. Der Audio-psycho-phonologe A. Tomatis in Paris und andere haben sich mit der Bedeutung und der Dynamik des Körperschemas und insbesondere der Sprache befasst. Wenn das wesenhafte natürliche Schema alienierdenden Inputs ausgesetzt wird, so entstehen Konflikte im Menschen da er nicht außerhalb der Marge dessen, was er ist, integer bestehen kann. Wenn es also im interkulturellen Kontext zu Inkompatibilitäten der wesenhaften Schemata kommt, dann können sie von einem inneren Konflikt in einen äußeren interkulturellen Konflikt münden. Dieser Prozess wird natürlich ethnozentrisch, parochial verstärkt, wenn nur die eigenkulturellen Schemata als Maßstäbe zugelassen und die fremdkulturellen dabei ignoriert werden.

5. Energetische Dimensionen der Diversität

Eine weitere Ebene der menschlichen und auch kulturellen Diversität wurde eher in Asien erforscht und zwar in der Gestalt des Taiheki oder der energetischen Polarisierung des Menschen, die eine energetische Sprache und Systematik für das Verständnis intra- und interkultureller menschlicher Diversität bereitstellen. Hier wird zwischen innerer und äußerer menschlicher Struktur unterschieden, zwischen physicher Struktur einerseits und Polarisierungen der Lebensenergien des Menschen andererseits. Eine Typologie von etwa einem Dutzend innerer Strukturierungen werden unterschieden, die Verhaltenprädispositionen bedingen. Diese Systematisierung menschlicher Diversität ergänzt vorgenannte Ebenen der Diversitätsmodellierung im Menschen und kann dazu beitragen, diese zu nuancieren und Diversität besser zu verstehen. Siehe dazu folgende Einträge in mein „Transkulturelles Management Wörterbuch“, Grin Verlag. Es ergänzt die vielfach westlich geprägte interkulturelle Forschung, wenn auch in etrwas kryptisch anmutender östlicher Form.

Taiheki

Japanisch für physische Gewohnheiten; steht in Verbindung mit Seitai. Laut Itsuo Tsuda kann man hiermit die spontanen Tendenzen in verschiedenen Individuen verstehen. Kann als eine verhaltensbedingende Logik betrachtet werden. Individuen und Kulturen haben ihr Taiheki.

Europäische Ethnie

Die ethnische Gruppe der Völker Europas verbinden gemeinsame Charakteristiken. In der Systematik des Taiheki (siehe Taiheki) gehören sie insgesamt zum Typ 1, zerebral aktiv, unabhängig von den nationalen und individuellen Unterschieden. Darüber hinaus sind sie von einer gemeinsamen christlichen Religion, wie auch linguistischen Faktoren (konzeptuelle Sprachen versus nicht konzeptuelle Sprachen), sowie vom Rationalismus geprägt.

6. Prärationale Dimensionen der Diversität und Interkulturalität: Prä-logisch basierte Interkulturalität

(Ein Auszug aus meinem Buch „Integrales interkulturelles Management…“

EINS!

Der Rationalismus (Kartesianismus) eignet sich für die Lösung relativ statischer, materieller Probleme, während die dynamischeren menschlichen Phänomene eher dem Bereich des prälogisch-basierten Intuitiven und Spontanen zuzuordnen sind. Der Mensch ist eine Einheit und kann sich nur unvollkommen über seine Komponenten erklären lassen. Diese Einheit wirkt nichtdualistisch, nicht rational, sondern ganzheitlich unmittelbar, spontan und intuitiv – prälogisch! Kultur als menschliches Phänomen erfordert also die Einbeziehung und die Erkenntnis über die ganzheitlichen, dynamischen menschlichen Prozesse des Prälogischen.

Die geheimnisvolle Überschrift - EINS! - fasst den tieferen Sinn und, insbesondere für manchen westlichen Zeitgenossen, das Geheimnis der prälogisch basierten Erkenntnis (die dem Rationalen vorgeschaltete Wahrnehmung) und Handlung zusammen. Vermittels der die geistig-körperliche Dualität transzendierenden Einheit des Wesen, für den man den klassischen Sanskrit-sino-japanischen Begriff Dharmakörper (weder Geist noch Körper) in der Tradition des Fernen Ostens verwenden kann, kann die Transzendenz der geist-körperlichen Dualität erreicht werden.

