Ernährungsstile als Schönheitspraktiken

Eine schichtspezifische Analyse anhand von Frauenzeitschriften


Bachelorarbeit, 2012
57 Seiten, Note: 1.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Schonheitspraktiken
2.1 Schonheit
2.2 Schonheitsideal
2.3 OptimierungdesSelbst:Schonheitspraktiken
2.4 SchonheitundMacht

3 Ernahrungsstile
3.1 Diaten
3.2 UmgangmitEssen
3.3 EssenundMacht

4 Soziale Schicht
4.1 DefinitionsozialerSchichten
4.2 KlassengeschmacknachPierreBourdieu

5 Empirische Analyse und Auswertung der Frauenzeitschriften
5.1 Einleitung
5.2 Methodisches Vorgehen
5.2.1 Soziale Schicht
5.2.2 Ernahrung und Schonheit
5.3 Ergebnisse
5.3.1 Zeitschriften fur Unter-, Mittel- und Oberschicht
5.3.2 Schichtspezifische Ernahrungsstile als Schonheitspraktiken.
5.3.3 Zusammenfassung

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Ehrenwortliche Erklarung

Anhang
Anhang 1: Empirische Analyse der Zeitschriften
Anhang 2: Analyse der Werbeanzeigen

1. Einleitung

Das heutige weibliche Schonheitsideal in westlichen Gesellschaften verlangt nach ei- nem schlanken, jugendlichen, fitten und authentischen Aussehen (vgl. Posch 2009: 86; Garner 1991: 13; Thies 1998: 64). Wirft man einen Blick in die Vergangenheit, wird man viele unterschiedliche Schonheitsideale finden. Vor allem Bilder und Kunstwerke aus vergangenen Epochen bieten eine gute Moglichkeit diese zu rekonstruieren1 (vgl. Grauer 1987: 128). Die Geschichte der Schonheit zeigt uns, dass die Vorstellung eines perfekten Korpers nie losgelost von historischen und kulturellen Gegebenheiten be- stand, sondern sich stets in einer dynamischen Wechselbeziehung mitjeweiligen Gesell- schaftsformen, okonomischer Situation, industriellem Fortschritt, Geschlechterpolitik und vielem mehr neu gestaltete (vgl. Posch 2009: 24 ff.). In diversen Epochen, in denen beispielsweise Nahrungsmangel ein grofies gesellschaftliches Problem darstellte, war ein rundlicher Korper die Idealvorstellung (vgl. Garner 1991: 13). Dieser sollte die Adeligen von den restlichen Gesellschaftsmitgliedern abgrenzen, welche wegen Le- bensmittelknappheit und harter korperlicher Arbeit einen solchen Korper nicht erlangen konnten.

Im ersten Kapitel wird beschrieben, wie es zum heutigen Schonheitsideal kam. Warum Schlankheit in der heutigen Zeit einen so hohen Status besitzt, wird ebenfalls in diesem behandelt. Schonheitsideale verschiedener Gruppen differenzieren sich u.a. aufgrund kultureller Unterschiedlichkeit. Deshalb bezieht sich die vorliegende Arbeit nur auf mo- derne Gesellschaften, worunter westliche Gesellschaften im 21. Jahrhundert zu verste- hen sind.

Eine weitere zu berucksichtigende Anmerkung: Obwohl sich heute auch immer mehr Manner Schonheitspraktiken bedienen, finden in dieser Arbeit nur Frauen Berucksichti- gung. Dies hat unterschiedliche Grunde. Das Schonheitsideal des weiblichen Korpers ist zierlich und schlank, bei Mannern wird ein schlanker, aber vor allem muskuloser Korper idealisiert (vgl. Merta 2003: 351). Dieser ist in hoherem Mafie durch Training als durch Ernahrungspraktiken erreichbar und spielt somit in diesem Kontext eine un- tergeordnete Rolle. Ernahrung als Schonheitspraktik, wie z.B. Diat halten, wird ofter von Frauen als von Mannern ausgeubt. ,,Schonheit, Schlankheit, Anmut und Jugend ha- ben fur Frauen [...] einen hoheren Stellenwert und bedeuten fur sie weitaus mehr als fur Manner die Sicherheit eines vertrauten Images“ (Thies 1998: 65). Mitunter aus diesen Grunden sollte diese Thematik geschlechtsspezifisch betrachtet werden.

Das Schlankheitsideal gilt heute fur den nackten Korper. Es ist vor allem die Technik der Manipulation, die als neuartig zu werten ist. Fruher nutzen z.B. Frauen Korsetts, um dem Schonheitsideal einer stark betonten Taille zu entsprechen. Heute hingegen ware eine Abhilfe durch Kleidung nicht ausreichend, weil sich dadurch der Korper nicht dau- erhaft verandert (vgl. Habermas 1997: 4). Es gibt aber nur begrenzte Moglichkeiten das Ideal einer schlanken Figur zu erreichen. Dazu zahlen spezielle Ernahrungsstile, Sport, die Hilfe von Medikamenten oder auch seit neuester Zeit medizinische Eingriffe wie Schonheitsoperationen. Diese Arbeit beschrankt sich auf die Analyse einer dieser Alter­natives den speziellen Ernahrungsstilen.

