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Die Liebeskonzeption ex negativo der Lassie Singers

Titel: Die Liebeskonzeption ex negativo der Lassie Singers

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Greta Schmidt (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

So wie Martin Parr in seinen Fotografien seine Bored Couples abbildet, so mag Christiane Rösinger; Frontfrau und Sprecherin der Lassie Singers die ihr so verhassten Pärchen sehen; kleinbürgerlich, spiessig, antisozial – ein längst überholtes Modell oder auch „Menschen, die wie Steine nebeneinander sitzen, die in Pizzerien verzweifelt das Besteck streicheln, um sich nicht anschauen und miteinander sprechen zu müssen.“1 In einer Gesellschaft in der eine Paarbindung -vor allem heterosexueller Natur- das Alltägliche, ein Singledasein eher ungewöhnlich erscheint, hält Rösinger mit ihrer Band und Texten dagegen. Diese Texte klingen meist so locker leicht und ironisch, wenn man jedoch genau hinhört entdeckt man darin die eigentlich recht eindeutige Botschaft: „Liebe ist nicht so wichtig wie man denkt“2.
[...]
1 Rösinger, Christiane: Liebe wird oft überbewertet. Frankfurt am Main 2012. S. 21ff.
2 Dra (Sony BMG) (Label): Liebe wird oft überbewertet (Track 2), In: Lassie Singers (Band): Hotel, Hotel (CD), 1996.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Berührungspunkte Lied und Lyrik

1.1. Lied und Lyrik von der Antike bis heute

1.2. Songtexte in der Populärmusik

1.2.1. Entwicklung der Populärmusik

1.2.2. Songtexte der Populärmusik

2. Der (moderne) Songtext in der literaturwissenschaftlichen Forschung

2.1. Problematik

3. Lassie Singers

3.1. Musik

3.2. Thematik

3.3. „Die Lassie Singers helfen dir“

3.4. Sei à gogo

3.5. Stadt, Land, Verbrechen

3.6. Hotel, Hotel

4. Exkurs: Begriffe

4.1. Single

4.2. Paar

4.2.1. Paardefinition der Lassie Singers

5. Liebe wird oft Überbewertet

5.1. Kritik an der Darstellung der Liebe in den Medien

5.2. Feministische Kritik an Beziehungsformen

6. Fazit

8. Anlagen

8.1. Liedtext Liebe wird oft überbewertet

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Liedtexte der Band Lassie Singers im Hinblick auf deren gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit romantischen Liebesidealen und bürgerlichen Lebensentwürfen. Dabei wird analysiert, wie die Band tradierte Rollenbilder dekonstruiert und das Konzept der „Paarbindung“ kritisch hinterfragt.

  • Intermediale Analyse von Musik und Text
  • Kritik an romantischen Liebesidealen und Monogamie
  • Analyse der Rolle der Frau in bürgerlichen Lebensformen
  • Deutung von Popmusik als gesellschaftspolitischer Kommentar
  • Untersuchung der Rezeption und literaturwissenschaftliche Verortung von Songtexten

Auszug aus dem Buch

1.1. Lied und Lyrik von der Antike bis heute

Der Begriff Lyrik leitet sich bereits vom griechischen lyrikos ab, was soviel heisst wie „zum Spiel der Leier gehörig“. Liedtext und Gedicht war ein und dasselbe: Gedichte wurden stets als Liedtexte gesungen und damit mündlich überliefert.

1624 legte Martin Opitz erstmals in der deutschen Literatur ein Regelwerk vor, in dem er schrieb, dass „geticht(e) [...] zur Music sonderlich [zu] gebrauchen“ seien. Er unterscheidet hier also Gedicht und Liedtext, brachte sie aber in einen unmittelbaren Zusammenhang miteinander in dem er die Vertonbarkeit der Gedichte besonders hervorhob.

