Beginnend wird die Theorie der 'bürgerlichen Gesellschaft' näher betrachtet, mit besonderen Augenmerk auf den Trägergruppen und deren Strukturmerkmalen. Folgend wird die Organisation 'Toastmasters International' vorgestellt, als ein Beispiel von Rhetorik Clubs. Danach erfolgt die Erprobung und Beweisführung der 'Toastmasters International' als Phänomen der 'bürgerlichen Gesellschaft'. Dafür wurde eine Fallstudie exemplarisch bei den Adlershof Toastmasters durchgeführt, die in diesem Part Einfluss findet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die soziologische Theorie der 'bürgerlichen Gesellschaft'
2.1. Wirtschaftsbürgertum
2.2. Bildungsbürgertum
2.3. Vereinsbürgertum
3. Phänomen: 'Toastmasters International'
4. Erprobung
4.1. Wirtschaftsbürgertum und 'Toastmasters International'
4.2. Bildungsbürgertum und 'Toastmasters International'
4.3. Vereinsbürgertum und 'Toastmasters International'
5. Fazit
6. Bibliographie
7. Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Organisation 'Toastmasters International' als Rhetorik-Club ein Phänomen der neueren soziologischen Theorie der 'bürgerlichen Gesellschaft' darstellt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob sich die Prinzipien und Strukturen der 'bürgerlichen Gesellschaft' in den Aktivitäten und der Organisation der Toastmasters widerspiegeln.
- Analyse der soziologischen Theorie der 'bürgerlichen Gesellschaft' und ihrer Trägergruppen.
- Untersuchung der Strukturmerkmale von Wirtschaftsbürgertum, Bildungsbürgertum und Vereinsbürgertum.
- Vorstellung von 'Toastmasters International' als Non-Profit-Organisation zur Förderung der Rhetorik.
- Empirische Erprobung der These anhand einer Fallstudie der 'Adlershof Toastmasters'.
Auszug aus dem Buch
2.1. Wirtschaftsbürgertum
Die Bourgeoise beziehungsweise das Wirtschaftsbürgertum bezeichnet ursprünglich den Einwohner einer bourg. Die Bewohner damals galten als 'frei', „[...] Frei von den Verpflichtungen, die das soziale Bindemittel und den wirtschaftlichen Zusammenhang des Feudalsystems bildeten“ (Balibar/ Wallerstein, 1990, 167). Der Bourgeois war kein Bauer, Leibeigener und gehörte auch nicht dem Adel an. Vielmehr bildete die Bourgeoise die 'Mittelschicht' (Balibar/ Wallerstein, 1990). Ein Bourgeois galt als gut betucht, da er „[…] bestimmte Konsumtionsmöglichkeiten (ein Lebensstil) und Investitionsmöglichkeiten (Kapital) […]“ (Balibar/ Wallerstein, 1990, 168) besaß.
Die Hauptressource des Wirtschaftsbürgertums ist das Geld beziehungsweise das Kapital. Simmel spricht dem Geld eine grundlegende kulturphilosophische Bedeutung zu, welche dem Individuum das Freisein von den unmittelbaren Beziehungen mit den Dingen ermöglicht (Kim, 2002). Nach Simmel ermöglicht das Geld eine Tauschbeziehung „unter absoluter Reserve alles Persönlichen und Spezifischen“ (Kim, 2002, 118).
Der zentrale Lebenswert an dem sich der moderne Wirtschaftsmensch orientiert ist für Sombart (1988) der Erwerb und das Geschäft. Der Bourgeois strebt nach hohem Erwerb und das Geschäft wird dabei als Kapitalsteigerung angesehen. Die Aufgabe der Bourgeoise ist das Erobern, Organisieren, Verhandeln, Spekulieren und Kalkulieren, um unter Einsatz geringst möglicher Kosten den größtmöglichen Erwerb/ Erfolg zu haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Rhetorik als Disziplin und die Entwicklung des Begriffs 'bürgerliche Gesellschaft' als Leitkategorie der Gegenwart.
2. Die soziologische Theorie der 'bürgerlichen Gesellschaft': Darstellung der Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft aus der okzidentalen Stadt und Einteilung in drei zentrale Trägergruppen.
3. Phänomen: 'Toastmasters International': Vorstellung der Organisation Toastmasters International, ihrer Geschichte, ihres Trainingsprogramms und ihrer Zielsetzung der Förderung öffentlicher Rede.
4. Erprobung: Überprüfung der Eingangsthese anhand einer Fallstudie der 'Adlershof Toastmasters' im Kontext der drei Trägergruppen.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung, die bestätigt, dass 'Toastmasters International' als Rhetorik-Club den Prinzipien der 'bürgerlichen Gesellschaft' entspricht.
Schlüsselwörter
Bürgerliche Gesellschaft, Wirtschaftsbürgertum, Bildungsbürgertum, Vereinsbürgertum, Rhetorik, Toastmasters International, Kommunikation, Führungskompetenz, Sozialkapital, Selbstbildung, Leistungsgesellschaft, Ehrenamt, Fallstudie, Vereinswesen, Selbstbestimmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretische Einordnung von Rhetorik-Clubs, speziell der Organisation 'Toastmasters International', in das soziologische Konzept der 'bürgerlichen Gesellschaft'.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Analyse konzentriert sich auf die drei Trägergruppen der bürgerlichen Gesellschaft: das Wirtschaftsbürgertum, das Bildungsbürgertum und das Vereinsbürgertum sowie deren Wechselwirkung mit der Organisation Toastmasters.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Rhetorik-Clubs wie 'Toastmasters International' wesentliche Merkmale und Prinzipien der bürgerlichen Gesellschaft (wie Autonomie, Selbstbildung und Engagement) verkörpern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse wurde eine qualitative Fallstudie bei den 'Adlershof Toastmasters' durchgeführt, um die Relevanz der theoretischen Konzepte in der Praxis zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die soziologischen Grundlagen der drei Bürgertumstypen erörtert, gefolgt von einer detaillierten Erprobung, wie 'Toastmasters International' diese Typologien in der Praxis bedient.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind 'bürgerliche Gesellschaft', Rhetorik, Kommunikation, Selbstbildung und soziale Netzwerke im Vereinswesen.
Welche spezifische Rolle spielt das 'Wirtschaftsbürgertum' bei Toastmasters?
Die Arbeit zeigt, dass Rhetorik als Instrument der Überzeugung und Verhandlungsführung direkt die Effizienz am Markt steigert und somit als notwendiges Kapital für das Wirtschaftsbürgertum fungiert.
Wie trägt Toastmasters zum 'Bildungsbürgertum' bei?
Durch den hohen Anspruch an Selbstbildung, professionelle Standards in den Handbüchern und die ständige Reflexion wird der bildungsbürgerliche Anspruch auf Selbstverwirklichung und Welterschließung erfüllt.
Was bedeutet die 'Krafttankstelle' im Kontext der Toastmasters-Mitglieder?
Dieser Begriff wird in der Fallstudie verwendet, um auszudrücken, dass das Vereinsleben für die Mitglieder einen Ausgleich zum fordernden Berufsalltag bietet und neue Energie durch sozialen Austausch freisetzt.
- Quote paper
- Julia Möser (Author), 2012, 'Toastmasters International'. Ein Phänomen der 'bürgerlichen Gesellschaft', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214377