Es wird der Zusammenhang zwischen Schonheit und Nahrung erschlossen, also in wel- cher Form Ernahrungsstile - spezielles Essen, der Umgang mit Nahrung, die Motive, die Menge usw. - dazu genutzt werden, eine gewunschte Korperform zu erreichen. Schonheit als Motiv dieser Praktiken steht dabei im Mittelpunkt. Es werden also bei- spielsweise Methoden von Sportlerinnen, die aus Effizienzgrunden einen schlanken Korper anstreben, keine Beachtung finden. Dieser Arbeit liegt die Auffassung zugrunde, dass Ernahrung unter bestimmten Umstanden eine spezifische Schonheitspraktik dar- stellt. Ein soziologisch fundierter Zugang zu der Thematik Essen wird in Kapitel 2 ex- pliziert.

Fruher diente Fulle als Distinktion des Adels von der restlichen Gesellschaft (s.o.). Doch dient die Korperform auch noch heute zur Abgrenzung verschiedener Gruppen voneinander? Erste Hinweise darauf kann man Studien uber den Zusammenhang zwi­schen Untergewicht bzw. Ubergewicht und sozialem Status sowie Geschlecht, entneh- men. Demnach bestehen Korrelationen zwischen hoher beruflicher Position - vor allem der Frau - und Untergewicht; geringes Einkommen, geringe Ausbildung und geringer beruflicher Status und Ubergewicht (vgl. Posch 2009: 69). Andere ForscherInnen ent- deckten einen Zusammenhang zwischen sozialem Status und der Krankheit Anorexia nervosa2 und interpretierten diese infolgedessen als Oberschichtkrankheit (vgl. Bruch 1978).

Zur Beschreibung von Unterschieden in der Gesellschaft ist es notwendig, diese zu un- tergliedem. Dazu gibt es verschiedene Moglichkeiten: z.B. Klassen, Schichten oder Mi­lieus. Fur die Zwecke dieser Arbeit und insbesondere in Anbetracht der empirischen Untersuchung eignet sich am besten das Schichtmodell, da man mit diesem auf an- schauliche und kompakte Art und Weise gesellschaftliche Differenzen definieren kann. Es wird aber auch darauf hingewiesen, dass dieses Konzept unvollstandig ist und nicht alle Aspekte einbezieht. Trotzdem stellt es in diesem Kontext eine gute Moglichkeit dar, zu untersuchen, wie unterschiedliche Schichten der Gesellschaft mit Essensstilen als Schonheitspraktiken umgehen. Des Weiteren wird Bourdieus Konzept der Klassenun- terschiede, des Klassenhabitus und Klassengeschmacks (in erster Linie in Bezug auf Nahrungsmittel) zur Beschreibung und Erklarung helfen. Eine genaue Erlauterung des Schicht-Modells, sowie spezielle Aspekte Bourdieus Theorie, werden in Kapitel 3 be- handelt.

Mogliche Zusammenhange zwischen Gewicht und sozialer Schicht, sowie zwischen Er- nahrung und Schonheit, wurden bereits aufgefuhrt. Es gibt ebenso Verbindungen zwi­schen Essen und der sozialen Schicht. Bereits die sehr umfangreiche Studie von Bour- dieu aus dem Jahr 1979 zeigte, dass unterschiedliche Klassen einen unterschiedlichen Geschmack (auch in Bezug auf das Essen) haben. Nahrung und der Umgang damit dient demzufolge als Distinktion zu anderen, vor allem benachbarten, Klassen (vgl. Bourdieu 1982). Diese Abgrenzung kann mittels diversen Aspekten stattfinden. Das ,,was, wie, wo, wann und mit wem“ ist symbolisch besetzt und stiftet Identitat (Schirr- meister 2010: 105). Nicht jeder kann beispielsweise im Kreis hoher Politiker speisen, sich gelegentlich teuren Kaviar leisten oder kennt die angemessenen Verhaltensnormen in eleganten Restaurants. Diese verschiedenen Umgange reprasentieren einen gewissen Status, eine Schichtzugehorigkeit und dienen dem Erhalt gesellschaftlicher Unterschie- de.

Zwischen den drei aufgefuhrten Aspekten - Schonheit, Essen und soziale Schicht - be- stehtjeweils eine duale Verbindung. In dieser Untersuchung wird weitergehend von ei- nem dynamischen Dreieck-Modell ausgegangen, das die komplexen Zusammenhange zwischen diesen drei Faktoren veranschaulicht.