Das von Haruchika Noguchi im Auftrag der japanischen Regierung geleitete Projekt der Systematisierung aller klassisch-medizinischen Behandlungsmethoden hat diesen Pionier auch zur Entwicklung des Taiheki (Wissenschaft der Polarisierung der Lebensenergie, siehe Eintrag im Fachwörterbuch, letzter Teil) und des Seitai (physiologischen Koordinierung) geführt. All diese Methoden konvergieren in dem Ziel die Einheit des Wesens herbeizuführen, die die spontanen Prozesse in jeder Hinsicht begünstigt. Es folgt eine natürliche Intelligenz, die die kartesianische umgeht. Was hat dies mit Japan zu tun. Itsuo Tsuda (+1986 in Paris), ein japanischer Anthropologe, der als Schüler von H. Noguchi und anderen Repräsentanten der japanischen Kultur, wie Morihei Ueshiba (Begründer des Aikido) und Herr Kanze (Noh, klassische Rezitation, Theater) in den sechziger Jahren in den Westen kam, erklärte dies mit der Tatsache, dass sich Japan geistesgeschichtlich, geographisch bedingt, außerhalb des Einflussbereiches der rationalistischen Philosophie des Westens befand und somit eine traditionelle, im Prärationalen gründende Philosophie beibehalten und kulturell inter alia durch die erwähnten Methoden für die Erkenntnis und Meisterung des Lebens kultiviert hat. Itsuo Tsuda sagte, dass es vier Generationen erfordern würde, um den westlichen Menschen zu seitaisieren, soweit hätten sich die kulturellen Modelle des Westens und seines Landes auseinanderentwickelt. Das deutet auf die Schwierigkeit im Verständnis, geschweige denn die Praktizierung einer prärational gesteuerten Philosophie der Handlung hin, die nicht dem inneren Schaltkreis der Wahrnehmung-Verbegrifflichung-Wille unterliegt, sondern Spontanität und Intuition basiert ist und ist eine Mahnung und Warnung für Leser, die ohne ausgesprochen berufene Lehrer irgendwelche fremdkulturelle Methoden praktizieren möchten, um sich vermeintlich zu verbessern!!! Und dennoch sind an sich alle kulturellen Präferenzen allen Menschen mehr oder weniger zugänglich – was bei großer kultureller Distanz, die die menschliche Physis und Psyche gleichermaßen tangiert, zunehmend schwierig wird.

Das traditionelle Leitmotiv dieser nordostasiatischen Kultur, die stark von der klassisch sinischen geprägt ist, ist also die Realisierung der Einheit des Wesen, die eine spontane Philosophie der Handlung ermöglicht. Wie kann man diese Ebene des Seins und Tuns verstehen? Itsuo Tsuda war einst in Tokio Trainer des Personals einer ausländischen westlichen Fluggesellschaft und versuchte den westlichen Menschen zu erklären, dass es in der traditionellen kulturellen Anschauung nicht so sehr darum geht, ob ein Fluggast ein Glas Whisky bekommt, wenn er ein Glas Wasser bestellt, sondern dass die klassische Wahrnehmung vielmehr an der Intention dessen ansetzt, der den Service anbietet. Die rationale Dialektik des Whiskys vs. Wasser etwa eines dem kartesianischen Kulturkreis entstammenden kulturellen Repräsentanten spielt eine der Intention untergeordnete Rolle. Das Tun wird an seiner Wurzel, der Intention und nicht auf der rationalen Ebene erfasst. Diese Perspektive gestattet einen spontanen Umgang mit kulturellen Belangen. Hier ist jedoch keine Imitation möglich. Allein die Entwicklung der Intuition, die sich kulturell bedingt häufig im toten Winkel zum kartesianischen Rationalismus befindet, kann diese prärationale Logik – also eine Logik oder Rationalität, die der Rationalität im westlich-kulturellen Sinne vorgeschaltet und nicht untergeordnet ist – fördern. Und die Einheit, Koordination und Sensibilisierung des integralen Wesens wirken in dieser Hinsicht förderlich. Ein Zitat des Zenpatriarchs Eno der sino-japanischen Kultur des neunten Jahrhunderts lautet:

Alle Maßnahmen sind Nichtmaßnahmen,

Welche Bedeutung haben sie schon im Lichte meiner Intuition.

(Übersetzung aus dem Französischen)

Und es verdeutlicht die kulturelle Präferenz der nicht-rationalistischen Kultur.

Die Normalisierung und Integration in die Einheit des Terrains ist also, etwas technisch gesprochen, der Schlüssel zur Entwicklung des prälogischen Potentials. Unter dem Blickwinkel des Leitmotivs der Einheit möchte ich im dritten Abschnitt dieses dritten Teils einen Text aus einem Guss in englischer Sprache verwenden, der die prälogische Weltanschauung illustriert und gleichzeitig dazu beiträgt, die prärationale-rationale-suprarationale Integration des Wesens und somit das transkulturelle Potential zusammen mit der damit einhergehenden Intelligenz zu fördern.

