Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"

Literaturwissenschaftliche Analyse mit Bezug auf den Traum und die Realität


Hausarbeit, 2013

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Traum und die Realität in Schnitzlers Traumnovelle

3. Fridolins abenteuerliche Reise in die Nacht

4. Der Traum von Albertine

5. Die Traumdeutung von Arthur Schnitzler

6. Bezug zum Film Eyes wide shut

7. Fazit

8. Bibliografisches Verzeichnis

1. Einleitung

Der Autor des Werkes Traumnovelle, Arthur Schnitzler, wurde am 15.05.1892 in Wien geboren, wo er auch 1931 starb. Sein Vater war Arzt und jüdischer Herkunft, auch Schnitzler studierte ab dem Jahre 1879 Medizin in Wien.

1893 gründete Schnitzler seine eigene Praxis. Zu dieser Zeit war die Literatur aber schon Mittelpunkt seines Lebens. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne. Das Werk Traumnovelle erschien im Jahre 1926. Da die Novelle um die Jahrhundertwende erschien, galten noch bestimmte Wertvorstellungen und Normen. Aus diesem Grund verstand die Bevölkerung die Traumnovelle als unerhört und freizügig. Neben dem Symbol der Maske, spielt in dem Werk Schnitzlers der Traum eine außerordentliche Bedeutung. Ebenso wird der Realität eine erhebliche Rolle beigemessen. Der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit soll die Gleichstellung des Traumes mit der Realität sein. Der Titel Traumnovelle zeigt bereits, welche wichtige Rolle der Traum in dem Werk spielt. Im Jahre 1885 macht Schnitzler die Bekanntschaft mit Sigmund Freud. Beide teilen das Interesse für das Un- und Unterbewusste. Sigmund Freud beschäftigte sich mit der Traumdeutung, 1900 veröffentlichte er ein Buch dazu. Diese Arbeit beschäftigt sich damit, in welchem Zusammenhang der Traum Albertines mit den reellen Erlebnissen Fridolins stehen. Ebenso sollen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu dem Film Eyes wide shut untersucht werden.[1]

2. Der Traum und die Realität in Schnitzlers Traumnovelle

Nachdem man die Traumnovelle gelesen hat, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass sich der Traum von der Realität kaum unterscheidet. Beide Ebenen sind miteinander verbunden. Es verbinden sich der Schein und die Realität, diese sind geprägt von Wünschen, die verdrängt wurden und von geheimen Träumen. Diese geheimen Träume werden begleitet von Ereignissen, welche den Leser oft vor Rätsel stellen. Da diese rätselhaften Ereignisse ungeklärt bleiben, bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als zu ahnen. Mit Sicherheit kann man jedoch nichts wissen. Nichts scheint real zu sein, dennoch wird von dem Autor die Welt von Albertine und Fridolin so beschrieben. Der Grund dafür könnte sein, dass der Autor den unterdrückten Wünschen im Unterbewusstsein von Albertine und Fridolin eine gewisse Wahrhaftigkeit beimessen möchte. Diese Idee sollte man mit dem Hintergrund betrachten, dass Schnitzler sich sehr viel mit dem Unterbewussten beschäftigte. Man sollte dem Traum also eine größere Bedeutung beimessen. Dieser Gedanke ist durchaus legitim, denn mit der Traumdeutung Freuds war Schnitzler zu dem Zeitpunkt durchaus vertraut.[2] Bei genauerer Untersuchung der Novelle fällt auf, dass der Tag gegen die Nacht steht, die Liebe gegen den Trieb, die gesellschaftliche Ordnung gegen das Chaos oder aus der Sicht der Psychoanalyse, das Ich gegen das Es.[3] Während der Dänemarkreise wird zum ersten Mal deutlich, dass die Eheleute verborgene Wünsche und Träume haben. Diese dunklen Träume drohen ihre bisher intakte Welt zu zerbrechen. Albertine begegnet dem attraktiven Dänen im Hotel, ohne je ein Wort mit ihm gewechselt zu haben, würde sie ihre Tochter und ihren Ehemann für ihn verlassen. Sie sagte zu Fridolin: „Wenn er mich riefe – so meinte ich zu wissen – ich hätte nicht widerstehen können. Zu allem glaubte ich mich bereit; dich, das Kind, meine Zukunft hinzugeben, glaubte ich mich so gut wie entschlossen.“ Auch Fridolin war nicht gefreit vor einer erotischen Begegnung mit einem jungen Mädchen welchem er am letzten Urlaubstag am Steg begegnete. Das Schicksal wollte jedoch nicht, dass die Ehepartner anderen Geschöpfen verfallen und so reiste der Offizier ab, ohne, dass Albertine ihn je wiedersah. Das junge Mädchen vom Steg wies Fridolin mit einem flehenden Blick zurück. Dass das Ehepaar eine fortschrittliche Ehe führte, ist daran zu erkennen, dass sie dem Anderen von ihren heimlichen erotischen Begegnungen berichteten. Denn dies war für die damalige Zeit alles andere als normal. Trotz der fortschrittlichen Ehe, hielten sie an der konventionellen Rollenverteilung fest. Während Albertine für das Kind und den

Haushalt zu Hause blieb, ging Fridolin täglich seiner Beschäftigung als junger Arzt nach. Auch hatte Fridolin vor der Ehe mit Albertine bereits sexuelle Erlebnisse, während Albertine jungfräulich in die Ehe ging. Albertine äußerte: „Und wenn es auch mir beliebt hätte, zuerst auf die Suche zu gehen?“[4] Diese Frage Albertines sagt schon vieles über ihre geheimen Wünsche aus, was man in ihrem späteren Traum erkennen kann. Das Geständnis Albertines hat Fridolin sehr durcheinander gebracht. Er bekommt nun ein völlig anderes Bild von seiner Ehefrau. Nie hätte er gedacht, dass sie solche Wünsche hat. Von nun an gerät die Beziehung ins Wanken. Die Ehepartner zweifeln an der Treue des Anderen.[5]

[...]


[1] http://www.reclam.de/detail/978-3-15-018455-4 [gesehen: 26.02.2013 10:44]

[2] Michaela L. Perlmann: Arthur Schnitzler. Stuttgart, Metzler Verlag, 1987, S. 159

[3] William H. Rey: Arthur Schnitzler. Die späte Prosa als Gipfel seines Schaffens. Berlin, 1968, S. 99

[4] Arthur Schnitzler: Traumnovelle. Stuttgart, 2002, S. 12

[5] Arthur Schnitzler: Traumnovelle. Stuttgart, 2002, S. 13

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Arthur Schnitzlers "Traumnovelle"
Untertitel
Literaturwissenschaftliche Analyse mit Bezug auf den Traum und die Realität
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
11
Katalognummer
V214325
ISBN (eBook)
9783656426257
ISBN (Buch)
9783656432890
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
literaturwissenschaftliche, analyse, arthur, schnitzlers, traumnovelle, bezug, traum, realität
Arbeit zitieren
Sarah Langosch (Autor), 2013, Arthur Schnitzlers "Traumnovelle", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214325

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