Das Ziel der empirischen Analyse ist es, die von unterschiedlichen Frauenzeitschriften angebotenen Ernahrungsstile als Schonheitspraktiken zu deuten. Diese sind aber, so lau- tet meine These, keinesfalls sozial und politisch neutral, sondern richten sich an klar de- finierten sozio-kulturellen Gruppen mit diversem okonomischen, symbolischen und kulturellen Kapital und halten Grenzen zwischen verschiedenen sozialen Schichten auf- recht.

Betrachtet man heutzutage die Regale in Buchhandlungen, findet man unzahlige Diat- Ratgeber. Ein Blick ins Internet offenbart zahlreiche Foren, in denen Diat-Tipps ausge- tauscht werden und auch auf den Titeln von Frauenzeitschriften sind Schlankheit, rich- tige Ernahrung oder Diat beliebte Themen. Essen als Methode, dem Schonheitsideal na- her zu kommen, z.B. in Form einer Diat, scheint heute fur Frauen eine Routine zu sein (vgl. Dolan 1996: 30). Aber es zeichnet sich eine deutliche Heterogenitat ab: Die Zeit- schriften behandeln die Thematik unterschiedlich.

Gerade Frauen- bzw. Modezeitschriften bieten eine optimale Moglichkeit, sich den zeit- gemaBen Umgang mit Schonheit und Nahrung genauer anzusehen und die dort herr- schenden Diskurse zu analysieren. Mithilfe der Frauenzeitschriften konnen die Aspekte schichtspezifisch betrachtet werden, da unterschiedliche Magazine verschiedene Ziel- gruppen ansprechen und sich der Umgang mit Schonheit und Nahrung stark unterschei- det. Es wurden sechs Zeitschriften - Bild der Frau; Frau von Heute; freundin; FUR SIE; VOGUE; ELLE - zur empirischen Untersuchung ausgewahlt. Jeweils zwei sollen dabei eine gesellschaftliche Schicht (Unter-, Mittel- und Oberschicht, der Reihenfolge nach auf die Zeitschriften zutreffend) reprasentieren. Schon ein erster Blick auf die Magazine ermoglicht eine grobe schichtspezifische Zuordnung, da sich bereits die Titelseiten (u.a. von der Aufmachung, vom auBeren Erscheinungsbild des Models und den Themenuber- schriften) deutlich voneinander absetzten. In Kapitel 4 soll die Analyse der ausgewahl- ten Frauenzeitschriften unter der genannten Fragestellung stattfinden.

Im Fazit gleiche ich meine Ausgangsthese mit den empirischen Befunden ab.

2. Schonheitspraktiken

2.1 Schonheit

Der Begriff Schonheit ist nicht leicht zu fassen. Obwohl keine wissenschaftlich korrekte Definition vorhanden ist, gibt es Moglichkeiten, sich dem Begriff zu nahern. So hat Schonheit einen eindeutigen Gegenbegriff: Hasslichkeit. Schonheit ist also relational zur Hasslichkeit zu verstehen. Sie hat etwas mit einem asthetischen Urteil zu tun, da jede Person in der Lage ist, jemanden oder etwas als schon oder nicht schon zu beurtei- len. Trapp (2001, zitiert nach Posch 2009: 21) verfasst eine ,,Minimaldefinition des Schonen“, demnach das Schone „die Leerformel fur das Begehrte“ sei, „>schon< wird genannt, worauf sich die Wunsche des Menschen richten“. Der Begriff der Schonheit ist kulturell bedingt und sei Degele zufolge von Attraktivitat und von Schonheitshandeln abzugrenzen. Sie beschreibt Schonheit als „massenmedial produzierte und im Alltag re- levante Auffassung von dem, was Schonheit als hegemoniale Norm im medial-offentli- chen Diskurs in Abgrenzung zum Nicht-Schonen oder Hasslichen ist oder sein soll“ (Degele 2004: 11). Hingegen sei Attraktivitat geknupft an die Darstellung und befinde sich zwischen den Komponenten „Korperschonheit“ und der Kompetenz sich darzustel- len (Degele 2004: 11). Schonheitshandeln beschreibt wiederum einen Prozess, zielt auf Aufmerksamkeit, dient der Kommunikation und der Darbietung des Selbst zum Erhalt der eigenen Identitat (vgl. Degele 2004: 10 f.).

Was in einer Gesellschaft als schon empfunden wird, ist einem stetigen Wandel unter- worfen. Schonheitsideale sind kulturell konstruiert und abhangig vomjeweiligen gesell- schaftlichen und historischen Kontext (vgl. Penz 2010: 14; Posch 2009: 24). Folgend wird genauer erklart, wie das eingangs beschriebene aktuelle Schonheitsideal der Schlankheit und Jugendlichkeit entstanden ist und welche Hintergrunde dazu fuhrten.