Im „ganzheitliche menschlichen Intelligenzmodell“ der angekündigten Erörterung sind die prärationalen, rationalen und suprarationalen Dimensionen des Menschen und seines Kulturmanagement bezogenen Potentials unter den Begriffen physisch, mentale und noetische Intelligenz integriert. Sie fördern eine echte transkulturelle Intelligenz, die das inter- und multikulturelle zu integrieren vermag. Das holistische menschliche Intelligenzmodell ist ein metaphorisches quantisches Intelligenzmodell in dem Sinne, dass es die komplementären Optiken des rationalen (mentalen), des prärationalen (somatisch-energetischen) und des suprarationalen (noetisch-transkulturellen) Bereichs in einer integrierten „superquantischen“ Optik integrieren kann. Dies ist eine Prämisse des integralen interkulturellen Managements. Und sie ist in der EINS einzigartig subsumiert. Diese EINS addiert sich mit jedem kulturell diversen Input immer wieder zu EINS. Darin besteht die Magie der Eins. Ist sie vorhanden, so beherrscht sie alle Spaltung und Dialektik und ist immer frisch, frei, und freudig! Sie optimiert die Performance des globalen Strategen und speist ihn direkt an der Quelle. Die kulturellen Verschmutzungen stromabwärts tangieren ihn nicht.

7. Suprarationale oder transkulturelle Dimensionen der Diversität und Interkulturalität

Dieser integrative bewusstseinsbasierte interkulturelle iversitätsmanagementansatz kann als Psychophysiologie der Interkulturalität und des interkulturellen Managements betrachtet werden. Er wird im folgenden Teil II eingehender erörtert

8. Metapsychische Dimensionen der Diversität und der Interkulturalität (Aus meiner Publikation „Integrales interkulturelles Management…“, Grin 2011)

DIE ZUKUNFT DER WELT DER KULTUREN – EIN MYSTISCHER LEIB DER MENSCHHEIT

Ich verfasse diesen Text in der Weihnachtszeit 2011 und beende ihn um Epiphanie (Fest der Erscheinung). Hier handelt es sich um eine Offenbarung, der Offenbarung des Erlösers, insbesondere den drei Weisen aus dem Morgenland gegenüber. Ihre Weisheit und ihre Kunst, die vorauseilenden Zeichen, die Sprache des Kosmos zu deuten, hat sie bereits in einen Zustand der hoffnungsvollen Erwartung versetzt. Nun erschien Ihnen ein mystisches Wesen in Person, um Ihnen die Geburt des Weltenerlösers kundzutun und ein Leitstern wies Ihnen den Weg zur Inkarnation Gottes in einem Stall in Bethlehem.

Kaspar, Melchior und Balthasar repräsentieren stellvertretend die Diversität des Menschengeschlechts: der eine negroid, der andere arabischer Erscheinung und der dritte eher kaukasisch. So will es die ausgestaltbare Symbolik des Weihnachtsrituals. Sie vereinen sich aus diversen Himmelsrichtungen kommend und synchronisieren sich über die suprarationale Dimension, vom Stern geführt, hinsichtlich des Weges und des Zieles, der Huldigung der Geburt des eingeborenen Sohnes des ewigen Vaters der gesamten Menschheit. Es ist eine schöne Metapher für die Integration von Diversität und Einheit: die kulturell und ethnisch diversen Weisen können vermittels ihrer Weisheit und dem einen Stern, der den einen richtigen Weg zur Fleischwerdung und menschlichen Gestalt der Einheit der gesamten Schöpfung, zum Gipfel der Einheit, der absoluten EINS des gesamten Universums, beschreiten.

Dieses zweitausend Jahre alte Geheimnis der Offenbarung enthüllt – und insofern ist es eine interkulturelle Epiphanie – die Lösung der Diversitätsbelange in der All-Einheit, die auch noch durch die physiologische Einheit des Wesens in der Kindgestalt unterstrichen wird. Werden die Menschen so EINS wie das Kind in der Krippe, dann haben sie Anteil an der alle Diversität veredelnde und adelnde, all-integrierende All-Einheit.

