Über Rose Ausländers Biografie zu sprechen, heißt immer auch über ihr Werk zu sprechen und andersherum. Im Laufe ihres Lebens schrieb sie unzählige Gedichte die sich mit Erlebten beschäftigen. Ihre Lieben, ihre traumatischen Erfahrungen während des zweiten Weltkrieges, ihre Reisen. Diese Hausarbeit soll sich mit ihrer Heimat, der Bukowina und dem Verlust dieser als Themen in Ausländers Schaffen beschäftigen.
Aufgewachsen in Czernowitz, einer Kulturstadt, lernt Rose Ausländer früh Künstler kennen und verkehrt in diesen Kreisen. „Warum schreibe ich? Vielleicht weil ich in Czernowitz zur Welt kam, weil die Welt in Czernowitz zu mir kam.“1
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1 Ausländer nach Witte, Bernd: Rose Ausländer. In: Arnold, Heinz Ludwig (Hrsg.):Kritisches Lexikon der deutschen Gegenwartsliteratur (KLG.) Bd.1. München: Verlag Bild& Text, 1992. S.2.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Hintergrundwissen
2. Die Bukowina in Rose Ausländers Werk
2.1. Darstellung
2.2. Bedeutung
3. Interpretationen
3.1. Zuvor
3.1.1. Äußere Form und Stilfiguren
3.1.2. Interpretation
3.2. Mutterland
3.2.1. Äußere Form und Stilfiguren
3.2.2. Interpretation
3.3. Bukowina I
3.3.1.Äußere Form und Stilfiguren
3.3.2. Interpretation
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die lyrische Auseinandersetzung Rose Ausländers mit ihrer Heimat, der Bukowina, sowie die Verarbeitung des Heimatverlustes und der Exilerfahrung in ihrem poetischen Schaffen.
- Biografischer Hintergrund und Prägung durch die Bukowina
- Darstellung und Bedeutung der Heimat in der Lyrik
- Textnahe Interpretation ausgewählter Gedichte (Zuvor, Mutterland, Bukowina I)
- Die Sprache als „Ersatzheimat“ und Mittel zur Identitätsfindung
- Wandlung der literarischen Stilmittel im Kontext des Exils
Auszug aus dem Buch
3.1. Zuvor
Eh die Zeit anfing
zwischen Himmel und Gras
ich lief unter Jubelgebell
zu schlummernden Weiden
Die Nachtigall weckte sie
eh die Zeit anfing
lernte ich fliegen
ich lernte nicht flog
mit dem Pruth
fischbefiedert
die Flügel im Fleisch
aus Luft
eh die Zeit anfing
Sommer
richtig wie der Atem
ein Schwalbenspiel
arglos
bis
der glückliche Hund
vergiftet im Garten lag
und Garten lag grau
in der vergifteten Luft
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Einführung in die Biografie und die zentralen Themen Heimat und Verlust im Werk von Rose Ausländer.
1. Hintergrundwissen: Darstellung des Lebenslaufs von Rose Ausländer unter Berücksichtigung prägender kultureller und historischer Einflüsse.
2. Die Bukowina in Rose Ausländers Werk: Analyse der ästhetischen Darstellung und der tieferen Bedeutung der Heimatlandschaft in ihrer Lyrik.
3. Interpretationen: Exemplarische Analyse der Gedichte „Zuvor“, „Mutterland“ und „Bukowina I“ hinsichtlich Form und Inhalt.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Lyrik als Mittel zur Konstruktion einer neuen Heimat in der Sprache.
Schlüsselwörter
Rose Ausländer, Bukowina, Czernowitz, Heimat, Heimatverlust, Exillyrik, Identität, Sprache, Lyrikanalyse, Gedichtinterpretation, Judentum, Kindheit, Exil, Metaphorik, Sprachheimat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Aufarbeitung der Herkunft und des Heimatverlustes durch die Lyrikerin Rose Ausländer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Konzepte von Heimat, Exil, Identität und die zentrale Bedeutung der deutschen Sprache für die Autorin.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Es soll aufgezeigt werden, wie Ausländer in ihren Gedichten die verlorene Bukowina imaginiert und durch das Schreiben eine neue, sprachliche Heimat findet.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse angewandt?
Die Autorin verwendet eine textnahe, hermeneutische Gedichtinterpretation, ergänzt durch biografische Kontextualisierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung und die detaillierte Interpretation der drei ausgewählten Gedichte inklusive deren formaler und inhaltlicher Analyse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Heimat, Bukowina, Exil, Sprachheimat, Identitätsfindung und poetische Metaphorik.
Welche Rolle spielt der Pruth im Gedicht „Zuvor“?
Der Pruth fungiert als geografisches Symbol der Kindheit, das durch das Neologismus-Motiv „fischbefiedert“ mit der Natur verbunden wird.
Wie unterscheidet sich die Darstellung des „Mutterlandes“ vom „Vaterland“?
Das „Mutterland“ dient als Alternative zum zerstörten „Vaterland“ und wird eng mit der Muttersprache verknüpft, die das lyrische Ich nach traumatischen Erlebnissen neu besetzt.
- Quote paper
- Greta Schmidt (Author), 2012, Rose Ausländer und ihre Bukowina, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214347