2.2 Schonheitsideal

In den folgenden Ausfuhrungen wird neben dem Begriff Schonheit oft der Terminus Schonheitsideal verwendet. Ein Ideal beschreibt etwas Vollkommenes, ein Musterbild, dem nachgeeifert wird und etwas Unubertreffliches. So bedeutet diese Bezeichnung in Verbindung mit Schonheit, dass es eine geschaffene Vorstellung davon benennt, was in einem speziellen Kontext (historisch und kulturell) als die Perfektion des Schonen er- achtet wird. Ideale beziehen sich auch auf die Tatsache, dass sie schwer, wenn nicht un- moglich, zu erreichen sind (vgl. Posch 2009: 24 f.).

Genau dies trifft auf das heutige Schonheitsideal zu. Der extrem schlanke Korper, die kleinen Huften, die schmale Taille, all das entspricht nicht dem naturlichen Korper der Frau (vgl. Thies 1998: 66). Der Umfang der Taille, wie es die in den Medien publik ge- machten perfekten MaBe 90-60-90 erfordern, entspricht der „eines viereinhalbjahrigen Kindes, wie MaBtabellen fur Kinderkleidung zeigen“ (Posch 2009: 86). Man konnte dies auch als einen Grund dafur erachten, dass Frauen mehr Diaten halten und in hohe- rem MaBe ihren Korper formen als Manner, da diese von Natur dem mannlichen Schon­heitsideal naher sind.

Aber die Unerreichbarkeit des Ideals zerstort nicht den Wunsch danach. Dies ist einer der Motoren der Diat-Industrie: Der Grund fur wiederholtes Diat halten liegt u.a. darin, dass es nicht funktioniert und der erwunschte Korper nicht, oder nur kurzfristig, erlangt wird (vgl. Dolan 1996: 31; Zitt 2008: 128). Trotzdem wird in den Medien immer wieder propagiert, dass heute jeder ,,seines Korpers Schmied“ ist und alles erreichbar ware, wenn man nur wollen wurde (Posch 2009: 200). Die angenommene Formbarkeit fuhrt zu bestimmten symbolischen Besetzungen von Korpermerkmalen: Dunnsein ist charak- teristisch fur Erfolg, Macht, Selbstkontrolle, Charakterstarke und Gesundheit; Dicksein fur Eigenschaften wie Faulheit und fehlende Selbstdisziplin (vgl. Dolan 1996: 32; Thies 1998: 64). Ubergewicht ist demnach verbunden mit einer Furcht vor sozialem Aus- schluss, welche wiederum zu dem Bedurfnis nach Kontrolle des eigenen Gewichts fuhrt (vgl. Rebane 2012: 216). Diese Thematik findet im folgenden Kapitel weitere Vertie- fung.

Die Schonheitsideale der Vergangenheit waren nicht so weit wie heute vom naturlichen Korper der Frau entfernt. Um einen Eindruck des stetigen Wandels zu vermitteln, folgen exemplarische Schonheitsideale vergangener Tage: In der Hoch- und Spatrenaissance (15. - 16. Jahrhundert) entsprachen rundliche Formen dem Schonheitsempfinden, wel­ches bezuglich der Uppigkeit im Barock (17. und Anfang 18. Jahrhundert) noch uber- troffen wurde. GroB und korpulent wurde somit in dieser Epoche als schon erachtet. Im Klassizismus (1770-1830) wurde Naturlichkeit angestrebt, ein ,,wohlproportioniert-an- tik[er]“ Korper war erstrebenswert (Grauer/Schlottke 1987: 147). Mit der Wende zur Romantik (Anfang 19. Jahrhundert) anderte sich auch das Schonheitsideal: Eine zer- brechlich dunne Taille gewann an Prestige, wobei ein groBer Busen zum Inbegriff weib- licher Schonheit wurde. In der Viktorianischen Ara (1850-1900) galt zwar nicht korpu­lent als perfekt, jedoch entsprachen wohlgerundete weibliche Formen dem Ideal. Dunn wurde hingegen als hasslich empfunden. Von der Jahrhundertwende bis heute wandel- ten sich die Schonheitsideale vergleichsweise oft. Rundliche Konturen galten in den 20er Jahren als schon. Bis zu den 60ern entsprachen lange Beine, eine schmale Taille und grofie Bruste dem Ideal und zum Ende der 60er Jahre wurden dunne Mannequins, wie z.B. Twiggy, zum Vorbild fur Schonheit (vgl. Grauer/Schlottke 1987: 131-159). Schonheitsideale entstehen immer in Wechselwirkung mit dem gesellschaftlichen, his- torischen und okonomischen Kontext. Posch (vgl. 2009: 25) bietet dafur einen plausi- blen, an der okonomischen Theorie orientierten, Erklarungsansatz, wonach der Wert durch Nachfrage steigt. Die Nachfrage wiederum wachst, sobald etwas sparlich vorhan- den ist3. In Bezug auf das Schonheitsideal bedeutet es den Wunsch nach Veranderung, sobald zu viele Menschen dem Ideal entsprechen, wobei dieser Wille von den Privile- gierten der Gesellschaft ausgeht. Diese bestreben die Sicherung ihrer Vormachtstellung und verfugen aufgrund ihres hoheren okonomischen, kulturellen und symbolischen Ka- pitals uber mehr Moglichkeiten, dem Singularen nachzukommen. Ein Beispiel, welches bereits in der Einleitung Beachtung fand, ist das Schonheitsideal der Uppigkeit. In Epo - chen des (Nahrungs-)Mangels stand Fulle fur Wohlstand und Reichtum. Hohere Stande, die im Besitz ausreichender Lebensmittel waren und wohlgerundete Korper besitzen konnten, grenzten sich mit dieser Korperform symbolisch von dem Rest der Gesell­schaft ab (vgl. Merta 2008: 364; Garner 1991: 13). Doch wie sieht das heutige Schon­heitsideal aus und wie ist es entstanden?