Nicht nur die Evolution hat die transkulturelle Lösung der Diversitätsfrage von Anbeginn teleologisch angelegt. Auch die Religion - und in diesem Fall die christliche Zivilisation - ist mit ihrer Geburt auf Diversität integrierende Einheit kosmischer Dimension angelegt. Unter dem Blickwinkel der Evolution und der Religion schwebt die absolute EINS seit Millionen und tausenden von Jahren im Raum und in der Zeit und wartet darauf, von den Menschen erkannt und realisiert zu werden. Wann wird diese Epiphanie (Offenbarung) Wirklichkeit werden? Warum tut sich der Mensch so schwer, dieses Geheimnis - die Magie der kosmischen EINS, wie sie die drei Magier erkannt und realisiert haben - zu erkennen? Mögen die Menschen aller Enden der Erde aufbrechen und dem vor ihnen herziehenden Stern der Einheit folgen!

Mystik! – Erinnert das nicht eher ans Mittelalter, etwas, dem die aufgeklärte säkularisierte Moderne nicht schon längst den Rücken gekehrt hat, statt an die Zukunft; eine Zukunft mit unendlich viel Licht aus Atommeilern, die die Oberfläche des Planeten von Pol zu Pol in ein elektrisches Lichtmeer mit zahllosen Artefakten verwandeln: Eine elektrisierte, elektrisierende, materialistische Welt als Ersatz oder Materialisierung eines inneren Lichtes, das die Mystik sucht, das eine wahre göttliche Licht, das den Mystiker mit dem Mysterium Tremendum vereinigt.

Mystik bedeutet also immer Vereinigung und Einheit - Einswerdung: Eins. Doch die wahre Mystik sucht das eine wahre Licht des Wortes, das das innere und das äußere Licht gleichermaßen hervorgebracht hat und nicht die vielen inneren Lichter des inneren Lichtmeeres. Das Licht Gottes hat aber auch nicht unmittelbar etwas mit dem elektrischen Licht zu tun, auf das die high-tech Zukunft setzt. Sie kann es nicht ersetzen. Wenn jedoch das innere Licht vom äußeren Licht abgekoppelt wird, und nur das äußere Licht gesucht wird, dann entsteht innen Dunkelheit und die lichtvolle Zukunft führt in die eigentliche Dunkelheit längst verflossener, vorchristlicher Zeiten.

Der mystische Leib ist eine direkte Manifestation des inneren Lichtes Gottes, das nicht in optischen Kategorien messbar ist, eine Kategorie, in der die fortschrittlichste Naturwissenschaft und Technik in der Gestalt der technisch-optischen Wissenschaften, der Quantenoptik, denkt, auf der zahllose zukunftsorientierte Errungenschaften beruhen. Jenes eine Licht des Wortes ist der Inbegriff des Lichts allen Lichtes, des reines, essentielles Seins. Licht und Dunkelheit sind hier nur Metaphern eines diese transzendierenden Prinzips, das der Mensch nicht artikulieren kann, durch das aber alles Licht entstanden ist.

Ausdrucksformen wie Licht Gottes oder wahres Licht, sowie mystischer Leib sind Kategorien, die man über die sichtbaren physikalisch-optischen und die biologischen sichtbaren Metaphern im rationalen Bereich zu erfassen sucht. Ihre wahre Erkenntnis erfordert jedoch ein umfassenderes Sensorium, das eher dem suprarationalen Bereich zuzuordnen ist

Der mystische Leib ist eine Gemeinschaft mystischer Natur, eine Einheit immateriell-materieller Art zwischen diversen Wesenheiten, ursprünglich die Integration der Glieder – der Gläubigen – des Leibes in einen differenzieren Leib mit Christus als dem alles integrierenden und krönenden Haupt. Die Ausdifferenzierung des integrierten Leibes bedarf der geistigen Energie des Logos, ebenso wie die Rebzweige mit der Frucht der Reben des Weinstockes mit seinem Wurzelwerk im Humus als Lebensspender bedürfen.

Licht im herkömmlichen Sinne ist eine untergeordnete Kategorie des Lebens an sich, geistig wie körperlich. Deshalb geht die Lichtmystik der Esoterik in die Irre. Sie ist im Bereich des Phänomenalen, das der Dualität unterliegt. Das wahre Licht hat keinen Schatten und keine Dualität, das Wort oder Christus oder Logos, das eine wahre Licht ist nicht der Dualität unterworfen – unwandelbar in alle Ewigkeit. Es kann nicht korrumpiert oder zersetzt werden. Wenn es nicht vorhanden ist, wird jedoch Dunkelheit um sich greifen, nicht die optische, sondern die geistige und erleuchtetes Denken und Handeln inmitten eines Meeres von elektrischem Licht wird finster und unheilvoll. Der atomare Lichtblitz ist wohl die groteskeste Form des höchsten Grades von Licht in seiner extremen Destruktivität, das heißt Licht als Dunkelheit.

