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Ernährungsstile als Schönheitspraktiken

Eine schichtspezifische Analyse anhand von Frauenzeitschriften

Title: Ernährungsstile als Schönheitspraktiken

Bachelor Thesis , 2012 , 57 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Birgit Zeyer (Author)

Social Studies (General)
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Das aktuelle Schönheitsideal westlicher Gesellschaften verlangt nach einem schlanken und jungendlichen Aussehen. Diese Vorstellung eines perfekten Körpers ist stets gebunden an historische und kulturelle Gegebenheiten und gestaltet sich immer wieder neu. Wie ist es zu der heutigen Idealvorstellung gekommen? Auf welche Weise wird diesem Bild von Schönheit nachgekommen?
Zweifelsohne spielen Ernährungsstile hierbei eine besondere Rolle. Die Nahrungsaufnahme verfolgt also neben der Grundversorgung zusätzliche Zwecke. Eine andere Funktion ist die Differenzierung gesellschaftlicher Gruppen voneinander. Abgrenzungen zwischen sozialen Schichten finden sich noch in zahlreichen weiteren Aspekten wieder, so auch im Gebiet des Aussehens.
Aufbauend auf die herausgearbeiteten dynamischen Beziehungen zwischen diesen drei Aspekten – Schönheit, Ernährung und soziale Schicht – wird in dieser Studie unterstellt, dass zwischen ihnen weitergehend eine triadische Verbindung besteht. Mithilfe von dargebotenen Ernährungsstilen in Frauenzeitschriften, die als Schönheitspraktiken gedeutet werden, wird diese These ausführlichst untersucht.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Schönheitspraktiken

2.1 Schönheit

2.2 Schönheitsideal

2.3 Optimierung des Selbst: Schönheitspraktiken

2.4 Schönheit und Macht

3 Ernährungsstile

3.1 Diäten

3.2 Umgang mit Essen

3.3 Essen und Macht

4 Soziale Schicht

4.1 Definition sozialer Schichten

4.2 Klassengeschmack nach Pierre Bourdieu

5 Empirische Analyse und Auswertung der Frauenzeitschriften

5.1 Einleitung

5.2 Methodisches Vorgehen

5.2.1 Soziale Schicht

5.2.2 Ernährung und Schönheit

5.3 Ergebnisse

5.3.1 Zeitschriften für Unter-, Mittel- und Oberschicht

5.3.2 Schichtspezifische Ernährungsstile als Schönheitspraktiken

5.3.3 Zusammenfassung

6 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Ernährungsstilen und Schönheitspraktiken in verschiedenen sozialen Schichten, analysiert anhand von Frauenzeitschriften, um aufzuzeigen, wie diese als Distinktionsmerkmale innerhalb moderner Gesellschaften fungieren.

  • Analyse von Ernährungsstilen als soziale Praktiken
  • Theoretische Fundierung durch den Schichtbegriff und Bourdieus Habitus-Theorie
  • Untersuchung von Frauenzeitschriften verschiedener Schichtzugehörigkeit
  • Interdependenz von Schönheit, Essen und sozialer Schicht
  • Rolle von Konsum und Geschmack bei der sozialen Distinktion

Auszug aus dem Buch

2.1 Schönheit

Der Begriff Schönheit ist nicht leicht zu fassen. Obwohl keine wissenschaftlich korrekte Definition vorhanden ist, gibt es Möglichkeiten, sich dem Begriff zu nähern. So hat Schönheit einen eindeutigen Gegenbegriff: Hässlichkeit. Schönheit ist also relational zur Hässlichkeit zu verstehen. Sie hat etwas mit einem ästhetischen Urteil zu tun, da jede Person in der Lage ist, jemanden oder etwas als schön oder nicht schön zu beurteilen. Trapp (2001, zitiert nach Posch 2009: 21) verfasst eine „Minimaldefinition des Schönen“, demnach das Schöne „die Leerformel für das Begehrte“ sei, „schön“ wird genannt, worauf sich die Wünsche des Menschen richten. Der Begriff der Schönheit ist kulturell bedingt und sei Degele zufolge von Attraktivität und von Schönheitshandeln abzugrenzen. Sie beschreibt Schönheit als „massenmedial produzierte und im Alltag relevante Auffassung von dem, was Schönheit als hegemoniale Norm im medial-öffentlichen Diskurs in Abgrenzung zum Nicht-Schönen oder Hässlichen ist oder sein soll“ (Degele 2004: 11). Hingegen sei Attraktivität geknüpft an die Darstellung und befinde sich zwischen den Komponenten „Körperschönheit“ und der Kompetenz sich darzustellen (Degele 2004: 11). Schönheitshandeln beschreibt wiederum einen Prozess, zielt auf Aufmerksamkeit, dient der Kommunikation und der Darbietung des Selbst zum Erhalt der eigenen Identität (vgl. Degele 2004: 10 f.).