Später anerkannte auch Gottsched, das Lied sei „Ursprung aller Dichtung“ woraufhin Johann Gottfried Herder einen umfassenden Lyrikbegriff formulierte und sich dabei am Volkslied orientierte, Goethe sammelte kurze Zeit später Ansatz Herders auf, Lyrik müsse Innerlichkeit ausdrücken, und fing an Volkslieder zu sammeln um sich in seinen „Sesenheimer Liedern“ davon inspirieren zu lassen. Man erkennt an seinen vielen Elegien und Balladen seine Vorliebe für sangbare Lyrik, was auch zur Folge hatte dass viele seiner lyrischen Werke gerne und oft sogar mehrfach vertont wurden. Der Erlkönig beispielsweise ist ein gutes Beispiel die Doppelfunktion eines Gedichtes als Text und aber auch als Lied.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in die Thematik der Liedtextanalyse und die kritische Auseinandersetzung mit der Band Lassie Singers im Kontext aktueller gesellschaftlicher Paarbindungs-Ideale.

1. Berührungspunkte Lied und Lyrik: Historischer Abriss über die Verbindung von Dichtung und Musik, von den antiken Ursprüngen bis hin zur Entwicklung der modernen Popmusik.

2. Der (moderne) Songtext in der literaturwissenschaftlichen Forschung: Diskussion über die Schwierigkeiten und Ansätze einer literaturwissenschaftlichen Analyse von Songtexten unter Berücksichtigung ihrer intermedialen Natur.

3. Lassie Singers: Porträt der Band, ihrer musikalischen Ausrichtung und inhaltlichen Schwerpunkte innerhalb ihres 10-jährigen Bestehens.

4. Exkurs: Begriffe: Definition und kritische Betrachtung der Begriffe „Single“ und „Paar“ im soziologischen sowie alltagssprachlichen Kontext.

5. Liebe wird oft Überbewertet: Detaillierte Analyse des gleichnamigen Songs als Kernstück der Untersuchung zur Dekonstruktion romantischer Ideale und gesellschaftlicher Konsumkritik.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die Lassie Singers als kritische Instanz innerhalb der Popkultur verortet.

8. Anlagen: Bereitstellung des vollständigen Liedtextes „Liebe wird oft überbewertet“ zur Dokumentation der Analysebasis.

Schlüsselwörter

Lassie Singers, Liedtextanalyse, Popmusik, Paarbindung, Liebesideal, Gesellschaftskritik, Feminismus, Intermedialität, Konsumkritik, Literaturwissenschaft, Lyrik, Songtext, Monogamie, Christiane Rösinger, Genderrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Werk der Band „Lassie Singers“ unter besonderer Berücksichtigung ihrer Liedtexte, um deren gesellschaftskritische Aussagen bezüglich Liebe und Partnerschaft zu entschlüsseln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Kritik an romantischen Liebesidealen, die Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft, die Dekonstruktion von Paarbildungen und die Funktion von Popmusik als politisches Medium.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass die scheinbar trivialen Texte der Band eine tiefgreifende philosophische und gesellschaftskritische Ebene besitzen, die traditionelle bürgerliche Lebensentwürfe in Frage stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein intermedialer Ansatz verfolgt, der literaturwissenschaftliche Textanalyse mit musikwissenschaftlichen Aspekten und soziologischen Theorien verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Lied und Lyrik), eine Bandvorstellung, eine Begriffsklärung sowie die konkrete Analyse ausgewählter Songs, insbesondere des Titels „Liebe wird oft überbewertet“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem Lassie Singers, Paarbindung, Gesellschaftskritik, Feminismus, Intermedialität und Liedtextanalyse.

Warum wird der Song „Liebe wird oft überbewertet“ besonders hervorgehoben?

Dieser Song dient als exemplarisches Beispiel für die Philosophie der Band, da er die bürgerliche Institution der Liebe radikal relativiert und als „nur einen Teilaspekt des Lebens“ dekonstruiert.

Wie stehen die Lassie Singers laut der Autorin zum Begriff „Paar“?

Die Band lehnt das bürgerlich-romantische Ideal der „Paarbindung“ als einengend und für die Frau als unterdrückend ab und kritisiert die gesellschaftliche Konditionierung auf dieses Lebensmodell.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Liebeskonzeption ex negativo der Lassie Singers
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,0
Autor
Greta Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
25
Katalognummer
V214344
ISBN (eBook)
9783656426844
ISBN (Buch)
9783656436324
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nein pfui teufel liebeskonzeption lassie singers
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Greta Schmidt (Autor:in), 2013, Die Liebeskonzeption ex negativo der Lassie Singers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214344
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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