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Körper, Raum und Handlung. Die Künstlerin Marina Abramovic in ihrer Entwicklung

Title: Körper, Raum und Handlung. Die Künstlerin Marina Abramovic in ihrer Entwicklung

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 13 Pages

Autor:in: Doreen Mehner (Author)

Art - Installation / Action/Performance Art / Modern Art
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In einem Referat im Hauptseminar über Marina Abramovic stellte ich viele ihrer Performances vor, die sie teils allein ausführte und teils mit Ulay zusammen machte. Da viele der körperbezogenen / körperzerstörenden Performances auf Unverständnis der Kommilitonen stießen, und Fragen nach dem Sinn und Ziel dieser aufkamen, möchte ich in dieser Verschriftlichung des Referats neben den Beschreibungen der Aktionen auch versuchen, diese Fragen zu beantworten, indem ich eigene Aussagen Marina Abramovics mit einbeziehe. Wichtig für ein tieferes Verständnis ihrer Arbeit sind auch biographische Kenntnisse über die Künstlerin, denn künstlerisches Handeln ist oft Mittel zur Bewältigung und Verarbeitung bestimmter persönlicher Erlebnisse. Der Schwerpunkt der Arbeit wird auf Marina Abramovic liegen. Dabei möchte ich versuchen, den Zusammenhang zwischen ihrer Biographie und ihrer künstlerischen Veränderung und Entwicklung aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografische Hintergründe

3. Soloperformances (1973 – 1975 in Serbien)

4. Abramovic – Ulay (1976 – 1988)

4.1. Phase 1: “Relation Works” (1976 – 1980)

4.2. Phase 2 (1980 – 1988)

5. Soloperformances

6. Zitate

7. Schluss

8. Literaturangaben

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Werk von Marina Abramovic mit Fokus auf die enge Verknüpfung von persönlicher Biografie, körperlichen Grenzerfahrungen und künstlerischer Ausdrucksform. Ziel ist es, den Sinn und die Zielsetzung ihrer oft als körperzerstörend wahrgenommenen Performances zu ergründen und die Entwicklung von den frühen Soloperformances hin zu den Gemeinschaftsarbeiten mit Ulay zu beleuchten.

  • Biografische Prägung und persönliche Entwicklung der Künstlerin
  • Die Rolle des Körpers als primäres Material in der Performance-Kunst
  • Grenzüberschreitung und Bewältigung von physischem und psychischem Schmerz
  • Die Dynamik zwischen Künstlern und dem Publikum (Energiedialog)
  • Gemeinschaftsperformances und die Untersuchung polarer Kräfteverhältnisse

Auszug aus dem Buch

Soloperformances (1973 – 1975 in Serbien)

Es stellt sich vorerst die Frage, warum Marina Abramovic gerade die Performance als künstlerisches Ausdrucksmittel verwendet. Ich denke, dass die Antworten schon in den Eigenschaften der Performance selbst zu finden sind. Denn bei dieser Form des Ausdrucks kann der eigene Körper als Material dienen. Im Experiment mit dem eigenen Körper und Geist und dem Austesten eigener physischen und psychischen Grenzen sowie in der Überschreitung dieser liegt meiner Meinung nach der Reiz der Performance. Es findet eine direkte geistige und körperliche Identifikation im Vollzug der Handlung statt. Die Performance ist ein Zusammenspiel von Körper, Raum und Handlung, sowie Rezipient. Alle diese Faktoren sind nur einmal in der selben Konstellation gegeben, nämlich zum Zeitpunkt der Performance selbst. Die Performance ist vergänglich. Ich könnte mir vorstellen, dass Marina Abramovic aus diesen Merkmalen der Performance heraus, zu dieser Ausdrucksform gelangte. Sie scheint mit ihren ersten Soloperformances die Extremitäten, die in Jugoslawien herrschten, aufzugreifen und versuchen, zu kompensieren.

In den Jahren 1973 bis 1975 fanden in Serbien die ersten Soloperformances Marina Abramovics, die so genannten „Rhythms“, statt. Die meisten dieser Performances schlossen die Möglichkeit der körperlichen Verletzung, Erschöpfung oder sogar Tötung mit ein. Bei „Rhythm 2“ (1974) nahm Marina Abramovic 2 verschiedene Medikamente ein: Das Erste gegen Katatonie, um die Körperhaltung zu verändern und ein Zweites gegen Schizophrenie, um zu beruhigen. Daraufhin fiel sie in Ohnmacht. Auch mit einer Ohnmacht endete „Rhythm 5“, wobei sie sich Haare, Finger- und Zehennägel schnitt, diese auf die Ecken eines großen Sternes aus Holz legte, ihn anbrannte und sich hineinlegte, bis das Feuer den Sauerstoff im Inneren des Sternes aufgebraucht hatte. Sie wurde von einem Arzt aus dem Publikum gerettet, als das Feuer ihr Bein erfasste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation der Autorin, die Hintergründe der oft unverständlich wirkenden körperbezogenen Performances von Marina Abramovic zu analysieren.