Das aktuelle weibliche Schonheitsideal zeichnet sich durch Schlankheit, Zierlichkeit, Jugendlichkeit, Fitness und Naturlichkeit aus (s.o.). Man kann aufierdem feststellen, dass sich der weibliche Idealkorper immer mehr dem mannlichen annahert. Fruher gal­ten Muskeln als unweiblich und zu mannlich, heute hingegen wertet man sie als sport- lich fit. Das Paradigma eines muskulosen, fettfreien Frauenkorpers beschreibt die Ni- vellierung der geschlechtsspezifischen Korperformen (vgl. Posch 1999: 69 f.; Thies s.66).

Wir leben in einer Zeit des Uberflusses. Man hat heute nahezu unbegrenzte Moglichkei- ten, sowohl in der Freizeitgestaltung, in der Wahl des Sportes als auch bei der Wahl der Nahrungsmittel (vgl. Straub/Chakkarath 2010: 4; Thies 1998: 53 f.). Das Besondere ist nicht der Besitz, sondern der Umgang mit diesen Moglichkeiten. Die nationale Verzehr- studie II belegt, dass heute die Mehrzahl der deutschen Burger ubergewichtig ist. 66,0% der Manner und 50,06% der Frauen haben einen BMI > 254 (vgl. Bundesministerium fur Ernahrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2008: 14). Dies liegt aber nicht nur an dem unbegrenzten Zugang zur Nahrung. Ein weiterer Grund dafur ist die ,,zu- nehmende Mechanisierung“ unserer Welt, mit der eine Minderung der korperlichen Ar­beit einhergeht (Merta 2008: 367).

Man kann Statistiken zur Bevolkerungsentwicklung und Altersstruktur entnehmen, dass die Zahl alterer Menschen (60 und alter) in den letzten 40 Jahren um 6,2% zugenom- men und die Zahljunger Menschen (bis 20 Jahre) um 9,6% abgenommen hat. So gibt es heute mehr Menschen uber 60 (25,9%) als unter 20 Jahren (18,8%) (vgl. Bundeszentra- le fur politische Bildung 2011). Das Schonheitsideal eines schlanken, sportlichen Kor- pers, eines jugendlichen Aussehens, entspricht somit genau den Aufierlichkeiten, die seltener vorhanden sind und in der heutigen Uberflussgesellschaft schwieriger erreich- bar sind (vgl. Merta 2003: 354). Diese Ergebnisse stutzen die Theorie, dass das an selte- nen Eigenschaften orientierte Ideal konstruiert wird, um die Distinktion oberer Schich- ten vom Rest der Gesellschaft zu sichern.

Die unbegrenzten Moglichkeiten sind nicht nur in der Lebensgestaltung vorhanden, sondern auch bei der Modifikation des eigenen Aussehens. Hier sind Schonheitsopera- tionen, Schlankheitskuren, Sport und ahnliches zu erwahnen. Im nachsten Abschnitt wird genauer auf Schonheitspraktiken eingegangen.

2.3 Optimierung des Selbst: Schonheitspraktiken

Es gibt viele Methoden der Optimierung des Aussehens, welche in dieser Arbeit als Schonheitspraktiken bezeichnet werden. Dazu gehoren kosmetische Behandlungen (wie das Benutzen gewisser Cremes, Haare farben o.a.), Kleidung, Handlungen der Kor- perhygiene (wie das alltagliche Rasieren oder Zahne putzen), Medikamente (Nahrungs- erganzungsmittel, Schlankheits-Pillen und ahnliches), medizinische Behandlungen und Eingriffe (von Botox-Behandlungen bis hin zu operativen Eingriffen), Sport zur Kor- performung oder gezielte Ernahrung.

Im Rahmen der Fragestellung wird die gezielte Nahrungsaufnahme als Schonheitsprak- tik genauer beleuchtet. Erst die bewusste Ernahrungsweise, die ein gewisses Aussehen zum Ziel hat, macht den Ernahrungsstil zu einer Schonheitspraktik.