Es ist also erforderlich über herkömmliche dualistische Formen des innerem, äußeren Lichts hinauszugehen, um das wahre Licht, das wahre Wort, das Leben selbst zu finden. Das ist der wahre mystische Leib des Lebens an sich, der sich – obschon wissenschaftlich zunehmend systematisierbar in seiner phänomenalen Spiegelung, allen menschlichen Kategorien entzieht aber dennoch lebbar, erfahrbar, wahrnehmbar ist.

Diese Erörterung muß sich vor dem Mysterium aller Mysterien, der eschatologischen Einheit beugen, die sich des diskursiven Verständnisses entzieht und nicht im rationalen Bereich systematisierbar ist. Hier sind suprarationale und prärationale Dimensionen gefragt. Den letzteren wollen wir uns nun zuwenden.

II. Intercultural Psychophysiology: Intercultural Semantics or an Inquiry into Deeper Meaning: Making sense of All of It.

1. A Unified Model of Culture and its Management: The Psycho-Physiological Axiomatic That Drives the Management of Cultural Diversity and Makes Sense of it.

Here follow two models:

1. “A synopsis of modern intercultural studies”, page 23, is a systematization of the paradigm shifts of the late twentieth century history of intercultural research that seem to replicate the hard science paradigm shifts
2. “The Transcultural Profiler“, page 24ff, is an architectural metaphor of the anatomy and physiology of the integrated global manager’s space of consciousness in the global management context. The dynamic of consciousness active in the anatomy of the architecture of consciousness of the global manager is derived from neurophysiologic research. More specifically it consists in the assumption of a physiological-psychological analogy in the sense that the twofold structural and functional integration in human neurophysiology is translated psychologically as a hierarchized logic of integration of the intercultural (C3) by the transcultural (C1).

C1 corresponds to the transcultural profiler levels D1-D3; C2 corresponds to the transitional levels between C1 and C3, i.e. to D4 – D5 and C3 corresponds to the intercultural levels D6 – D12 of the transcultural profiler architectural metaphor.

It means that, in analogy to neurophysiology, the superordinate structures of consciousness permit the integration of the hierarchically subordinate structures of consciousness. In that sense the transcultural domain (C1) subordinates the intercultural domain (C3) and C1 has therefore and integrative function for C3. This physiologically derived and quantum physically supported dynamic provides the key for the integration of any form of diversity in its underlying unity. Both are concomitant and represent functions of complementary levels of consciousness in general and culture awareness and consciousness in particular. Changing from one level of consciousness to another integrates diversity – a change from C3 to C1 -, or manifests diversity – a change from C1 to C3. Both appear to be actualizable potentialities of culture consciousness and therefore require an awareness of human consciousness and its dynamics or transcultural intelligence. Conscious awareness of complementary inter- and transcultural capabilities of human consciousness and its potential creativity are assumed to trigger a presumed metaphorical quantum effect that tends to codetermine the cultural context in accordance with the status of consciousness evolution of the cultural subject. That holistic understanding of man’s cultural universe with its two complementary aspects of diversity and its dialectics on the one hand and essential unity on the other hand provides a resource and the natural master key for a management of culture that meets the needs of global culture management of our increasingly global multicultural era. (The reiterated principle of an enhanced threefold holistic noetic-psychosomatic structure of man and its neurophysiologically derived axiomatic have been inspired by the late French cardiologist and consciousness researcher Dr. Thérèse Brosse whose publication “„La Conscience-Énergie: Structure de l’homme et de l’univers...“, Éditions Présence, Sisteron, France 1984 have been translated into German by the writer of this inquiry.

On the sea of life with its as yet unforeseeable cultural waves the compass of comprehensive cultural intelligence is of vital importance. It has the meaning and the function of a solid rock and anchoring. And with the derived quantum cultural formula based on the primacy of consciousness the solution of cultural questions seems to culminate in the nature and structure of the individual and its consciousness as the author of sociocultural conditions and processes.

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Details

Titel
Anatomie und Psychophysiologie der Interkulturalität
Veranstaltung
interkulturelles Management
Autor
Jahr
2013
Seiten
77
Katalognummer
V214193
ISBN (eBook)
9783656425861
ISBN (Buch)
9783656565857
Dateigröße
1903 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kulturcode Entschlüsselung, Diversitätsmanagement, interkulturelle Semiotik, interkulturelle Semantik, Anatomie und Psychophysiologie/Kultur, interkulturelles Management, Kulturelle DNA/Entschlüsselung
Arbeit zitieren
D.E.A./UNIV. PARIS I Gebhard Deißler (Autor), 2013, Anatomie und Psychophysiologie der Interkulturalität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214193

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