2. Biografische Hintergründe: Dieses Kapitel zeichnet die Lebensgeschichte Abramovics nach, von ihrer Kindheit in Belgrad bis hin zu ihrer frühen Hinwendung zur Malerei und ersten Klanginstallationen.

3. Soloperformances (1973 – 1975 in Serbien): Hier werden die frühen „Rhythm“-Performances analysiert, bei denen die Künstlerin bewusst physische und psychische Grenzbereiche auslotete.

4. Abramovic – Ulay (1976 – 1988): Dieser Abschnitt widmet sich der Arbeits- und Liebesbeziehung der beiden Künstler und der daraus entstandenen Gemeinschaftsperformances.

4.1. Phase 1: “Relation Works” (1976 – 1980): Fokus auf die gemeinsame Arbeit, die Ausdauer, Grenzerfahrungen und die Polarität der Geschlechter thematisiert.

4.2. Phase 2 (1980 – 1988): Untersuchung der Einflüsse von Reisen zu den Aborigines und die meditative Phase, die im „Great-Wall-Project“ gipfelte.

5. Soloperformances: Betrachtung der späteren Phase ab 1989, in der die Themen Energie, Materialsymbolik und die Aufarbeitung der Vergangenheit durch „The Biography“ im Zentrum stehen.

6. Zitate: Eine Zusammenstellung zentraler Aussagen der Künstlerin zu Kunst, Gesellschaft und Existenz ohne weiteren Kommentar.

7. Schluss: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema und beschreibt, wie die Analyse ihr Verständnis für Kunst nachhaltig erweitert hat.

8. Literaturangaben: Auflistung der im Referat verwendeten Quellen und weiterführenden Literatur.

Schlüsselwörter

Marina Abramovic, Ulay, Performance-Kunst, Körper, Grenzerfahrung, Energie, Biografie, Rhythm, Relation Works, Great-Wall-Project, Bewusstsein, Schmerz, Identität, Körperlichkeit, Kunsttheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit verschriftlicht ein Referat über das Werk von Marina Abramovic und untersucht, wie die Künstlerin ihren eigenen Körper als Material nutzt, um persönliche Erlebnisse zu verarbeiten und psychische sowie physische Grenzen zu überschreiten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Biografie der Künstlerin, der Entwicklung der Performance-Kunst von den 1970er bis in die 1990er Jahre, der Bedeutung des Publikums als Energiedialog-Partner sowie der Zusammenarbeit mit Ulay.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Sinnhaftigkeit und den tieferen Hintergrund der oft extremen körperbetonten Aktionen der Künstlerin zu verdeutlichen und den Zusammenhang zwischen ihrem Leben und ihrer künstlerischen Entwicklung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine biografische und werkanalytische Methode, indem sie Performances anhand von Interviews, Primärquellen und theoretischen Einordnungen interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die frühen Soloperformances („Rhythms“), die Gemeinschaftsarbeiten mit Ulay („Relation Works“, „Nightsea Crossing“, „Great-Wall-Project“) sowie die spätere Auseinandersetzung mit dem Thema Energie und die Performance „The Biography“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Performance-Kunst, Grenzerfahrung, Körper, Energie und Biografie.

Was unterscheidet die „Rhythm“-Performances von anderen Arbeiten?

Die „Rhythm“-Serie zeichnet sich durch eine extreme Radikalität aus, bei der die Künstlerin reale Risiken für ihre physische Unversehrtheit einging, um Bewusstseinsebenen außerhalb des Schmerzes zu erreichen.

Warum war das „Great-Wall-Project“ ein Wendepunkt für die Künstlerin?

Das Projekt markierte nicht nur das Ende der Zusammenarbeit mit Ulay, sondern diente Marina Abramovic auch als Inspirationsquelle für ihre darauffolgenden Arbeiten zum Thema Energie und die Erforschung magnetischer Erdkräfte.

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Details

Title
Körper, Raum und Handlung. Die Künstlerin Marina Abramovic in ihrer Entwicklung
College
Dresden Technical University  (Institut für Kunstpädagogik)
Course
Hauptseminar: Der Sprung aus dem Tafelbild
Author
Doreen Mehner (Author)
Publication Year
2001
Pages
13
Catalog Number
V2143
ISBN (eBook)
9783638113137
ISBN (Book)
9783640698486
Language
German
Tags
Körper Raum Handlung Marina Abramovic Ulay Hauptseminar Sprung Tafelbild Aktionskunst Performance Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doreen Mehner (Author), 2001, Körper, Raum und Handlung. Die Künstlerin Marina Abramovic in ihrer Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2143
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