Garner (vgl. 1991: 14) berichtet von Statistiken, die belegen, dass das Durchschnittsge- wicht von Frauen unter 30 in den letzten Jahren gestiegen ist. Daraus folgert er, dass ,,die Kluft zwischen Ideal und Realitat groBer geworden ist“ (Garner 1991: 14; vgl. auch Baumann 2009: 72). Man muss also jeden Tag an seiner Figur arbeiten, um dem schlanken Schonheitsideal entsprechen zu konnen, da ein so dunner Korper, wie bereits angesprochen, nicht der Natur der Frau entspricht. Kontrolle und Disziplin ist somit ei- nes der wichtigsten Charakteristika dieser Methode zur Verschonerung des Korpers. Dadurch, dass die Modifikation des Korpers in eigener Verantwortung liegt, entstehen (unter anderem) die negativen Zuschreibungen fur das Dicksein. Man fuhrt Korpulenz darauf zuruck, dass jemand zu faul sei an sich zu arbeiten oder kein Durchhaltevermo- gen besaBe. Schonheit und Gesundheit gelten heute als individuelle Verdienste und per- sonliche Entscheidungen (vgl. Posch 2009: 200). Mochte man nicht mit diesen negati­ven Eigenschaften identifiziert werden, entsteht der Zwang dem Schonheitsideal eines schlanken Korpers nachzukommen. Schlankheit wiederum ist unweigerlich an die Er­nahrung gekoppelt, da sie nur durch Sport nicht erreichbar ist. So fugen sich viele dem Diktat, die Ernahrung am Schlank-werden/-sein/-bleiben auszurichten. Ernahrung wird in der heutigen Gesellschaft zumindest fur Frauen nahezu zwangslaufig zur Schonheits- praktik:

„Es ist in unserer Gesellschaft schon soweit gekommen, daB wir es „normal“ finden, wenn Frau­en sich um ihr Gewicht Sorgen machen und fasten. Ein ,,normaler Lebensstil“ erfordert, daB wir unser Gewicht durch wiederholtes Fasten und durch korperliche Ubungen verandern“ (Dolan 1996: 30).

2.4 Schonheit und Macht

Zum Erhalt der sozialen Ordnung wollten sich die Herrschenden schon immer von den Beherrschten differenzieren. Dies gilt auch fur die Bereiche Mode und Schonheit. Gera- de bis in das fruhe 20. Jahrhundert waren die Ideale so konzipiert, dass sie nur von den Gutbetuchten der Gesellschaft umgesetzt werden konnten. Sobald die Mode anderen Standen zuganglich wurde, anderten die oberen Stande sie und grenzten sich somit wie- der von der Masse ab (vgl. Posch 2009: 62). Heute sind die Grenzen nicht mehr so un- uberwindbar. Trotzdem bleiben Selektionsmechanismen bestehen: Schonheitschirurgie oder der regelmaBige Fitnessstudio-Besuch sind z.B. Arbeitslosen oder allerziehenden Muttern wohl kaum (entweder aus finanziellen oder zeitlichen Ursachen) zuganglich. Heute dient der nackte Korper5 zur gesellschaftlichen Distinktion und Schlankheit wird nicht zuletzt aufgrund medialer Darstellungen extrem dunner Prominenter mit Erfolg, sozialem Aufstieg und Wohlstand verbunden (vgl. Dolan 1996:31; Posch 2009: 67 f.). Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie II belegen einen Zusammenhang zwischen so- zialer Schicht und Korpergewicht: Sie zeigen signifikante Unterschiede beim BMI zwi­schen den verschiedenen sozialen Schichten (vgl. Bundesministerium fur Ernahrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2008: 9).

Otto Penz (2008) untersuchte anhand zahlreicher Interviews ausfuhrlich den Zusam­menhang zwischen Schonheitspraktiken und sozialen Klassen6 und entdeckte dabei in- teressante Befunde. Er stellte fest, dass sich vor allem die Beweggrunde fur Schonheits­praktiken zwischen den sozialen Klassen unterscheiden: Der unteren Klasse geht es schlicht um ihr Aussehen, da sich die Menschen in ihr in hoherem MaBe uber AuBer- lichkeiten definieren. Die mittlere Klasse nimmt eine Zwischenposition ein, indem Schonheit auch von Innen heraus betrachtet und mehr Wert auf Gesundheit gelegt wird. Die Ernahrungsstile und Sport sind an gesundheitlichen Motiven orientiert. An dieser Stelle wird noch angemerkt, dass Schlankheit heute als ein Aspekt von Gesundheit be­trachtet wird und sich demnach beide Bereiche in gewisser Weise uberschneiden (vgl. Merta 2008: 364). In der oberen Klasse steht das personliche Wohlbefinden an erste Stelle und verdeutlicht die individuelle Freiheit von allgemeinen Ernahrungszwangen. Es wird betont, dass man sich nicht uber die Figur definieren wurde (vgl. Penz 2008: 185 ff.). In den Interviews verwiesen Angehorige der oberen Klasse auf eine ganz be- wusste Abgrenzung zu unteren Klassen und begrundeten dadurch auch manche ihrer Schonheitspraktiken (vgl. Penz 2008: 136).