Was in einer Gesellschaft als schön empfunden wird, ist einem stetigen Wandel unterworfen. Schönheitsideale sind kulturell konstruiert und abhängig vom jeweiligen gesellschaftlichen und historischen Kontext (vgl. Penz 2010: 14; Posch 2009: 24). Folgend wird genauer erklärt, wie das eingangs beschriebene aktuelle Schönheitsideal der Schlankheit und Jugendlichkeit entstanden ist und welche Hintergründe dazu führten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der körperlichen Optimierung im Kontext gesellschaftlicher Schönheitsideale und Vorstellung der Forschungsfrage.

2 Schönheitspraktiken: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Schönheitsbegriff, der Entstehung von Schönheitsidealen und der bewussten Optimierung des Selbst.

3 Ernährungsstile: Analyse von Diätverhalten, der Bedeutung des Essens im modernen Alltag und der symbolischen Machtausübung durch Ernährung.

4 Soziale Schicht: Theoretische Einordnung der Schichtmodelle sowie Darstellung von Bourdieus Konzept des Klassengeschmacks und des Habitus.

5 Empirische Analyse und Auswertung der Frauenzeitschriften: Praktische Untersuchung verschiedener Zeitschriften hinsichtlich ihrer Adressaten und der dort vermittelten Ernährungs- und Schönheitsideale.

6 Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der Hypothese über den Zusammenhang von Ernährungsstil, Schönheitspraktik und sozialer Schicht.

Schlüsselwörter

Schönheitspraktiken, Ernährungsstile, soziale Schicht, Frauenzeitschriften, Pierre Bourdieu, Distinktion, Körperbild, Diäten, Habitus, Konsumverhalten, Schönheitsideal, Klassengeschmack, gesellschaftliche Ungleichheit, Körpernormen, Identitätsstiftung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Ernährungsstile von Frauen als bewusste Schönheitspraktiken genutzt werden und wie diese Praktiken zur sozialen Distinktion zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft die Bereiche Soziologie, Ernährungswissenschaften und Medienanalyse, wobei insbesondere der Einfluss sozialer Schichten auf das individuelle Schönheitsideal beleuchtet wird.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Ernährungsentscheidungen in Frauenzeitschriften nicht neutral sind, sondern gezielt sozio-kulturelle Gruppen ansprechen und Grenzen zwischen sozialen Schichten aufrechterhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Analyse von Frauenzeitschriften, bei der die untersuchten Magazine durch Kriterien wie Preis, Werbeanzeigen und inhaltliche Schwerpunkte schichtspezifisch zugeordnet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Schönheit und Schichttheorien sowie eine detaillierte empirische Auswertung von sechs ausgewählten Frauenzeitschriften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Schönheitspraktiken, Distinktion, Habitus, Klassengeschmack, soziale Schicht und die symbolische Bedeutung von Ernährung.

Wie unterscheidet sich der Ernährungsansatz der Unter- von der Oberschicht?

In der Arbeit wird deutlich, dass die Unterschicht eher durch Diäten und eine Einseitigkeit bei der Ernährung geprägt ist, während in der Oberschicht Ernährung als Distinktionsmerkmal kaum thematisiert wird, da dort ein schlanker Körper als Habitus vorausgesetzt wird.

Welche Rolle spielt Pierre Bourdieu in dieser Analyse?

Bourdieu liefert mit seinem Konzept des Habitus und des Klassengeschmacks das theoretische Grundgerüst, um zu erklären, warum soziale Gruppen ihre Identität über Ernährung und Geschmack ausdrücken und abgrenzen.

Warum wurden gerade Frauenzeitschriften als Beispiel gewählt?

Frauenzeitschriften stellen ideale Untersuchungsobjekte dar, da sie einerseits spezifische soziale Milieus ansprechen und andererseits als Multiplikatoren für moderne Schönheitsideale und Ernährungsdiskurse fungieren.

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Details

Title
Ernährungsstile als Schönheitspraktiken
Subtitle
Eine schichtspezifische Analyse anhand von Frauenzeitschriften
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1.3
Author
Birgit Zeyer (Author)
Publication Year
2012
Pages
57
Catalog Number
V214222
ISBN (eBook)
9783656440765
ISBN (Book)
9783656441427
Language
German
Tags
Schönheit Ernährung soziale Schicht Frauenzeitschriften Schönheitspraktiken Ernährungsstile Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Birgit Zeyer (Author), 2012, Ernährungsstile als Schönheitspraktiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214222
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