An diesem Punkt wird bereits ein sehr interessanter Aspekt sichtbar: Obwohl in der un­teren Klasse hoheren Wert auf AuBeres und somit auch auf die Figur gelegt wird als in den oberen Klasse, zeigt die Statistik, dass Ubergewicht deutlich ofter in der unteren als oberen Schicht vertreten ist. Dies kann wieder auf Distinktionsmechanismen zuruckge- fuhrt werden: Die unteren Klassen streben scheinbar ein Schonheitsideal an, welches die oberen Klassen konstruiert haben und nicht dem Lebens- bzw. Ernahrungsstil ihrer Klasse entspricht.

Es zeigt sich ebenso in den Interviews ein deutlicher Antagonismus zwischen den eige- nen Einschatzungen und realen Schonheitspraktiken unterer Schichten: so betonen sie Naturlichkeit als erstrebenswert, nutzen aber Schminke in ausgepragter Form als Schonheitspraktik (vgl. Penz 2008: 191 f.).

3. Ernahrungsstile

3.1 Diaten

Das Diat halten als ein spezieller Ernahrungsstil scheint heutzutage vor allem unter Frauen ein alltaglicher Bestandteil des Lebens geworden zu sein. Eine Studie des Jahres 2007 aus Osterreich belegt, dass ca. 60% der Osterreicherinnen mindestens eine Diat gemacht haben und aufgrund von Bildern aus den Medien unzufrieden mit ihrem Ge- wicht sind (vgl. Zitt 2008: 126). In der nationalen Verzehrstudie II wurde festgestellt, dass 11,6% der Deutschen zum Zeitpunkt der Erhebung eine Diat gehalten haben7, wo- bei 4,9% davon Gewichtsabnahme als Motiv nannten (vgl. Bundesministerium fur Er­nahrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2008: 123 f.). Es gaben vor allem die alteren TeilnehmerInnen Erkrankungen als Grund der Diat an, wohingegen junge Frau­en (bis 24 Jahre) vor allem „Reduktionsdiaten“ hielten (Bundesministerium fur Ernah- rung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2008: 15). Diese Frauen nutzen Diaten als Schonheitspraktik und verfolgen damit das Ziel, dem Schonheitsideal eines schlanken Korpers nachzukommen.

Doch warum wird diese Form der Ernahrung heute so oft praktiziert? Zum einen liegt es wie bereits erwahnt daran, dass Diaten nicht funktionieren. Sie erwirken meist ein kurzes Abnehmen und ein darauffolgendes Zunehmen (bekannt unter der Bezeichnung Jo-Jo-Effekt), sodass das Bedurfnis nach einer Diat immer wieder neu aufkeimt (vgl. Posch 1999: 154). Zum anderen liegt es an der geschlechtsspezifisch verzerrten Korper- wahrnehmung. Es ist unter Frauen weit verbreitet, sich dicker einzuschatzen, als man in der Realitat ist. Der Ernahrungspsychologe Jeorg Diehl fand in einer Umfrage heraus, dass 72% der Frauen im Alter von 13 bis 25 zum Zeitpunkt der Erhebung nicht zufrie- den mit ihrem Gewicht waren und 35% der Frauen, die Idealgewicht besaBen, den Wunsch nach einer Gewichtsreduktion von mindestens 5 Kilogramm hegten (vgl. Posch 1999: 147 f.). Frauen scheinen groBe Unzufriedenheiten in Bezug auf ihren Korper, vor allem bezuglich ihres Gewichtes, zu besitzen. Dies bestatigt eine weitere Studie aus den Jahren 2004 und 2005: 10,8% der befragten 14-16jahrigen Madchen waren ubergewich- tig und 10,7% untergewichtig. Im auBersten Gegensatz dazu steht deren Korperbefind- lichkeit: Lediglich 4,3% schatzten sich als zu dunn ein, hingegen nahmen sich 47,5% der Madchen als zu dick wahr (vgl. Posch 2009: 145). Das Diat halten dient als Opti- mierungsmoglichkeit des eigenen Korpers.

3.2 Umgang mit Essen

Diaten waren in Zeiten des Nahrungsmangels nicht denkbar, da das Uberleben und ge- nahrt sein an erster Stelle standen. Der heutige Nahrungsuberfluss macht das Schlank- heitsideal und das Diat halten als Schonheitspraktik uberhaupt erst moglich (vgl. Posch 2009: 102). Doch es gibt noch weitere Faktoren, die zur heutigen Handhabung des Es- sens gefuhrt haben:

Habermas (1997: 2 ff.) erfasste drei Kategorien zur Analyse dieses Sachverhalts, an de- nen sich auch im Folgenden orientiert wird: „Verfugbarkeit von Nahrung“, die „De-Ri- tualisierung der Nahrungsaufnahme“ und „Neuartige Formen der Nahrungsaufnahme“. Verschiedene Faktoren fuhrten zur heutigen Verfugbarkeit von Nahrung. So ist erst seit vergleichsweise kurzem eine regelmaBige Versorgung der Bevolkerung moglich. Im Zuge der Industrialisierung stieg sowohl die Qualitat als auch die Quantitat von Lebens- mitteln und seit Mitte des 19. Jahrhunderts trat Hunger in westeuropaischen Gesell- schaf^en immer weiter in den Hintergrund. Ursachlich dafur sind u.a. die verbesserte In- frastruktur (in Bezug auf den Lebensmitteltransport), neuartige Konservierungsmetho- den und Massenproduktionen durch zunehmende Mechanisierung (vgl. Habermas 1997: 2 f.). Seit Ende der 90er Jahren werden allerdings manche dieser Methoden kritisiert. Die BSE-Krise konnte dabei als Ausloser f^r ein neu aufkeimendes Interesse an naturli- chen Lebensmitteln gelten. Im Zuge eines neuen Bewusstseins uber gesundheitliche Ri- siken industriell produzierter Lebensmittel und Gefahren fur die Umwelt (u.a. aufgrund langer Transportwege), erleben regionale Produkte oder Bio-Esswaren einen regelrech- ten Boom (vgl. Haufe 2012: 65 f.).

[...]


1 Hierbei ist anzumerken, dass erst ab der Fotografie und der Verbreitung von Medien Bilder als Rekon- struktion von Schonheitsidealen der Gesamtgesellschaft zu werten sind. Skulpturen und Kunstwerke aus vorherigen Zeiten wurden oft im Auftrag von Angehorigen der Oberschicht angefertigt und be- schreiben somit nur das Schonheitsideal der Wohlhabenden (vgl. Grauer 1987: 128).

2 Zur Definition: Anorexia nervosa (oder Magersucht) ist eine schwere multikausale, psychosomatische Storung, die sich durch extrem kontrolliertes Essverhalten, eine gestorte Wahrnehmung des eigenen Korpers, der ubermadigen Beschaftigung mit Gewicht und Nahrung auszeichnet. Es wird zwischen dem passiven/restriktiven Typ - Abmagerung durch Mangelernahrung - und aktiven/purging Typ - zusatzliches selbstinduziertes Erbrechen oder bzw. und Nutzung von Medikamenten - unterschieden (vgl. Jacobi, Paul, Thiel 2004: 3; Herpertz, Senf 1997: 8).

3 Dies ist darauf zuruckzufuhren, dass seltene Eigenschaften oder Gegenstande von oberen Schichten zur Differenzierung von anderen Schichten, denen nur ein begrenzter Zugang dazu moglich ist, ge- nutzt werden. Eine ausfuhrliche Beschreibung solcher Prozesse in Bezug auf Schonheit findet sich in Kapitel 2.4 ,,Schonheit und Macht“.

4 Zur Erlauterung des BMI: Der BMI, Body-MaB-Index, ist der Quotient aus dem Korpergewicht in kg und der KorpergroBe in Meter zum Quadrat: kg/m2. 1972 hat Ancel Keys, ein amerikanischer Ernah- rungswissenschafter, den BMI als MaBstab fur Adipositas (Fettleibigkeit) festgelegt (vgl. Muller 2007: 28). Die WHO, World-Health-Organization, teilt den BMI (in kg/m2) folgendermaBen in Bezug auf Ubergewicht, Normalgewicht, Untergewicht eines Erwachsenen ein: Untergewicht: BMI < 18,5; Normalgewicht: BMI 18.5-24.99; Ubergewicht: BMI > 25; Fettleibigkeit BMI > 30 (vgl. WHO 2006).

5 Die Tatsache, dass es gerade der nackte Korper ist, hat verschiedene Ursachen. Eine ist beispielsweise die veranderte Mode. Durch die immer knappere Kleidung konnen unerwunschte Korperstellen nicht mehr verdeckt werden.

6 Otto Penz nutzt Bourdieus Theorie als Ausgangspunkt seiner Untersuchungen und teilt, in Anlehnung an Bourdieu, die Gesellschaft in Klassen ein.

7 Wobei 13,5% der Frauen und hingegen nur 9,7% der Manner die Diat-Frage positiv beantworteten. Frauen zwischen 14 und 34 Jahren fuhren sogar ca. doppelt so viele Diaten wie gleichaltrige Manner durch (vgl. Bundesministerium fur Ernahrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 2008: 123).

Ende der Leseprobe aus 57 Seiten

Details

Titel
Ernährungsstile als Schönheitspraktiken
Untertitel
Eine schichtspezifische Analyse anhand von Frauenzeitschriften
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1.3
Autor
Jahr
2012
Seiten
57
Katalognummer
V214222
ISBN (eBook)
9783656440765
ISBN (Buch)
9783656441427
Dateigröße
718 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schönheit, Ernährung, soziale Schicht, Frauenzeitschriften, Schönheitspraktiken, Ernährungsstile, Gesellschaft
Arbeit zitieren
Birgit Zeyer (Autor), 2012, Ernährungsstile als Schönheitspraktiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214222

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